Aufräumen

Geburtstage und Familienfeiern gehen vor das Hobby. Das sage ich auch immer, wenn mir jemand sagt, dass er an diesem und jenem Termin keine Zeit hat. Und das meine ich auch so. Nun hat es mich selbst erwischt – nicht mit einem Geburtstag, das hat Zeit und wäre auch kein Hinderungsgrund. Sondern mit einem Geburtstag in der Familie. Den eigenen hätte ich noch verlegen oder zur Not absagen können. So war ich unpässlich.

Während viele andere Spieler also ihre Release-Drafts und -Sealeds spielen, sitze ich alleine zu Hause und reiße Boosterdisplays auf. Da ich nun mindestens dreimal nicht draften kann, habe ich beschlossen den Mangel an neuen Karten und den ungewohnten Überfluss an Geld (Draften kostet ja schließlich auch etwas) in eine weitere Box zu investieren. Zumal 74.99 €uro nun nicht die Welt ist. Natürlich bin ich dieses Mal mit meinen Boxen gewaltig reingefallen; soll heißen: Kein Athreos, God of Passage und kein Ajani, Mentor of Heroes. Wenigstens waren die beiden Mana Confluences dabei. Und es fehlen nur noch sechs Karten des Sets. Ich habe vor, diese nächsten Samstag anzutauschen.

Aber genug von meinem traurigen Boosteraufriss, ich wollte ja noch zwei Themen nachtragen. Zum einen ist da der letzte Draft im alten Format, bei dem mein Deck wider Erwarten ziemlich gut aussah. „Wider Erwarten“ deshalb, weil rechts von mir ausgemachte Vielfarbendrafter saßen. Da rechne ich nicht damit, dass viel gutes Zeug rumkommt. Das andere Thema ist das von mir besuchte Modern-Turnier, bei dem ich einfach mal mit einem True-Highlander aufgekreuzt bin. So viel Spaß hatte ich lange nicht mehr im Constructed-Bereich.

Zunächst das Draftdeck. Das sah mit vielen doppelten Karten ziemlich stark aus.

2 Loyal Pegasus
Cavalry Pegasus
2 Phalanx Leader
Traveling Philosopher
Leafcrown Dryad
Voyaging Satyr
Eidolon of Countless Battles
Lagonna-Band Elder
Chronicler of Heroes
Great Hart
Heliod’s Emissary
Staunch-Hearted Warrior
Setessan Griffin
Nemesis of Mortals

2 God’s Willing
Feral Invocation
Time to Feed
2 Reap What Is Sown
Divine Verdict

10 Plains
7 Forest

Zwei Führer und zwei Reap What Is Sown[/card] sind vor allem im Zusammenspiel ziemlich stark. Allerdings muss das Deck auch laufen, weil die Kreaturen an sich ziemliche Tröten sind. Abgesehen von der Schlange vielleicht. Der Rest ist eher so mittelstark.

Das passiert mir dann auch direkt in der ersten Runde: Ich bekomme einfach keine Kreaturen auf das Feld, weil ich selbige in exakt der falschen Reihenfolge ziehe. Zunächst tappt sich mein Gegner immer brav aus, während ich nichts spiele – anschließend spiet er einfach removal auf mein Tier und greift an. Das ist sehr effektiv. Im zweiten kann er ein bisschen stallen und ich ziehe sechs Länder in Folge. Da fühlt man sich wie der Depp schlechthin.

Die nächsten beiden Runden verlaufen identisch. X-beliebiges Tier, Führer, zweites x-bliebiges Tier, RWIS, Gegner gibt auf. Vier Spiele am Stück. Eben so, wie es laufen sollte. Ich habe nun keine Ahnung, warum das in der ersten Runde nicht geklappt hat. Ich werde es wohl auch nie herausfinden. Und nochmal werde ich solch ein Deck vermutlich auch nicht spielen; jedenfalls nicht mit so vielen guten und doppelten Karten.

Nach diesem Limited-Aufräumen nun noch zum Modern. Ich spiele Modern in etwa einmal im Jahr; daher wollte ich ein wenig Spaß haben und so baute ich einen Haufen aus 75 verschiedenen Karten. Die genaue Liste ist auf planetmtg.de nachzulesen. Im Forum des Südens ist unter Funtainment Nürnberg die Liste vom 22.4.14 einsehbar.

Nun habe ich für fleißige Leser und Forenbesucher damit schon verraten, dass das Deck tatsächlich Top8 gemacht hat – und das in ziemlich beeindruckender Weise. Ich habe eine Art UWR-Kontrolle gespielt, weil es hier ziemlich viele Karten gibt, die das gleiche oder etwas ähnliches tun. Ein Beispiel?

Day of Judement
Supreme Verdict
Terminus
Wrath of God

Ich hatte alle vier im Mainboard und vor allem der Endpunkt war richtig stark. Ein weiteres Beispiel sind die frühen Removal:

Path to Eile
Condemn
Lightning Bolt
Burst Lightning
Magma Jet
Lightning Helix
Sudden Shock

Sie sorgen für die frühe Verteidigung, schließlich gewinnt das Deck nicht über Kreaturen. Der eine Aetherling wurde immer ausgeboardet und war quasi der Platzhalter für eine speziellere Karte aus dem Board. Gewonnen haben meistens Elspeth, Sun’s Champion und/oder Ajani Vengeant.

Das Turnier an sich war recht spaßig. Man erzählte mir, dass in der Vorwoche über 50 Spieler anwesend waren – nun waren aber angenehme 27 da. Ich wurde zunächst gegen ein Pod-Deck gelost, das ich zweimal mit Wrath-Effekten kaputtmachen konnte. Er zog allerdings auch nicht ganz optimal. In der zweiten Runde kam ich gegen Meerfolk im dritten Spiel ins Lategame und konnte da mit dem Honden of Seeing Winds immer jeweils ein Land mehr ziehen als der Gegner. Da zog ich dann irgendwann auch mal kein Land, sondern ein Entreat the Angels und das Spiel war meines. In der dritten Runde konnte ich mit einer Tectonic Edge die einzige blaue Quelle meines Gegners zerstören, mit Supreme Verdict Thrun, the Last Troll töten und anschließend Elspeth, Sun’s Champion casten. Er hatte noch zwei Negate in der Hand. In Runde vier verlor ich dann gegen den späteren Turniersieger, der sehr kontrollig mit Remand und Cryptic Command sowie Beschleunigung spielte. Er tötete mich zweimal mit Scapeshift.

Insgesamt hatte ich großen Spaß am Turnier, wurde fünfter und kann nun jedem empfehlen, eine solche Liste auszuprobieren. Vielleicht lag es auch nur an den Matchups oder den Gegnern, die schlecht zogen, aber es war ein Riesenspaß.

Nun sitze ich noch ein wenig zu Hause und mache mir Gedanken zum neuen Limitedformat. Geburtstage sind doof.

Bis nächste Woche

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.