Selbstanalyse II

Ein gesundes neues 2014 allen Lesern! Auch wenn ich selbst etwas kränkelnd unterwegs bin, hoffe ich, dass es Euch nicht erwischt hat und Ihr vor allem vor schwereren Krankheiten verschont bleibt.

Wer letztes Jahr schon mitgelesen hat, der weiß, dass ich versucht habe, auf zehn Punkte einzugehen, die mir wichtig erschienen und die es zu verbessern galt. Oder eben noch gilt. Ich will heute einmal klären, wie viele dieser Punkte ich abhaken kann und welche ich mit in dieses Jahr nehmen sollte.

1. Drafte besser

Das ist zwar schwierig festzustellen, aber ich denke, dass ich zwischendurch auf einem guten Weg war: Mit M2014 hat es ziemlich gut geklappt, allerdings ging mit Theros dann doch wieder die schwächere-Deck-Phase an. Woran das liegt, erschließt sich mir noch nicht so ganz, denn dann würde ich es umgehend abstellen. Natürlich sind die Ergebnisse nicht alles, schließlich spielen hier auch Glück und Pech eine Rolle; aber ich hätte manchmal schon gerne ein stärkeres Deck, was auf diverse andere Picks zurückzuführen wäre. Diesen Punkt werde ich in 2014 mitnehmen, schließlich gibt es ja immer etwas zu verbessern.

2. Keine Angst vor Mulligans haben

Das habe ich nun etwas besser im Griff; sicher, man screwt sich manchmal, wenn man mit drei Ländern on the draw auch in der siebten Runde kein viertes Land hat. Aber dennoch war die Hand daran nicht schuld, die Entscheidung zum Behalten meist richtig. Im Gegensatz dazu halte ich nur noch selten die wirklich grenzwertigen Hände. Ein- sowie keinland-Hände gehen ohne zu zögern zurück. Umgekehrt braucht man auch mit sechs und sieben Ländern nicht spielen. Bei zwei und fünf Ländern braucht es meistens gute Gründe, dass ich die Hände behalte. Alles dazwischen ist spielbar, was die Länder angeht. Diesen Vorsatz kann man für kommendes Jahr umschreiben in: „Weiterhin nur solide Hände spielen“.

3. Es ist nicht immer nur Pech…

Ich muss mir auch manchmal selbst widersprechen: Gerade in Theros ist es mir oft passiert, dass selbst mein Gegner sagte, dass mein Deck besser sei als seines. Und wenn man dann zweimal mit Mulligan screwt, dann ist das einfach Pech. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen ich deutlich besser hätte spielen können, aber in Theros fällt der Glücksfaktor zu deutlich auf: Eine Runde nichts gemacht und schon sind des Gegners Kreaturen zu groß und man verliert einfach so. Hätte man eine seiner zig Kreaturen gelegt… Nunja, vielleicht ist es doch manchmal Pech.
Auf der anderen Seite gibt es schon auch solche Momente, in denen ich mir wünschte, besser zu spielen. Auch wenn mir selbst das nicht immer sofort auffällt. Und wie jeder andere Spieler auch versuche ich, diese Situationen zu vermeiden.

4. Beim Draften den Mund halten

Das hat letztes Jahr wirklich gut funktioniert. Natürlich gibt es hin und wieder auch einmal Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen waren es immer sehr angenehme Tische. Ich glaube, dass ich relativ ruhig beim Draft bin. Wenn nur drei oder vier Spieler absolut still draften, dann färbt das automatisch auf die restlichen Drafter ab. Auch hier denke ich mir aber, dass ich nicht locker lassen sollte. Zudem könnte ich hin und wieder darauf hinweisen, dass man beim Draften ruhig zu sein hat und zumindest nicht über die Picks reden sollte. Wobei man aufpassen muss, wie man etwas formuliert: Schließlich will ich ja meine Mitspieler nicht vergraulen.

5. Spiele mehr Formate

Das hat so nicht geklappt. Die Devise war: 5 Legacy- und ebenso viele Modern-/Standard-Turniere. Tja, das ist mal gründlich daneben gegangen. Modern habe ich wohl noch ganz gut hinbekommen, Legacy genau gar nicht. Das liegt nicht nur an der von Wizards vorgegebenen Priorisierung des Modern-Formats, sondern auch an meiner eigenen Einstellung: Ich müsste dafür an gewissen Samstagen früher aus dem Haus als sonst, ein unbekanntes Format spielen und noch dazu den Draft auslassen. Das sind zwar alles keine Punkte, die einen dringend davon abhalten, dennoch hat es nicht hingehauen. Und bevor ich mich wieder so elegant in die Nesseln setze: Das nehme ich nicht mit in dieses Jahr. Schließlich hält der Modern-Hype an und ich sehe mich auch wieder das ein oder andere Premium-Event spielen. Modern möchte ich dieses Jahr allerdings schon noch ein wenig spielen und vielleicht kommen auch wieder mehr Casualevents wie Commander hinzu.

