Farbe bekennen

Ich erzähle ja immer davon, dass ich mich nicht von meinen Firstpicks trennen kann, und dass gerade das aber so wichtig für einen erfolgreichen Draft sein kann. Beinahe hätte das mit dem erfolgreichen Draft auch am letzten Samstag hingehauen.

Das gleichzeitig stattfindende Modern-Turnier sorgte dafür, dass wir einen Tisch mit zehn Spielern hatten. Ich ging meinen ersten Booster durch und blieb am Celestial Archon hängen. Den schätze ich sehr, vor allem, weil es meistens zwei Kreaturenremoval braucht, um ihn loszuwerden. Außerdem ist er weiß, und Weiß beherbergt ein paar sehr starke Kreaturen und Tricks. Anders als in M14 nehme ich Weiß in Theros sehr gerne. Oder besser: Ich würde gerne weiß nehmen. In der Folge sah ich nämlich keine einzige brauchbare weiße Karte mehr.
Dafür wurde mir zunächst ein Titan of Eternal Fire geschoben. Der ist nicht ganz so stark wie die Titans aus M11. Nicht nur, dass ihm ein Stärkpunkt fehlt, seine Fähigkeit ist auch noch schwierig zu verwerten. Wenn man ihn früh nimmt, könnte man aber ein rot-weißes Deck herumbauen. Konnte ich ja nicht ahnen, dass keine weißen Karten bei mir ankommen sollten.
Im Anschluss nahm ich ein Coordinated Assault, welches ich sehr schätze. Überhaupt denke ich, dass die 1-Mana-Ziele-2-Sprüche extrem stark sind und viel reißen können. Selbst Warriors‘ Lesson ist eine gute Karte.
Danach nahm ich ein Voyage’s End, weil mit Weiß nicht mehr zu rechnen war und in Blau recht ordentliche Karten kamen. Dann kam ein Arena Athlete, ein Deathbellow Raider und im Anschluss Schwarz: Lash of the Whip, Felhide Minotaur, Tormented Hero und Viper’s Kiss. So hatte ich nach dem ersten Booster fünf rote und fünf schwarze Karten, dazu exakt eine weiße.

Um mich endgültig von Weiß zu trennen, bekam ich im zweiten Booster ein weiteres Lash of the Whip, ein Sip of Hemlock, einen Lightning Strike und einige gute Kreaturen. Ich wollte eigentlich eine ganze Menge aggressiver sein, aber an guten 2- oder 4-Drops kam nicht sonderlich viel herum. Dafür sammelte ich gute 5-Drops wie Wild Celebrants oder Stoneshock Giant auf. Auch ein Spark Jolt nahm ich mit.

Im dritten Booster öffnete ich zunächst Abhorrent Overlord. Er ist sicher keine schlechte Karte und sollte mir den Luftraum sichern. Nun sollte ich noch ein paar schwarze Permanents einsammeln und bekam direkt einen Nighthowler geschoben. Der ist nicht nur wegen seiner beiden schwarzen Manasymbole gekauft. Ich denke, dass ich Nighthowler sogar noch stärker als meinen Firstpick, den Archon finde. Er kommt unter Umständen einfach drei Runden früher und kann eine Kreatur unverschämt groß machen.
Danach ließen sich aber leider wieder nur rote Kreaturen finden, die ich trotzdem nehmen musste. Mit einem Read the Bones und einem Ordeal of Porphuros ging es dann ans Deck bauen. Ich kam zu folgendem Ergebnis:

Arena Athlete
2 Deathbellow Raider
2 Felhide Minotaur
Nighthowler
Spearpoint Oread
Erebos’s Emissary
Ill-Tempered Cyclops
2 Porphuros’s Emissary
Stoneshock Giant
Wild Celebrants
Titan of Eternal Fire
Abhorrent Overlord

Coordinated Assault
Spark Jolt
Lightning Strike
Ordeal of Porphuros
Read the Bones
2 Lash of the Whip
Sip of Hemlock

7 Swamp
10 Mountain

Es war nicht sehr beeindruckend: Ein paar 2-Drops, die aggressiv sein wollten und einige Fetties, die das lange Spiel wollten. Der Plan war also den Gegner früh ein wenig zu beschäftigen und anschließend die Dicken Lümmel hinzurotzen. Zur Unterstützung kamen in Frage: Asphodel Wanderer, Returned Centaur. Tormented Hero, Viper’s Kiss, Demolish, Minotaur Skullcleaver, Peak Eruption, Satyr Rambler und Spark Jolt. Den Kiss und den zweiten Jolt sehe ich ziemlich identisch und austauschbar. Ich habe mich im Maindeck für einen Spark Jolt entschieden, weil ich damit auch auf Gegner feuern kann. Der Skullcleaver war mir zu aggressiv, was mein Deck ja eigentlich gar nicht war. Im Nachhinein betrachtet ist er eine echte Option. Tormented Hero war leider nutzlos, da ich mich kaum selbst anzielen wollte.

Im ersten Match legte mir mein Gegner zwar einen Staunch-Hearted Warrior vor die Nase. Allerdings ging er auch schon auf 12, weil Deathbellow Raider und Felhide Minotaur Betrieb machten. Er griff für sechs mit Verzauberung an und ich konnte mittels nachgespieltem Fettsack das Race entscheiden. Wäre er einmal hinten geblieben, wäre es mir sicher schwerer gefallen. Im zweiten war der Warrior dann zu schnell für mich und bekam auch noch Intimidate. Da ich kaum grüne Kreaturen hatte, war es das schon für mich. Im dritten war mein erstes Play ein Stoneshock Giant. Mein zweites ein Titan of Eternal Fire. Irgendwie entwickelte er kein Board dagegen und verlor nach drei Angriffen.

