Endlich Ferien

Nun durfte ich diese Woche also meinen langersehnten Urlaub antreten. Und weil ich sowieso nichts Besseres zu tun hatte, war ich ein wenig Magic spielen. Deshalb gibt es heute zwei Spielberichte, beide von Modern-Turnieren. Die Szene boomt spätestens seit Modern Masters gewaltig. So erklären sich auch 52 Spieler an einem Dienstagabend um 18:30 Uhr, die vier Runden spielen wollten. Anscheinend hatten noch mehr Leute Urlaub.

Ich bekam endlich die Gelegenheit, das verpasste Smallpox-Deck spielen zu dürfen. Damit ihr wisst, was ich da genau gespielt habe, hier erst einmal die Liste:

4 Deathrite Shaman
4 Dark Confidant
4 Bloodghast
3 Haakon, Stromgald Scourge

3 Inquisition of Kozilek
3 Thoughtseize
4 Smallpox
3 Nameless Inversion
3 Liliana of the Veil
4 Lingering Souls
2 Path to Exile

3 Marsh Flats
2 Verdant Catacombs
4 Godless Shrine
1 Overgrown Tomb
2 Isolated Chapel
2 Urborg, Tomb of Yawgmoth
4 Flagstones of Trokair
1 Fetid Heath
1 Plains
3 Swamp

SB

2 Surgical Extraction
2 Fulminator Mage
2 Rain of Tears
3 Kitchen Finks
3 Kataki, War’s Wage
3 Nihil Spellbomb

Das Ganze ist eine recht unfertige Liste; ich habe eingepackt, was mir gerade so in den Sinn kam. Deathrite Shaman ist auch hier eine sehr starke Karte, er nimmt den eigenen Tarmogoyfen auch nicht die Karten weg, weil Grün ansonsten fehlt. Die Lingering Souls sind zu stark, um sie einfach außen vor zu lassen und Weiß möchte man für Flagstones ohnehin spielen. Haakon durfte dreimal ran, dazu drei Nameless Inversion. The Rack blieb draußen, weil die Kreaturen das Spiel machen sollten. Im Board der übliche Hass gegen Aggro, Affinity, Friedhofstrategien und Tron.

Im ersten Match hatte ich Glück und bekam denjenigen ab, der sein erstes Turnier spielte. Und dann direkt Modern! Aber von wegen Spaziergang, er spielte Mono-W-Knights. Zum Glück war mir Knight Exemplar relativ egal, weil mein Removal nicht ‚zerstört‘. So gewann ich das erste Spiel, weil er nur zwei Kreaturen legte, das zwete verlor ich, weil Sword of Fire and Ice auf einer ungehandleten Kreatur böse war und im dritten war ich dann wieder am Drücker mit Smallpox und Haakon. Puh, Glück gehabt. Auch wenn es sein erstes Turnier war, so habe ich doch ganz ordentlich geschwitzt.

In Runde zwei durfte ich dann gegen die Gifts-Liste ran, gegen die ich schon vor zwei Samstagen verloren hatte. Nur hatte ich damals das Deck nicht selbst entworfen. Dennoch müsste es ja ganz gut laufen. Falsch. Ich verlor einfach zweimal sang- und klanglos. Gegen Lingering Souls war dieses Deck nicht gut aufgestellt. Vor allem dann nicht, wenn man selbst keine zog. Zudem fand ich keine Karte, die seinen Friedhof in den Griff bekam und so ging ich einfach unter.

In Runde drei bekam ich den Zombie-Spieler ab, der nach eigener Aussage das Deck erst „kurz vorher zusammengeworfen“ hatte. Mit Gravecrawler und Geralf’s Messenger spielte er allerdings zwei sehr starke Zombies. Den Abschluss seiner Kurve bildete Falkenrath Aristokrat, der aus dem Standard-Format bekannt ist. Im ersten bekam ich die Gravecrawler einfach nicht in den Griff. Ich musste sie mehrfach mit Nameless Inversion abstellten, auch ein Aristokrat wurde so zerstört. Dennoch verlor ich. Im zweiten gewann ich, da ich einen Haakon auf dem Feld und eine Inversion im Fridhof platzieren konnte und im dritten verlor ich, weil ich nach Mulligan zu schlecht nachzog. Spätestens als sein Duress bei mir vier Länder und einen Haakon fand und er mit drei Kreaturen angriff, war der Ofen aus.

