Die Hexe, die Echse und der Kessel

Nachdem ich bislang immer sehr grün im Draft war, wollte ich diese Woche doch enimal weg von den Baloths und den Slivern. Zwar ist dies keine Entscheidung, die man vor einem Draft treffen sollte, alerdings werde ich wohl kaum die komplette M2014-Draft-Season in einer Farbe stecken.

Bei 17 Draftern am Samstag und zwei Tischen saß ich am 9-Spieler Tisch und öffnete eine Karte, die zunächst nichts mit grünen Karten zu tun hat: Bogbrew Witch. Ich hatte die Hexe schon einmal geöffnet und sie geschoben, dieses Mal wollte ich sie doch etwas ausnutzen. Festering Newt und Bubbling Cauldron würden also nun sehr hoch gepickt werden müssen.
Im zweiten Pack war leider nichts Vernünftiges, ich entschied mich mit Grummeln für in Elixir of Immortality. Newts wieder reinschaffeln zu können kann nicht schlecht sein.
Pick drei war dann etwas knifflig: Nachdem eben schon keine schwarze Karte im Booster enthalten war, zeigte sich nun als einzige Karte in dieser Farbe ein Corrupt. Die beste Karte war aber der Rumbling Baloth. Ich nahm an dieser Stelle das Beast, weil ich ja nicht automatisch in Tiefschwarz bin, wenn ich die Hexe firstpicke. Wie seht Ihr das? Mehr Risiko gehen und Schwarz für die Hintermänner unmöglich machen? Oder doch den soliden Pick machen?
Im Anschluss bemühte ich mich zwar schon um schwarze Karten, rechnete aber auch mit einen Splash in einer anderen Farbe? Ich bekam tatsächlich einen Bubbling Cauldron, einen Festering Newt und diverse Kreaturen wie Undead Minotaur oder Sliver Construct.

Im zweiten Booster nahm ich Ratchet Bomb über Child of Night. Ich hätte auch sehr gerne den 2-Drop gehabt, verzichtete aber zu Gunsten des soliden (Mass-)Removals. Vermutlich war das ein Fehler, denn Zweidrops sind auch in M14 wichtig und es gibt nicht sehr viele davon. Ich bekam aber direkt aufmunternde Karten wie Doom Blade, Quag Sickness und Blood Bairn zugesteckt. Mit Corpse Hauler und Gnawing Zombie konnte ich die Lücke auf der 2 doch noch ein wenig schließen.

Im dritten Booster nahm ich mich eines Witchstalkers an. Mit bislang einem Baloth in Grün würde ich den vermutlich nicht spielen, aber erstens war der erste Booster teilweise nicht sehr schwarz gewesen, sodass ich vermutlich doch noch eine Zweitfarbe benötigen würde, und zweitens war der Stalker die einzige Kreatur, die größer als 1/1 ist und die ich nicht anzielen würde können. In Schwarz war zudem nichts Relevantes im Booster, auf dem Rückweg tablete ein Staff of the Death Magus. Grundsätzlich halte ich mich aber beim Hatepicken dennoch an einen schönen und wahren Satz von Trash T, der in einem seiner Videos sagte: „Hatedraften kann man nur dann, wenn es für das eigene Deck absolut nichts mehr zu holen gibt.“ Und der Staff fällt wohl nicht in diese Kategorie.
Im Folgenden nahm ich gute Karten wie Liturgy of Blood, meinen zweiten Festering Newt, Mark of the Vampire und einen späten Nightmare.

Mit dem Deckbau war ich lange unzufrieden. Ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt eine Farbe splashen wollte. Und wenn ja, welche. Rot erschien am geeignetsten, weil es einfache Farbkosten hatte und nicht zu viele Gebirge erfordern würde. Im Endeffekt war dies das Deck:

2 Festering Newt
Corpse Hauler
Gnawing Zombie
Blood Bairn
2 Undead Minotaur
2 Accursed Spirit
Bogbrew Witch
Deathgaze Cockatrice
Nightwing Shade
Vampire Warlord
Nightmare

2 Wring Flesh
Elixir of Immortality
Altar’s Reap
Doom Blade
Bubbling Cauldron
Quag Sickness
Act of Treason
Mark of the Vampire
Liturgy of Blood

13 Swamp
3 Mountain

Nun muss ich aber dazuschreiben: Ich habe mehrfach Karten ausgewechselt, auch zwischen den Spielen. Die Länderanzahl ist mit 16 sehr gering gehalten, aber bei 17 hatte ich immer zu viele davon; bei 16 war einmal ein langsamer Start drin, der aber erst nach dem vierten Land einsetzte. Das Act of Treason erschien mir gut genug, um mit den ganzen opfer-Effekten zusammenarbeiten zu können. Der Fairness halber muss auch das Sideboard erwähnt werden: Duress, Minotaur Abomination, Shadowborn Apostle, Vile Rebirth, Cyclops Tyrant, Demolish, Dragon Hatchling, Elixir of Immortality, Ratchet Bomb, Sliver Construct, Staff of the Death Magus und Shimmering Grotto. Die Grotte fand ich eher grottig, weil sie entweder einen Sumpf ersezte, was Quag Sickness und Nightmare störte, oder ein Gebirge, wobei ich dann direkt selbiges spielen könnte. Das tat ich im Endeffekt auch, sodass die Grotte zu Hause bleiben durfte. Das zweite Elixir war am Anfang drin, flog aber schnell wieder heraus. Duress boardete ich einmal gegen Devout Invocation, auch Ratchet Bomb durfte in diesem Match mitspielen. Der Staff ist beinahe gut genug, im reinen einfarbigen Deck aber wohl noch etwas besser. Wer aber einen Kessel, einen Zombie, ein Mark of the Vampire und ein Elixir hat, der ist auf den Stab nicht angewiesen.

