Sieg oder Niederlage?

Wer kennt das nicht: Schon wieder einen Draft oder ein Standard-Turnier in den Sand gesetzt. Ok, manche von Euch kennen das tatsächlich nicht. Aber die Allermeisten werden das schonmal erlebt haben: Tage, an denen einfach kein Match so richtig läuft. Ich hatte das in den letzten beiden Wochen im Draft und hoffe, dass sich dieser Artikel nicht wie ein großes „Mimimi“ anfühlt.

Los ging’s am Freitag vor einer Woche: Der Draft verlief schon suboptimal: Mit Sphinx’s Revelation gestartet, dann relativ tief in Izzet gesteckt worden. Im zweiten Booster noch eine Pack Rat aufgemacht und Izzet mit Doppelsplash versucht. Dass dieser Ansatz nicht funktionieren kann, weiß ich nun auch. Die Matches waren eigentlich nie knapp. Dennoch habe ich mir einige Punkte notiert, die mich weiterbringen oder gut gefallen haben:
– Izzet ist meistens wenig spektakulär, mit der Ausnahme von Bomben im Rare-Slot
Teleportal ist eine gute Karte und gewinnt vergleichsweise häufig
– Dennoch braucht man viele Kreaturen, gerade im 2er-Slot
– Pack Rat ist auch im Splash eine der besten Karten
– Sphinx‘ Revelation wandert ins Highlander
Trotz des 1-2-Ergebnisses habe ich mir also Dinge notiert, die mich hoffentlich weiterbringen oder die mir positiv aufgefallen sind.

So auch am Samstag letzte Woche: Ich öffne viele Rakdos-Karten und einen Centaur Healer. Ich nehme den Zentauren und bekomme viel Rakdos geschoben. Trotzdem halte ich mich zumindest aus Rot heraus und lande schlussendlich in Golgari mit drei Selesnya-Karten. Das Ergebnis: Dreimal knapp verloren. Ärgerlich, aber meiner Meinung nach dennoch ein Grund, darüber auch nachzudenken. Schließlich kann ich auch hieraus etwas lernen:
– Immer die beste Karte nehmen, auch wenn mehrere Karten dieser Gilde im Booster sind
– Besser einmal mehr Mulligan nehmen, als einmal weniger
– Im Vergleich zum Vortag: Kein Bye bekommen und damit drei Runden durchgespielt (was positiv zu bewerten ist, da ich zum Spielen hingehe, nicht zum Zuschauen)
Dass 2-Drops gut sind, wiederhole ich nicht nocheinmal extra, das habe ich ja schon oben geschrieben. Und ebenso wie oben nehme ich ein paar Punkte mit, die mir hoffentlich in der Zukunft weiterhelfen.

Gestern dann der dritte Streich: Mit Deathrite Shaman toll angefangen, aber in Rakdos gelandet. Trotzdem habe ich zwei Wälder gespielt, weil eine Vraska the Unseen mitmachen wollte. Eigentlich ist sie in diesem Deck Mist, weil ich zweifarbig bleiben möchte; wegen zu wenig Removal durfte sie aber ran. Nach zwei Runden war für mich schon wieder Schluss und ich habe die Ergebnisse der anderen Spieler notieren dürfen. Dennoch war es gut gespielt zu haben, weil:
– Man in zwei knappen Matches sehen konnte, dass Zweifarbigkeit wesentlich konstanter läuft
– Eine liegende Vraska oft gewinnt
Deviant Glee doch ganz ok ist, gerade mit Daggerdrome Imp
– Deathrite Shaman auch ohne Fetchländer noch so Einiges bewegen kann
– Ich zu zaghaft angreife und nächstes Mal mehr Mut haben sollte
– Vraska und Shamane in ein Golgari-Deck wandern
Abgesehen von den glücklich aufgemachten Karten habe ich mir auch hier wieder ein paar Punkte zu meinem Spiel notiert.

Was will ich nun mit diesem Artikel sagen? Es ist nicht wichtig, dass man jede Woche als Sieger aus jeder Partie hervorgeht, sondern dass man auch aus den Niederlagen etwas mitnimmt. Manchmal beschränkt sich das zwar auf ein einfaches: „Hey, ich habe Karte XY im Preisbooster aufgemacht.“ Meistens wird man aber Punkte in seinem Spiel, Deckbau oder Draftverhalten finden, die den Ausschlag für die eine oder andere Niedelage geben. Natürlich ist auch Fortuna manchmal nicht so hold, wie sie es eigentlich immer sein sollte; aber selbst aus diesen Spielen kann man seine Lehren ziehen.

Das ist vor allem eine Anweisung an mich selbst: Das oben kritisch Hinterfragte umzusetzen und beim nächsten Mal besser zu machen oder zu vermeiden.

Seht Ihr es ähnlich? Oder geht Ihr anders mit Niederlagen um?

Bis nächste Woche

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7 Responses to Sieg oder Niederlage?

  1. Ist bei mir zwar ein ganz anderes Feld, aber als ich neulich einen Freund zu einem ausgiebigen Magic-Wochenende besucht habe, habe ich mir zum ersten Mal nach jeder Partie zu dem verwendeten Deck ein paar Notizen gemacht: Habe ich damit gewonnen oder verloren, welche Karten waren tote Karten, was hätte ich mir stattdessen lieber gewünscht, welche Ideen sind mir sonst noch gekommen usw. Ich hatte an den zwei Tagen über 40 meiner Decks im Einsatz, darunter welche, bei denen es nichts zu korrigieren gibt (auch wenn sie das Spiel vielleicht nicht gewonnen haben), und andere, bei denen noch eine Menge Arbeit vor mir liegt.

    Bisher bin ich zwar nicht dazu gekommen, die Liste abzuarbeiten und die Änderungen umzusetzen, aber es ist ein wertvoller Grundstock an gesammelten Anregungen, die die Decks nur besser machen können. Wenn man ein einmal geschaffenes Deck immer nur spielt, gehen diese Erfahrungen und Erkenntnisgewinne oft unter, und beim nächsten Mal spielt man mit dem gleichen, unveränderten Deck und macht dieselben Erfahrungen wieder.

    Fazit: Es ist gut, nach dem Magic-Spielen mal innezuhalten und das Erlebte zu verarbeiten, um sich und/oder die Decks weiter zu entwickeln.

    • grozoth sagt:

      Stimme dir voll zu. Mir persönlich macht es auch großen Spaß, Decks umzubauen. Das hilft bei der Entscheidung, Veränderungen vorzunehmen.

  2. Andy Uhlemann sagt:

    Ich sehe es ähnlich wie grozoth, hauptsache positiv aus der Sache gehen und versuchen, aus den eigenen Fehlern zu lernen 🙂

    @Mario Hassler: Wird dazu ein Spielbericht auf magicfreizeitspieler.de auftauchen?
    Freue mich schon 🙂

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