Ein Unglück…

… kommt bekanntlich selten allein. Mit diesem Sprichwort beziehe ich mich auf meine beiden Drafts am Freitag und Samstag. Ich war mit den Deks mehr oder weniger zufrieden, bin aber auf für-gute-Decks-zu-schwachen-Plätzen gelandet. Wobei Magic ja bekanntlich ein Spiel ist, bei dem auch das Ziehglück mitspielen muss.

Draft am 27.7.

Ich eröffne am berüchtigten 11-Drafter-Tisch mit Stormtide Leviathan. Der blaue Finisher ist nicht die Mega-Bombe, gewinnt aber Spiele fix, sobald er mal liegt. Da die beiden nächsten besten Karten Crippling Blight oder Griffin Protector wären, bleibt mir hier auch kaum eine sinnvolle Alternative.
Weiter geht’s dann mit Arctic Aven, den man schon mal als zweiten Pick einsammeln kann. Ich will ohnehin blau sein und mit weißen Fliegern harmoniert auch der Leviathan gut.
Pick drei ein Healer of the Pride über Rewind oder Sentinel Spider. Die Spinne mag ich zwar sehr, allerdings möchte ich meine Farben sichern und der Healer kann verrückte Sachen anstellen.
Dann lasse ich mich zu einer Public Execution verleiten, obwohl noch Divination und Griffin Protector im Booster sind. Wohl kein guter Pick, auch wenn das Removal richtig stark ist. Divination mag ich nicht besonders und den Flieger finde ich meistens auch zu schlapp, grade in der Defensive. Trotzdem muss ich hier wohl den Flieger nehmen, wo ich doch schon den Leviathan habe.
Pick fünf ist dann einfach: Talrand’s Invocation. Ich freue mich, dass blau scheinbar offen ist.
Dann folgen Encrust, zwei Silvercoat Lions, Essence Drain und ein spätes Unsummon. Wenn allerdings die Invocation erst Pick fünf ist, verwundert das späte Unsummon nicht.

Den zweiten Booster beginne ich mit Divine Verdict über Murder und Omniscience. Mord wäre der beste Pick, Omniscience der halbe Money-Pick in meiner Farbe. Ich entscheide mich für das in-Ordnung-Removal in meiner Farbe.
Es folgt ein einfacher Serra Angel und ein Wind Drake über eine Fog Bank. Ich bin kein Freund von Mauern, halte aber die Fog Bank für eine der besten überhaupt. Trotzdem spiele ich lieber nach vorne als hinten zu mauern. Mit dem Leviathan im Kopf muss man aber vielleicht etwas defensiver draften. Was meint Ihr?
Es folgen Griffin Protector, Fog Bank (also doch), zwei Archaeomancer, eine Evolving Wilds und ein spätes Crippling Blight.

Den Dritten Booster eröffne ich mit Faerie Invaders über Divine Verdict und Battleflight Eagle. Der Flash-Trick ist immernoch nicht so bekannt, als dass alle drum herum spielen würden, manchmal geht es auch gar nicht.
Dann ist leider nur noch eine Bloodhunter Bat im Pack; Augur of Bolas und Tricks of the Trade finde ich einfach viel zu schwach, gerade in meinem Deck.
Danach sammle ich dann gerne die Drowned Catacomb ein und gebe die zweiten Invaders sowie das zweite Verdict weiter.
Es folgen noch Rise from the Grave, Encrust und eine zweite Bloodhunter Bat. Im neunten Pack befindet sich noch ein Rhox Faithmender, den ich staunend einsammle.

