Der grüne Mann

Zunächst muss ich zwei Eingeständinisse machen: Als erstes stehen hier seit geraumer Zeit aus einem mir unbekannten Grund die Decks der Samstags-Drafts. Die FNM-Decks sind entweder zu schwach, oder schneiden zu schlecht ab oder beides. Vielleicht ibt es aber nächste Woche einfach einmal ein Best-Of der schlechten Decks, dann kann ich auch direkt schreiben, was schief lief.
Zum zweiten habe ich gestern das Deck eines meiner Gegners als „Dreifarb-Haufen“ betitelt. Das war nicht Gegner-abwertend gemeint, sondern darauf bezogen, dass das Deck für mich keinen Fokus zu haben schien und dreifarbig für einen meines Erachtens nutzlosen Splash war. Aber dazu später noch mehr.

Ich spiele am deutschen Tisch (also mit deutschem Produkt, nicht zwingenderweise mit deutschen Spielern), weshalb ich die Karten teilweise im Player’s Guide nachschlagen musste. Die ein oder andere Verlinkung könnte daher möglicherweise nicht funktionieren.
Ich beginne den Draft unspannend mit Temple of Deceit. Da der Booster danaben recht schwach ist, lasse ich mich überraschen, was mir geschoben wird. Coordinated Assault und Voyage’s End wurden mir geschoben. Ich nahm den Assault, weil er günstiger ist, Heroic auslösen kann und in einem Format mit wenig Removal Combat-Tricks richtig schick sind. Danach nahm ich dann doch ein Voyage’s End, fand dabei wiederum nichts Besseres im Booster. Eventuell schätze ich die Karte auch zu hoch ein, aber sie nimmt einer Kreatur einfach alle Auren, was wenige Karten in diesem Format schaffen. Im Anschluss nahm ich Kragma Warcaller und ging dann beinahe Monogrün. Das hört sich jetzt nicht nach einer guten Idee an, aber ich bekam ab dem fünften Pick beinahe ausschließlich grüne Playables geschoben. Nessian Asp machte den Anfang, zwei [/card]Nessian Courser[/card] kamen auch noch im ersten Booster.
Im zweiten Booster grinste mich zunächst Polukranos, World Eater an, den ich direkt nahm. Auch hier kamen sehr starke grüne Karten vorbei. Nemesis of Mortals, [/card]mehrere Disciple of Nylea[/card] und [/card]Reverent Hunter[/card] sind hier zu nennen. Die Nemesis war im Booster mit Centaur Battlemaster. Da ich kaum Tricks hatte, nahm ich die Schlange. Ich hielt auch Ausschau nach blauen Karten, aber mehr als ein Omenspeaker kam leider nicht mehr bei mir an.
Im dritten Booster öffnete ich eine Shipbreaker Kraken: Ein dicker Body im grünen Deck? Immer her damit. Ich sammelte noch ein wenig Ramp ein und danach war das Deck eigentlich direkt spielbereit:

Sedge Scorpion
Omen Speaker
Leafcrown Dryad
Voyaging Satyr
Agent of Horizons
2 Nessian Courser
Reverent Hunter
Satyr Piper
3 Disciple of Nylea
Karametra’s Acolyte
Nylea’s Eissary
Polukranos, World Eater
Anthousa. Setessan Hero
Nessian Asp
Shipbreaker Kraken
Nemesis of Mortals
Vulpine Goliath

Voyage’s End
Savage Surge
Time to Feed

7 Island
10 Forest

Den Satyr wollte ich einmal ausprobieren, vor allem deshalb, weil wir uns vor dem Draft darüber unterhalten hatten. Ansonsten war ich sehr damit zufrieden, ein oder zwei Leafcrown Dryad hätten mehr im Deck sein können. Das Board bestand aus: 2 Benthic Giant, Breaching Hippocamp, Gainsay, Prescient Chimera, Sealock Monster, Thassa’s Bounty, Artisan’s Sorrow, Defend the Hearth, 2 Nylea’s Presence, Satyr Hedonist, Staunch-Hearted Warrior, Opaline Unicorn und Temple of Deceit. Den Temple könnte man anstelle einer Insel spielen, aber ich wollte einfach nie ein getapptes Land ins Spiel legen; wobei die Frage ist, wie häufig das relavant ist, und ob das Scry nicht einfach strikt so viel besser ist, dass man das in Kauf nehmen müsste. Ansonsten wollte ich nicht Mono-Grün gehen, weil die grünen Alternativen mir nicht ausreichend waren. Ich hätte den Artisan’s Sorrow auch Main spielen können, die Presence hätte bei Devotion gehöfen. Alles in allem fand ich aber Kraken und Voyage’s End deutlich stärker.

Die Spiele verliefen wie immer, wenn recht wenig Removal im Format ist: Dicke Dinger hinlegen, dicke Dinger größer machen und Combattricks haben. Oder nicht und verlieren.

