Faulheit siegt

Genauso gut hätte die Überschrift weit weniger fröhlich klingen können. Etwa: „Keine Zeit“ oder „Angst vor Veränderungen“. Der Grund: Ich hatte tatsächlich keine Zeit mein Deck ordentlich zu überarbeiten. Selbst am Freitag, ein Tag, an dem auf der Arbeit traditionell kürzer getreten werden darf, dauerte es dieses Mal bis zum späten Abend. So behielt ich mein Deck vom letzten Modern-Event, ersetzte lediglich die drei Loxodon Smiter gegen drei Liliana of the Veil. Die Smiter rückten ins Sideboard, zwei Zealous Persecution sowie eine Surgical Extraction blieben dafür außen vor.

Ein wenig trauerte ich natürlich der verpassten Chance, einmal ein exotischeres Deck ins Feld zu führen, nach. Aber das Deck wurde von verschiedenen Seiten als „gut“ bezeichnet. Und das beste Deck gibt es offenbar sowieso nicht. Meine Liste sah dann wie folgt aus:

4 Marsh Flats
1 Misty Rainforest
4 Verdant Catacombs
1 Godless Shrine
2 Overgrown Tomb
1 Temple Garden
3 Stirring Wildwood
1 Gacony Township
2 Plains
3 Swamp
2 Forest

4 Dark Confidant
4 Deathrite Shaman
2 Doran, the Siege Tower
4 Tarmogoyf

3 Abrupt Decay
3 Inquisition of Kozilek
3 Liliana of the Veil
4 Lingering Souls[/card]
2 Maelstrom Pulse
4 Path to Exile
3 Thoughtseize

Im Board verblieben nach der Smiter-Änderung:

3 Kataki, War’s Wage
3 Kitchen Finks
3 Loxodon Smiter
4 Rain of Tears
2 Surgical Extraction

Los ging das Turnier um 11 Uhr, anwesend war ich um etwa kurz nach 12 Uhr. Das Schöne ist, dass man im Falle von Byes dem Veranstalter kurz eine Mail schicken kann, in der man die Deckliste postet, und schon ist man angemeldet – Startgeld bei einem Einladungsturnier ist eben nicht. Diese Option ist sehr entspannend und für mich sehr stressfrei, da ich mich sonst am Samstag morgen nur hätte hetzen müssen. Dank Arbeit wurde es am Freitag ja ziemlich spät. Und ich habe meinen Schönheitsschlaf nun einmal nötig.

Richtig eingreifen in das Turnier durfte ich dann ab 13 Uhr. Ein lustiges Ereignis aus Runde zwei: Es wurden drei Paarungen an Tisch eins sowie zwei an Tisch zwei gepaart. Blödes Programm, aber es wurde fachmännisch gelöst – Man machte kurzerhand mehrere Tische auf.

In Runde drei durfte ich dann gleich gegen Merfolk ran. Nach einem Mutavault spielte ich eine Inquisition und sah zwei Mana Leak, einen Lord of Atlantis, ein Phantasmal Image, eine Merrow Reejerey und eine Insel. Ich nahm ihm das Image, er griff mich mit dem Mutavault an. Ich legte einen Dark Confidant nach, ich blockte nicht, zog ein Extraland, griff zurück an und legte nochmals einen Confidant. Nachdem er bis in den vieten Zug keine weitere Insel fand, legte er erst jetzt seinen Lord of Atlantis, den Liliana auffras und der Angriff ging weiter. Nachdem bei mir auch Tarmogoyf und Lingering Souls ungehindert durchkamen, da er blocker legte und Mutavault ebenfalls zum Blocken haben wollte, war es schon recht einseitg. Auf sechs Lebenspunkten zeigetn mir die Confidants zwei Länder und er schob ein.
Im zweiten legte er Cursecatcher, gefolgt von Doppel-Cursecatcher. Ich sah mich schon keine Spontanzauber mehr spielen, legte einen Tarmogoyf mit einem Fetchland im Friedhof dagegen. Er fand eine Reejerey, griff für sechs an. Ich zog Abrupt Decay. Er legte die zweite Reejerey, griff an. Ich tötete die zweite Reejerey, blockte die erste und nahm wieder sechs Schaden. Von da an machte er keinen Schaden mehr, Deathrite Shaman und Lingering Souls kümmerten sich anschließend um seine Lebenspunkte. Er zog aallerdings viele noch Länder nach.

