Nacharbeit

Die Feiertage sind vorbei und der Staub hat sich gelegt. Damit meine ich nicht den Staub, den ein paar Rentiere aufgewirbelt haben könnten, sondern die Modernpartien am Montag vor Weihnachten. Immerhin 45 Spielwütige waren es am Anfang des Turnieres, gefühlte 16 haben es bis in die sechste und letzte Runde ausgehalten.

Ich bereitete mich mit meinem Sideboard vor, von dem ich letzte Woche schon sagte, dass es mir weniger gut gefällt. Ich nahm eine Phyrexian Arena in die Hand und überlegte. Hätte ich mal nicht tun sollen, ich habe sie dann nämlich wieder zurückgepackt. Und mein Board so behalten.
Dafür habe ich mich beeilt, in den Laden zu kommen. Ich wollte eine vierte Liliana of the Veil spielen. Zeitlich hat auch alles prima hingehauen. Nur gab es leider keinen der begehrten Planeswalker mehr. Musste ich also doch wieder mein Infest im Mainboard spielen.

Zur Erinnerung hier noch einmal die Liste komplett mit Sideboard:

4 Marsh Flats
4 Verdant Catacombs
4 Treetop Village
4 Tectonic Edge
3 Swamp
2 Forest
2 Overgrown Tomb
1 Twilight Mire

4 Deathrite Shaman
4 Dark Confidant
4 Scavenging Ooze
4 Tarmogoyf

3 Inquisition of Kozilek
3 Thoughtseize
3 Liliana of the Veil
3 Maelstrom Pulse
4 Abrupt Decay
3 Dismember
1 Infest

Sideboard

2 Thrun the Last Troll
2 Fulminator Mage
2 Rain of Tears
2 Surgical Extraction
3 Kitchen Finks
2 Infest
2 Wrench Mind

Die exakt selbe Liste also, wie ich sie schon letzte Woche präsentiert habe. Auf der einen Seite völlig uninspiriert und langweilig, auf der anderen Seite kenne ich dieses Deck schon ein wenig. Das kann ja auch von Vorteil sein.

Sechs Runden wurden gespielt und ich bekam erst mal Affinity ab. Über dieses Matchup sagte ich letzte Woche:

„Tatsächlich habe ich hier kein Board dagegen, weil mein Mainboard eigentlich alles besitzt, was ich möchte: Ungefähr jeder Nicht-Kreaturen-Spruch gefällt mir gegen Affinity. Ich würde wohl on the Draw Thougtseize raus- und dafür Infest reinnehmen, sehe aber auch keinen Grund hier noch extra Naturalize oder Creeping Corrosion aufzunehmen.“

Das heißt, dass das ein leichter Sieg sein muss. Natürlich verlor ich aber die Runde ohne auch nur einen einzigen Schadenspunkt verursacht zu haben. Eigentlich hilft das eine Infest im Mainboard gerade in diesem Matchup unheimlich – allerdings muss man es auch ziehen. Selbst mit drei davon habe ich leider kein einziges zu Gesicht bekommen und war einfach kaputt.

Mit 0-1 in das Turnier zu starten machte keinen Spaß, aber Preise bekam man ja ab 12 Punkten. Und das war immer noch zu erreichen. In Runde zwei wusste ich erst einmal nicht, was mein Gegner spielte. Wir machten drei Runden lang Land-Go, ehe ich mal eine Kreatur auf das Spielfeld packte. Irgendwann fand er eine dicke 6-Mana-Kreatur und irgendwann später konnte ich ihm die letten Lebenspunkte nehmen. Im zweiten Spiel zeigte er, dass ein Living End-Deck auch gut ziehen kann und spielte die namensgebende Karte in Runde drei für vier Kreaturen aus. Im dritten Spiel setzte er ein Living End aus und ich konnte mich mit Scavenging Ooze und Surgical Extraction gut darauf einstellen. Allerdings ging uns am Ende die Zeit aus und wir fabrizierten ein Unentschieden. Somit stand ich 0-1-1.

