Sechs Mann am Tisch

Freitag war doof. Ok, früher aus der Arbeit zu laufen ist immer schön; und dass ein FNM sattfindet natürlich auch. Aber wenn man dann auf Grund von gesundheitlichen Problemen nicht teilnehmen kann, ist es doch etwas deprimierend. Da merkt man eben, dass man alt wird.

Abhilfe kann da eigentlich nur ein samstäglicher Draft schaffen. Ich hoffte auf ähnlich wenige Spieler wie letzte Woche und wurde prompt enttäuscht: 14 Spieler bedeuten bei uns immer 1×6 und 1×8 Drafter. Ich durfte am deutschsprachigen Tisch mit fünf weiteren Spielern platznehmen.

Da beinahe jeder seine Rare firstpickte, tat ich das einfach auch; noch dazu ist Fate Unraveler eine richtig starke Karte. Vor allem die Widerstandskraft von 4 ist überzeugend. Um die Farbe zu sichern nahm ich zwei Servant of Tymaret im Anschluss. Im vierten Pack war keine gute schwarze Karte, also nahm ich einen Pheres-Band Tromper. Dann ließ ich mich zu einem weiteren verführen, obwohl der dritte Servant im Booster gewesen wäre. Danach kam mit Shrike Harpy noch ein deutliches schwarzes Zeichen. So hatte ich dann einen Haufen schwarze und zwei grüne Karten und ging ins zweite Pack.

Hier nahm ich aus Mangel an Alternativen einen Nylea’s Emissary. Keine schwarze und keine bessere grüne Karte machten diesen Pick nicht gerade schwierig. Ich bekam eine Keepsake Gorgon geschoben, was mich freute. Denn das hieß, dass mein linker Nachbar ziemlich sicher nicht in Schwarz saß. Ein Sip of Hemlock und diverse andere schwarze Karten, die alle keine Bomben aber spielbar waren, bekam ich im zweiten Pack ab. Hauptsächlich achtete ich auf schwarze Karten, damit mein Marshmist Giant, den ich sehr spät zugeschoben bekam, vielleicht doch ins Deck rutschen konnte.

Im dritten Booster sah ich leider wieder keinen Gray Merchant of Asphodel, es war einfach kein einziger am Tisch. Dafür bekam ich eine Insatiable Harpy, zwei Pharika’s Cure und einen Disciple of Phenax. Lightning Strike ist offenbar eine schlechte Karte, da er mir als achter Pick noch geschoben wurde, gefolgt von Ordeal of Purphoros. Ich nahm beide raus, weil ich einfach nichts in meinen Farben sah und auch nicht dagegen spielen wollte.

Beim Deckbau entdeckte ich dan, dass ich mit 22 schwarzen Karten (inklusive Bronze Sable) die Wahl zwischen Lightnig Strike und Ordeal of Purphoros oder Nylea’s Emissary, 2 Pheres-Band Trompern und Time to Feed hatte. Ich entschied mich für Rot, kließ mir aber die Option offen, zwischen den Spielen boarden zu können. Mein Deck sah dann so aus:

Nyxborn Eidolon
Returned Phalanx
Bronze Sable
Felhide Minotaur
Mogis’s Marauder
Nighthowler
2 Servant of Tymaret
Cavern Lampad
Disciple of Phenax
Erebos’s Emissary
Fate Unraveler
Insatiable Harpy
Keepsake Gorgon
Shrike Harpy
Marshmist Titan

2 Pharika’s Cure
Lightning Strike
Ordeal of Purphoros
Necrobite
Lash of the Whip
Sip of Hemlock

12 Swamp
5 Mountain

Fünf Gebirge sind sicher ziemlich viel, eventuell hätten auch vier gereicht. Ich wollte aber nicht mit einer roten Karte und ohne Gebirge dastehen. Daher die relativ hohe Anzahl. Im Board versteckten sich de üblichen Verdächtigen: Eye Gouge, Forsalen Drifters, Loathsome Catoblepas, Rescue from the Underworld, Akroan Conscriptor und Spearpoint Oread. Die Oreade ist sicher knapp, aber eben nicht drin, weil ich so wenig Rot wie möglich spielen wollte. Und das Ordeal hielt ich einfach für stärker. Eye Gouge kommt meist sowieso aus dem Brett und der Conscriptor findet in diesem Deck einfach zu wenige Sprüche, um Heroic sicher auszulösen.

