Magic2014

Im Moment ist für Magicspieler beinahe jeden Monat Weihnachten – ständig wird Produkt veröffentlicht. Im Juni Modern Masters, dieser Tage M14. Im August kommt bestimmt wieder ein Duell-Deck (ok, das ist keine Edition) und im September/Oktober folgt mit Theros schon der nächste Block.

Am gestrigen Samstag wurde sich mit dem M14-Prerelease auf das neue Grundset eingegroovt. Ich beschloss also, dass zu viel schönes Wetter meinem vornehmen Teint nicht zuträglich wäre und suchte den Spielort meines Vertrauens auf. Dass ich mit dieser Entscheidung nicht alleine war, konnte ich dann ab 9 Uhr feststellen. Der Laden wurde kontinuierlich voller, bis schließlich etwa 30 Spieler versammelt waren. Dass sich nicht so viele Spieler wie bei einem Block einfanden, lag wohl an zwei Faktoren: Zunächst das von mir angesprochene Wetter: Nicht jeder, der gerne Magic spielt, meidet die Sonne, wenn es doch Karten zu drehen gibt. Außerdem ist es eben nur ein Grundset; hier erwarten viele Spieler weniger komplexe Regeln und Fähigkiten. Somit ist es dieser Sorte Spieler nicht wichtig genug.

Ich mag Grundsets spätestens seit letztem Jahr ganz gerne – man kann seit M13 auch neue Karten in den Grundsets öffnen, nicht ausschließlich Reprints. Das steigert nicht nur den Anreiz des Boosteröffnens, sondern auch die Schwierigkeit des Deckbauens. Man hat eben nicht alles schon einmal gesehen.

Für mich kam es mit meinem Pool recht überschaubar. Ich hatte ordentliches rotes Removal, einige blaue Flieger, einen Megantischer Remasuri in Grün, kein Removal in Schwarz und nichts Vorzeigbares in Weiß. Somit blieb mir nach gefühlten drei Minuten eigentlich nur die Möglichkeit, ein blau-rotes Deck zu bauen. Die einzige Frage, die ich mir ernsthaft stellen musste, war, ob ich den Sliver splashen wollte. Sechs Mana, sechs Stärke sowie sechs Wiederstandskraft sind eine Ansage. Allerdings besaß ich kein Fixing außerhalb von grün. Somit war es ausgeschlossen grün zu splashen. Das fertige Deck sah dann so aus:

Meeresküstensceada
2 Gezähmter Kondor
Hüter der Insel Evos
Plünderer der Akademie
Archäomagierin
2 Nefälischer Seemilan
Diener des Wassers
Bergschlucht-Minotaurus
Marodierendes Reißhorn
Kurier-Sceada
Jaces Gedankenforscher
Shivan-Drache

Sich verziehen
Vulkanischer Geysir
Abbrechen
Weissagung
Flammen des Hitzkopfs
Domestizierung
Chandras Gewalttat
Shivs Umarmung
Lavaaxt

9 Insel
8 Gebirge

Wie es bei Sealed-Pools so üblich ist, war das Sideboard relativ schwach besetzt. Mit Frosthauch, Drachen-Küken, Blitzschleudernde Klauen und Hackender Remasuri standen mir nicht die Premium-Einwechselkarten zu Verfügung. Der Breath würde für mich wohl eher nicht in Frage kommen, da ich nicht ganz so aggressiv war. Der Mangel an Zweidrops schlug sich eben auch in einer gewissen Langsamkeit nieder. Das Drachen-Küken würde mir zwar potentiell als Zweidrop helfen, verschlang aber meiner Meinung nach zu viel rotes Mana, welches ich gerade im frühen Spiel benötigen würde. Im Lategame dagegen würde ich genügend andere nützlche Kreaturen haben. Die Klauen waren mir zu riskant, weil man mit Verzauberungen immer 2-1 abtauschen kann und der Remasuri wird von beinahe jeder anderen Kreatur ausgestochen.