Also musste ich von nun an alles gewinnen. Zunächst kam da der Infect-Spieler. Wir bestritten drei schöne aber auch schnelle Spiele, in denen ich zweimal seine Kreaturen abstellen konnte. Einmal war er einfach zu schnell, obwohl er nicht die ideale Liste spielte. Aber in den anderen beiden Spielen lies er jeweils den Erstrunden-Mann aus, was mir extrem Zeit ersparte. Außerdem ist es gerade mit dem Infectdeck wichtig, hier den Mann zu haben.
Mich hat es allerdings gefreut, da es endlich in die richtige Richtung ging.

In der dritten Runde bekam ich ein sehr merkwürdiges Deck ab. Ich legte einen Dark Confidant, später eine Liliana of the Veil. In der vierten Runde zückte mein Gegner ein Unexpected Results und spielte einen Emrakul, the Aeons Torn. Da das Ergebnis die Kreatur wirken lässt, konnte ich an dieser Stelle aufgeben.
In der zweiten Runde war ich dank Discard, Tarmogoyf und Fulminator Mage deutlich schneller und in der dritten Runde zeigte das Ramp-Deck nach einem Unexpected Results ein Search for Tomorrow. Da mein Gener danach nur noch Länder nachzog, konnten meine Kreaturen das Spiel nach Hause tragen. Allerdings wurmte mich, dass ich dagegen so gar kein Board hatte.

In der fünften Runde bekam ich das vorausgesagte UWR-Deck ab; hier in seiner kontrolligsten Variante. Er hatte bis auf die Snapcaster Mage keine Kreaturen an Board, Planeswalker sah ich das gesamte Spiel über nicht. Dafür zweimal den Schiedsrichter, ein dritter Call hätte dazukommen müssen. Was würdet Ihr entscheiden: Nachdem ich meine Karte gezogen hatte, machte ich nichts, sondern sagte: „Ich würde gerne angreifen“. Mein Gegner antwortete: „Da reagiere ich darauf und spiele Path to Exile auf deinen Tarmogoyf“. Daraufhin aktivierte ich mein Treetop Village und wollte angreifen. Erklärung: Für mich bedeutete „Ich möchte angreifen“, dass ich in das Kampfsegment wechseln möchte, und nicht, dass ich meine Angreifer deklariere. Ich sehe aber ein, dass man mir das auch anders auslegen kann. Daher würde ich in Zukuft gerne anders anzeigen, dass ich nun in das Kampfsegment wechsle. Vermutlich genau so aka „Ich gehe in meine Kampfphase über“. Natürlich verlor ich Spiel 1 dennoch haushoch.
Im zweiten kamen dann Wrench Mind, das er counterte, Fulminator Mage, der ihm ein Land nahm und Thrun, the Last Troll, der den Sack zu machte, zum Einsatz. Alle drei Karten sind gegen UWR ziemich stark, das Einboarden lohnt sich. Abrupt Decay ging geschlossen ins Sideboard, weil ich nicht auf vier Mages warten wollte.
Im dritten Spiel zog er zunächst kein viertes Land, verlor danach eins an Fulminator Mage. Am Ende gewannen eine Liliana auf 10 Marken und zwei Tarmogoyf das Spiel recht einfach.

Da ich mit nunmehr 10 Punkten die letzte Runde gewinnen musste um in die Preise zu kommen, wollte ich noch einmal konzentriert spielen. Wiederum spielte mein Gegner eine UWR-Liste, dieses Mal mit Kreaturen wie Geist of Saint Traft oder Restoration Angel. Alleridngs zog dieses Mal mein Gegner ziemlich schlecht, was seine Länder anging. Er schoß mir ein paar kleinere Kreaturen um, konnte dann aber gegen einen großen Scavenging Ooze und diverse Treetop Village nichts ausrichten. Im zweiten Spiel zog er zwei von drei Tectonic Edges, was mich dazu veranlasste, ihm seine Hallowed Fountain zu zerstören; da er zu den beiden Kanten nur noch eine Insel besaß, ging dieses Spiel noch schneller als das erste. Nach der Runde betrachtete ich seine Hand aus weißen Sprüchen und sein Deck genauer: Midrangiges Aggro in den genannten Farben. Leider scheiteret es an der Manabasis.