Natürlich spielen meine beiden rechten Nachbarn Blau und mein Deck sieht schlussendlich so aus:

Ajani’s Sunstriker
2 Silvercoat Lion
Arctic Aven
Scroll Thief
Wind Drake
Griffin Protector
Healer of the Pride
Rhox Faithmender
Archaeomancer
Battleflight Eagle
Serra Angel
Faerie Invaders
Stormtide Leviathan

Unsummon
Crippling Blight
2 Encrust
Divine Verdict
Talrand’s Invocation
Essence Drain
Rise from the Grave
Public Execution

Drowned Catacomb
Evolving Wilds
6 Plains
7 Island
2 Swamp

Ein super-langsames Deck, das aber dennoch einiges an Potential hat. Die Bats haben es knapp nicht ins Deck geschaft und warten im Board. Ebenso wie Erase, Guardian Lions, Archaeomancer, Fog Bank, Index, Jace’s Phantasm, Vedalken Entrancer, Disentomb, Zombie Goliath, Elixir of Immortality und Gem of Becoming.

Die Spiele

Runde 1 gegen G/R

Er ist nicht von seinem Deck überzeugt, weil er zu viele Füller spielen muss. Yeva, Nature’s Herald und Thragtusk sind aber schon Karten, die den Gegner in Bedrängnis bringen können. Wall of Fire meistens eher nicht. Dennoch sind die Spiele nicht unspannend und ich kann zweimal knapp den Sieg davontragen.

Runde 2 gegen U/G

Er spielt Harbor Serpent und Sphinx of Uthuun, die mir ordentlich zusetzen. Im zweiten Spiel bin ich mit dem Leviathan unwesendlich schneller. Im dritten Spiel bleibe ich einfach auf drei Ländern stehen und kann zwar ein wenig mitspielen schiebe dann aber gegen multiple 6-Drops ein. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

Runde 3 gegen R/W

Er spielt ein furios-schnelles Deck, in dem nichts mehr als drei Mana kostet. Dafür greift er auf mehrere Trumpet Blast zurück. Im ersten habe ich Rhox Faithmender und Healer of the Pride. Außerdem Essence Drain und Rise from the Grave auf seinen Attended Knight. Als ich dann wieder auf 22 Lebenspunkten bin, gibt er auf. Im zweiten Spiel läuft es ähnlich: Der Faithmender zeigt mit Essence Drain, dass 20 Schadenspunkte nicht reichen. Mehrere Kreaturen auf meiner Seite bekommt er dann nicht mehr in den Griff, sodass ich auch das zweite Spiel recht schnell gewinnen kann.

Runde 4 gegen W/G

Im ersten Spiel zeigt er mir, dass Ring of Thune und Sentinel Spider ziemlich gut gegen Encrust sind. Im zweiten Spiel kann er dann einen Captain of the Watch beschwören, während sich bei mir wiederum kein viertes Land zeigen mag. Wieder kein Ziehglück, aber das hätte ich vermutlich auch nur schwerlich gewonnen.

Insgesamt ein 2-2 mit einem doch ganz guten Deck; zweimal zu wenig Länder gezogen und zweimal locker 2-0 gewonnen. Da war wirklich alles dabei.

Draft am 28.7.

Am Samstag finden sich sage und schreibe 17 Mitspieler ein und ich erwische den 8-Mann-Tisch.

Ich starte mit Cower in Fear über Essence Drain und Farseek. Kein idealer erster Pick, aber immerhin eine Karte, die gerne mal 2-1 oder besser abtauschen kann.
Anschließend nehme ich Volcanic Geyser über Essence Drain und Veilborn Ghoul. Hier entscheide ich mich für die rote Karte, weil ich sie für die beste des Packs halte und zudem nichts relevantes Rotes weitergegeben habe. So kann ich hoffen, dass ich Rot genügend uninteressant für mindestens einen meiner linken Nachbarn mache, dass sie mir im zweiten Pack einiges weitergeben.
Der dritte Pick besteht dann aus Magmaquake. Das nehme ich über Public Execution und Rummaging Goblin. Hier kann man wohl wieder streiten, ob die Execution nicht die bessere Karte wäre. Immerhin rüstet das Quake keine Flieger ab.
Im Folgnden finde ich dann noch ein paar rote Karten wie Rummaging Goblin und Chandra’s Fury.

