Schritt Zwei

Nachdem ich gestern wieder draften war, soll es heute auch wieder um dieses Limited-Format gehen. Aber ich möchte meine übliche Herangehensweise ändern, indem ich die Deckliste zuerst poste und anschließend einzelne Karten bespreche. Nachdem Theros nun ausreichend lange gedraftet wurde, ist diese Art wohl machbar.

An einem Sieben-Spieler-Tisch ergab sich für mich nach langer Unschlüssigkeit über meine Farben folgendes Deck:

Favored Hoplite
Hopeful Eidolon
Leonin Snarecaster
Omenspeaker
2 Vaporkin
Battlewise Hoplite
2 Wingsteed Rider
2 Nimbus Naiad
Ephara’s Warden
Breaching Hippocamp
Celestial Archon
Decorated Griffin
Evangel of Heliod

2 Aqueous Form
Last Breath
Ordeal of Heliod
Fate Foretold
Dauntless Onslaught
Bident of Thassa

8 Plains
9 Island

Grundsätzlich sieht es relativ aggressiv aus, und genau das war auch angestrebt. Im Board blieben für mich Setassan Battle Priest, Annul, Benthic Giant, Crackling Triton, Thassa’s Bounty, Triton Shorethief und Nykthos, Shrine to Nyx liegen. Der Preister war mir nicht aggro genug und Annul zu situativ. Der Triton ist durchwegs schwächer als meine gespielten 3-Drops, das Bounty war mir zu klobig und der Shorethief wird einfach zu schnell zu schwach. Für Nykthos-Spielereien wollte ich mir keine Zeit nehmen. Einzig beim Giant war ich mir unschlüssig, habe mich aber dann doch für den Evangel entschieden. Lezterer bringt ein paar Männer mit, die Schaden durchdrücken können. Wirklich klasse sind wohl beide nicht.

Im Maindeck sollte der Favored Hoplite für einen ersten Angriff sorgen. Zusammen mit Karten wie Ordeal of Heliod oder Fate Foretold ist er für frühen Schaden gut. Das Problem dabei ist, dass ich dann keinen meiner 2-Drops lgen kann, weil ich damit beschäftigt bin, meinen Hopliten zu vergrößern. Dennoch passt er ins Deck, auch weil ich mir mit Hilfe der Aqueous Form einen Phantom Warrior auf Steroiden bauen kann, der ab Runde zwei angreift.

Das Hopeful Eidolon ist im Gegensatz dazu ausschließlich als Verzauberung zu betrachten. Für nur vier Mana ist es auf vielen meiner Kreaturen gar nicht einmal unspektakulär, auf einem Wingsteed Rider kann es richtig brutal enden. Nicht zu unterschätzen ist der Lifegain, der manche Situationen noch retten kann.

Omenspeaker ist keine schlechte Karte, hat aber in einem solchen Deck eigentlich nix verloren. Aus Mangel an anderen Karten musste er aber doch mitmachen und kam auch immer brav im späten Spiel. Hier war sein Scry 2 immernoch gut, seine geringe Power wirkte sich aber nicht auf des frühe Spiel aus. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich gerne einen der anderen 2-Drops mehr gespielt.

Leonin Snarecaster war relativ unspektakulär. Das lag daran, dass meist mehr als ein Blocker auf dem Feld herumlagen und/oder ich ohnehin mit Aqueous Form ungebremst zuschlagen konnte. So war er hier meistens ein Mann, der einfach nach dem Kampf ausgespielt wurde, um im nächsten Zug mehr Druck zu haben. Im Zweifel ziehe ich den Snarecaster aber dem Travelling Philosopher vor, da Letzterer keine Fähigkeit hat. Das Risiko von Viper’s Kiss oder Spark Jolt umgeholzt zu werden, gehe ich ein.

Vaporkin und Battlewise Hoplite sehe ich immer gerne im schnellen Deck. Vaporkin bringt eigebaute Evasion mit und für diesen Hopliten gilt das Gleiche wie für den weißen 1-Drop von oben. Er ist etwas komplizierter auszuspielen, kann dafür einmal mehr scryen, wenn er angezielt wird.