6. Tausche besser

Das ist mit der heutigen Technik kaum mehr anders möglich: Jeder schaut mit seinem Smartphone kurzerhand nach, was die Karten wert sind. Das macht nicht nur das nach-oben-Tauschen schwieriger, für mich fällt vor allem weg, dass ich meine Karten nicht mehr aus Unwissenheit unter Wert weggebe. Was allerdings immer noch eine Rolle spielt, ist das Einschätzen der Karten: Welche wird ihren Wert behalten oder sogar steigen? Desecration Demon als jüngstes Beispiel: Diese Rare ist mit einem Preisanstieg seit der letzten Rotation plötzlich deutlich mehr wert als vorher. Soetwas noch besser zu erkennen dürfte vor allem für mich als Drafter schwer werden. Aber vornehmen kann ich es mir ja dennoch.

7. Schätze Karten besser ein

Nein, diesen Punkt habe ich nicht eben schon vorweg genommen – er ist auf das Einschätzen der Karten vor allem für den Draft bezogen. Meist sieht man einer Karte ja an, dass „gut“ oder „schlecht“ darauf steht. Bei denjenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, könnte ich immer noch ein besseres Auge haben. Oder ich probiere es einfach aus, wie beispielsweise im Falle des Satyr Pipers. Man wird wohl niemals bei allen Karten richtig liegen können, was die Spielstärke angeht; aber zumindest die Top-Commons und -Uncommons möchte ich schon schnell in den Sets finden können. Wie auch schon der erste Punkt, wird das Einschätzen der Karten nicht aufgegeben; es ist sozusagen eine immerwährende Aufgabe.

8. Baue stärkere Decks

Ja und Nein. Ich schrieb beim letzten Mal, dass meine Highlander meine Gegner nicht unbedingt beeindrucken. Allerdings habe ich nun erst vor Kurzem gegen ein paar andere Decks gespielt und dort waren meine EDHs schon relativ stark. Ich habe beispielsweise das Evasive Maneuvers-Deck auf Roon of the Hidden Realm zugeschnitten und ein paar Kreaturen ergänzt, die mit dem ETB-Thema harmonieren, ergänzt. Da auf der Gegenseite teilweise noch unbehandelte oder weniger fokusierte Decks spielten, gewann der Roon jedes Spiel. Insofern ist dieser Punkt mit Vorsicht zu genießen: Ich muss mich jedes Mal fragen: Wie gut ist der Gegner und welches Deck sollte ich auspacken? Im Turnier möchte ich natürlich das Beste aus meinem Deck holen, aber in der Freizeit muss das nicht zwingend der Fall sein.

9. Die Sammlung vervollständigen

Das ist nun etwas, das nebenher läuft und von dem ich auch nie etwas schreibe. Wozu auch, das interessiert ja niemanden. Dennoch kann ich hier einen kleineren Erfolg vermelden: Etliche Sets der Pre-Modern-Ära sind komplttiert, einige fehlen aber auch noch in großem Ausmaß. Gerade Urza’s Saga dürfte extrem teuer werden, da ich zu dieser Zeit noch nicht dabei war und mir daher alle Karten fehlten. Dennoch ist ein Lichtblick am Horizont erkennbar, die Sets vervollständigen sich allmählich. Ebenso nehme ich immer noch jedes Duell-Deck mit, sodass ich auch hier keine Lücken aufweise. Dieser Punkt wird mich aber meine gesamte Magiczeit begleiten, geht also automatisch dieses Jahr weiter.

10. Schreibe besser

Tja, das kann ich nun schwer selbst beurteilen. Was meint Ihr? Ist mir das gelungen? Kann man meine Artikel noch lesen oder schreibe ich zu sehr verdreht oder abgehoben? Ich bemühe mich meist um unzweideutige Audrucksweise und möglichst kurze aussagekräftige Sätze. Zudem möchte ich möglichst wenige Rechtschreibfehler in meinen Artikeln finden, weil ich die auch in anderen Blogs nicht schöne finde – in meinem natürlich noch weniger. Das mit den kurzen Sätzen habe ich aber schon mit diesem Artikel wieder zerstört. Nunja, ich hoffe, dass Ihr immer noch ein wenig Spaß an meinen Artikeln habt und gerne mitlest.

Und damit sid wir schon am Ende angekommen. Insgesamt bin ich ganz zufrieden mit meinen Vorsätzen. Auch wenn ich nicht alle erfüllen konnte, kommt das Meiste wohl auch mit der Zeit und der stetig wachsenden Erfahrung. Und dafür muss ich einfach raus und spielen. Das ist das beste Training.

Bis nächste Woche

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1 Response to Selbstanalyse II

  1. atog28 sagt:

    Beim Draften den Mund halten

    Hat bei mir prima geklappt, ich habe nicht ein Wort während eines Magic Drafts gesagt.

    Schreibe besser

    Gelungen! *thumbs_up*

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