In Runde 1 saß mir ein Erstes-Mal-Drafter gegenüber, der Rot und Grün spielte und zwei andere Standardländer einmalig spielte, um Priest of Iroas und Deathbellow Raider zu unterstützn. Im ersten fand ich mal keine Länder, er aber seine 1- und 2-Drops und verhaute mich damit nach strich und Faden. Im zweiten konnte ich seinen Forgestoker Dragon abstellen, indem ich meine angreifende Kreatur Necrobiten ließ; und im dritten fand er kein Grün und ich konnte einen schnellen Marshmist Titan legen.

In Runde 2 wurde ich runter gelost und bekam Karametra, God of Harvest und Spear of Heliod ab. Im ersten Spiel stallte es sich ein wenig zu, bis ein Marshmist Titan mit Ordeal of Purphoros angreifen ging; als er dann auch noch eine Cavern Lampad abbekam, war das Spiel in wenigen Runden vorbei. Im zweiten lagen schnell zwei Harpyen und ein Titan folgte auf dem Fuße. Spear of Heliod lag zwar, machte aber genau keine Kreatur kaputt.

In Runde drei nahm mein Gegner Mulligan und legte gegen meinen Marshmist Titan Tromokratis. Als er blockte, bekam letzterer eine Lash of the Whip ab und das Spiel war gelaufen. Im zweiten war ich viel zu langsam und bekam keine Kreatur auf den Tisch. Und im dritten wurde es dann nochmal spannend, weil ein Marshmist Titan und eine Keepsake Gorgon mit einem Viper’s Kiss gerade so ausreichend waren und schlussendlich eine Cavern Lampad beim exakt tödlichen Schaden kräftig mithalf.

3-0 mit diesem Deck? Ok, nimmt man mit; aber ich denke, dass es selbst für einen 6-Spieler-Tisch nicht überragend war. Generell bin ich von den schwarzen Commons nicht so richtig überzeugt, auch wenn der Marshmist Titan ein hervorragendes Turnier hatte. Daran waren aber vor allem seine Helfer schuld, die ihn im vierten oder fünften Zug auf das Feld legen ließen. Ansonsten waren viele solide Karten im Deck – Nighthowler habe ich nie gespielt, Fate Unraveler wurde mir einmal umgehend entsorgt, ansonsten kam auch er nie. Die Harpyen sind toll, aber eben uncommon und damit deutlich seltener und schwerer zu bekommen. Aber wenn man einer von zwei schwarzen Spielern am Tisch ist, ist auch das möglich.

Im Nachhinein bin ich doch ganz froh, dass ich Rot und nicht Grün als zweite Farbe gespielt habe, weil ich auf diese Weise gutes Removal und Verstärkung für die etwas schwachen Männer hatte. Die Gebirge kamen immer mindestens rechtzeitig, manchmal sogar zu früh. Eine Starthand mit zwei Gebirgen und keinem Sumpf hatte ich ganze zwei Mal. Dennoch würde ich nicht auf vier Gebirge gehen.

Bis nächste Woche

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1 Response to Sechs Mann am Tisch

  1. Paul Walter sagt:

    Die Spiele gegen Klaus und dich haben mir gestern am meistens Spaß gemacht. Die Runde gegen dich war in meinen Augen sogar das beste gestern; es war das spannendste Spiel. Ein Spiel zwischen zwei Brains unter all den Pinkys (bitte nicht als Abfälligkeit werten). Schon lange hat es bei einem Turnier nicht mehr so sehr gegribbelt. Ich muss auch dir wiederholt mitteilen, dass ich dich immer als sehr fairen, angenehmen und stets herausfordernden Gegner empfinde.

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