Match 1

Wir kamen beide nur sehr zögerlich in Fahrt, wobei sein U/W-Deck nicht viel zeigte. Ich legte in der vierten Runde einen Accursed Spirit und haute ihn damit ein wenig. Er legte Angelic Wall und diverse Capashen Knights, die aber ein Festering Newt vom Angreifen abhielt. Der Spirit konnte ohne große Anstrengung gewinnen, wir zogen aber beide wohl nicht optimal.
Im zweiten erwartete ich ein ähnlich langsames Spiel, wobei er einen Griffin Sentinel beschwor. Ich hatte wieder meinen Spirit, während er aus dem Nichts zur Devout Invocation ansetzte. Dagegen verlor ich auch ziemlich rasch.
Im dritten Spiel nahm ihm Duress die Invocation und damit die Siegoption. Nach dem Spiel sah ich dann, dass er ausschließlich Karten bis vier Mana plus eine Invocation spielte.

Match 2

Gegen U/B würde zwar mein Doom Blade schlechter werden, aber vielleicht würde sich das ein oder andere Ziel an blauen Karten bieten. Im ersten bekam ich Newt und Witch im vierten Zug auf den Tisch, um mir ein Domesticate auf die Hexe einzufangen. Im anschluss zog ich zwar noch ein Mark of the Vampire, das ich aber aus Mangel an Kreaturen auf den Newt spielen musste. Gegen Kratuen auf seiner Seite lagen Länder auf meiner. Im zweiten ein recht ähnliches Bild: Er legte Kreaturen, während ich einen Landhaufen nachzog. Water Servant mit Dark Favor ist zwar keine langsame Clock, allerdings war die Chance vorher riesig, das Spiel doch noch zu gewinnen. Nur kamen da eben nur Länder von oben.

Match 3

Nachdem ich bislang noch keine Aktion mit der Hexe durchführen konnte, ging es gegen wiederum U/W dieses Mal rund. Die Hexe tat genau das, was sie sollte: Kessel suchen, Echse suchen, gewinnen. Im ersten war es recht knapp, er war lange stabil auf 12 Lebenspunkten. Zwei Newts später hatte er noch einen Griffin Sentinel und einen Seacoast Drake sowie eine Wall of Swords; beide schlugen mich Runde um Runde für zwei Schadenspunkte. Ich war auf 4, er war auf 4. Ich hatte nur eine Hexe und einen Undead Minotaur. Ein Gnawing Zombie von oben war recht gut, eine weitere Kreatur beendete dank Zombie das Spiel.
Im zweiten ging es ihm so wie mir im Match zuvor: Ausnehmend viele Länder, kaum Sprüche. Die Hexe auf meiner Seite machte es nicht einfacher und ein Nightwing Shade trug auch seinen Schaden bei.

Alles in Allem ein sehr spaßiges Deck, wenn man die Hexe hat. Vielleicht hätte ich noch einen Diabolic Tutor oder einen Tenacious Dead gebraucht, aber es war auch so ein Spaß das Deck zu pilotieren. Der Act of Treason konnte genau einmal zuschlagen, öfter hatte ich ihn nicht auf der Hand. Die Hexe machte immer Spaß und die restlichen Karten arbeiteten auch gut zusammen. Ob man Rot unbedingt haben will, weiß ich immer noch nicht, aber es war im Nachhinein vom Spielerischen her in Ordnung. Was meint Ihr? Rot Splashen? Oder lieber mit den schwarzen Karten im Board auffüllen? Ich bin ziemlich unsicher, was das betrifft.

Nächste Woche wird noch einmal gedraftet, in zwei Wochen ist dann wieder großes Modern-Turnier. Dank des ein oder anderen Sieges in den letzten Monaten darf ich dort wieder mitmischen. Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.

Bis nächste Woche

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4 Responses to Die Hexe, die Echse und der Kessel

  1. Yogurthluder sagt:

    Ein 3-Mountain-Splash für ein Act of Treason? Trotz Nichtmare und Sickness?
    Ich denke das hät man auch lassen können. Zumal das SB in Rot auch nicht die beeindruckenden Sachen hergibt.
    Evtl Rachet Bomb Main stattdessen? Oder Duress?

  2. Ormus sagt:

    Im zweiten Booster ein Doom Blade geschoben bekommen? Da muss aber ne dicke Bombe drin gewesen sein, normal kriegt man das doch da noch in die meisten Decks rein…

  3. atog28 sagt:

    „reinschaffeln“…?

    • atog28 sagt:

      Bei einem früheren Draftformat konnte man sich auch schon mit Corrupt in das tiefe Schwarz stürzen. M14 hat gleich mehrere Belohnungen dafür.

      Aber auch in Mono-B ist Elixir noch besser als der Stab. Für 3 Mana kriegt man die 5 Leben ohne weitere Karten auch beim Elixir.

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