Bant in RtR

Nachdem ich nun eine Woche abwesend war, musste ich unbedingt am gestrigen Samstag draften. Die Sucht wollte befriedigt werden. Ich hatte die Woche über zwar auch ein paar kleinere Matches gemacht, aber ein richtiges Turnier war nicht dabei gewesen.

Draft am 13.10.

Exakt zwölf Spieler verteilen sich auf zwei Tische, was in zwei 6-Mann-Tischen resultiert. Ich öffne in meinem ersten Booster wenig Spektakuläres: Firemind’s Foresight wird leider lediglich von Vitu-Ghazi Guildmage ausgestochen. Nicht, dass der Spontanzauber so gut wäre, der Rest im Pack war ziemlich dürftig. Über den Schamanen freue ich mich allerdings, weil er Token produziert und wiederholt populieren kann. Mit Letzterem spendiert er also jede Runde einen Chumpblocker oder baut nach und nach eine Masse an Token auf. Da schlage ich gerne zu.
Leider ist auch der nächste Booster unheimlich leer: Stab Wound, Thrill-Kill Assassin und Judge’s Familiar stehen zur Auswahl. So richtig passt nichts zum Guildmage. Da ich aber nicht unbedingt in Schwarz einsteigen, sondern lieber meine weiße Position festigen will, entscheide ich mich für den kleinen Flieger. Richtig berauschend ist der natürlich nicht, aber in eine mittelmäßige schwarze Karte wollte ich nun auch nicht investieren.
Im dritten Pick nehme ich den guten Axebane Guardian über die Selesnya Keyrune. So gerne ich die Rune auch in meinem angestrebten Deck hätte, die Mauer ist wohl noch ein kleines bisschen stärker. Auch mögliche Splashs in Blau oder Schwarz stehen somit offen. Außerdem stoppt der Wächter kleinere Kreaturen auch ohne Aktivierung.
Im vierten Pick dann wiederum ein Signal in Richtung Selesnya: Centaur Healer. Zwar ist auch der starke Skymark Roc noch im Pack, aber der Zentaure ist richtig gut in der Defensive; und in diese wird ein langsameres Populate-Deck unweigerlich geraten. Ich nehme also den Zentauren und gebe leider den Vogel weiter.
Im fünften Pick nehme ich eine Keening Apparition über ein Selesnya Guildgate. Sicher auf seine Farben zu kommen ist durchaus wichtig. Allerdings finde ich die Apparition richtig stark. Das Tor hätte ich zwar auch gerne, aber davon sammle ich auch gerne erst später welche ein, wenn ich meine Spells beisammen habe. Und momentan läuft auch alles auf W/G hinaus, weshalb ich mir keine Sorgen um mein Mana mache.
Im sechsten Pick nehme ich dann – vollkommen inkonsequent – ein Azorius Guildgate über ein Rubbleback Rhino. Sicher, das Tor ersetzt später einfach nur eine Ebene und hilft dabei, Blau weiter als nur mit dem Familiar zu integrieren. Allerdings kann ich gerade diesen auch mit weiß casten; und außerdem ist das Rhino gerade gegen entfesselte Kreaturen eine Bank: Gore-House Chainwalker und Splatter Thug, Grim Roustabout und Dead Reveler: Alle laufen gegen den grünen Mann und er bleibt einfach stehen. Somit sehe ich heute meinen Pick hier als falsch an, auch wenn das Nashorn seine fünf Mana kostet.
Insgesamt freue ich mich einigermaßen über den ersten Booster, auch weil der Skymark Roc tablet und ich Hoffnungen in ein dreifarbiges Deck lege.

