M14-Draftmöglichkeiten

Der jährliche Magicfahrplan sieht es so vor: Mitte September sind die Drafts weit weniger begehrt. Das liegt zum einen daran, dass das Basisset nun lange genug gedraftet wurde, zum anderen aber auch daran, dass das nächste Set in den Startlöchern steht.

Dementsprechend habe ich heute keinen Draftwalkthrough, die guten von den weniger guten Karten zu trennen sollte nun niemandem mehr besonders schwer fallen. Natürlich gibt es immer noch knappe Entscheidungen, aber die guten Karten wurden in den letzten Monaten oft genug hoch gepickt.
Stattdessen habe ich heute drei Decks parat, die alle recht potent am jeweiligen Tisch waren und meine Gedanken dazu. Den Anfang macht ein Aggro-Deck.

2 Sentinel Sliver
2 Goblin Shortcutter
Steelform Sliver
Academy Raider
Blur Sliver
Chandra’s Phoenix
2 Regathan Firecat
2 Canyon Minotaur
Marauding Maulhorn
Siege Mastodon
2 Battle Sliver

Shock
2 Pacifism
Show of Valor
Thunder Strike
Ajani, Caller of the Pride
Fortify
Shiv’s Embrace

7 Plains
9 Mountain

Das aggressivste Deck am Tisch, dennoch bin ich damit nicht besonders zufrieden. Zum einen weil Weiß mal wieder kaum Tiefe, dafür einen doppelweißen Planeswalker bietet. Zum anderen , weil der Draftverlauf mich zunächst in blau-grün schickte, wovon im mich erst Mitte des ersten Boosters trennen konnte. Ajani in Booster zwei folgten dann die jeweiligen Picks.

Spielerisch machte das Deck eine Menge mehr, als ich von einem Aggrodeck in M14 erwartet hätte. Das Siege Mastodon war etwas kontraproduktiv und wurde durch die jeweils bessere Karte – Seismic Stomp, Demolish oder Ratchet Bomb – ersetzt. Insgesamt konnte ich damit ein 2-1 einfahren, wobei ich natürlich zweimal im selben Match komplett wegflutete. Dennoch hat mich die Performance überrascht, das Deck war erstaunlich effektiv. Statt dem Elephant einen Striking Sliver und ich wäre vollauf zufrieden gewesen.

Dass man aber nicht nur aggressiv draften konnte zeigt das zweite Deck.

Festering Newt
2 Corpse Hauler
Scroll Thief
Syphon Sliver
Undead Minotaur
Archaeomancer
Deathgaze Cockatrice
Air Servant
Armored Cancrix
Messenger Drake
Nightwing Shade
Minotaur Abomination

Disperse
Essence Scatter
Negate
Doom Blade
Claustrophobia
Quag Sickness
Domestication
2 Opportunity

9 Island
9 Swamp

Sehr viel kontrolliger kommen diese 40 Karten daher. Der Draft begann mit Doom Blade über Seraph of the Sword und Opportunity als zweitem Pick. Die Cancrix ist vielleicht etwas unspektakulär, aber alles in allem dennoch in Ordnung, möchte man doch den Boden dicht machen. Auch die Abomination war großartig. Bei Bedarf wären noch zwei weitere Krabben im Sideboard gewesen.

Mit diesem Deck war es dann tatsächlich sogar mir möglich ein 3-0 einzuheimsen. Wobei Doppel-Opportunity schon frech ist und man quasi immer gewonnen hatte, sobald die zweite gespielt wurde. Archaeomancer sorgte bei Bedarf für Removal oder die zweite Opportunity. Was mich an solchen Decks meistens stört ist die hohe Landanzahl. Mir fallen meine gehäuften Floods mehr auf als meine Screws. Daher bin ich schon kein Fan von 18-Land-Decks, habe mich aber hier dazu durchgerungen. Nachdem ich alle ersten Spiele furchtbar viele Länder zog, habe ich nach jedem ersten Spiel ein Land heraus genommen. Ich wollte es dann im jeweils nächsten ersten Spiel nochmals versuchen, aber irgendwie zog ich auch dann wieder viele Länder. Vermutlich sind 18 Länder aber richtig.

Der dritte Kandidat zeigt einen sehr schwarzen Haufen.

2 Festering Newt
Corpse Hauler
Gnawing Zombie
Blood Bairn
2 Undead Minotaur
2 Accursed Spirit
Bogbrew Witch
Deathgaze Cockatrice
Nightwing Shade
Vampire Warlord
Nightmare

2 Wring Flesh
Elixir of Immortality
Altar’s Reap
Doom Blade
Bubbling Cauldron
Quag Sickness
Act of Treason
Mark of the Vampire
Liturgy of Blood

13 Swamp
3 Mountain

Zugegeben: Einfarbig gefiele mir das Deck noch besser. Allerdings war die Verlockung des Act of Treason dann doch zu groß, als dass ich ihn nicht hätte spielen wollen. Und mit derartig vielen Möglichkeiten die ausgeliehene Kreatur loszuwerden ist es wohl auch richtig. Richtig war auch die Überlegung ein Gebirge über die Shimmering Grotto im Board zu spielen: Lieber hat man das Gebirge, weil man ansonsten ohnehin nur Sümpfe möchte. Oder anders: Jeder Nicht-Sumpf kann automatisch ein Gebirge werden. Erst umständlich eine Farbe produzieren zu müssen kann zu langsam sein.

In M14 gab es die Möglichkeit, ein völlig abgedrehtes Deck zu draften. Dazu öffnet man am besten Bogbrew Witch und bekommt Bubbling Cauldron und Festering Newt zugesteckt. Die Eidechse ist meistens nicht das Problem, Kessel hat man auch oft einen im Pool. Hat man keine Hexe, kann man mit Tenacious Dead (der in diesem Deck schmerzhaft vermisst wurde) und Kessel oder Blood Bairn dennoch gemeine Sachen anstellen. Ich tat das mehr oder weniger erfolgreich und wurde mit einem 2-1 in den Abend entlassen. Empfehlen kann ich das Deck durchaus, man sollte sich aber von Pick 1 bis Pick 42 darauf einlassen. Und man braucht mindestens den Kessel, sonst geht die Strategie nicht auf.

Trotz meiner Empfehlung hoffe ich insgeheim, dass es in M15 kein solches Deck mehr geben wird; nicht, weil ich solche Ansätze nicht mag, sondern vor allem deshalb, weil sich die Spiele immer so in die Länge ziehen. Ich habe es selbst gemerkt: Man kann damit so schnell spielen wie nur möglich, unter 40 Minuten bekommt man meist keine 2 Spiele hin. Es sei denn, man wurde schnell umgehauen. Aber vor allem die Siege sind sehr zeitintensiv.

Das soll meine kurze Review gewesen sein. Wie die Decks zeigen war Aggro, Kontrolle und ein wenig Kombo (wenn man es so nennen möchte) im M14-Draft möglich. Und jede der drei Strategien kann zum Sieg führen. Ich wünsche uns für alle zukünftigen Basissets, dass es so bleiben möge und das jeweilige Coreset eine interessante Umgebungen bietet. Nächste Woche ist das Theros-Prerelease, bei dem ich mindestens ein Sealed-Event spielen möchte. Natürlich werde ich dann auch wieder meinen Eindruck der gespielten Karten zum besten geben.

Bis nächste Woche

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