Mehr Drafts mit Gatecrash

Auch diese Woche gab es Einiges zu draften. Dank eines Legacy-GPTs am Samstag war der Laden an beiden Tagen gut besucht, und es fanden sich am Samstag mehr Spieler ein als am Freitag (26 bzw 22 Teilnehmer). Ich habe zweimal ähnliche Farben gedraftet und denke, dass ich einiges zu den Orzhov-Karten sagen kann. Leider zieht man nicht immer jede Karte, sodass es für mich immernoch Karten gibt, die ich nicht so recht einschätzen kann.

Hier erstmal beide Decks in Reihe.

Freitag:

Shadow Alley Denizen
Basilica Screecher
Gutter Skulk
Cartel Aristocrat
2 Court Street Denizen
Kingpin’s Pet
2 Armored Transport
Syndicate Enforcer
Nav Squad Commandos
Obzedat, Ghost Council
Vizkopa Confessor

Smite
Killing Glare
Blind Obedience
2 Orzhov Charm
Prophetic Prism
Riot Gear
One Thousand Lashes
Purge the Profane
Debtor’s Pulpit

8 Plains
9 Swamp

Samstag:

Thrull Parasite
2 Syndic of Tithes
Basilica Screecher
Gutter Skulk
Cartel Aristocrat
Basilica Guards
Kingpin’s Pet
3 Deathcult Rogue
Consuming Aberration
Vizkopa Confessor
Dinrova Horror
Treasury Thrull

Death’s Approach
Blind Obedience
2 Executioner’s Swing
Orzhov Charm
Way of the Thief
Purge the Profane
Angelic Edict
Shadow Slice

3 Dimir Guildgate
Orzhov Guildgate
9 Plains
1 Island
4 Swamp

Der erste Unterschied liegt schon in der Teilnehmerzahl begründet: Das erste Deck entstand am 6-Mann-Tisch, das zweite am 10-Mann-Tisch. Warum ich nie die 8-Spieler-Runden abbekomme, weiß ich nicht. Offenbar mag mich der DCI-Seater nicht.
Der zweite Unterschied ist das Endresultat: Nach jeweils drei Runden steht das erste Deck 3-0, während das zweite nur ein 2-1 geschafft hat. Trotz der beiden guten Ergebnisse – 5-1 nach sechs Runden ist gar nicht so verkehrt – glaube ich, dass beide Decks eigentlich viel zu schwach sind. Mag es am übergroßen Glück liegen oder daran, dass noch niemand genau weiß, wie das Set zu draften ist: Einige der oben genannten Karten sind ganz schön grausig und ich würde sie lieber nicht mehr spielen.
Der dritte Unterschied ist, dass das zweite Deck so etwas wie ein Sideboard hatte. Im ersten hatte ich gerade einmal den Shadow Slice als Auswechselkarte parat und mich für das Pulpit entschieden. Im zweiten hätte ich noch zwei Death’s Approach einwechseln können und habe dies auch hin und wieder getan.
Der vierte – und wichtigste! – Unterschied ist diese eine Karte: Obzedat, Ghost Council.

Dieses Mal möchte ich keine Matchbeschreibungen liefern, weil am Freitag Obzedat die Gegner alleine zerstört hat und am Samstag zwei dreifarbige Decks kein oder das falsche Mana hatten. Es wäre also etwas langweilig zu schreiben, wie ich sie langsam abgeknöpft habe.

Stattdessen direkt zu den wichtigen Karten:

Armored Transport: Den hatte ich im ersten Deck Mangels Alternativen drin. Er ist nicht ganz schlecht, weil er on the play Bärchen wegblocken kann; außerdem profitiert er ungemein vom Shadow Alley Denizen – recht viel mehr Artefakt-Kreaturen laufen eben nicht herum. Insgesamt würde ich aber ungefähr jedes Bärchen drüberspielen, wenn es der Pool hergibt. Leider war am kleinen Tisch nicht mehr aufzutreiben und so war er eben in einem Spiel für etwa sechs Schadenspunkte mit Intimidate gut. Ist im Batallion-Deck deutlich stärker.

Blind Obedience: Extort auf einer Verzauberung? Sehr gerne. Die letzten Blocker werden damit auch noch zunichte gemacht. Allerdings bringt der Effekt recht wenig, wenn man ohnehin nicht angreifen will. Gegen langsame Decks in meinen Augen viel stärker als gegen schnelle, da es nicht so viele Kreaturen mit Eile gibt.

Consuming Aberration: Die hat mich eigentlich immer überzeugt – es hat ja auch niemand ein Grisly Spectacle daraufgespielt. Abgesehen von diesem einen Removal ist es für viele nichtweiße Decks unheimlich schwer, diese Scheußlichkeit abzustellen. Sie war den Splash in Blau auf jeden Fall wert. Allerdings muss man kein Mill-Deck bauen, damit sie gut wird. Somit finden auch Orzhov- und Simic-Spieler Gefallen an dieser Karte.