Den zweiten Booster beginne ich mit Wayfaring Temple. Da bislang hauptsächlich Kreaturen in meinem Haufen sind, ist der sicher keine schlechte Karte und mit einigen Populier-Effekten kann der richtig dick werden. Leider trampelt er nicht, was ihn etwas schwächt, aber groß genug dürfte er immer sein. Die nächstbeste Karte ist in meinen Augen Rakdos Ringleader, den ich – ähnlich zum ersten Booster – hier nur aufliste, weil der Rest ziemlich unterdurchschnittlich ist.
Geschoben bekomme ich dann einen relativ guten Booster: Ich entscheide mich für meinen zweiten Axebane Guardian und gebe Azorius Arrester, Hussar Patrol und Selesnya Keyrune weiter. Der Arrester ist eigentlich eher aggressiv, und das sehe ich in meinem Deck noch nicht so ganz; gerade wenn ich den zweiten Guardian nehme. Die Patroullie passt eigentlich ganz gut, aber ich möchte meinen Fokus eher auf Grün als auf Blau halten. Die Keyrune hätte ich wirklich gerne, aber der Guardian macht – ebenso wie im ersten Pack – einfach mehr her. Somit bleibe ich bei meiner Mauer.
Dann ein schwieriger Pick: Centaur’s Herald oder Eyes in the Skies? Grundsätzlich ist Token UND Bevölkern richtig stark. Allerdings schätze ich den einen Zentauren höher ein als die beiden Vögel. Natürlich müssen die Augen keinen Vogel produzieren und ich unterschätze die Karte in diesem Draft auch gewaltig. Dennoch nehme ich an dieser Stelle den sicheren 3/3er.
Dafür folgt mit Seller of Songbirds gleich der nächste, der mir einen Spielstein spendiert. Den nehme ich über einen einfachen Flieger: Vassal Soul. Der Flieger ist zwar nicht schlecht, ist aber auch nicht wirklich die Präferenz bei den 3-Mana-Fliegern: Sunspire Griffin ist meistens viel besser, mit der Ausnahme, wenn man kein Weiß spielt. Da ich schon einen Griffin im ersten Booster ergattern konnte, nehme ich hier den Singvogelhändler.
Recht weiß kommt der fünfte Pack daher: Knightly Valor und der zweite Sunspire Griffin wären im Booster. Ich bin nach wie vor keine Fan von Verzauberungen und entscheide mich hier für den zweiten Greifen. Dieser bietet mit drei Wiederstandskraft für drei Mana in der Luft ordentlich Potential. Außerdem hält er Vogel-Spielsteine und Vassal Souls meist vom Angriff ab.
Nochmal bekomme ich die Chance auf ein Knightly Valor. Aber dieses Mal ist ein Common Bond im Pack, dass ich auch deutlich über dem Enchantment sehe. Innerlich sehe ich die Populate-Schiene langsam verschwinden, aber mit Common Bond erhalte ich einen sehr guten Kampftrick.

Im dritten Booster fange ich mit Nivmagus Elemental über Rix Maadi Guildmage an. Der Magier ist stark und für mich praktisch nicht aufzuhalten. Allerdings habe ich einiges an Spontanzaubern und Hexereien abbekommen und ein Booster folgt ja auch noch. Ich nehme hier also das Elemental, weil ich es selbst nur schwer in den Griff bekomme und weil ich es vielleicht selbst sogar spielen kann.
Weiter geht es mit Slitherhead vs Dramatic Rescue: Der Kopf ist gut und auch im Selesnya spielbar (ebenso wie Judge’s Familiar). Dennoch lasse ich mich in Blau ziehen und nehme die – meiner Meinung nach – starke Rettung. Ein Gildentor habe ich ja schon, vielleicht kommt noch ein zweites hinzu.
Pick drei ist schwierig: Archon of the Triumvirate oder Swift Justice? Ich habe mich für den teuren Flieger entschieden, damit die Guardians überhaupt irgendwo reinrampen können. Die Gerechtigkeit hilft zwar zu Beginn des Spieles, aber ich denke, dass ich dafür ausreichend Mittel zur Verfügung habe. Und ein großer Flieger, der gleichzeitig Ramp-Ziel ist, ist nicht verkehrt.
Dann ein strittiger Pick: Der dritte Axebane Guardian ist im Pack und ich nehme Risen Sanctuary drüber. Mir ist bewusst, dass ich ohne Guardians wohl keine 7-Drops brauche. Allerdings brauche ich auch Karten, die das Mana dann schlussendlich verwerten können. Dabei hilft mir der zweite teure Spell mehr als der dritte Manaproduzent. Allerdings kann ich hier auch total danebenliegen. Das sollten dann eigentlich die Spiele zeigen.
Im fünften Booster kommen dann wieder Azorius Arrester und Hussar Patrol zusammen im Pack. Ich nehme den Arrester, weil ich Blau recht niedrig halten möchte und den Arrester auch gut als frühe Blockade nehmen kann.
Im sechsten Pick gebe ich dann einen Axebane Stag weiter und nehme stattdessen ein Sundering Growth für mein Sideboard. Im Grunde habe ich an dieser Stelle schon genug Karten eingesammelt, allerdings ist ein Populier-Effekt mit Zerstörung gerne gesehen. Auch wenn diese Karte meist aus dem Seitenbrett kommt.

