Quali geschafft

11:30 Uhr

Es ist Samstag, der 11.1.2014. Ich hadere mit mir selbst: Einen derart schlechten Geschenkeeinapcker kann es nicht noch mal auf der Welt geben. Und wer hat sich überhaupt dieses Wichteln ausgedacht? Ist das nicht immer unmittelbar vor Weihnachten? Es dämmert mir, dass meine Kollegen in dieser Zeit quer durch Deutschland verstreut waren und wir deshalb auf heute als Nachholtermin ausgewichen sind. Dennoch will dieses Geschenk mal wieder nicht so, wie ich.

13:00 Uhr

Ich sitze im Auto richtung Funtainment. Ich überlege mir, dass ich noch ein paar Karten kaufen sollte, damit ich mein Kleingeld loswerde. Es war auch nicht die beste Idee, den Geldbeutel in die Gesäßtasche zu stecken; zumindest hätte ich vorher die Anzahl der kleinen gemeinen Münzen überprüfen müssen. Ich rutsche unruhig hin und her.

14:00 Uhr

Das Legacy-Turnier ist gerade mit einer Runde fertig oder in den letzten Zügen. Dennoch bekommen wir Drafter unsere Seatings. Am englischen Tisch bin ich schon mal nicht. Seitdem ich mein englisches Set komplett habe, ist es mir herzlich egal, wo ich sitze. Die Karten landen ohnehin meist im Tauschordner. Da ich diese Einstellung auch im Laden durchgesagt habe, werde ich oftmals zu den deutschsprachigen Karten gesetzt.

14:15 Uhr

Alle acht Spieler sitzen, haben ihr Produkt und das „Go“ des Schiedsrichters. Ich eröffne klassisch mit Curse of the Swine, Prescient Chimera und Nimbus Naiad. Anschließend nehme ich Sip of Hemlock anstelle von Griptide. Schwerer Fehler, die Grabbelung hätte mir im Endeffekt gut getan. Ich schiebe mit meinen Picks ein paar Nessian Courser, nehme einen späten Vulpine Goliath und bekomme eine Nemesis of Mortals als achten Pick. Mindestens ein Courser tablet und ich beschließe, dass Grün zu offen ist um es nicht zu spielen.

14:25 Uhr

Im zweiten Booster habe ich Nylea’s Presence und Reaper of the Wilds. Ich entschließe mich zum wilden Splash und bekomme noch ein paar Fixer sowie Ramper in Form von Voyaging Satyr, Opaline Unicorn und Burnished Hart. Die Präsenz fehlt allerdings im zweiten Durchgang.

14:35 Uhr

Ich nehme wieder meine Rare: Whip of Erebos werde ich vermutlich nicht spielen, aber auch kein anderer wird die Peitsche gegen mich auspacken. Ähnlich wie den Bow of Nylea möchte ich diese Waffe nicht unbedingt gegen mich liegen sehen. Außerdem kann ich sie ja eventuell selbst irgendwie spielen. Ich bekomme zudem einen weiteren Satyr, zwei Nessian Asp und diverse gute Karten in anderen Farben, die viel zu lange im Pack sind; zum Beispiel einen Elftpick Wingsteed Rider. Im Anschluss an diesen Draft baue ich folgendes Konstrukt:

2 Leafcrown Dryad
2 Voyaging Satyr
Nimbus Naiad
Nessian Courser
Burnished Hart
Opaline Unicorn
Karametra’s Acolyte
Disciple of Nylea
Horizon Chimera
Reaper of the Wilds
Prescient Chimera
Sealock Monster
2 Nessian Asp
Nemesis of Mortals
Vulpine Goliath

Swan Song
Curse of the Swine
2 Time to Feed
Seagod’s Revenge

7 Island
2 Swamp
8 Forest

Im Sideboard tummeln sich klassische Karten für das Board: Annul, Coastline Chimera, Gainsay, Triton Tactics, Commune with the Gods, Fade into Antiquity, Pheres-Band Centaurs, Staunch-Hearted Warrior und Warrior’s Lesson. Die Tactics sind zwar gut, aber ich sehe mich damit höchstens brutal auf die Nase fallen. Für Warrior’s Lesson ist einfach kein Platz mehr.