Runde 1

Gegen ein grün-blaues Kreaturen-Deck kam ich mehr in Bedrängnis, als mir lieb sein konnte. Zwar gewann ich 2-1, aber die schnell groß werdenden Kreaturen waren nicht einfach zu handeln; besonders die nicht vorhandenen 2-Drops gingen meiner Strategie hier ab. Die Domestizierung konnte zwar zu Beginn etwas helfen, aber gerade dann, als die dicken Männer anrückten, war sie nicht mehr gut. Mit Glück konnte ich mich aber durchboxen, auch weil Jaces Gedankenforscher des Gegners Blühende Zuflucht mittles Naturalisieren zerstörte und ihn ausbremsen konnte.

Runde 2

Gegen ein gutes schwarz-blaues Deck gewann ich irgendwie 2-0. Im ersten war die Lavaaxt gerade so genau tödlich, im zweiten lies er mich anfangen und ich konnte gute Kreaturen plus Removal legen. Er hatte zwei Klinge des Schicksals, die ihm aber nicht zur Hand waren bzw irgendwann auch ausgehen mussten. Als wir dann nach diesen beiden Spielen noch ein wenig weiterspielten um uns die Zeit zu vertreiben, verlor ich noch dreimal.

Runde 3

Der Naya-Zoo mit einigen günstigen, dafür starken Kreaturen setzte mir ordentlich zu. Zusammen mit meiner Unfähigkeit, Manakosten richtig lesen zu können (Diener des Wassers kostet ja gar keine fünf Mana), reichten kleine Kreaturen und Blitzschleudernde Klauen für den Sieg. Zwar konnte ich ein Spiel davonstehlen, aber in den beiden anderen hatte ich kein Removal für die Problemkreaturen. Die Schwachen jagen tat da sein übriges.

Runde 4

Gegen wiederum blau-schwarz sah ich wiederum recht gut aus. Er suchte sich einmal mittels Diabolischer Tutor einen Feuerstecken, der ihm aber auch nicht half, weil er nur noch Länder nachzog. Im zweiten Spiel zog er eher weniger Länder, machte aber auch nichts gegen meine massiv auftretenden Flieger.

So stand ich am Ende des Turniers mit 9 Punkten recht ordentlich da. Viele Karten im Deck konnten mich überzeugen, darunter Kurier-Sceada und der Plünderer der Akademie. Der kleine rote Mann schaufelt sich in geradezu beängstigend schneller und trotzdem sicherer Manier durch das eigene Deck. Der Flieger ist nicht nur nervig, er ist auch noch die Weiterentwicklung des Runewing aus Ravnica. Letzterer wurde auch nahezu immer gespielt, den Sceada wird wohl das gleiche Schicksal ereilen. Im Draft werden die Karten aber wohl neu gemischt werden und man muss abwarten, was man an Decks bauen kann. Sliver kann ich mir bei der geringen Anzahl an Slivern im Pool nicht oder nur sehr schwer vorstellen. Acht bis zehn Remasuris zu sammeln dürfte schon schwierig werden. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass es wenig gute 2-Drops gibt und die Jagd-Remasuris bespielsweise jeder grüne Magier gerne spielen wird. Aber das sind nur Spekulationen und ab nächster Woche sind wir dann alle schlauer.

Bis nächste Woche

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2 Responses to Magic2014

  1. Christian sagt:

    Nitpick: Das neue Coreset-Konzept (mit neuen Karten etc.) gibt es schon seit M10.

    Muss einfach mal sagen: Artikel mit deutschen Kartennamen sind deutlich anstrengender zu lesen – Ich muss bei deutlich mehr Karten die ich eigentlich kenne nachschauen was sie machen, um dann festzustellen das ich die Karte ja doch kenne.

    Zum Thema deutsche Karten: es kam beim Prerealese auch zu der Frage wieso „kämpfen“ keinen „Kampfschaden“ verursacht … [das mal sinnvoll zu erklären ist gar nicht so trivial – bei „fight“/“combat damage“ geht das deutlich besser]

  2. atog28 sagt:

    Das mit den Kartennamen liegt nur an der fehlenden Verlinkung. Die englischen Namen wären auch noch neu.

    Vielleicht muss man das „kämpfen“ auf Deutsch mit „schlagen“ übersetzen. Dann ist es Schlagschaden und kein Kampfschaden.

    @Feuerstecken: ich fand es ja auch so spannend, wie sehr diese Karte überbewertet wurde. Ich hätte lieber eine zweite Kreatur gleicher Stärke als eine Ausrüstung mit Doppelschlag, auch wenn es Situationen gibt, in denen Double Strike überlegen ist

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