Nun könnte man auf die Idee kommen, dass ich unter Druck am besten funktioniere. Oder mein Deck. Jedenfalls wäre es mir deutlich lieber gewesen, die Ergebnisse in der umgekehrten Reihenfolge einzufahren. Damit spielt es sich deutlich beruhigter als vier Runden lang mit dem Rücken zur Wand. Dennoch kann ich mit dem Endresultat hoch zufrieden sein. Ein paar Spielfehler macht man wohl immer, wenn man das Format so selten spielt wie ich. Aber das wird sich mit der wachsenden Übung legen.
Das ist auch der Grund, weshalb ich immer das gleiche Deck pilotiere: Wenigstens darin habe ich ein kleines bisschen Übung. UWR würde ich auch gerne spielen, aber da bin ich wohl einfach zu unerfahren, was das Deck angeht.

Nächste Woche habe ich einen kleinen Jahresrückblick vor. Ich hatte mir ja so ein-zwei Dinge vorgenommen; mal sehen, was ich davon erfüllen konnte.

Bis nächste Woche

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3 Responses to Nacharbeit

  1. daxx98 sagt:

    Ich verstehe dein problem mit der treetop village aktivierung im „beginning of combat” nicht. Wenn du den Goyf noch nicht als Angreifer deklariert hast, sondern nur sagst, dass du angreifen möchtest, kannst du nach dem path selbstverständlich noch das Village aktivieren. Wenn der Goyf schon als Angreifer getappt ist, geht das natürlich nicht mehr. Von daher würd ich eher sagen, dass es von deinem Gegner schlechtgezockt war, als dass du dich schlecht ausgedrückt hast.

  2. Christian sagt:

    „Ich möchte gerne angreifen“ ist einzig und allein als Shortcut „Ich passe bis in meinen declare attack“ zu verstehen. Wenn er darauf reagiert, macht dein Gegner das (wenn nicht anders angesagt) zum letztmöglichen Zeitpunkt (= Beginning of Combat).

    Von der von dir gesagten/getätigten Kommunikation ist es klar möglich mit dem Treetop Village anzugreifen. Entweder hast du einen Gegner der sehr grenzwertige Sachen treibt oder er hat selber keine Ahnung wie die Regeln an der Stelle genau funktionieren. [Anders sieht es natürlich aus wenn du sagst du hast den Goyf schon getappt und er wartet noch ein paar Sekunden – dann hat er sich vermutlich eher versprochen / ist sich nicht im klaren das die Ausdrucksweise falsch ist].

    „Ich gehe in meine Kampfphase über“ ist imo deutlich schlechter – da es nur anzeigt das du deine Priority in deiner ersten Main Phase abgibst (sprich es macht nicht was du willst).
    Dies könnte zu folgender Konversation führen:
    Du: „Ich gehe in meine Kampfphase über“
    Gegner: „Ok“
    Du:
    Gegner: „Moment, davor möchte ich noch was machen“
    Du: „aber du hast doch gesagt ich kann angreifen.“
    Gegner: „Ne, ich hab nur gesagt ich möchte nichts in deiner Main Phase machen.“

    Wenn du etwas präzisieren sagen möchtest, dann MUSST du deutlich präzisere (und vor allem richtige!) Aussagen treffen. Möglich wären z.B „Ich möchte in meine Declare Attacker gehen“ oder „Ich passe meine Priorität bis einschließlich Beginning of Combat“. Allerdings habe ich das Gefühl das solche Aussagen eher mehr verwirren können, als der etablierte Shortcut „Ich möchte angreifen“ – der eben genau das auch aussagt!

  3. Zum Thema Abkürzungen hilft vielleicht auch dieser Text:
    http://magic.freizeitspieler.de/lese-ecke.php?nr=461

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