15:10 Uhr

Mein Gegner stochert mit 1-Power-Kreaturen in meinen Lebenspunkten, ehe ich ihm im vierten Zug eine Nessian Asp vor die Nase setze. Das passiert zwei Mal hintereinander und er chumpblockt irgendwann. Im zweiten Spiel hat er immerhin einen Asphodel Wanderer, aber gegen einen Vulpine Goliath ist auch der nicht gut genug. Nach dem Spiel erfahre ich, dass er etwas mehr als vierzig Karten spielt, und dass er auch noch nicht so lange draftet. Ich gebe ihm ein paar Tipps, zum Beispiel dass Dark Betrayal besser im Sideboard ist. Spiele ich es richtig, erwischt er damit bei mir keine Kreatur. Spiele ich es falsch, kann er den Reaper of the Wilds zerstören.

15:40 Uhr

Ich weiß, dass mein Gegner aggressiv mit Underworld Cerberus im Deck ist. Im ersten Spiel nehme ich etwas Schaden und kann dann mit Horizon Chimera und Nessian Asp zum Gegenangriff übergehen. Time to Feed und Curse of the Swine helfen hier auch extrem gut aus. Im zweiten hat er schnell einen Tormented Hero, der eine Observant Alseid und einen Purphoros’s Emissary abbekommen hat. Dennoch bleibt er gegen eine monströße Nessian Asp lieber zu hause. Irgendwann wird der Held von einer Seagod’s Revenge erwischt und seine Verzauberungen blocken meinen Vulpine Goliath tot. Am Ende tragen es die kleinen Männer und eine flashige Horizon Chimera heim.

16:30 Uhr

Im Finale bleibt mein Gegner brav auf zwei Ländern stehen, während ich mit Voyaging Satyr und Opaline Unicorn fleißig die Rampe nehme. Er legt sein drittes Land und Minotaur Skullcleaver, ich lege mein viertes Land und Nessian Asp mit offenem Swan Song. Er blockt ein bisschen, nimmt etwas Schaden und spielt Read the Bones. Im Zug darauf schenke ich ihm einen blauen Vogel, weil sein Hero’s Downfall nicht meine Nemesis of Mortals mitnehmen darf. Kurz darauf ist er kaputt. Im zweiten frisiert er sich mehrfach: Zunächt hat er ein Ordeal of Heliod ausgelöst und mich damit auf wenige Lebenspunkte gebracht. Ich spiele eine Nemesis of Mortals und er einen Scholar of Athreos. Dumm, dass mein Curse schon im Freidhof liegt. Also schlagen wir wild auf uns ein, er mit seinem Scholar, ich mit meinen Kreaturen. Am Ende bin ich auf drei, er ist auf zwei Lebenspunkten. Er hat in der Runde vorher für drei gedrained und drei Ebenen, drei Gebirge und vier Sümpfe auf dem Tisch. Er zieht eine Karte und drained mit zwei Sümpfen und einer Ebene für eins. Ich auf zwei, er auf drei. Dann spielt er Thoughtseize… Ich zeige ihm meine Karten und er sagt, dass ich die Lebenspunkte verliere. Geht so natürlich nicht, ich auf zwei, er auf eins. Er kann nochmal eins drainen und geht dann ein.

17:25 Uhr

Ich habe meine Preisbooster entgegengenommen und tatsächlich noch ein paar Karten für mein Kleingeld eingetauscht. Angenehm, wenn man nicht mehr auf einem Berg aus kleinen Münzen sitzen muss. Karten sind deutlich weicher. Außerdem mache ich noch eine Commanderrunde für irgendwann klar. Daten kann ich mir ohnehin nicht lange merken.

18:00 Uhr

Unsere Weihnachtsfeier startet. Wir sitzen beim Mexikaner und essen und trinken. Unterhalten war dank erhöhter Lautstärke schwierig, aber seinen Nachbarn hat man gerade so noch verstanden. Beim Wichteln bekomme ich Jelly Beans. Ich erfahre, dass es dazu sogar Rezepte gibt. Dort steht dann wie viele Bohnen von welcher Sorte man sich einwerfen muss, damit ein bestimmter Geschmack entsteht. Da bin ich mal gespannt.

23:00 Uhr

Ich bin hundemüde. In meinem Alter sollte man früh ins Bett gehen. Dennoch tippe ich meine Deckliste ab. Macht sich ja schließlich nicht von alleine. Dann rolle ich zur Seite und schlafe ein. Nächste Woche wird weitergespielt. Aber ohne Weihnachtsfeier.

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1 Response to Quali geschafft

  1. Jashin sagt:

    Schönes Format. Strukturiert den Text in kleine Häppchen und erhöht so die Lesbarkeit.

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