Pack zwei beschert mir ein Murder, das ich über Bloodhunter Bat nehme. So gut die Fledermaus auch ist, das Spotremoval ist einfach eine Bank.
Der zweite Pick ist schon kniffliger: Ich entscheide mich für einen Knight of Infamy, den ich über Liliana’s Shade nehme. Eine gute Kurve ist für das schwarz-rote Deck dann doch auch wichtig, und der Ritter unterstützt nicht nur schwachbrüstige Ein-Drops, sondern kann dann selbst für drei Schadenspunkte angreifen. Vier-Drops gibt es dagegen wie Sand am Meer.
Im driten Pick nehme ich dann endlich eine Bloodhunter Bat – allerdings über den guten Arms Dealer. Der rote Goblin wäre mit den später gepickten Krenko’s Command echt gut gewesen. Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt gerade einen Rummaging Goblin, und den will man nur äußerst ungern ableben sehen.
Im vierten Pick nehme ich dann sogar einen Searing Spear über Krenko’s Command und Arms Dealer.

Im dritten Pack öffne ich dann einen Vampire Nocturnus und versuche ab da ein möglichst schwarzes Deck zu draften. Das gelingt mir aber nur mittelmäßig und so entsteht dieses Gebilde:

Duty-Bound Dead
Goblin Arsonist
Knight of Infamy
Ravenous Rats
2 Rummaging Goblin
Bloodhunter Bat
Liliana’s Shade
Vampire Nocturnus
2 Veilborn Ghoul
Zombie Goliath

Crippling Blight
Disentomb
Sign in Blood
Krenko’s Command
Searing Spear
Cower in Fear
Mind Rot
Murder
Turn to Slag
Magmaquake
Volcanic Geyser

10 Swamp
7 Mountain

Alle schwarzen Karten machen mit, im Board warten noch Chandra’s Fury, Goblin Battle Jester, 2 Smelt, Mogg Flunkies, Volcanic Strength und 2 Wild Guess.

Die Spiele

Spiel 1 gegen Mono-W

Mein linker Nachbar hat sich für ein rein weißes Deck entschieden, in dem er Odric, Master Tactician und Sublime Archangel spielt. Im ersten Spiel habe ich die besseren Lategamekarten mit den beiden Ghulen. Im zweiten haut mich Odric einfach aus den Socken. Im dritten kann ich den Meistertaktiker ermorden, bevor er schlimme Dinge anstellt. Schlussendlich gewinnt dann ein Rummaging Goblin, der mit Veilborn Ghoul abwurfwilliges Futter findet.

Spiel 2 gegen R/B

Er spielt die gleichen Farben wie ich und verliert das erste nach Mulligan auf 5 on the play. Er zeigt mir Hellion Crucible und Vampire Nighthawk. Das zweite Spiel verliere ich, weil ich nie etwas auf das Schlachtfeld bekomme. Ich kann zwar ein wenig blocken bin aber am Ende ohne Chance. Im dritten ermorde ich einen frühen Crimson Muckwader und muss dann mit ansehen, wie er Mark of the Vampire auf einen Hellion-Token spricht. Da ich leicht gescrewt bin, bringt das Magmaquake in meiner Hand auch nicht den gewünschten Effekt.

Spiel 3 gegen U/G

Im ersten gewinnen es Kreaturen und Removal auf seine großen Tiere. Garruk’s Packleader hat er gezeigt und auch eine Fog Bank war dabei. Im zweiten Spiel kann er mich mit zwei Timberpack Wolfs genügend Schaden machen, sodass ich nie auf die Beine komme. Wieder ist Magmaquake knapp zu langsam. Im dritten Spiel halte ich Cower in Fear, Magmaquake und fünf Länder. Ich ziehe fünf Länder in Folge und schiebe dann zusammen.

Insgesamt ein trauriges 1-2. Immerhin werde ich nun Magmaquake weniger hoch nehmen; die Karte ich zwar gut, aber meistens entweder zu langsam oder hat den großen Nachteil, dass sie nichts gegen Flieger macht. Einen frühen Pick ist sie daher meiner Meinung nach nicht wert.

