Gruul Draften

Wie letzte Woche versprochen konnte ich es mir nicht nehmen lassen, meine ersten Erfahrungen im Draft zu sammeln. Dabei geht es mir vor allem um meine Firstpicks und ich kann auch sagen, dass Zweifarbigkeit meist zielführender ist. Aber dazu an späterer Stelle mehr.

Zunächst zum Freitag: Wir saßen an einem 10-Spieler Tisch und ich öffnete Felhide Spiritbinder und Archetype of Imagination. Beide Karten sehen auf dem Papier ziemlich gut aus, daher ist der Rest des Packs nicht weiter relevant. Ich weiß, dass der Archetype von vielen bevorzugt wird. Mir erscheint auch heute der 3/2-Body für sechs Mana zu fragil, denn mit Born of the Gods kommt neues gutes Removal in beinahe allen Farben hinzu. Außerdem sehe ich den Decktyp, in dem der lieger gespielt werden soll, als ziemlich begrenzt: UW hat bereits Flieger, UB gewinnt ohnehin nur über Evasion. UR könnte profitieren, besitzt aber ebenfalls bereits etliche Flieger oder Erstschläger. UG wäre dann der verbleibende Decktyp und das war mir an dieser Stelle zu wenig. Der Spiritbinder ist ordentlich gecostet; der Nachteil des Angreifens kann durch diverse Tricks und eine hohe Widerstandskraft wettgemacht werden.

Im Anschuss nahm ich ein Archetype of Aggression und einen Swordwise Centaur über einen Nyxborn Rollicker. Diesen dritten Pick würde ich im Nachhinein anders setzen, der Zentaure sollte sich später als zu umständlich auszuspielen erweisen. Als vierten Pick bekam ich eine Scourge of Skola Vale geschoben. Die nahm ich besonders wegen des Spiritbinders sehr gerne. So konnte ich die Spielsteine, die sich exilierten, vorher noch verwerten. Konsequent nahm ich auch noch einen späten Satyr Nyx-Smith.

Im zweiten und dritten Booster nahm ich keine großartigen Überraschungspicks auf: Ich bekam zwei Spearpoint Oread und war über aggressive Drops froh. Leider sah ich kein Lightning Strike und nur ein Time to Feed, sodass meine Removalsprüche überschauber blieben.

Arena Athlete
Reckless Reveler
Satyr Hedonist
2 Swordwise Centaur
Archetype of Aggression
Kragma Butcher
Satyr Nyx-Smith
2 Spearpoint Oread
Nessian Courser
Nyxborn Wolf
Scourge of Skola Vale
Felhide Spiritbinder
Nylea’s Disciple
Pharagax Giant
Nessian Asp

Dragon Mantle
Warriors‘ Lesson
Fall of the Hammer
Savage Surge
Feral Invocation
Time to Feed

8 Mountain
9 Forest

Dennoch war das Deck ganz in Ordnung. Selbst im Sideboard versteckten sich echte Optionen, wobei mit Boulderfall[/card], Impetuous Sunchaser[/card], Satyr Rambler[/card], Two-Headed Cerberus[/card], Wild Celebrants[/card], Agent of Horizons[/card], Centaur Battlemaster[/card], 2 Charging Badger[/card], Commune with the Gods[/card], Hunt the Hunter[/card], Nylea’s Presence[/card], Sedge Scorpion[/card], Voyaging Satyr[/card] und Anvilwrought Raptor[/card] auch enrom viele Karten in meinen Faren verfügbar waren. Als einzige relevante Karte stellten sich die Wild Celebrants[/card] heraus, die ich gegen zu viele Götterwaffen boardete.

Die Runden im Schnelldurchlauf:

Runde eins gewann ich 2-1; er hatte zwar Hammer of Purphoros und Spear of Heliod, konnte mich aber zweimal nicht aufhalten. Vor allem der Spiritbinder bereitete ihm Kopfzerbrechen.

Runde zwei ging ebenfalls an mich. Er spielte RG wie ich, war aber dreimal chancenlos, wobei das dritte Spiel aus purem Vergnügen war. Der Spiritbinder konnte im letzten Spiel seine Pheres-Band Centaurs kopieren und die Scourge staubte diese ab. Eine Runde später wurde die Hydra mit einer Spearpoint Oread verzaubert und das Spiel war so gut wie vorbei.

In der dritten Runde gewann ich ebenfalls 2-0, wieder gegen RG mit Splash für Schwarz. Im ersten Spiel richteten es die kleinen Schnellen mit Arena Athlete. Im zweiten gewann der Spiritbinder zusammen mit der Scourge. Eine monströse Nessian Asp gab Geleitschutz.

Ich weiß, dass sich diese Berichte ziemlich einseitig und identisch lesen, aber der Spiritbinder hat jedes Mal ziemlichen Wirbel verursacht. Ich denke, dass der First Pick in Ordnung geht. Zusätzlich würde ich wohl mehr auf Kragma Butcher und andere frühe Drops achten, da diese früher das Spielfeld betreten und ihm dadurch quasi Schutz bieten – je mehr er von anderen Kreaturen unterstützt wurde, desto schwerer war er abzustellen.
Ebenfalls empfehlenwert ist Fall of the Hammer. Gerade im RG-Deck ist diese Karte der helle Wahnsinn. Ein besseres Prey Upon als Spontanzauber dominiert beinahe jeden Kampf. Darauf muss in Zukunft wohl geachtet werden.
Die Scourge war vor allem mit dem Spiritbinder gut. Ich denke, dass man die auch ohne den Zauberer spielen würde – verwertbare Kreaturen fallen ja hier und da gerne mal um. Ob man aber dann Pheres-Band Centaurs oder Guardians of Meletis nehmen möchte, wage ich zu bezweifeln.

