Kinder von Göttern

Für Magicspieler ist mal wieder Weihnachten – gut, man bekommt nichts geschenkt; aber Wizards wirft mal wieder ein neues Set auf den Markt und wir Spieler dürfen damit spielen.

Für mich hat ein neues Set und das zugehörige Prerelease nicht nur Vor- sondern auch Nachteile. Als erstes muss ich früh aufstehen. Nicht, weil ich einen Wurm fangen will oder Gold ausspucken möchte, sondern weil in Nürnberg das erste Prerelease um 9.30 starten will. Anmeldungen funktioneren auf herkömmlichem Wege nur zwischen 9 und 9.30 Uhr. Wenn man dann noch mit der Ubahn in die Innenstadt gondeln muss, dann dauert das seine Zeit. Und deshalb muss ich deutlich früher raus als bei einem gewöhnlichen Draft.

Auf der anderen Seite ist es eben kein gewöhnlicher Draft; die Preisbooster sind fix, wir spielen vier Runden und es hat etwas von Sealed. Mit der Ausnahme des Farbboosters, der teilweise zufällig, teilweise absichtlich in die gewählte Farbe passt. So merke ich schon am Setting, dass es kein regulärer Samstag ist.

Als ich vor dem Laden ankomme, hoffe ich, dass ich so früh bin, dass gerade aufgesperrt wurde. Eine Menschentraube läuft langsam dem Eingang entgegen. Natürlich war nicht gerade erst aufgesperrt worden, ich muss mich einfach nur hinten anstellen. Aber das System „Einer kassiert, der andere gibt aus“ geht auf und ich habe fix mein Päckchen in der Hand. Die für mich gewählte Farbe war schwarz. Da ich mir keinen Spoiler angesehen habe, sage ich bei der Wahl einfach, dass ich gerne das meistvorhandene hätte. Mit Schwarz hatte ich gute Chancen.

Ich öffne im Farbbooster einen Mogis, Gott des Gemetzels. Da auch die übrigen Karten gutes aggressives Getier bieten, gebe ich der Farbkombination des Gottes eine Chance. Grün wäre auch gut gewesen, hatte aber auch kein Removal zu bieten und wäre deutlich langsamer gewesen. So viel Zeit wollte ich meinen Gegnern nicht lassen, schließlich könnte man dann am Samstagnachmittag noch etwas unternehmen. Mein erstes Deck mit Born of the God’s- Karten enthält:

Gehässiger Wiedergekehrter
Nyxgeborenes Eidolon
3 Schauderbalg-Raufbold
Rücksichtsloser Hedonist
Todessenken-Plünderer
Kragma-Schlächter
Wuttreiber
Höhlen-Lampade
Schülerin des Phenax
Mogis-Fanatiker
Zyklop vom Einaugenpass
Mogis, Gott des Gemetzels
Flammenschürer-Drache
Verschlinger der Hoffnung
Sumpfnebel-Titan

Segen des Erebos
Funkenschlag
Koordinierter Abgriff
Luft abschnüren
Hammer des Purphoros
Last der Unterwelt

Tempel des Schweigens
8 Swamp
8 Mountain

Das reicht gerade so. Zwei Anrecht des Erebos warten im Sideboard, aber die will ich nicht spielen. Auch wenn sie den kleinen Kreaturen auch im späten Spiel noch etwas an Wichtigkeit verleihen. Ebenso ist dieses Deck nicht für ein Akroisches Pferd gemacht. So wechsle ich nie eine Karte aus und spiele acht Spiele mit diesem Deck.

Die Runden machen Spaß. Meine Gegner sind durch die Bank nette Zeitgenossen. Deren Decks schwanken von „was spielt er da eigentlich“ bis zu „unstoppbar“. Das Endergebnis für mich ist 3-1, wobei die Runden 2-0,0-2,2-0 und 2-0 ausgehen. Wie sich herausstellt, ziehe ich in der verlorenen Runde einfach nur unterirdisch, kann ihn im Anschluss noch ein- oder zweimal vom Tisch nehmen. Runde eins macht mein Gegner nichts, weil er den bunten Haufen spielt, der einfach nur überrannt wird. In der dritten Runde ist der Gegner zwar fest in zwei Farben, legt aber erst mit fünf Mana so richtig los. Oder so halbrichtig, die Bomben hat auch er nicht. In der vierten Runde dominieren einmal Mogis, einmal der Sumpfnebel-Titan den Tisch.

Meine Quest-Karte, die dem Farb-Pack beiliegt, sagt mir, dass ich meinen Verschlinger der Hoffnung wirken und entweder eine Verzauberungskreatur zerstören oder vier Kreaturen in den Friedhof schicken muss, um eine Belohnung zu erhalten. Es scheitert am gesamten Tag daran, dass ich den Verschlinger nie wirke. Entweder habe ich ihn nicht, oder ich habe ihn in der Hand und den Hammer des Purphoros auf dem Tisch. Dadurch bin ich dann eher auf wenigen Ländern unterwegs und wirke den Siebendrop nicht.

Insgesamt bin ich mit dem Tag doch sehr zufrieden; ich habe zwar nie einen meiner beiden großen Flieger gewirkt, den Drachen hatte ich nicht einmal auf der Hand. Dafür haben die kleinen Treter ordentlich zugeschlagen. Gerade in Verbindung mit kleinem und schnellem Removal, bei dem man noch einen kleinen Treter nachlegen kann, sind die frühen Drops gut und wichtig. Mogis hat das gesammte Turnier über lediglich Lebenspunkte in der Versorgungsphase kassiert, was in diesem Deck auch voll ok ist. Ob Luft abschnüren besser als Assassinate ist, wird sich noch zeigen. Jedenfalls ist es sehr schwarz, was bei mir aber nicht ins Gewicht fiel.

Ich freue mich schon auf die nächsten Drafts mit der neuen Edition, auch wenn ich am kommenden Freitag den ersten passen muss. Am heutigen Sonntag wäre auch noch ein weiteres Prerelease, aber in meinem Alter braucht man auch mal einen Tag Ruhe.

Bis nächste Woche

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2 Responses to Kinder von Göttern

  1. Jashin sagt:

    Bei der Manakurve kann man fast diskutieren, ob man nicht auf Drache und Dämon verzichtet und stattdessen zwei weitere Aggrotierchen spielt. Dann kann man auch ein Land cutten…

    • grozoth sagt:

      Ich hatte noch einen Akroan Hoplite und den neuen 1/1 haste-Flieger in Rot, dazu einen Bronze Sable. Dafür möchte ich die zwei Flieger nicht cutten. Ansonsten bin ich deiner Meinung, mir fehlte es nur an gutem Material.

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