Die gewohnte Umgebung

Nach beinahe drei Wochen konnte ich endlich wieder draften. Die vorletzte Woche hielt mich komplett vom Magic fern und die letzte Woche entführte mich in die ungewohnten Modern-Gefilde. Nun durfte ich also endlich wieder das spielen, was ich vermutlich am besten kann und was mir am meisten Spaß macht.

Bei zwei 8-Spieler-Tischen begann ich mit einem Seraph of the Sword. Ein sehr solider Firstpick, den man meistens auch nicht weitergibt. Weiter ging es mit der Entscheidung zwischen Windreader Sphinx und Capashen Knight. Ich glaube, dass die Sphinx doch deutlich stärker ist und gerade als Kurvenender im U/W-Flieger-Deck richtig etwas hermacht. Also nahm ich mich der mythischen Karte an und pickte in den beiden folgenden Packs Nephalia Seakite und Time Ebb. Dann allerdings sah ich keine blauen Karten mehr, was sich auch im dritten Booster nicht ändern sollte. Stattdessen kam nun plötzlich wieder weiß, was nach dem Seraph ausgeblieben war. Griffin Sentinel, Capashen Knight, Master of Diversion, Fortify und ein einsamer Auramancer landeten in meinem Stapel. Abgesehen vom Seraph keine überragende Karte.

Im zweiten Booster öffnete ich ein Pack ohne Weiß; die stärkste Karte war aber wohl Enlarge. Ich war mir mit Blau nicht sicher und hielt meine zweite Farbe nach weiß für noch nicht gesetzt. Also nahm ich das Enlarge. Im Anschluss wurden mir Shivan Dragon, Flames of the Firebrand, Chandra’s Outrage und Shock zugeschoben. Also verwarf ich auch den grünen Gedanken wieder und war plötzlich rot-weiß. Das ging im zweiten Booster auch recht gut, obwohl hier in weiß nicht so viel ankam, wie erhofft; ich hatte im ersten Booster keine nennenswerte weiße Karte weitergegeben.

Im dritten Booster wurde es dann gleich zweimal schwer: Zunächst öffnete ich Mindsparker und Banisher Priest. Beide kosten drei Mana und beide sind doppelkostig. Eigentlich wollte ich den Mindsparker nehmen, weil drei Power mit Erstschlag und Brand gut zusammenarbeiten. Dann warf ich einen Blick auf meine bisherigen Karten und stellte fest, dass ich hauptsächlich weiß war. Also nahm ich den Priester, denn in Runde 6 oder 7 bringt der Mindsparker nicht mehr allzu viel. Ich denke, dass dieser Pick noch in Ordnung geht.
Direkt danach bekam ich ein Pacifism und einen Fiendslayer Paladin geschoben. Hier griff ich zur Kreatur, weil sie ziemlich stark mit dem Brand agiert und meine weißen Karten, die in der Überzahl waren, unterstützt. Im Nachhinein hätte ich hier wohl den Pazifismus nehmen müssen; Removal ist Removal ist Removal.
Im Anschluss nahm ich noch ein paar kleinere weiße karten, damit die Kurve auch ansprechend aussah und bastelte mir dann dieses Deck zusammen:

3 Capashen Knight
Sentinel Sliver
Auramancer
Banisher Priest
Griffin Sentinel
Fiendslayer Paladin
2 Master of Diversion
Academy Raider
Seraph of the Sword
Canyon Minotaur
Dawnstrike Paladin
Pitchburn Devils
Shivan Dragon

Shock
Celestial Flare
Pacifism
Fortify
Act of Treason
Flames of the Firebrand
Chandra’s Outrage

10 Plains
7 Mountain

Ich muss dazu sagen, dass dieses die letzte Liste war; ursprünglich spielte ich das zweite Act of Treason über das Celestial Flare. Im Board versammelten sich keine so schlechten Karten, aber es reichte eben nicht für Angelic Wall, Show of Valor, Solemn Offering, Soulmender, Suntail Hawk, Act of Treason, Awaken the Ancient, Lightning Talons, Molten Rebirth und Wild Guess. Awaken the Ancient hätte ich gerne gespielt, aber ich war einfach nicht rot genug. Lightning Talons waren zwischendurch im Deck, genauso wie das angesprochene Act of Treason. Solemn Offering wurde zudem einmal geboardet.

Ursprünglich hatte ich die schlimmsten Befürchtungen, aber das Deck performte doch besser als gedacht. Im ersten Spiel konnte der Fiendslayer Paladin zusammen mit Capashen Knight den Gegner solange in Schach halten, bis ein zweiter Knight den Gegner in der Chumpblock-Modus versetzte. Im zweiten Spiel drehte ein Sentinel Slier mit Lightning Talons so richtig auf, als er den Schaden selbst an einem Groundshaker Sliver vorbeidrückte. Fortify war hier die entscheidende Karte.

Im zweiten Match verlor ich dann doch knapper als befürchtet gegen das schwarze Deck mit Gnawing Zombie, Tenacious Dead, Blood Bairn und dreifach Liturgy of Blood. Im ersten ging ich sang- und klanglos unter, weil ich zu spät meine Länder zog. Im zweiten konnte ich zusammen mit Act of Treason gewinnen und im dritten brachte ich meinen Gegner auf 5 Lebenspunkte bevor er den Zombie fand und das Board stallen konnte.

Im dritten Match zog mein Gegner recht bescheiden, auch wenn er mit Griffin Sentinel einen sehr guten Stopper für meinen Capashen Knight hatte. Angelic Wall war aber ein etwas weniger guter Blocker und da bei mir dann Master of Diversion und Canyon Minotaur auftraten, bei ihm aber Kreaturen ausblieben, war das Spiel relativ schnell vorbei. Im zweiten gewann dann wieder ein Fortify für den exakt tödlichen Schaden.

Ich spielte also zum ersten Mal weiß und muss sagen, dass die Farbe durchaus Potential hat. Im Nachhinein muss ich mehr von diesen Master of Diversion nehmen, die machen die gegnerischen Blocks ziemlich schlecht. Und Fortify kann man – gerade mit Erstschlägern – auch im Doppelpack nehmen. Ich hatte mich im Draft dagegen noch gesträubt. Fiendslayer Paladin war in einem Spiel großartig, als er den Gegner wegstallen konnte, in den meisten anderen hätte ich mir einen Pazifismus mehr gewünscht. Der Shivan Dragon war schon beinahe zu teuer und landete meist im Friedhof – entweder durch Removal oder durch den Academy Raider. Ansonsten denke ich, dass es ein recht ansprechendes Deck war.

Nächste Woche werde ich – Urlaub sei Dank – mich nochmals in die Modern-Welt entführen lassen. Dieses Mal mit Smallpox. Ganz sicher.

Bis nächste Woche

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