Reise nach Nyx

Kaum ist ein Vierteljahr vergangen, schon kommen die Zauberer der Küste mit einem neuen Magicset um die Ecke. Die Vorfreude bei mir ist wie immer groß, schließlich kommt nicht nur neuer Wind in die Drafts, sondern es gibt auch neue Karten für Constructed-Formate wie Modern oder EDH. Zu Letzterem werde ich auch wieder etwas schreiben müssen, allerdings werde ich heute ein wenig von meinem Prerelease berichten.

Wie immer wollte ich mit dem Farbpaket spielen, das im Laden am wenigsten beliebt ist. Somit bekam ich das blaue Päckchen mit der großen Krake (Geißel der Flotten) in die Hand gedrückt. Ich öffete unverschämt viele Mythics und baute das Deck um zwei von drei herum. Aus Mangel an spielbaren Kreaturen musste ich ein wenig improvisieren. Allerdings fand ich die zwei Aufstieg der Adler nicht besser als die Karten im Deck und so wurden sie nicht berücksichtigt.

Das Deck sah vielmehr so aus:

Sigill-Seestern
Satyr-Haintänzerin
Satyr-Hedonist
Wellenschmetternder Tritonier
Wächter von Meletis
Chor der Gezeiten
Klingenzahn-Keiler
Gefräßiges Leucrocota
Sturmjäger-Chimäre
Schüler der Sphinx
Keranos, Gott der Stürme
Gottesjäger-Oktopus
Demütiger der Sterblichen
Geißel der Flotten

Amulett des Reisenden
Hybris
Quell der Schicksale
Vorhergesagtes Schicksal
Blitzeinschlag
Raubtierfütterung
Marktfeier
Kiora, die brandende Welle
Von Wölfen aufgezogen

7 Island
3 Mountain
7 Forest

Ich hoffte, dass Gott und Planeswalker genügend oft erscheinen und mit Hilfe von blockenden Kreaturen das Spiel gewinnen würden. Das klappte mal mehr mal weniger gut. Nennenswerte Karten der Ersatzbank waren: Erinnernde Mauer, Schwindender Intellekt, Thassas Zorn, Sternenfall, Dem Zerfall überlassen, Entweihende Plage. Diese habe ich mindestens einmal eingewechselt.

Ganz kurz werde ich nun die Spiele beschreiben, anschließend ein paar Worte zu den einzelnen Karten verlieren.

In Runde eins behauptete mein Gegner, dass er einen furchtabren Haufen erwischt habe. Ich fuhr ihn kurzerhand mit Krakentoken vom Tisch. Dann zeigte er mir viel Bestow und einen Forgestoker Dragon. Da war ich platt – wörtlich. Im dritten stallte Kiora ein wenig den dicksten Mann weg, dann betrat auch noch Keranos das Spielfeld. Das war zu viel für ihn.

In Runde zwei saß mein Gegner zunächst neben mir, weil er sich im Tisch geirrt hatte. Als wir dann spielten, legte er zweimal die gute Kurve, wobei der weiße Prerelease-Engel kräftig mithalf. Die Geißel der Flotten erwies sich als deutlich schwächer als befürchtet, da sie entweder sieben Inseln benötigt hätte (Spiel 1) oder das Spielfeld aus Mangel an Ländern gar nicht betreten konnte (Spiel 2).

In Runde drei verlor ich gegen Whip of Erebos. Zumindest das erste Spiel. Im zweiten konnte ich dann nichts mehr gegen seinen 4/4-Sphinx-Spielstein ausrichten. Die große Schwäche das Decks – keine bzw zu wenige Kreaturen – wurde hier am deutlichsten. An dieser Stelle freute ich mich irgendwie auf den Draft, wo mir Selbiges nicht passieren sollte.

In Runde vier erschien mein Gegner nicht mehr. Dafür spielte ich gegen einen Spieler, dem es ebenso erging und gewann irgendwie 2-1, weil er im dritten eine 1-Land-Hand on the play hielt. Im vierten zog er mich dann noch einmal ab.

Was war gut und was war schlecht?

Ich werde hier die neuen Karten bewerten. Von den Karten der letzten Sets erschließt es sich beinahe von alleine.

