Offen bleiben

Zunächst bin ich die Antwort auf eine Frage von letzter Woche schuldig; da wurde gefragt, ob ich mir vor den Drafts bestimmte Archetypen vornehmen würde. Die kurze Antwort hierauf ist: Nein. Die ausführliche Antwort ist: Ja und Nein.

Die Frage ist auf zweierlei Arten zu verstehen. Ich gehe einerseits offen in die Drafts. Damit meine ich, dass ich mir die ersten Booster ansehe und – möglichst in ein oder zwei Farben – die besten Karten nehme. Natürlich kann es nun passieren, dass man zwei oder drei Picks wegschmeißt. Dafür bekommt man im zweiten und vor allem im dritten Booster im Regelfall die guten Karten zugesteckt, weil man sich erst später auf die offenste Farbe eingestellt hat.

Andererseits mache ich mir vor dem Draft durchaus Gedanken über mögliche Archetypen. Damit versuche ich auch im Draft umzugehen. Wer weiß, welche Karten in welcher Seltenheit liegen, der draftet sich deutlich einfacher als ein Spieler, der meist vergeblich auf die eine Bombe wartet, die ihm noch fehlt. Ich habe mir beispielsweise im dreifachen Theros-Format vorgenommen, nicht mehr schwarz-weiß Aggro zu spielen. Dank zu vieler doppelten Manasymbole auf beiden Seiten, wurde das Deck einfach zu langsam. Diese Erkenntnisse ziehe ich meistens aus gespielten Drafts. Es lohnt sich also mehr zu draften.

Nun aber genug Werbung für die Drafts – am Freitag wurde mal wieder FNM gespielt. Mit eben jenem Format. An einem 8-Spieler-Tisch öffnete ich Champion of Stray Souls, Raised by Wolves, Drown in Sorrow und Bolt of Keranos. Das muss man erst einmal sacken lassen. Alle vier Karten würden es wohl in das Deck schaffen, falls ich am Ende die entsprechende Farbe spiele. Ich legte zunächst den Bolt beiseite. Die drei Schaden auf eine einzelne Kreatur sind gut, aber ersetzbar. Drown in Sorrow kann gerade gegen Grün schon mal einfach nichts machen. Somit schied es auch aus. Der Champion ist besonders im späten Spiel eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Da ich aber bislang noch kein richtig langes Spiel gespielt hatte, griff ich zum Raised by Wolves, das mir neben der Geschwindigkeit auch noch zwei Wölfe auf das Spielfeld werfen würde.

Im Anschluss versuchte ich, die besten grünen Karten auszumachen. Das fiel mir leicht, da die Booster wenig hergaben. Ein Fall of the Hammer und ein Kragma Butcher sprangen ebenso wie ein Felhide Brawler aus dem ersten Booster heraus. Insgesamt war ich sehr grün mit ein wenig Rot und minimal schwarz. Im zweiten Booster öffnete ich einen Reaper of the Wilds, den ich nahm. Zunächst wollte ich ihn nur splashen, aber Schwarz riss nicht ab und Rot war so gut wie tot. Also überlegte ich mir nach dem zweiten Booster, der für mich relativ grün blieb, zu schwenken. Der dritte Booster bestätigte diese Entscheidung, indem er mir Whip of Erebos und Arbor Colossus zeigte. Mit dem Koloss möchte man höchstens zwei Farben spielen und schwarz für Reaper und Whip bot sich im Draftverlauf einfach an.

Sedge Scorpion[/card]
Leafcrown Dryad[/card]
2 Swordwise Centaur[/card]
Bronze Sable[/card]
2 Nyxborn Wolf[/card]
Nylea’s Disciple[/card]
Setessan Starbreaker[/card]
Staunch-Hearted Warrior[/card]
Reaper of the Wilds[/card]
Arbor Colossus[/card]
Nemesis of Mortals[/card]

Viper’s Kiss[/card]
Pharika’s Cure[/card]
Savage Surge[/card]
Prowler’s Helm[/card]
Read the Bones[/card]
Whip of Erebos[/card]
Lash of the Whip[/card]
Raised by Wolves[/card]
2 Sip of Hemlock[/card]

7 Swamp[/card]
10 Forest[/card]

Das Sideboard war sehr überschaubar: Felhide Brawler, Shredding Winds und Traveler’s Amulet. Der Sable spielt vor dem Brawler, weil er blocken kann. Das kleine Sideboard ist natürlich ein Folge meines offenen Draftstils. Wobei es auch sehr riskant war, erst im dritten Booster seine zweite Farbe festzulegen.

Die Spiele Waren allesamt recht überschaubar.

Im ersten Match zog ich zunächst nur zwei Länder, während er Kiora, the Crashing Wave auf das Spielfeld legte. Als der erste 9/9-Krake erschien, gab ich mit drei Ländern im Spiel auf. Im zweiten und dritten Spiel hatte ich Whip of Erebos und er konnte trotz bestowter Horizon Chimera nichts gegen den Lifegain ausrichten. Ich beendete beide Spiele auf 30+ Lebenspunkten.

Im zweiten Match bekam ich es zweimal mit Elspeth, Sun’s Champion zu tun. Leider fehlten meinem Deck Flieger und Trampler und den Prowler’s Helm hatte ich auch nicht zur Hand. So gewannen die vielen Soldaten am Ende ziemlich souverän. Ohne Elspeth wäre das Match wohl zweimal in meine Richtung gekippt.

Am Ende durfte ich noch einmal gegen UW ran, dieses Mal ohne den Planeswalker. Hier richteten es vor allem die großen Kreaturen, auch wenn ich einmal leichtfertig einen Reaper of the Wilds herschenkte. Whip of Erebos und Prowler’s Helm im Verbund machten am Ende den Unterschied aus, da ich große Kreaturen aus dem Friedhof ausgraben konnte.

Am Ende war ich mit dem Deck und dem Ergebnis sehr zufrieden. Elspeth ist einfach ein unfairer Spoiler, gegen den man eben verliert. Raised by Wolves war gut, wenn es auf dem Tisch lag. Dank nur weniger Wölfe in den Editionen ist es auch nicht zu unfair. Die Whip of Erebos ist ähnlich schlimm wie Elspeth, aber leichter abzustellen. Dennoch gewinnt sie hin und wieder alleine. Das offenbleiben hatte sich auf jeden Fall ausbezahlt; die Karten in den Therosboostern haben einige „falsche“ Picks mehr als wett gemacht.

Nächste Woche werde ich die Strategie noch einmal anwenden. Mal sehen, wo ich dann lande.

Bis nächste Woche

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