Im zweiten Spiel legte er zunächst Thassa, God of the Sea, danach Bident of Thassa und nach einer gefühlten Ewigkeit Daxos of Meletis. Alles sehr starke Karten. Ich hatte einen Abhorrent Overlord, der auch ein wenig Schaden machte, musste aber konstant etwas opfern. Insgesamt wäre es aber egal gewesen, was ich gemacht hätte; dagegen ist rot-schwarz ziemlich kaputt. Im zweiten Spiel war ich aber schneller, weil er außer Thassa nichts legte und meine beiden Deathbellow Raider ihn unter Drck setzten. Zusammen mit Nighthowler wuchs einer zur Maschine heran und gewann. Im Dritten blieb ich nach Mulligan auf zwei Ländern stehen und verlor wiederum gegen den Gott.

Im dritten Match lief es zunächst auf eine Race hinaus, als bei mir der Titan of Eternal Fire kam. Allerdings hatte er einen Vulpine Goliath, den ich blocken wollte, weil ich etliche andere Dicke auf der Hand hatte. Er verzauberte ihn, und ich spielte dann den Sip of Hemlock auf den Goliath. Damit konnte ihn der Titan ohne Gegenwehr verhauen. Im zweiten behielt ich meine Hand mit Wild Celebrants, der in der fünften Runde den Bow of Nylea abstellte und ein Sip of Hemlock stoppte wiederum einen großen Goliath. Im Anschluss gewann wider das Riesen-Team aus Stoneshock Giant und Titan of Eternal Fire.

Insgesamt war der Draft recht gut verlaufen. Gegen das gute blau-weiße Deck sah ich einfach kein Land und gegen alles andere konnte ich gewinnen. Der Titan war sehr solide und den hohen Pick wert. Der Overlord war nicht ganz so stark, weil ich nicht sehr schwarz war. Bei der Frage ob Lash of the Whip oder Sip of Hemlock besser ist, kann ich noch keine Antwort liefern. Mein Gefühl sagt mir, dass das -4/-4 meistens nicht ausreicht und ich daher die Hexerei bevorzuge. Aber das wird sich in den nächsten Wochen herausstellen, wenn mehr gedraftet wurde.

Habt Ihr schon mit beiden Karten gedraftet? Ich konnte noch keine Antwort darauf finden.

Bis nächste Woche

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3 Responses to Farbe bekennen

  1. Christian sagt:

    Ich muss sagen ein paar Sachen hätte ich bei dem Deck definitiv anders gemacht.
    Die Liste wie du sie spielst sieht recht mana-hungrig aus (4 5-drops, 2 6-drops, 1 7-drop – und da ist irgendwelches Bestow/Monstrosity-Zeug noch nicht mitgerechnet), da würde ich in der Form 18 Länder spielen wollen. Dazu kommt dann auch noch die 2 Deathbellow Raider – sind bestimmt keine schlechte Karte, aber ich glaub die haben nur in einem aggressiven Deck was zu suchen. Ich würde da beide cutten, 1 Land und eine andere Kreatur reintun (bin mir nicht sicher welche, aber spontan wahrscheinlich Tormented Hero).

    Ne andere Option wäre halt das ganze aggresive Zeug reinzutuen, aber das sind dann wahrscheinlich nicht genug damit das dann wirklich toll wird. (Und das Deck dann nicht stark genug fokussiert ist – außerdem fehlen für die Strategie dann wahrscheinlich auch paar günstige Tricks)

    • maettu sagt:

      Über 18 Länder kann man streiten, es ist möglich in diesem Deck, aber ganz knapp! Man sollte beim Draft auch zwischendurch die Artefakt-Mana-Tiere nehmen, also das Einhorn und den Typen den man opfern kann für 2 Länder zu suchen. Es ist aber immer eine Frage der Fokussierung beim Draften, aber tendenziell ist das Format schon Manahungrig.
      Der Deathbellow Raider ist viel besser als Tormented Hero! 1 Widerstand vs 3 und eine ziemlich vernachlässigbare Heroic-Fähigkeit, die in diesem Deck eher selten getriggert wird. Und Tormented Hero wäre auch eher eine Aggro-Karte!
      Der Deathbellow Raider ist nach einmal verzaubert mit Bestow ziemlich stark, der Nachteil immer angreifen zu müssen ist sehr klein, besonders wenn du zwischendurch noch Regenerieren kannst! Und es ist auch nicht tragisch, wenn du den Raider mal sterben lässt…
      Der Viper’s Kiss ist eine komplett andere Karte als der Spark Jolt. Den Kuss braucht man um ein Monster abzustellen, da Monstrosität eine aktivierte Fähigkeit ist. Den Funken brauchst du auch noch um Heroic-Fähigkeiten zu triggern, es gibt viele mit +1/+1-Marken da ist der eine Schaden eh egal.
      Weil du im Deck keine Heroic-Typen hast sollte man glaube ich immer den Viper’s Kiss bevorzugen, klar man kann natürlich sideboarden…

  2. Tigris sagt:

    Ich hätte vielleicht das Read the Bones ins sideboard verfrachtet und der 1 damage spruch ebenfalls und stattdessen das 18. Land und den 2/1 er gespielt. Du brauchst viel Mana und auch etwas mehr fürs earlygame (ok eigentlich hättest auch einen der teuren removal cutten können also einmal -4/-4).
    3 Mana und 2 Leben für 2 Karten wenn du eh schon viel Lategame Power hast finde ich eben nicht so toll.

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