Gut war definitiv der Sigill-Seestern. Der konnte nicht nur Schaden in nicht unbeträchtlicher Menge abhalten, sondern auch prima scryen. Die Hellsicht half dabei, sich an die gesuchte Karte heranzutasten.
Die Satyr-Haintänzerin ist in Ordnung: Sie kann als 2/2-Bärchen gespielt werden oder einen Flieger verstärken. Beides ist brauchbar. Allerdings löst sie kein Heroic aus, was beachtet werden muss.
Der Klingenzahn-Keiler war schon in Zendikar gut spielbar. Im dreifarbigen, eher langsamen Deck ist er nun nicht ganz so stark, weil der Gegner mehr Zeit bekommt ein Lösung für ihn zu finden. Aber er machte immmer ordentlich Musik und konnte beinahe immer glänzen.
Beim Gefräßiges Leucrocota habe ich mich zunächst verlesen; ich dachte, dass er Reichweite hätte. Nö, der hat Wachsamkeit. Dennoch ein sehr solider Mann, der jedoch an eine Nessische Natter nicht heranreichen kann. 2/4 ist ein ok-Body, aber nichts Weltbewegendes. Viele Kreaturen wird er nicht totblocken; zumindest nicht, bevor ihr sieben Mana habt.
Die Sturmjäger-Chimäre ist wiederum ziemlich stark. Sie sieht für vier Mana hell und für acht Mana kann man ihren Effekt durchaus zweimal aktivieren. Sie blockt einfach immer irgendetwas tot oder kann finalen Schaden durchdrücken. Als netten Nebeneffekt bekam ich zwei Hingabepunkte für Keranos.
Wo wir gerade dabei sind: Keranos, Gott der Stürme ist eine ziemliche Granate im Limited. Vor allem mit Scry ist er wohl kaum zu bremsen, weil sich der Spieler aussuchen kann, ob er ein zusätzliches Land zieht oder drei Schaden auf ein beliebiges Ziel schießen kann. Fünf Mana ist gerechtfertigt.
Der Gottesjäger-Oktopus ist nun einfach ein Füller gewesen. Da ich aber absolut keine kleinere Kreatur mehr finden konnte, spielte ich diesen Kraken. Nicht gut, aber wenn nicht mehr geht, dann geht eben nicht mehr. Angreifen konnte er übrigens immer, aber man möchte meist keinen klobigen 5/5er, der außer einer Einschränkung nichts macht.
Anders beim Demütiger der Sterblichen – der gibt wenigstens Trampelschaden an seine Kollegen ab. Mit genügend Verzauberungen kann auch er selbst sinnvoll angreifen. Den wird man öfters in grünen Decks sehen, weil er monströse Kreaturen deutlich aufwertet.
Die Geißel der Flotten ist so eine Sache: Wer tief in Blau sitzt, der darf sie sich leisten. Jeder andere sollte sinnvollere Kreaturen spielen. Im Lorthos-EDH mit 35 Inseln wird sie mitspielen dürfen, in den allermeisten Draftdecks wird sie auf der Bank oder sogar der Tribüne landen.

Hybris ist eine starke Karte. Sie entsorgt gleich mehrere Karten auf einmal. Nimm das, Bestow-Mann! gerade Flieger blieben oft an Leafcrown Dryad hängen, die auch noch auf dem Spielfeld war, wenn die von ihr bestowte Kreatur verschwunden war. Das ist nun vorbei.
Das Quell der Schicksale ist ganz in Ordnung. Auch wenn man in den ersten Runden lieber darauf verzichtet, weil man Kreaturen legen möchte. Aber schließlich wurde auch Courier’s Capsule gespielt und ich denke, dass das kommende Draftformat nicht deutlich schneller als Alara-Block werden dürfte. Der Vorteil zur Inspiration wiederum besteht klar in der angenehmen Aufteilung von 2 und 2 Mana. Der Nachteil darin, dass es einiges an Verzauberungshate im Block gibt. Somit sollte man sich nicht darauf verlassen, dass das Quell sicher einen Zug liegen bleibt.
Die Marktfeier ist schwierig einzuschätzen: Ja, sie beschleunigt gut. Aber im vierten Zug gespielt hat man zunächst nichts davon. Und durch die vielen Verzauberungszerstörer bleibt dieser Ramp auch nicht zuverlässig liegen. Ich empfehle das Ausspielen mit mindestens fünf Ländern, weil man dann noch einen 3-Drop hinterherspielen kann.

Das sind meine Erfahrungen und Gedanken zu meinem Deck. Getreu dem Motto, dass man auch schlechte Karten erst einmal spielen muss, bevor man sie als schlecht abstempelt, habe ich mich auch an merkwürdige Karten gewagt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Dennoch hatte ich eine Menge Spaß, konnte ein bisschen tauschen und freue mich nun deutlich mehr auf nächste Woche und die ersten Drafts.

Wie lief Euer Prerelease? Welche Farbe habt Ihr gewählt? Schreibt es einfach in die Kommentare.

Bis nächste Woche

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1 Response to Reise nach Nyx

  1. Lord Sonntag sagt:

    Ich habe die Frabe Blau gewählt. Eigentlich wollte ich ja grün oder weiß haben, allerdings waren beide Packs nicht mehr vorhanden. Den Kraken schätzte ich als sehr gut im Limited ein, wurde jedoch gnadenlos enttäuscht. Er kam von all meinen spielen nur einmal aufs Board, bouncte alle gegnerischen Kreaturen und konnte dann einmal kräftig hauen. Das Spiel verlor ich trotzdem, da der Krake an allen Blockern hängen bleibt. Meine zweite Farbe war sehr schwer zu wählen: sowohl schwarz als auch grün hatten einige sehr starke Karten. Ich entschied mich für grün, da ich da mehr Kreaturen hatte. Das Deck hatte einige Rares, die viel Mana wollten, allerdings fehlte es mir an Ramp. Egal, ich wollte die großen Finisher spielen. Der Seestern schützte mich sehr gut und ich hatte einige Flieger die dem Gegner Druck machten. Dennoch lief das Deck nicht so gut wie erwartet. Ich ging 2 zu 2 aus dem Tunier raus.
    Dem ersten Gegner habe ich schnell und ohne Probleme besiegt. Der zweite hatte ein extrem starkes Deck mit den Farben grün-schwarz aufgebaut. Egal, ob die Krake alles auf seine Hand zurückschickte und ihn unter druck setzte oder meine riesigen Beater ins Spiel kamen, er hatte immer noch bessere Kreaturen und Zauber zur Hand. Der 3. Gegner war wieder ein Kinderspiel, gegen den letzten verlor ich gegen 2 Exemplare der Pre-release Promo von Weiß und etlichen anderen Fliegern.
    Keine der gewünschten Farben und ein mittelmäßiges Ergebnis, aber einen riesen Spaß gehabt! Auch ich freue mich auf die Drafts diese Woche, vor allem da ich wieder in Nürnberg draften darf, da ist mehr los als bei mir zuhause.

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