In der letzten Runde durfte ich dann gegen BWR-Aggro ran. Hier konnte ich mich ein paar Mal über Wasser halten, bis mich Vexing Devil im Verbund mit Burn tötete. Im zweiten Spiel erwischte ihn Smallpox kalt und er stand zwei Runden lang ohne Board da, weil er die 1-Land-Hand behalten hatte. Am Ende gewann ich auf einem Lebenspunkt, er hatte zwei Bloodcrypt im Spiel und Volcanic Fallout und Boros Charm auf der Hand. Im dritten hatte er als Ausgleich etwa zehn Länder im Spiel, während ich ihn vermöbelte.

Ich denke, dass ein 2-2 dem Deck gerecht wird. Mehr durfte man nicht erwarten, weniger hätte es auch sein können. Der Haakon ist nicht gut, vor allem ohne die anderen Karten und die Paths passen nicht so recht zum Konzept des Smallpox-Prinzips. Man will den Gegner ja von den Ländern fern halten und ihm keine geben. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Karten an sich schwächer als die der Gegner waren und nur im Verbund so richtig etwas können. Im Gegensatz dazu können aber die Einzelkarten der Gegner auch ohne andere Karten etwas bewirken. Wenn ich das Deck noch einmal spiele, dann vermutlich ohne Haakon und Nameless Inversion. Und über die Paths würde ich zumindest nachdenken.

Zeit zum Nachdenken hatte ich dann bis zum Samstag, an dem gleich das nächste Modern-Turnier stattfand. Bei ’nur‘ 23 Spielern gab es hier fünf Runden, was dem Prinzip des „möglichst viel spielen und Erfahrung sammeln“ sehr entgegen kam. Allerdings wurde ich davon überzeugt, unbedingt die gute Rock-Liste zu spielen. Also baute ich ein wenig um und Folgendes kam heraus:

4 Deathrite Shaman
4 Dark Confidant
4 Scavenging Ooze
4 Tarmogoyf

4 Abrupt Decay
3 Inquisition of Kozilek
3 Thoughtseize
3 Liliana of the Veil
3 Dismember
2 Maelstrom Pulse
2 Garruk Relentless

4 Marsh Flats
4 Tectonic Edge
4 Treetop Village
4 Verdant Catacombs
3 Swamp
2 Overgrown Tomb
2 Twilight Mire
1 Forest

SB

2 Fulminator Mage
2 Infest
3 Kitchen Finks
2 Rain of Tears
2 Surgical Extraction
2 Thrun, the Last Troll
2 Wrench Mind

Nun ist mir auch klar, warum das Deck so selten bei uns in Nürnberg gespielt wird: Es ist einfach unverhältnismäßig teuer in der Anschaffung. Wohl dem, der die Karten durch diverse Drafts und Tauschaktionen hat. Insgesamt ist diese Liste der von David Ochoa recht ähnlich, der damit vor wenigen Wochen auf den Worlds ungeschlagen blieb. Da ich nur drei Liliana besitze, spielte ich nur drei, das Deathmark im Mainboard fand ich so schlecht in unserem Meta, dass ich es direkt ganz strich. Ansonsten war das Board mehr auf die breite Masse und aggressivere Kreaturen-Decks ausgerichtet, da davon bei uns sicher mehr gespielt würden.

In Runde eins durfte ich gleich wieder gegen das Zombie-Deck vom Dienstag ran. Leider wusste er nicht mehr, was ich am Dienstag gespielt hatte, aber ich verriet es ihm. Konnte ich ja auch, schließlich spielte ich nun etwas ganz anderes. Im ersten bekam ich dann gleich mal einen Aristokraten nicht in den Griff und durfte anschließend die Infest für die Garruks und die Extractions für zwei Thoughtseize boarden. Und siehe da: Das Deck gewann recht locker. Gut, er bekam einfach die beiden pro Spiel gespielten Tarmogoyfs nicht in den Griff, griff in beide an und verlor Kreaturen oder schadete sich mit zwei zu Hause rumstehenden Sangrophagen selbst. Dennoch war das der erste Sieg.