In Runde zwei bekam ich ein buntes Deck mit Gifts Ungiven und Knight of the Reliquary zu Gesicht. Im ersten Spiel sogar mitten ins Gesicht. Da hatte ich gerade sechs Spirits im Spiel, als er ein Gifts machte und Unburial Rites und Elesh Norn, Grand Cenobite suchte und fand. Mein Board war im Zug darauf futsch. Ich hatte zwar den Path für den Praetor, kam aber nicht mehr zurück.
Im zweiten konnte ich zuerst seine Lingering Souls mittel Surgical Extraction abstellen, später dann den Deathrite Shaman daran hindern mich zu töten, sodass ich ihn im Gegenzug überrennen konnte. Mit eigenen Lingering Souls-Token klappt das meistens ganz gut.
Im dritten Spiel hatte ich gleich mal einen Schamanen, der allerdings von seinem Abrupt Decay umgehend umgeschossen wurde. Die Liliana zwei Züge später fras einen Knight und dann kam bei mir kein großer Druck mehr auf. Ich hatte zwar einen Tarmogoyf liegen, allerdings machte er einen Gifts-Stapel in Reaktion auf meinen Abwurf-Trigger: Elesh Norn, Rites, dazu noch ein weiteres Gifts und Abrupt Decay. Hier nahm ich Rites und Praetor ins Grab. Ich wollte ihm möglichst wenige Kreaturen mit dem Rites geben und für den Praetor hatte ich einen Pulse auf der Hand. Das zweite Gifts wird wohl kein Ritual mehr finden und das Decay nimmt mir eine der beiden Karten: Kreaturen hatte ich genug im Deck und Liliana war auf einer Marke auch keine große Hilfe mehr. So mein Plan. Aber natürlich gibt es ebenso viele Meinungen wie Entscheidungen, ich bin mit meiner ganz zufrieden. Nach einer Schlacht mit vielen Removeln verlor ich am Ende nach hartem Kampf, weil ein Deathrite Shaman mir die Leben aushauchte.

In Runde fünf ging es gegen RWU, wobei ich nicht genau wusste, was mich da erwarten würde. Natürlich hatte er dann Turn 5 Kiki-Jiki, Mirror Breaker, der einen Angel of Restoration kopierte, welcher den Goblin enttappte, welcher …uswusf.
Im zweiten Spiel nahm ich ihm zunächst eine Wall of Omens und anschließend einen Kiki-Jiki mittels Discard. Lingering Souls flogen dann relativ langsam aber beständig über seinen Spellskite, wobei er auch nicht mehr viel nachzog gegen mein Board mit Shamane, Token sowie Tarmogoyf.
Im dritten Spiel konnte ich wiederum schnell mit Token bei der Hand sein, hatte aber Angst direkt zu flashbacken. Ich vermutete Massremoval. Völlig zu Unrecht, wie sich später herausstellen sollte. An einer Stelle legte er einen Kiki-Jiki, hatte aber nur Flickerwisp als lohnenwertes Ziel. Ich spielte Pulse auf den Goblin, er zielte das Wisp an, ich konnte es Decay-en. Danach war der Luftweg frei und ich machte wiederum zu viel Druck.

In Runde sechs gegen Monorot. Das waren schöne Spiele, weil sie schnell vorbei waren: Je zweimal Mulligan auf seiner Seite und je ein Doran auf meiner Seite hebelten nicht nur seinen Gameplan, sondern auch seine Elementals (Spark Elemental, Hellspark Elemental) ziemlich aus. Am Ende gewann ich zweimal knappst, obwohl ich die Kitchen Finks herein nahm.

Alles in Allem ein recht glückliches Turnier mit einem stark performenden Deck. Im Gegensatz zum letzten großen Turnier, bei dem ich nach 3-0 einfach mal 3-3 ging. Dank gutem Opponentscore reichte es sogar für den Sprung auf’s Treppchen und einen dritten Platz. Wer mag, der kann die Listen der Top-8-Spieler dann auch im entsprechenden Forum auf planetmtg.de nachlesen. Das Gifts-Deck drawte an Tisch 1, die rote Liste wurde am Ende 8er. Das UWR aus Runde fünf unglücklich 9er und ist somit wohl nicht dabei. In meinem anstehenden Urlaub werde ich wohl auch das ein oder andere Turnier mehr spielen, so übel ist Modern plötzlich gar nicht. Allerdings stellenweise sehr teuer, wenn man ein potentes Deck ins Feld führen möchte. Nächste Woche wird es wohl wieder Eindrücke vom Draft geben, dort wurde ich schon seit zwei Wochen nicht mehr gesehen. Ich bekomme schon Entzugserscheinungen.

Bis nächste Woche

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