Ein bisschen Aggro

Halbe Sachen sind ja bekanntlich weniger erfolgreich als voll durchgezogene. Dennoch wurde ich in meinem letzten Draft am Samstag in ein aggressives Deck gesetzt. So richtig kann ich mir die Situation bis heute nicht erklären, aber vielleicht komme ich ja beim Schreiben darauf.

Die Situation war Folgende: Dank Grand Prix Antwerpen waren nur elf Drafter anwesend, was unseren Tisch sehr groß werden ließ. Aber ein zwölfter Mann ließ sich ums Verrecken nicht finden. Also mussten wir den großen Tisch ausspielen.

Ich eröffnete mit Temple of Abandon. Weitergeschoben habe ich Karten der Kategorie God’s Willing. Diese Karte ist war gut, aber nicht so bestechend, dass ich dafür einen Tempel weitergebe. Ich bekam eine Nessian Asp und einen Borderland Minotaur. Seit Zendikar mag ich die Shatterskull Giant-Varianten, aber die Schlange sehe ich doch klar besser positioniert. Im Anschluss verließ mich Grün natürlich komplett. Ich bekam mehrere Lash of the Whip und viele Deathbellow Raider zu Gesicht. Vermutlich lag es an den Boostern: Es kamen mindestens vier dieser Minotauren vorbei. Ich konnte nicht alle nehmen, weil ich auch noch zwei Mogis’s Marauder nehmen wollte. Diese waren hauptsächlich für den finalen Schaden gedacht. Mit vielen roten und ein paar schwarzen Männern beendete ich den ersten Booster.

Im zweiten startete ich mit Lightning Strike. Im roten Deck nehme ich den beinahe über alles. Anschließend bekam ich einen Kragma Warcaller zugesteckt und achtete nun vermehrt auf Minotauren: Selbst Minotaur Skullcleaver gewann für mich an Stellenwert. Ich bekam auch im zweiten Booster die günstigen roten und ein paar schwarze Sprüche zu Gesicht. So leistete ich mir unter anderem eine Spearpoint Oread, ein Read the Bones und ein zweites Lash of the Whip.

Im dritten Booster kam ein zweiter Kragma Warcaller, ein dritter Deathbellow Raider und viele Tricks vorbei. Ich bediente mich vor allem bei den guten Tricks, da ich von den Kreaturen recht überzeugt war.
Was mich an dem Draft so verwunderte, war, dass mein rechter Nachbar ebenfalls rot war. Er spielte auch Blau, aber ich fragte mich ernsthaft, was er mir alles weggenommen haben könnte. Da ich recht zufrieden mit meinem Deck war, konnte es nicht allzu viel gewesen sein. Aber dazu nach Runde eins mehr, er wurde nämlich umgehend gegen mich gepaart.

Inzwischen baute ich folgendes Konstrukt:

Tormented Hero
Fleshmad Steed
3 Deathbellow Raider
Satyr Rambler
2 Mogis’s Marauder
2 Minotaur Skullcleaver
Spearpoint Oread
Two-Headed Cerberus
Borderland Minotaur
Ill-Tempered Cyclops
2 Kragma Warcaller

Coordinated Assault
Dragon Mantle
2 Titan’s Strength
Lightning Strike
Read the Bones
2 Lash of the Whip

Temple of Abandon
7 Swamp
8 Mountain

Zwei Dinge sind daran falsch: Man muss 17 Länder spielen und man möchte einen 5-Drop weglassen. Ich würde nach den drei Runden ein Lash of the Whip durch einen Sumpf ersetzen. Zusammen mit 2 Boon of Erebos, Cutthroat Maneuver, Disciple of Phenax, 2 Scourgemark, Sip of Hemlock und Wild Celebrants würde das Removal im Board landen. Will man bei 16 Ländern bleiben, dann würde man vermmutlich die 5-Drops allesamt cutten und dafür zwei Boon of Erebos und zwei Scourgemark spielen. Fazit: So oder so, ich habe es verbaut. Es ist nicht ganz aggressiv, sondern nur so halb.

In Runde eins traf ich auf meinen rechten Sitznachbarn, der mich anfangen ließ. Ich behielt mit zwei Ländern und ging mit zwei Ländern unter. So war das nicht geplant. Dafür verzockte er es in Spiel 2, als er ein Voyage’s End mit zwei blauen Quellen bezahlte und anschließend noch zwei Gebirge und eine Insel offen hatte. Ich spielte Removal und er hatte natürlich das Dissolve auf der Hand – aber eben kein Mana mehr dafür. Im dritten überfuhr ich ihn, weil der Screw-Gott ihn nun heimsuchte.
Zwischendurch smalltalkten wir ein wenig: Ich bedankte mich, dass er mich beginnen ließ; er verriet mir, dass ihm die Karte wichtiger sei, weil er keine 2-Drops, dafür geschlagene 5 Stymied Hopes hatte. Ob er alle spielte, wusste ich freilich nicht, aber ich ging davon aus. Ich hätte mir an seiner Stelle mehr aggressive Karten weggenommen, er hatte nämlich Purphoros, God of the Forge im ersten Pack. Da wäre ich beinahe monorot gegangen. Die chance dazu war zweifelsfrei da.

In der zweiten Runde bekam ich ein dreifarbiges Deck zu Gesicht: Naya-Farben mit einigem Fixing und zwei Anger of the Gods. Ich startete ziemlich aggressiv und er musste Chumpblocker legen. Das ging nicht lange gut und wir mischten wieder. Im zweiten Spiel fand er einen Polukranos, World Eater. Der bremste mich aus, aber ich konnte ihn auf vier Lebenspunkte bringen. Anschließend zog ich viele Länder und wurde von der Hydra gefressen. Im dritten Spiel hatte ich wiederum nur fünf Spells auf 10 Länder, gewann aber mit zwei Deathbellow Raider ziemlich deutlich. Dennoch war ich bislang mit der Manabasis nicht zufrieden.

Im dritten wurde ich runtergelost und bekam das volle Programm zu Gesicht: Returned Phalanx, Returned Centaur und – sobald diese abgearbeitet waren, Nemesis of Mortals. Da er immer alle dieser Karten zog und sich bei mir zudem noch Colorscrew einstellte, konnte ich zweimal zusehen, wie ich überfahren wurde. Aber ich habe oben ja schon festgestellt, dass das Deck nicht ganz optimal gebaut wurde. Diese Runde war wohl so etwas wie die Quittung dafür.

Schwarz-Rot-Aggro mit Minotauren sieht dennoch recht stark aus. Ich denke aber, dass man gerade beim Deckbau mehr auf die Strategie setzen muss, als ich das getan habe. Somit fliegt grundsätzlich alles über vier Mana aus dem Deck. vielleicht komme ich ja in den nächsten Wochen nochmal dazu, diese Strategie umzusetzen. Ansonsten drafte ich auch gerne andere Farben. Man muss ja für alles offen bleiben.

Bis nächste Woche

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1 Response to Ein bisschen Aggro

  1. Zeromant sagt:

    Ja, die Variante mit den beiden Boon of Erebos ist auf jeden Fall besser! Die Boons müssen in jedem Fall ins Deck, und die niedrigere Kurve ergibt sich dann zwingend. Die beiden Warcaller musst Du aber behalten; die sind zu gut – gerade mit Deiner Million Minotauren! Lieber Borderland Minotaur & Ill-Tempered Cyclops rausschmeißen. 17 Länder kann man durchaus auch mit niedriger Kurve spielen.

    Temple of Abandon ist Unsinn. Wenn Du ihn nicht gerade Runde 1 legen kannst, bremst er Dich furchtbar.

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