Schlagwort-Archiv: content

Das Ende von Magic Universe, endgültig

Während ich diesen Text hier tippe, ist der vollständige offizielle Spoiler von Battle for Zendikar online gegangen, aber es hat wohl erst dann Sinn, meine Reihe Lands in Next Level Cubes zu beenden, wenn die automatische Kartenbildverlinkung für das neue Set funktioniert. Daher verschiebe ich das noch um ein paar Tage.

In der Zwischenzeit will ich mich aus aktuellem Anlass (und auf Deutsch) vermutlich das allerletzte Mal einem traurigen Thema zuwenden: Dem Ende von Magic Universe. Diese Seite ist im letzten Jahr stückweise immer mehr gestorben – zuerst das redaktionelle, von unterschiedlichen Autoren getragene Artikelprogramm; dann auch der von mir allein verfasste Content; und jetzt schließlich auch der Shop selbst, einschließlich aller bisher online zugängiger Seiten.

Ich habe mit der geschäftlichen Seite von Magic Universe nie irgendetwas zu tun gehabt, auch wenn ich mich gelegentlich mit dem Seitenbesitzer darüber unterhalten habe, und deswegen habe ich vom Ende des Shops vermutlich auf die selbe Art erfahren, wie die meisten anderen Leute: Ich klickte ihn eines Tages mal wieder an und stellte fest, dass er fort war – stattdessen wurde ich zu einem anderen Shop, Bazaar of Wonders, umgeleitet. Nun ja, dies zumindest überraschte mich weniger als offenbar Viele von Euch, denn mir war schon seit langem bekannt, dass diese beiden Shops den selben Besitzer hatten – ein Umstand, der nicht an die große Glocke gehängt wurde (was ich im Interesse des Seitenbetreibers ebenfalls nicht tat), der aber auch keineswegs ein Geheimnis war: Jeder konnte im jeweiligen Impressum nachlesen, dass beide Shops der selben Firma gehörten, und dass die selben Personen für ihre Inhalte verantwortlich waren. Manche Links zu Universe-Seiten führten zu einer Bazaar-Adresse, und die Kontakt-Email für Verkäufer war auch die selbe, ebenso wie die AGB. Auf dem Bazaar gab und gibt es sogar eine ausdrückliche Erwähnung und Verlinkung der „Partnerseite“ Universe! (Dieses Link wird jetzt natürlich auch zurück umgeleitet.)

Ich verstehe nicht genug von Betriebswirtschaft, fürchte ich, um wirklich nachvollziehen zu können, warum das Betreiben zweier Shops in der selben Branche, mit dem selben Arttikelangebot (ja, mit dem selben, nicht nur dem gleichen – es gab immer nur einen Warenbestand!) und sogar den selben Preisen (schließlich boten beide Shops die selbe Preisgarantie an – ein weiterer deutlicher Hinweis auf ihre Verflechtung) Sinn ergibt. Offenbar fühlten sich manche Kunden eher vom Image der einen als dem der anderen Seite angezogen, und ganz offensichtlich ist kaum jemand jemals dahintergestiegen, dass man hier im Wesentlichen durch zwei unterschiedliche Eingänge den selben Laden betrat.

Der Besitzer hatte mir jedenfalls versichert, dass dieses Konzept wirtschaftlich Sinn ergab, und insbesondere, dass es auch bei rückläufigen Umsätzen nicht notwendig wäre, diese Shops zusammenzulegen bzw. einen aufzugeben, weil die Unterhaltskosten für Magic Universe – abgesehen natürlich vom kostspieligen Artikelprogramm – minimal waren: Der selbe Warenbestand, das selbe Personal, die selben logistischen Abläufe… Im Wesentlichen bestand Universe nur aus einem separaten Login-System und einem separaten Kundenverzeichnis, wenn ich das richtig verstanden habe. (Tatsächlich war dessen Kundenstamm auch der eigentliche Grund, warum der Bazaar-Besitzer vor vielen Jahren Universe als Zweitshop erworben und weitergeführt hatte.) Mit diesem Kenntnisstand ging ich daher davon aus, dass das Ende von Magic Universe immer nur bedeuten konnte, dass es dort keinen Content mehr gäbe – nicht jedoch, dass der Shop selbst in Gefahr wäre!

Nun, offensichtlich lag ich damit falsch. Wie gering die Umsätze zuletzt tasächlich gewesen sein mussten, dass sich selbst dieses über Jahre bewährte Modell eines Shops nahezu ohne Betriebskosten nicht mehr rentierte, könnte ich nur spekulieren (was ich lasse). Um so bemerkenswerter erscheint es im Nachhinein, dass ich vor knapp zwei Jahren den Betreiber noch einmal hatte beschwatzen können, mich mit einem in der Rückschau opulenten (auch wenn es mir im Vergleich zur Vergangenheit natürlich äußerst mager erscheinen musste) Budget auszustatten und dem Artikelprogramm, dessen Einstellung damals eigentlich bereits beschlossene Sache war, noch eine letzte Chance zu geben!

