Da die letzten beiden Wochen draftmäßig alles eitel Sonnenschein war, dürfen heute einmal die schwachen Decks im Vordergrund stehen. Tatsächlich lernt man ja angeblich aus Fehlern und Niederlagen mehr als aus Siegen. Die nächsten Drafts sollten zeigen, ob das seine Richtigkeit besitzt.
Den Anfang bildet das Deck des gestrigen Samstags; da ging es nämlich ganz fürchterlich in die Hose. Dabei hat der Draft so schön mit Legion’s Initiative angefangen. Oder eben nicht, denn im Nachhinein ist die Karte wohl doch ganz schöner Mist im Draft. Den größten Nutzen ziehen Boros-Kreaturen aus ihr, alle anderen müssen mindestens eine der beiden Farben in den Kosten aufweisen, wollen sie einen Pumpeffekt mitnehmen. Kreaturen außerhalb von Rot oder Weiß können maximal einmal vor Removal beschützt oder vor dem Kampf geflickert werden. Somit kann man den Draft sicher besser eröffnen. Allerdings gab der Booster nicht viel mehr her. Feral Animist, Goblin Test Pilot oder Maze Glider möchte ich nicht first picken.
Weiter ging es dann mit der Enscheidung zwischen Putrefy, Sin Collector, Tithe Drinker und Deputy of Acquittals. Letztendlich schwankte ich zwischen Tithe Drinker und dem starken Putrefy. Der Trinker hätte den Vorteil gehabt, dass er eine der beiden Farben der Initiative besitzt. Dennoch muss man eben manchmal seine ersten Picks verwerfen und ich griff beherzt zum Putrefy. Removal ist schließlich Removal.
Nach dieser Entscheidung nahm ich dann Drown in Filth, zwei Trostani’s Summoner, Armored Wolf-Rider, Fatal Fumes und einen späten Scab-Clan Giant. Von Rot wurde ich gänzlich abgeschnitten, Golgari schien zunächst offen zu sein, später waren es dann die Selesnya Karten, die bei mir landeten. An Gates sah ich ab dem dritten Booster kein einziges mehr.
Im zweiten Booster öffnete ich eine Aurelia, the Warleader und ärgerte mich ein wenig über den Draftverlauf. Initiative und Aurelia hätten toll zusammengepasst. So nahm ich die Dame raus, weil auf Orzhov-Seite keine einzige Karte im Booster war und den Slate Street Ruffian würde ich wohl um den Tisch wandern lassen können.
Im Folgenden sah ich eine Menge an Boros-Karten: Truefire Paladin, Wojek Halberdiers, Massive Raid, Mugging und Martial Glory in beinahe aufeinander folgenden Boostern. Ich habe mich jeweils für die schwarz-weiße bzw grüne Karte entschieden und so unter anderem One Thosand Lashes oder besagten Ruffian abbekommen.
An dieser Stelle meine Frage: Hättet Ihr hier einfach gewechselt und Rot mit an Bord genommen? Stattdessen hätte Schwarz verschwinden müssen und man hätte zum Beispiel den Scab-Clan Giant aus Booster eins wieder im Deck gehabt. Ich dachte mir, dass ein Booster eben nicht ausreicht, um ein Deck zu bauen; sicherlich werde ich aber irgendwann einmal umfallen und dann im zweiten Booster ein Deck in diese Richtung umbauen.
Im dritten Booster hätten nun die tollen Selesnya- und Golgari-Karten kommen sollen. Weit gefehlt! Da mein rechter Nachbar ebenfalls Grün und Schwarz spielte, nahm er mir diese Karten weg, lediglich die Selesnya-Karten kamen bei mir in vollem Umfang an. So bekam ich zwar immerhin ein Trostani’s Judgement oder einen Centaur Healer, aber Pack Rats oder Lotleth Troll blieben vor mir hängen.
Insgesamt sah das Deck furchtbar aus, weil auch die 2-Drops ausblieben.
2 Dutiful Thrull
Centaur’s Herald
Daggerdrome Imp
Basilica Guards
Hired Torturer
Centaur Healer
Sin Collector
Phantom General
Towering Indrik
Sluiceway Scorpion
Armored Wolf-Rider
2 Trostani’s Summoner
Smite
Executioner’s Swing
Security Blockade
Putrefy
Selesnya Cluestone
Martial Law
Fatal Fumes
One Thousand Lashes
Trostani’s Judgement
Im Board wurde es nur noch schlimmer mit Riot Control, Shielded Passage, Swift Justice, Crypt Incursion, Dark Revenant, Slate Street Ruffian, Mending Touch, Seek the Horizon, Drown in Filth, Beckon Apparition, Ground Assault und Scab-Clan Giant. Ich wollte eigentlich so weit es ging auf Schwarz verzichten, daher saß der Ruffian zusammen mit dem Revenant auf der Bank. Rot ging leider trotz einiger weniger guter Karten relativ wenig. Und splashen war aufgrund mangelnder Gates ohnehin nicht drin.
