Der Rattenfänger und ein Broker

Endlich war es soweit! Endlich konnte ich im Draft einmal Dimir ausprobieren. Wie es der Zufall so wollte, bekam ich das Dimir-Deck ohne nennenswerten Mill zusammen. Dabei fing ich ganz profan mit zufälligem Shockdual an. Danach nahm ich zwei Deathcult Rogues und bekam hübsche blaue und schwarze Karten geschoben. Ogre Slumlord grinste im zweiten Booster als Rare und ein Bane Alley Broker verirrte sich ebenfalls in meinen Pile. Im dritten Booster nahm ich spät einen Simic Manipulator mit, den ich ohnehin auch einmal spielen wollte. Für Undercity Plague reichte es am Ende aber doch nicht, da ich wenige evasive Kreaturen zu bieten hatte. Im Folgenden das Deck:

Shadow Alley Denizen
Frilled Oculus
Basilica Screecher
2 Gutter Skulk
Duskmantle Guildmage
Simic Fluxmage
Simic Manipulator
Bane Alley Broker
2 Deathcult Rogue
Balustrade Spy
Horror of the Dim
Ogre Slumlord
Dinrova Horror
Sepulchral Primordial

2 Death’s Approach
Killing Glare
Agoraphobia
Mental Vapors
Call of the Nightwing
2 Totally Lost

8 Island
9 Swamp

Es sieht gar nicht so verkehrt aus: Zwei Ratten mit ihrem Lord; wenn der Gegner das mal immer im Auge hat! Der Simic Manipulator freut sich über die Agoraphobia. Und ein wenig Cipher mit schwer blockbaren Kreaturen ist auch nicht verkehrt. Undercity Plague war mir dann doch zu klobig und als tote Karte zu riskant. Auch das dritte Totally Lost wollte ich nicht haben.

Runde 1

Hier zog ich schlecht und er legte mit Simic zweimal die Kurve aus 1-Drop, 2-Drop, 3-Drop, … . Da machte mein Deck dann nichts, vor allem weil der Broker die erste Kreatur war, die auf dem Tisch lag. Mulligans halfen da leider auch nur bedingt weiter.

Runde 2

Nun zog mein Gegner keine Kreaturen. Da konnte mein Deck – und besonders der Broker – mal zeigen, was in ihm steckte. Zunächst zog er mich aus dem Screw heraus, später hielt er Länder fest, die ich in Sprüche tauschen konnte. In Spiel 2 ein ähnliches Bild: Ich konnte stallen, Broker legen und irgendwann mit mehr Spells gewinnen.

Runde 3

Spiel eins ging an mich mit einem Rogue und vielen Horror-Token. In Spiel zwei war ich zu langsam für das Boros-Deck. Und in Spiel drei hielt mein Gegner die suboptimale Hand mit drei Mountains, Martial Glory, Boros Charm, Boros Elite und Ember Beast. Als ich gewann, lagen auf der Gegenseite vier Gebirge und keine Ebene.

Ich ging also 2-1 und bin mit dem Deck an sich ganz zufrieden:

Der Bane Alley Broker ist eine Wucht! Er hat immer genau das gemacht, wofür er im Deck ist: Karten ziehen und später die Kartenanzahl erhöhen. Außerdem blockt er kleinere Kreaturen auch sehr gut. Eine richtig tolle Karte.

Der Ogre Slumlord kam zwar immer genau dann, wenn die Messe schon gelesen war, aber er hat immer den Deckel fest zugemacht. Mit zwei Gutter Skulk zwar nicht unbedingt besser, aber thematisch ansprechend. Ok, darum geht es wohl meist nicht; dennoch eine sehr starke Karte.

Den Simic Manipulator würde ich vermutlich nicht noch einmal spielen. Er ist sehr langsam und blockt so gut wie nie. Ergo: Auf das Spiel hat er erst einmal keine Einfluss. Zwar wächst er schnell und seine Marken verschwinden auch wieder, aber gegen schnelle Decks mit Kreaturen, die vorne größer als hinten sind, ist er wohl ziemlicher Schimmel.

Das Sepulchral Primordial braucht man vermutlich auch nur in sehr zugestallten Spielen. Das war so eine Karte, die ich gerne in den Broker geworfen habe. Später kann man ihn ja dann wieder ausgraben, sollte man auf zu viel Mana kommen. Insgesamt macht er aber auch spät zu wenig Betrieb, sodass man auf den gut verzichten könnte bzw ihn gut durch eine andere dicke Kreatur ersetzen könnte.

Anonsten denke ich, dass ich mit vielen kleinen Männern und relativ wenig Großem recht gut aufgestellt war. Wie seht Ihr das? Ist das Format ähnlich schnell wie Ravnica? Schneller? Langsamer? Ich habe im Moment gerne fünf bis sechs 2-Drops im Deck, kann aber nicht abschätzen, ob das eine gute Lösung darstellt. Wenn Ihr schon Erfahrungen damit habt, dann teilt sie doch mit den anderen.

Nächste Woche wird es einen Artikel zu einem Boros-Highlander-Commander-Hybriden geben. Auch wenn ich im Moment zu nicht mehr als zum Draften komme, möchte ich doch auch einmal andere Format anschauen.

Bis nächste Woche

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3 Responses to Der Rattenfänger und ein Broker

  1. TigerAge sagt:

    Beim Blick auf den Samstagsdraft kann ich sagen, dass Orzhov sehr stark sein kann. Gegen zuviel oder zu wenig Länder ist aber keiner gefeit; 2:1 gegen Boros in der ersten Runde verloren, 2:0 gegen Gruul gewonnen in der zweiten und 2:1 gegen Lifegain (nicht Boros oder Orzhov) in der dritten Runde verloren. Allgemein würde ich behaupten, dass GTC genauso schnell ist wie RTR; wobei es noch viel mehr darauf ankommt, die richtigen Karten zu erwischen. Denn wenn in den Boostern nur Schrott ist, kann ein Tisch auch mal ne Stunde durchspielen. MHO.

  2. Pinky sagt:

    Bisher hatte ich drei Drafts davon
    1x Simic splash Gruul
    1x Boros wobei glaub ich 4 Boros Drafter am Table waren
    1x Simic ohne Splash

    und ich bin mir noch nicht sicher wie wie mir diese Edition gefällt. Sie ist auf jedenfall umfangreicher als RTR da man wirklich auf jeden Evolve,Extort trigger achten muss oder ob man die Kreatur jetzt spielen möchte oder doch lieber Bloodrushen.

    Ich werd glaub ich noch ein paar Drafts brauchen bis ich dazu eine Meinung habe 🙂

    Btw. danke für die Berichte sind immer schön zu lesen.

    • grozoth sagt:

      Danke.

      Ich werd‘ auch noch ein paar Drafts brauchen, bis ich die Picks ordentlich einschätzen kann. Man spielt eben nie mit allen Karten, sondern nur mit denen, die man am besten findet. Einerseits schade, andererseits auch ganz gut so.

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