Dass diese Mission nicht erfolgreich sein konnte, damit habe ich mich längst abgefunden, und dafür kann ich auch niemandem wirklich einen Vorwurf machen. Dass jetzt allerdings der gesamte Magic Universe Content aus dem Netz verschwunden ist, trifft mich noch einmal hart – wenn ich noch emotionale Kraft dafür übrig hätte, wäre ich sogar richtiggehend wütend, aber nach der unglaublichen Arbeit, die ich in diesen hoffnungslosen Kampf gesteckt habe, bin ich dafür einfach zu leer – was bleibt, sind Frustration, Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Ich könnte mich über all die Arbeit aufregen, die ich mir nicht nur in jüngster Zeit, sondern über ungefähr ein Jahrzehnt hinweg für diese Seite gemacht habe. Ja, ich bin dafür auch entlohnt worden, aber Euch ist ja gewiss klar, dass es in der deutschen Magic-Szene für Schreiber und Redakteure selbst in den günstigsten Fällen keine der investierten Mühe angemessene Entlohnung gab, sondern eher eine Aufwandsentschädigung – letztlich tat man etwas für sein Hobby bzw. übte es damit aus. Allerdings gibt es da noch viel mehr Leute, die sich aufregen könnten oder sollten – andere Redakteure, welche diese Seite über weit längere Zeiträume hinweg betreut haben; andere Autoren, deren Werke jetzt nicht mehr erreichbar sind. Ich ärgere mich auch über den Verlust zahlloser Verlinkungen von anderer Stelle zu Magic Universe Artikeln.

Tatsächlich habe ich die meisten meiner Texte auf meinem Computer archiviert und könnte sie deswegen – zum Beispiel auf diesem Blog hier – neu einstellen, aber das wäre einfach nicht das Gleiche (und natürlich eine Menge doppelte Arbeit, selbst wenn ich editorielle Arbeit daran auf ein Minimum beschränken würde). Ob von anderen Autoren noch Kopien ihrer Texte irgendwo existieren, weiß ich nicht, und ich habe auch nicht einmal mehr Zugriff auf einen Index von Texten, den ich durchschauen könnte. Ich erinnere mich besonders an einen Artikel von Philipp Summereder von ironischer Brillianz und zeitloser Aktualität, den ich immer wieder gerne verlinkt habe. Doch auch aus nostalgischen Gründen konnte man sich durchaus durch das Archiv der Seite (welches ich mit viel Mühe und Liebe erst vor ca. einem Jahr so weit wie möglich auf Vordermann gebracht hatte) wühlen, und ich weiß, dass Leute dies auch gelegentlich getan haben, denn die Zugriffszahlen auch bei sehr alten Veröffentlichungen hörten nie ganz auf anzusteigen.

Ich habe, wie gesagt, niemals damit gerechnet, dass all dieser Content in nächster Zeit plötzlich aus dem Internet verschwinden könne, da ich ja allen Grund zu der Annahme hatte, dass Magic Universe zumindest als Shop noch fortexistieren würde – und selbst wenn nicht, hätte ich eine vorherige Ankündigung erwartet! Nun, ich bin in keiner Weise informiert worden, und da ich natürlich eine Kundennummer bei diesem Shop besaß, muss ich davon ausgehen, dass auch an die Kundschaft keine Rundmail verschickt worden ist. Die Weiterleitung zum Bazaar erfolgt völlig kommentarlos, und auch dort findet sich absolut kein Hinweis – keine Nachricht bei den Neuigkeiten, nichts beim Login, nirgends. Das Link zur „Partnerseite“ Magic Universe ist offensichtlich völlig veraltet („täglich neue Artikel“ – wie viele Jahre ist DAS denn bitteschön her?) und wird, wie gesagt, gleich zum Bazaar zurückgeleitet… naja, das Link zum Forum MagicInvasion.de führt ja auch nur zu einer zur Verkauf stehenden Domain… (Da war ich doch auch mal Mitglied – ich kann mich aber auch hier nicht erinnern, dass ich vor der Auflösung angeschrieben wurde.) Die „Bazaar-Liga“, was immer das gewesen sein mag, wird immerhin als nicht mehr existent beschrieben, wenngleich ich auch nicht feststellen kann, wie alt diese Mitteilung eigentlich ist.