Am Samstag draftete ich dann ein zweites Mal. Schließlich geht es ja darum, Erfahrungen zu sammeln. An einem 8-Spieler-Tisch öffnete ich erneut einen schwierigen Booster: Whelming Wave, Drown in Sorrow oder Bolt of Keranos standen zur Auswahl. Ich bin mir bei der Wave nicht sicher: Man könnte seine Kreaturen verzaubern und dann mit den Verzauberungen nach einer Welle angreifen. Aber der Gegner kann ja auch verzauberungen haben. Das Drown in Sorrow ist solide, man erwischt allerdings nur sture Aggrodecks damit so richtig. Der Bolt ist immer drei Schaden irgendwo hin und so etwas hatte mir am gestrigen Freitag gefehlt. Daher nahm ich zunächst den Bolt, auch wenn er doppelt rotes Mana kostet.

Ich bekam Einiges in rot und grün geschoben; Nessian Demolok, den ich ziemlich stark finde, Snake of the Golden Grove, die Lebenspunkte spendiert, und einen weiteren Bolt konnte ich aufnehmen. Im weiteren Theros-Verlauf ging es ähnlich zu gestern weiter: Ich bekam die guten Commons in Form von zwei Nessian Asp und zwei Centaur COurser. Das Deck war zwar minimal schwächer als gestern, hatte dafür aber die angenehmere Manakosten. Das lag vor allem an Grün, das erst ab fünf Mana zwei grüne Symbole aufwies.

Reckless Reveler
Satyr Rambler
2 Leafcrown Dryad
Voyaging Satyr
Minotaur Skullcleaver
Spearpoint Oread
2 Nessian Courser
Karametra’s Acolyte
Pheres-Band Tromper
Wild Celebrants
2 Nessian Asp
Nessian Demolok
Snake of the Golden Grove
Vulpine Goliath

Aspect of Hydra
Warriors‘ Lesson
Unravel the Aether
2 Bolt of Keranos
Time to Feed

8 Mountain
9 Forest

Das Sideboard war sehr überschaubar: Deathbellow Raider, Reckless Reveler, Scouring Sands, Fade into Antiquity und Bronze Sable. Den Reveler hatte ich zu Beginn im Deck, wechselte ihn aber gegen Unravel the Aether aus und lies die Konstelation so bestehen. Verzauberungen konnte ich anderweitig nicht bedienen.

Auch hier wieder die Runden im Zeitraffer:

Runde eins ging an mich: Er war zwei Mal langsamer, wobei das erste Spiel recht spannend wurde. Er hatte ein Fearsome Temper, das ich nicht bedienen konnte. Im zweiten fand er zu spät Länder und war einfach kaputt.

Runde zwei veror ich glatt, weil ich zweimal keine Länder fand. Im ersten muss ich eigentlich Mulligan nehmen, im zweiten blieb ich einfach so auf zwei Ländern hängen. Zusätzlich überflog er mich einfach.

Runde drei konnte ich dann wieder gewinnen: Er hatte kleine Kreaturen und billige Tricks, aber die Bolts und Asps waren zu viel für ihn. Außerdem spielte er Impetuous Sunchaser, während meine Leafcrown Dryad ungetappt herumlag.

In diesem Deck bestätigten sich vor allem die bekannten Theros-Commons: Leafcrown Dryad als exzellentes Followup für einen 3-Drop und Nessian Asp als Alleskönner. Der Demolok war ebenfalls gut, weil er droht, das gegnerische Splashland zu fressen und meistens 6/6 für 5 Mana ist. Anstelle der Bolts hätte ich meistens lieber einen Fall of the Hammer gehabt. Dennoch bin ich mir unsicher, ob der First Pick nicht vielleicht doch der richtige war.

Insgesamt denke ich, dass RG doch eine recht gute Kombination ergibt. Sie ist sowohl als Rampe als auch als aggressives Deck zu draften. Die Stärke nimmt das Deck hauptsächlich aus seinen Commons, freut sich aber dennoch über Rares, die den Siegplan unterstützen. Mit den neuen Karten ist vor allem Fall of the Hammer hinzugekommen, der mich überzeugt hat.

Nächste Woche versuche ich, einen anderen Archetypen zu spielen.

Bis nächste Woche

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3 Kommentare zu Gruul Draften

  1. Lord Sonntag sagt:

    Das du die Welle nicht als firstpick genommen hast war vollkommen richtig, denn im Draft sieht man doch öfters mal eine Krake oder Schlange, die dann liegenbleibt und dich weiter vermöbelt. Andererseits könnte man ja ein blau/grünes Deck mit Kraken und Schlange bauen: erst alles auf die Hand zurückschicken und dann mit seinen Beatern vorbeikommen.

  2. Christoph sagt:

    Hi,

    hast du bewusst an beiden Tagen rot/grün gespielt oder hat sich das so ergeben? Ich frage, weil ich bei Drafts fast immer eher zu grün (und eine andere passende Farbe) tendiere…

  3. maettu sagt:

    Der Spiritbinder ist ein Top-Rare! Am Sealed hat er mich extrem gestresst 😉 Da er einfach immer die beste Kreatur des Gegners kopiert, hemmt er teilsweise sogar welche Kreaturen der Gegner spielt.
    Weiss nicht aber Warrior’s Lesson finde ich in einem nicht Heroic-Deck schlecht. Im Schnitt zieht das Teil nur Karten, wenn es gut läuft. Im ersten Deck hätte ich ziemlich sicher den Voyaging Satyr (oder gar das Deathtouch-Skorpion) über dem Warrior’s Lesson gespielt.
    Grün war eigentlich in Theros immer gut, mit Born of Gods hat Rot auch massiv zugelegt.

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