Im zweiten durfte ich dann gegen RUG-Delver mit Schwarz für Deathrite Shaman ran. Und im Grunde ergab sich hier das gleiche Bild: Er gewann das erste Spiel und ich boardete Garruks aus und Infests ein. Damit und mit den geboardeten Wrench Mind war es deutlich angenehmer. Zwar ging ich in der zweiten Runde nur auf einen Lebenspunkt, aber in der dritten war es dann weit weniger knapp. Insgesamt waren es drei schöne Spiele, in denen beide Spieler mitspielen konnten.

Im dritten Spiel bekam ich die Soul Sisters ab. Ich wusste, was er spielte, weil er in der zweiten Runde im Timeout war. Also behielt ich gleich mal die schlechte Hand und wurde prompt kaputt gemacht. Also boardete ich Infest für die Garruks ein und es lief erst einmal deutlich besser – ich gewann das zweite Spiel recht komfortabel. Im dritten machte ich dann meinen einzigen großen Fehler, indem ich keinen Mulligan nahm. Scavenging Ooze, Liliana und Abrupt Decay sind zusammen mit vier Ländern, darunter ein Treetop Village, nicht gut genug gegen sein Deck. Da hätte ich Mulligan nehmen müssen. So verlor ich nach zähem Ringen auch Spiel Nummer drei.

In der vierten Runde traf ich auf UW-Kontrolle und er zog zweimal unfassbar schlecht. Im ersten konnte ich sein Mana Leak abwerfen lassen, Dark Confidant und Liliana nachlegen und gewinnen. Es half ungemein, dass er auf drei Ländern stehen blieb. So hatte er trotz Landmangel irgendwann keine Hand mehr, während bei mir zwei Treetop Villages für gute Laune sorgten. Im zweiten Spiel passierte bis in den dritten Zug nichts, als ein Scavengig Ooze resolvte. Im fünften spielte er Baneslayer Angel, von denen er einen spielte, den ich aber umgehend mit Dismember abstellen konnte. Von da an legte er brav Länder und wurde von Ooze, dem geboardeten Thrun (ich boardete Garruk aus) und Treetop Village verhauen. Wie gesagt, er zog unglaublich schlecht.

In der fünften Runde drufte ich dann gegen das Infect-Deck ran und offenbar ist das ein recht positives Matchup. Vor dem Boarden sind eventuell die Inkmoth Nexus gefährlich, gegen die kann man aber aus dem Sideboard die Mages und bei Bedarf die Rain of Tears bringen. Nach dem Boarden gewinnt er einfach nicht mehr. Und so war es dann auch: Er fing an und legte einen Glistener Elf. Ich legte einen Sumpf und zergliederte ihn. Lebenspunkte waren ja ohnehin egal. Er legte ohne weiteres Play einen Nexus, ich konnte ein Ooze resolven. Später einen Tarmogoyfen und einen Dark Confidant. Lebenspunkte waren ja immernoch irrelevant und meine Kreatruen hauten ihn einfach irgendwann kaputt. Im zweiten Spiel – ich brachte die Mages für die Garruks – flog Dismember auf den Nexus, zwei Plague Stinger gegen zwei Decay und meine Kreaturen kamen schon wieder durch. Ich denke, dass das Matchup einfach sehr gut für mich ist; vor allem, weil ich vier Decay gegen seine Kreaturen spiele, die er pumpt.

Mit 4-1 konnte ich am Samstag ein sehr tolles Ergebnis einfahren; insgesamt reichte es sogar zu Platz drei. Allerdings habe ich von den erwarteten Matchups RWU, Tron, Affinity oder Aggro keines abbekommen. Daher kann ich nur sagen, dass das Deck gegen die Decks, die ich eigentlich nicht erwartet hatte, sehr gut funktioniert. Die Garruks werde ich für den nächsten Dienstag herausnehmen, die haben mir gar nicht gefallen. Wahrscheinlich kann ich die nur einfach nicht spielen, aber sie waren in keinem Matchup gut und kosten als einzige Karte vier Mana. Das heißt sie sind etwas klobig und können mit dem Confidant schmerzen. Ansonsten überlege ich mir, ein Infest schon im Mainboard zu spielen, es werden ja zwei Slots frei.

Ich kann eigentlich nur jedem empfehlen, das Deck einmal auszuprobieren. Im Grunde spielt es sich von alleine.
Von nächster Woche wird es dann den nächsten Spielbericht damit geben.

Bis nächste Woche

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