Tja, hier wurde also alles, was nicht unmittelbar dem Verkauf diente, nicht nur eingestellt, sondern mit Stumpf und Stiel ausgerottet. Dabei ist Speicherplatz im Netz heutzutage doch nun wirklich nicht mehr teuer, oder? Wie viel hätte es denn wirklich gekostet, den Inhalt von Magic Universe oder auch des alten Forums zu archivieren? Und wie viel bringt der Verkauf dieser Domains (falls sich überhaupt jemals ein Käufer findet) wirklich? Egal, die Entscheidung ist wohl bereits endgültig gefallen. Dass niemand wenigstens vorher benachrichtigt wurde, so dass man vielleicht zumindest den Content irgendwie hätte retten können, kotzt mich allerdings mächtig an.

Andererseits scheint aber außer mir auch kaum jemand sich daran zu stören, bzw. die allermeisten Leute haben es wohl nicht einmal registriert – jedenfalls ist es in denjenigen Regionen des Internets, in denen ich mich umtue, kein Thema, mit Ausnahme eines einzigen fragenden Kommentars hier bei 00zero. Nun ja, dann interessiert es wohl wieder einmal außer mir eigentlich keine Sau…

markiert , , , , , , , , , ,

Not „an“ Apocalypse. „The“ Apocalypse.

Remember when I used to start my Magic articles with a more or less fitting quote from Buffy? Yes? Congratulations – you were a part of the Germam internet community for Magic: The Gathering when it still existed, and even thrived and was productive!

This is what I want to get at by using that quote (which is actually from Angel, not Buffy) as the title of this entry: Some of my readers have mentioned that there are still player communities, using Whatsapp or something similar to exchange information and prepare for events in isolated circles. These communities weren’t gone, but simply moved to less visible and harder to reach places.

Do you spot the fallacy here? No? Not even looking at that quote from Angel (or, to be more precise, from Lindsey McDonald in the episode Underneath)? Okay, I’ll explain: Such a group might or might not be rightfully called „a“ community, but that was never what I was talking about. I bemoan the loss of „the“ German community, a gathering of players from all of DACHland (Germany, Austria and the German-speaking part of Switzerland), and with all backgrounds from professional player (or at least players on the gravy train – I’m not really sure we had any actual „pros“ since the Phoenix Foundation retired) to die-hard casual. That community met in a couple of connected places which held appeal for all of them, or at least tried to – admittedly, the mostly pointless quarreling between casual players and tournament players didn’t represent the community’s finest hours, but at least they were in the same place and did talk to each other! There was article content galore, and even more blogs, with strategy content for grinders, beginners and in-betweens; and there were lively discussions under most articles (okay, especially under mine) with everyone from Kai Budde to Christopher Eucken chiming in.

I do not entertain the illusion that all knowledge from team playtesting was available to the public in that time: Certainly there were also already smaller groups back then – you may call them „communities“, if you like – where more or less secret tech was disseminated among the deserving and the chosen. However, almost everyone who played Magic and knew how to operate a browser would visit the two large sites with article content, one or two of the larger forums, and probably a couple of blogs, all of which would routinely link to, talk about and criticize each other. Sure, not everything was sunshine and roses in that community – far from it! – but there WAS a community, or rather, there was THE community.

Now there no longer is. Casual players have nearly totally disconnected from tournament players (with possibly the last real meeting point being drafts), and there seems to be almost no interest at all in either providing strategic content (when was the last time someone not me published a German set preview? What was the last German strategy article not edited by me for publication on Magic Universe?), receiving it, or discussing it. I’m not sure how much developments specifically in Germany are at fault, and how much this is simply the result of yet another change in social media culture, but an undeniable fact is that the German Magic community – THE community! – is dead.

After clearing that up, let me tell you where this blog will be going in the near future. I think I will continue to post screenshots of succesful draft decks, although I’m unlikely to delve into much detail talking about those decks. Also, I draft a lot less at the moment than I did half a year or so ago, so this isn’t going to provide too much content. However, things may change again in the not-too-far future.

What I mostly busy myself with right now is finalizing my newest update to my Limited Card Pool. My next entry should be about inductees from Magic Origins, which will be quite a lot – for one thing, because that set really contains a lot of well-designed cards; but also because I mostly had to rebuild my card pool from the ground after making the mistake of reducing it too much. However, that was a great learning experience, because now I see much more clearly which elements and inclusion/exclusion rules are important to me, and where I overshot the mark in my desire for elegance, efficiency and consistency.

I’ll leave you for today with a screenshot of a deck which took second place in an 8-4 (I did only three Magic Origins drafts so far – the other two were prerelease swiss drafts where I went 2-1 each):

Azorius 2-1

As befits a deck with Sentinel of the Eternal Watch, Kytheon’s Irregulars, Separatist Voidmage and three Celestial Flare, it lost two games in the finals to a creature with two auras stapled to it.

markiert , , ,