Insgesamt sieht mein Deck dann wie folgt aus:

Centaur’s Herald
Judge’s Familiar
Azorius Arrester
Keening Apparition
Drudge Beetle
Vitu-Ghazi Guildmage
Seller of Songbirds
2 Sunspire Griffin
2 Axebane Guardian
Centaur Healer
Skymark Roc
Wayfaring Temple
Voidwielder
Archon of the Triumvirate
Risen Sanctuary

Giant Growth
Dramatic Rescue
Avenging Arrow
Rootborn Defenses
Common Bond
Eyes in the Skies
Horncaller’s Chant

Azorius Guildgate
6 Plains
3 Island
7 Forest

Es ist nicht ganz so fokussiert, wie ich es gerne hätte und Blau muss auch mitmachen, weil Rescue und Roc einfach zu stark sind. Zwar habe ich eine Menge an Optionen im Sideboard (Nivagus Elemental, Mizzium Skin, Inspiration, Rootborn Defenses, Knightly Honor, Faerie Impostor, Selesnya Sentry, Isperia’s Skywatch, Downsize, Runewing, Tower Drake und Sundering Growth), allerdings sind diese entweder Blau oder zu situationsabhängig. So starte ich also in die erste Runde.

Die Spiele

Runde eins gegen ***Bye***

Hat ja prima geklappt. Den habe ich abgezogen. Leider darf ich damit zuschauen, wie sich die anderen Spieler so schlagen und kann im anderen Draft ein Deck mit zwei Mercurial Chemister entdecken. Selbiges sollte am Ende des Tages ein 3-0 einfahren. Ich bin erst auf dem Weg dorthin.

Runde zwei gegen R/B

Er spielt drei Grim Roustabout und mehrere Stab Wounds. Außerdem noch zwei Spawn of Rix Maadi und den zugehörigen Guildmage. Eben alles, was keiner sonst am Tisch wollte. Im ersten Spiel haut er mich auch kurzerhand klein. Mein Familiar macht zwar von Zug zwei an Druck, aber mit nur einer Stärke ist es natürlich viel zu langsam. Da er kaum Instants oder Sorceries spielt, geht der Vogel auf die Ersatzbank, das Sunderung Growth macht gegen seine Wunden mit. Im zweiten Spiel kann ich ihn gut auskontrollieren und er scheint auch nicht optimal zu ziehen. Ein Volatile Rig hat einen kurzen Gastauftritt, muss aber ohne Effekt geopfert werden. So bleiben meine Jungs auf dem Tisch und meine Lebenspunkte hoch. Im dritten Spiel kann ich etwas druckvoller anfangen und er legt unentfesselte Roustabouts zwecks blocken. Ich mache zwar keinen Schaden, kann aber irgendwann mit Skymark Roc drüberfliegen. Im letzten Zug muss ein Archon chumpblocken und opfert sich gerne für den Sieg.

Runde drei gegen W/G

Mein linker Nachbar, der sich erst nach dem ersten Booster für diese Farben entschieden hat. Er ist ähnlich langsam wie ich und hat den dritten Axebane Guardian bekommen. Ich kann das erste Spiel mit Wayfaring Temple und Rootborn Defenses relativ leicht gewinnen, muss aber im zweiten dank keiner Länder einschieben. Im dritten verpasse ich dann meinen vierten Landdrop und sehe meine Felle breits davonschwimmen. Allerdings kommen die Länder dann doch und ich kann mit Cenatur Healer und Skymark Roc stabilisieren. Ein Archweaver verlangsamt das Spiel unheimlich und hält bei mir einen Griffin, den Roc und einen Vogel-Token auf. Als ich dann Vitu-Ghazi Guildmage ziehe und jede Runde zwei Zentauren generiere, gibt er auf.