Startet gut in diese Woche; nächste Woche möchte ich über meinen momentanen Lieblingscommander schreiben.

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8 Responses to Ein Unglück…

  1. kelgh sagt:

    Ich finde die Fog Bank gerade für langsame Decks genial. Ist nämlich die Frage ob man als gegner den spruch kontern(2.Runde wohl kaum;), zerstören oder beschießen will, und so etwas für ne 2 Mana Kreatur opfert.. Nur bei der Wahl zwischen dem Engel und der Fog Bank, wär ich irgendwie auch auf dem Engel hängengeblieben..
    Wenn das Ding den Kampfschaden verhindert, funktioniert ja nicht mal Trample, oder?

    • Shatter sagt:

      Doch Trample funktioniert dann noch, man kassiert halt 2 weniger.
      Du musst tödlichen Schaden zuweisen, der die Kreatur unter „normalen“ Umständen töten würde, der Rest geht an den Kopf (Außer bei der Ausnahme Deathtouch, da musst du nur 1 Schaden zuweisen).
      Schutz und andere Kampfschadenverhinderungseffekte (nettes Wort) lassen deine Kreatur zwar am Leben, Trampel kommt aber trotzdem durch.

      Trotzdem ist die Bank definitiv ne super Karte 😀

      • kelgh sagt:

        Ok, gut zu wissen. Hatte schon fast vor das in DotP2013 mal zu testen^^ Deathtouch und Trample sind ja nicht allzuhäufig auf einer Karte zu finden ^^
        Also kann den Fog eigentlich nur kontern, zerstören, ins Exil schicken und verzaubern(Pazifismus oder so). Sonst wird man sie nicht los. Schon genial in einem Draft.. Alles was da kommt blocken können..
        Bei DotP2013 gibt es in den Mantelk aus Flüsterseide im schwarz-weißen Deck. Super Antwort auf den Fog 😀

  2. Duodax sagt:

    Cover in Fear über Essence Drain? Bat über Arms Dealer? DAFUQ? Braucht man sich ned zu wundern warum man 1-2 geht.

    • kelgh sagt:

      Ja man, wie kann er nur^^

    • grozoth sagt:

      Ich wundere mich ja nicht. Mit den paar M13-Drafts, die ich bislang hinter mir habe, werde ich auch in Zukunft noch diskussionswürdige Picks machen, keine Frage.

      Dafür beschreibe ich hier ja meine Kartenwahl, dass man mir sagt: Diesen und jenem Pick hätte ich anders gemacht.

  3. cheonice sagt:

    Hm, vielleicht hättest du im ersten Draft doch ein Land mehr spielen sollen. Du hast ja selber festgestellt, dass deine Kurve sehr hoch und dein Deck eher langsam ist. Dass du zweimal zu wenig Länder hattest, zeigt das auch.
    Was mir ein bisschen fehlt, ist eine Analyse deiner Fehler. Was hättest du besser machen können, wo lagen deine Fehler?

    Ich gespannt auf deinen Lieblingscommander 😀 Wann können wir mit dem Artikel rechnen?

    • grozoth sagt:

      Mein größter Fehler ist eigentlich schon im Draft anzumerken: Ich kann gute Karten in anderen Farben nur sehr schwer weitergeben. Im zweiten Draft lief es etwas besser, aber mit den dreifarbigen Decks stimmt eigentlich immer etwas nicht. Ich hätte einfach die Finger von Schwarz lassen sollen. Spielfehler unterlaufen mir ständig, zum Glück aber nur selten echte Schnitzer 🙂

      Zu den Ländern: Wahrscheinlich muss man, wenn man den Leviathan zuverlässig legen können will, einfach immer 18 Länder spielen. Ich dachte mir, dass meine Kurve bei einem Spruch für 6 endet und ich dann den Leviathan quasi als Plan B legen will, falls alles andere nicht klappt.

      Der EDH-Artikel ist schon vorerstellt, kommt am Sonntag. Ich möchte noch ein paar Dinge ändern.

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