Court Street Denizen: Im Doppelpack noch viel alberner, als alleine. Immer einen Blocker zu entsorgen, ist schon stark, aber bei zweien kann der Gegner oft lange Zeit gar nicht blocken. Leider ist mein Orzhov-Deck für diese Karte eigentlich knapp zu langsam gewesen; trotzdem waren beide ihren Einsatz wert und haben den Gegner zusammen mit dem Gildenchef Obzedat gewaltig genervt. Da man im Orzhov viele zweifarbige Kreaturen spielen möchte, würde ich wohl einen jederzeit spielen.

Executioner’s Swing: Der hat mich nicht so sehr überzeugt. Ich habe später am Samstag dann sogar einen für ein Death’s Approach auf die Ersatzbank geschickt. Man will einfach die Kreatur direkt entsorgen und nicht erst noch Schaden kassieren. Natürlich trifft es beinahe jede Kreatur des Sets, aber was hilft das, wenn man bereits bei 0 Lebenspunkten angekommen ist, wenn man es gewinnbringend anbringen könnte?

Obzedat, Ghost Council: Lächerlicher Spoiler. Ich habe ihn viermal Turn fünf gelegt und keines dieser Spiele verloren. Von Sorcery-Speed-Removal oder Verzauberungen nicht zu beeindrucken und auch schwer totzublocken. Der Lifeswing von vier jede Runde tut sein Übriges. Klarer First Pick.

Orzhov Charm: Eigentlich ist diese Karte für mich ausschließlich als Removal zu betrachten. Den ersten Modus verwendet man eventuell noch bei Karten wie Obzedat, der gerade gesmitet werden soll; den dritten nie. Als Removal-Spruch aber sehr gut, weil er jede Kreatur trifft und zuverlässig beseitigt.

Purge the Profane: Hat mir im ersten Deck sehr gut gefallen, im zweiten – trotz Aberration – nicht mehr. Eine Kreatur sollte auf jeden Fall darüber gespielt werden. Die beiden Lebenspunkte sind nett, helfen aber meist auch nur bedingt weiter. Keine Karte, die man unbedingt im vierten Zug spielen möchte.

Shadow Slice: Kann als 1-Off im Orzhov verwendet werden, vor allem, wenn das Deck drei Deathcult Rogues spielt. Allerdings hatte diese Karte ihren Auftritt zusammen mit dem folgenden Thrull Parasit: Gegner auf acht Lebenspunkten greift mit allem was er hat an und verliert dann gegen meinen Slice auf Thrull geciphert – mit einmal abnöpfen!

Thrull Parasite: Sehr guter Mann, nicht nur wegen der eben beschriebenen Situation. Billigster Extorter und früher Prügler. Dennoch als Kreatur sehr anfällig. Kann gegen Simic oder Planeswalker nützlich sein, ist aber meist einfach nur ein weiteres frühes Extort. Gerne auch später gesehen, weil er dann mit einem zweiten Spruch pro Zug billig ausgespielt werden kann und unter Umständen sofort Extort erlaubt.

Vizkopa Confessor: Den würde ich auch nicht mehr unbedingt spielen. Er ist nicht ganz schlecht, aber gegen Boros oder Gruul nicht groß genug. Extorter gibt es einige günstigere, das ist er nicht wert. Der Abwurf-Effekt ist in Ordnung, aber nicht weltbewegend. Günstigere Kreaturen sind ihm meist vorzuziehen.

Way of the Thief: Eine Fehlentscheidung, diese zu spielen. Nicht, weil sie schlecht gewesen wäre, sondern weil sie im zweiten Deck nichts bringt außer Kartennachteil. Die Rogues sind so gut wie immer unblockbar und der Rest braucht nicht unbedingt angreifen. Der Pump-Effekt ist gut, aber auf den Würsten dennoch recht leicht zu ignorieren. Eigentlich wollte ich damit die Aberration pumpen, aber das war zu optimistisch gedacht.

Das wären die Karten, die mir wichtig erscheinen. Wenn Ihr Anmerkungen oder Kommentare dazu habt, immer gene her damit. Das Format ist noch jung und ich schätze Karten gerne einmal anders oder falsch ein. Ein anderer Blickwinkel auf die Karten kann nicht schaden.

Bis nächste Woche

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Responses to Mehr Drafts mit Gatecrash

  1. atog28 sagt:

    Armored Transport: Den hatte ich im ersten Deck Mangels Alternativen drin. Er ist nicht ganz schlecht, weil er on the play Bärchen wegblocken kann;

    Toll, wenn man den Gegner davon überzeugen kann. Meistens kann der das nämlich nicht so effektiv wie in diese anzugreifen.

    • grozoth sagt:

      Er geht dabei natürlich drauf, was er im Angriff nicht tut. Hätte ich mal mit dazuschreiben sollen. Damit Wojek Halberdiers oder ähnliche Bärchen zu blocken und mitzunehmen war in diesem Deck meist das Beste, wofür er gut war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.