Mehrere Erkenntnisse bleiben aus diesem Draft hängen: Das Deck war nicht optimal. Im Draft nicht und auch im Bau nicht. Judge’s Familiar kann man sich meistens schenken und er ist keinen zweiten Pick wert. Vitu-Ghazi Guildmage kam nur einmal auf’s Feld und war dann richtig gut. Die Griffins konnten auch überzeugen, indem sie die Luft entweder dicht machten oder nach vorne schlagen gingen. Die Axebane Guardians habe ich ziemlich selten gesehen, da möchte ich mich noch nicht festlegen. Der Temple kann im richtigen Deck sehr stark abgehen, kann aber auch mal richtig mies sein. Sundering Growth ist super, wenn man sich erlauben kann, sie aus dem Bord zu bringen. Auch Rootborn Defenses ist klasse, sobald man mindestens einen Token hat. Ich ziehe Zentauren vor. Eyes in the Skies ist stark, das hatte ich so nicht auf dem Schirm. Zwei Vögel sind schon gut, ein Vogel plus ein Zentaure meist noch besser.

Insgesamt bin ich wieder um etliche Erfahrungen reicher und möchte unbedingt nächste Woche nochmal ran. Eventuell schicken mich meine Nachbarn dann ja nochmal in eine neue Gilde und ich kann wieder andere Karte testen.

Habt Ihr neue Erkenntinsse zu RtR? Hättet Ihr meine Picks genauso gemacht? Seht Ihr grobe Fehler, die ich nicht angesprochen habe? Ich freue mich immer über Feedback.

Nächste Woche dann mehr zu Return to Ravnica.

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4 Responses to Bant in RtR

  1. Herbie sagt:

    Hi,

    ich hab am WE viel Online gedraftet und muss sagen, dass Format ist einfach schwierig. Die Guildmages sind meiner Meinung nach stärker als viele rare Bomben und gewinnen oft im Alleingang.
    Ich kann deine Picks nachvollziehen, hätte aber Stab Wound über den Vogel genommen. Dass der Skymark Roc tabelt ist heftig. Er ist definitiv eine der stärksten Karten im Limited.

    Eine Frage hätte ich noch: Wie schätzt du Axebane Guardian im Nachhinein ein ? Ich bin mir bei ihm noch nicht sicher ob er stärker als die Selesnya Keyrune ist. Hat sich der Ramp gelohnt ? Immerhin spielst du ja auch 17 Länder und riskierst damit die Flut.

    • grozoth sagt:

      Ich kann da leider recht wenig zu sagen: In der zweiten Runde habe ich in drei Spielen keinen gesehen und in der dritten Runde war er immer gut. Allerdings weniger, weil er gut kleines Zeug blockt oder weil er superschnell ramped, sondern weil er die fehlende Farbe macht. Da ist er klasse drin. Ich denke, dass ich ihn wieder über die Keyrunes nehmen würde, sofern ich grün bin. Alleine schon, weil ich ihn noch mehr testen will. Immerhin kam er bei diesem Draft relativ spät, gemessen an der Qualität der Booster.

      Ich spiele übrigens 17 Länder und 24 Spells, also 41 Karten. Trotzdem hatte ich mindestens die Hälfte der Spiele das Gefühl, screwed zu sein. Mag auch etwas am Deck liegen, das doch sehr manahungrig ist.

      Guildmages sind absurd stark. Gerade der Vitu-Ghazi-Schamane rockt bei entsprechend viel Mana alleine jedes Match. Aber auch der Rakdos Guildmage kann schnell gefährlich werden. Den hatte ich ja in Match 2 abbekommen.

  2. Gähn sagt:

    GÄHN!!!!!!! Das ist so langweilig, dass man sogar unter Aufputschmitteln einschläft. Ein hervorragender Ersatz für eine Schlaftablette!

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