In Runde eins zogen wir zunächst beide unheimlich viele Länder. Wir scry-ten beide auch noch, konnten uns aber trotzdem nicht vor den Landmassen in Sicherheit bringen. Ein Vulpine Goliath bekam einen Nylea’s Emissary ab und war damit recht groß. Er ging in den vierfach-Block und verlor quasi sein Board. Ich hatte dann noch einen 3/3-Body, der dank beiderseitigem Flood das Spiel beendete. Im zweiten legte er keinen einzigen Spell, wodurch Courser, Polukranos und ASp, gefolgt von Kraken einfach gewannen.

Im zweiten Spiel gewann ich zunächst, weil er Mulligan nahm und danach nicht mehr viel kam. Im zweiten Spiel hatte er Flieger und einen Triton Fortune Hunter. Er zog einige Karten und konnte mich ganz einfach in der Luft vermöbeln. Im dritten Spiel kam bei mir die Kurve aus Courser und Polukranos. Die Hydra griff immer genau dann nicht an, wenn er vier Mana offen hielt, weil ich wusste, dass er Divine Verdict spielt. Daher lies ich den dicken Mann meistens hinten, damit er sich weder vier Mana offen halten musste. Der eine Courser wurde von einem zweiten unterstützt und am Ende reichte es dann doch zum Sieg.

Im Finale stallten wir uns ein wenig hinaus. Er zog dann Prowler’s Helm und konnte ganz einfach mit einem dicken Klopps gewinnen. Ich saß dabei über gefühlte bazillionen Runden untätig rum und zog Mana und Beschleuniger. Im zweiten Spiel zog ich dann einfach gar nichts, dafür kam bei ihm Arbor Colossus zusätzlich zu einem Vulpine Goliath. Da ich auch noch Manaprobleme hatte (trotz Omenspeaker versteht sich) verlor ich glatt in zwei Spielen.
Er hatte sicher kein schlechtes Deck, aber ich war mir nicht sicher, warum ich dieses Match verloren hatte. Mein Deck machte doch einen ordentlichn Eindruck, seines war so naja, was ich so sah. Es waren zwar einige Bestow-Kreaturen dabei, aber nichts Bewegendes. Gesplasht wurde unter anderem ein Ill-Tempered Cyclops in einem G/W-Deck.

Was sagt Ihr zu meinem Deck? Selbst ein Haufen? Wenn man in etwa der Hälfte der Spiele nicht ordentlich zieht, ist das dann Pech, oder ist das Deck einfach nicht gut? Ideen werden sehr gerne gesehen und gelesen.

Bis nächste Woche

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3 Responses to Der grüne Mann

  1. Asylfan sagt:

    Ich find dein deck schon sehr gut, vor allem der jäger für 3 mana, der mit so vieleln +1/+1 marken ins spiel kommt, wie deine hingabe zu grün ist, ist einfach schnell mal sehr groß! dazu noch polukranos und anthussa. gutes deck, aber Pech hat man halt öfter mal in Magic. 😉

  2. maettu sagt:

    Du darfst/musst bei Theros eher 18 Länder in einem Deck spielen. Das Mana-Einhorn würde ich vielleicht auch spielen. Die Prescient Chimera würde ich sicher spielen, dein Deck kann gegen Flieger nur mit der Snake und dem 2/2-Reach-Bestow-Typen in den Weg stehen. Was etwas wenig ist, und die Anthoussa ist zwar Rar kann aber in deinem Deck nichts ausser 4/5 sein. Da ist die Prescient Chimera definitiv besser!
    Der Satyr Piper ist glaube ich schlecht, da steht „must be blocked“ was aber dem Gegner in vielen Fällen die freie Wahl lässt. Und er kostet einfach zu viel!
    Das Deck ist sonst sicher gut, aber eben Blau hättest du etwas mehr Tricks gebraucht, wie Triton-Tactics, Griptide, Voyage End, vielleicht ein Counterspell.

    PS: Ein nettes Kombo wäre Satyr Hedonist plus Nemesis of Mortals, klar geht nur im Grün/Roten Deck! Im 3. Zug opferst du den Satyr Hedonist und erhälst 3 Rote Mana, weil der Hedonist im Friedhof ist kostet der Nemesis of Morals aber nur noch 5 Mana!!! Vielleicht ist ja Rot irgendwie doch offen gewesen 😉

  3. Ormus sagt:

    Ich war am Dienstag sogar der komplett grüne Mann – mono Grün mit 3 Skorpionen, dreimal Fight Sorcery, doppel Nykthos. Kurz gesagt, der Draft war (fast) ein Wunschkonzert, nur 1-2 Bomben blieben mir leider versagt. Das Finale verlor ich dann knapp gegen den Simic Drafter mit meinen grünen Bomben 😉 Generell muss ich aber sagen, dass grün sehr interessant ist, auf sich alleine gestellt aber zu viele Lücken im Plan hat…

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