Die Spiele gestalteten sich dem Deck entsprechend: Ein Match lang Screw mit zu wenig Ländern, im zweiten Match Screw mit den falschen Ländern. Anschließend holte sich das Deck verdientermaßen ein Bye ab und ich durfte zusehen wie man mit richtigen Decks spielt.
Die Frage, die mich hinterher am meisten beschäftigte, ist: Hätte ich doch wechseln müssen? Selesnya hatte ich ja gegen Ende des ersten Boosters noch gesehen, mit den ganzen Boros- und Gruulkarten des zweiten Boosters wäre da sicherlich kein schlechteres Deck herausgekommen. Zusätzlich hätte ich so gute Karten wie Aurelia oder den Giant integrieren können.
Das zweite Deck, das ich präsentieren möchte ist schon etwas älter, aber dennoch aus Dragon’s Maze – Gatecrash – Return to Ravnica: Hier startete ich mit Scion of Vitu-Ghazi über Ascended Lawmage. Ein Pick, den man gut ausdiskutieren könnte: Der Scion ist für sich genommen wohl die stärkere Karte, er ist zudem einfarbig. Allerdings benötigt er zwei weiße Quellen, was ein echtes Problem werden kann. Der Lawmage lässt sich sehr gut im Flieger-Archetyp unterbringen, auf den ich ja schon diverse Loblieder gesungen habe. Flugfähigkeit ist einfach nicht zu unterschätzen.
Ich ließ mich dann bereitwillig in die Orzhov-Farbkombination drücken: Ein viert-Pick Obzedat’s Aid, ein Tithe Drinker und ein Maw of the Obzedat fanden sich bei mir ein. Der vierte Pick ist umso höher zu bewerten, weil es nur sechs Spieler am Tisch gab.
Der zweite Booster war nicht ganz so schön befüllt wie der erste, ein Grisly Spectacle war das beste, was ich meinem Pack abringen konnte. In der Folge nahm ich die wenigen Extort-Kreaturen, die ich finden konnte und generell schwarze und weiße Karten. Im dritten Booster öffnete ich dann Armada Wurm – aus Mangel an Alternativen wurde der dicke Spoiler genommen. Wäre hier eine ordentliche schwarze oder weiße Karte gewesen, hätte ich sie darüber genommen. So konnte ich allerdings auch noch auf Golgari Guildgates oder Selesnya Guildgates achten. In der Folge nahm ich dann noch Karten wie Stab Wound oder Golgari Longlegs.
Das Deck gefiel mir um längen besser als das obige, birgt aber auch seine Tücken:
Thrull Parasite
Daring Skyjek
2 Gutter Skulk
Tithe Drinker
Basilica Guards
Court Street Denizen
Slate Street Ruffian
Syndicate Enforcer
Corpsejack Menace
Sluiceway Scorpion
Scion of Vitu-Ghazi
Maw of the Obzedat
Golgari Longlegs
Maze Sentinel
Armada Wurm
Golgari Charm
Stab Wound
Eyes in the Skies
Grisly Spectacle
Angelic Edict
Obzedat’s Aid
Golgari Guildgate
7 Plains
6 Swamp
3 Forest
Nämlich in Form von Grün. Hier hieß es für mich “Wurm oder nicht Wurm”. Ich habe die gierige Variante gewählt. Viele Alternativen hatte ich mit Crypt Incursion, Drainpipe Vermin, Maze Abomination, Shadow Slice, Shrieking Affliction, Terrus Wurm, Undercity Plague, 2 Battering Krasis, Mutant’s Prey, Debt to the Deathless, Paranoid Delusions, Risen Sanctuary, Warped Physique, Metropolis Sprite und Murmuring Phantasm ohnehin nicht.
Hier verlor ich in der zweiten Runde ein ziemlich eindeutiges Spiel, nachdem ich das erste knapp gewinnen konnte. In Runde drei ist mir vor allem in Erinnerung geblieben, dass ich mit schwarzem und weißem Mana ausgestattet war und Armada Wurm sowie Obzedat’s Aid in der Hand hielt. Mein Gegner spielte Mind Rot auf mich und in der nächsten Runde hatte ich zwei Würmer im Spiel liegen und dank Aufgabe des Gegners gewonnen. Sehr seltsam.
Beim zweiten Deck muss ich mich fragen: War der ‘Splash’ tatsächlich notwendig? Ich würde heute sagen, dass es zu riskant war; den Wurm bekam ich ganze zwei Mal auf den Tisch. Aber wie seht Ihr das? Gierig sein und den Wurm integrieren? Oder zweifarbig bleiben und dafür Terrus Wurm oder Maze Abomination rein?
Ich bin gespannt, wie Ihr die Decks gebaut hättet.
Bis nächste Woche