Ebenso richtig stark waren die Flieger für drei Mana. Wingsteed Rider wächst schnell über sich hinaus. Gerade mit dem Eidolon hat man dann eine ernsthafte Bedrohung liegen. Aber auch über ein Ordeal oder andere Verzauberungen freuen sich diese Flieger gerne. Nimbus Naiad würde wohl auch als reine Verzauberung für fünf Mana gespielt werden. Der kleine Body ist meist unspektakulär, weshalb sie meist über Bestow den Weg ins Spiel findet.

Ephara’s Warden ist so eine Karte, die ich manchmal richtig gut und manchmal deutlich unbeeindruckender finde. Klar, es ist gegnerabhängig; so ist er gegen Monstrosity offensichtlich nicht so stark. Aber sie hält doch meistens einen Angreifer oder Blocker ab. Ein sehr solider Tapper, der in jedem Deck mitspielen kann, aber wohl nirgendwo die beste Karte werden wird. Einmal hatte ich ihn aber dennoch gerne an Bord.

Breaching Hippocamp ist mein anderer 4-Drop und den hätte ich wohl lieber vermieden als Ephara’s Warden. Er sorgt zwar einmalig für eine Überraschung, aber ich muss zunächst einmal eine Kreatur haben, die enttappen will – also einen vernünftigen Blocker. Das dürfte schwierig werden. Er selbst blockt auch nicht überragend, sodass ich ihn durchaus ersetzbar finde.

Der Celestial Archon ist eine unfaire Karte. Erst mit Bestow einen anderen unfair machen und dann auch noch selber unfair sein ist gleich doppelt unfair. Aber das sind Spoiler nunmal.

Decorated Griffin ist leider nicht das Gelbe vom Ei. Zu seinem Glück fliegt er, sonst hätte ich mir den Benthic Giant überlegt. Tatsächlich war seine Fähigkeit in einem Spiel entscheidend, aber besser läuft das Deck mit einem Vaporkin mehr. Man muss nun einmal nehmen, was man im Draft bekommt.

Last Breath gefällt mir ziemlich gut. Als einziges Removal stoppt es frühe Blocker und kann auch später unangenehme kleine Kreaturen entfernen. Die vier Lebenspunkte sind dem Gegner hier gerne geschenkt. In Notsituationen, zB bei einem All-In-Angriff des Gegners, kann man auch seine eigene Kreatur entfernen.

Bident of Thassa war mein First Pick. Im Booster war noch eine Horizon Chimera, die als Kreatur natürlich etwas besser ist. Im Nachhinein eventuell ein falscher Pick, aber die Chimäre ist zweifarbig und ich will ja möglichst flexibel auf die Entscheidungen meiner Nachbarn reagieren können. Da ist eine einfarbige Karte besser. In diesem Deck war der Plan, dass ein 2-Drop gefolgt von einem 3-Drop ausgespielt wird und anschließend der Zweizack kommt und eine oder zwei Karten zieht. Geklappt hat das drei Runden lang nicht. Ohne Kreaturen ist der Zweizack natürlich ziemlich schwach, aber als 4-Drop in einem aggressiven Deck geht er in Ordnung.

Das soll es erst einmal mit meinem Deck gewesen sein. Vielleicht seid Ihr ja bei manchen Karten anderer Meinung oder Ihr seht alles völlig anders? Wäre schön dazu mehr Meinungen zu haben, meine eigene ist nunmal etwas subjektiv. Insgesamt bin ich mit dem Deck „nur“ 2-1 gegangen, aber ich habe im verlorenen Match auch nie einen 2-Drop gelegt. Und defensiv ist der Haufen – wie bereits angedeutet – schwach.

Nächste Woche möchte ich mich einmal mit etwas ganz Anderem beschäftigen: Block-Constructed Highlander. Warum? Das breite ich nächste Woche ausführlich aus.

Bis nächste Woche

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1 Response to Schritt Zwei

  1. Asylfan sagt:

    ich hätte deinen 6 mana mann mit dem riesen ausgetauscht, der ist unglaublich unfair mit der wassergestalt und dem eidolon auf ihn drauf.

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