Die erste Reise

Mal sehen, wie viele Wortspiele man nun aus dieser Edition für diverse Überschriften zaubern kann. Ich jedenfalls durfte am Samstag das erste Mal mit der neuen Edition Journey into Nyx draften. Daher diese etwas plumpe Anspielung.

Als ich am Mittag ankam, waren bereits ein Standard- sowie ein Modern-Turnier in vollem Gange, letzteres war noch dazu ein GPT für Manchester. Da beide Events ordentlich besucht waren, blieben genau acht Spieler übrig, die zum Draften vor Ort waren. Nur ein Tisch, aber dafür genau die richtige Anzahl. Ebenfalls positiv: Keiner der acht Spieler dropte vorzeitig aus dem Turnier, sodass kein Freilos entstand.

Ich öffnete ein Extinguish all Hopes. Es ist keine schlechte Karte, wohl aber zu riskant. Verzauberungskreaturen gibt es in diesem Block leider mehr als einem lieb ist und vor allem: Mehr als dieser Karte gut tut. Damit griff ich beherzt zum Ajani’s Presence. Dieser Trick kann den Gegner schon mal auf dem falschen Fuß erwischen, zumal mit God’s Willing ein Trick unterwegs ist, der das gleiche kostet, aber anders funktioniert. Mein rechter Nachbar war so frei, mir gleich ein zweites Presence hinterherzuschieben. Das nahm ich über Karten wie Crystalline Nautilus oder Hubris. Beide sind satrk, aber das ist die Presence eben auch. Zudem liegt sie in der Farbe des Firstpicks. Ich sammelte dann ein paar rote Karten ein, die offenbar keiner wollte: Akroan Line Breaker, Bladetusk Boar und zwei Satyr Hoplite bekam ich ab. Ein Oppressive Rays wurde ebenfalls eingesteckt und mit einem guten und aggressiven Ansatz ging es in den Born of the Gods-Booster.

Hier nahm ich weiter Männer und Tricks, für eines der unzähligen Rise to the Challenge reichte es leider nie. Im vierten Pack waren Forgestoker Dragon und Bolt of Keranos. Schwierig, aber ich griff zum Blitz. Der Drache war mir für meinen Ansatz einfach zu teuer. Dafür tablete ein weiterer Bolt, über den ich im ersten Pick einen Temple of Plenty nahm. Geschickt getablet. Zudem nahm ich viele kleinere Bestow-Kreaturen, die notfalls auch im zweiten Zug ein Ordeal tragen konnten.

Im Theros Booster dann keine Überraschung: Rot war weiterhin ziemlich offen, Weiß nicht so richtig. Dennoch bekam ich mit Battlewise Valor im dritten und einem Favored Hoplite im ersten Pack gute Karten dieser Farbe ab. Ein Lightning Strike und ein Ill-Temperes Cyclops schafften es ebenfalls zu mir. Relativ spät erschien dann auch ein Akroan Hoplite, der meinen nich sehr überzeugenden 2-Drop-Slot deutlich aufwertete. Insgesamt war ich aber ganz zufrieden mit:

Favored Hoplite
Nyxborn Shieldmate
2 Nyxborn Rollicker
2 Satyr Hoplite
Akroan Skyguard
Cavalry Pegasus
Deathbellow Raider
Impetuous Sunchaser
Reckless Reveler
Akroan Hoplite
Eagle of the Watch
Lagonna-Band Elder
Akroan Line Breaker
Bladetusk Boar
Ill-Tempered Cyclops

2 Ajani’s Presence
Oppressive Rays
Battlewise Valor
Lightning Strike
2 Bolt of Keranos

8 Plains
8 Mountains

16 Länder sollten locker ausreichen, einzig die Farbverteilung bereitete mir Kopfschmerzen. Der Bolt of Keranos möchte mehr rote Quellen sehen, diverse kleine weiße Männer wollen genau das Gegenteil. Ich entschied mich für die faire Farbteilung aus acht Ebenen und acht Gebirgen. Im letzten Spiel boardete ich sogar noch eine Ebene aus, weil ich ständig zu viele Länder zog. Selbstverständlich hatte ich auch mit 15 Ländern im Deck in Runde sechs 6 Länder auf dem Tisch.

Im Board verschanzten sich: Borderland Minotaur, Fearsome Temper, Flamebreaker Adept, Flamespeaker’s Will, Lightning Diadem, Pensive Minotaur, Riddle of Lightning, Two-Headed Cerberus, Wild Celebrants und Temple of Plenty. Die Drei-Drops fand ich allesamt schwächer als die Drei- und Vier-Drops im Deck – für den Adepten scrye ich zu wenig, den Zerberus bekomme ich nicht vernünftig gepumpt. Der Minotaurus ist zu schwach und das Temper braucht mein Deck nicht. Der Temple liegt zwar in einer Farbe, aber getappte Länder sind nun eher nicht zu empfehlen.

In Runde eins gewann ich zwei Mal, weil mein Gegner erst seine Manabasis aufbauen musste. Er splashte weiß in einem U/B-Deck, hatte aber irgendwie ständig Ebenen liegen. Obwohl er nur zwei spielte. Er ging den Umweg über Unknown Shores und war somit immer recht gemütlich unterwegs. Gegen meine schnellen Drops half das wenig und so gewann ich recht problemfrei.

In Runde zwei stolperte mein Gegner wiederum über sein Mana. Zunächst hatte er reichlich davon und einen guten Blocker. Alledings war der Blocker nur solange gut, wie ich ihn nicht mittels Ajani’s Presence los wurde. Im zweiten Spiel wollte er dann trotz diversen Scry-Effekten einfach kein drittes Land finden, und als es dann soweit war, wurde mein Ill-Tempered Cyclops auch schon monströs.

In Runde drei hatte ich dann das schlechte Matchup gegen mindestens ein Pharika’s Cure. Im Grunde denke ich, dass ich das Match alleine gegen diese Karte verloren habe, auch wenn natülich diverse Mnemonic Walls und ein Champion of Stray Souls nicht gerade unbeteiligt an meiner Niedelage waren. Im ersten Spiel konnte ich nie vernünftig angreifen, brachte vereinzelt Schadenspunkte durch. Irgendwann tauschte der Champion einen Sigiled Starfish gegen eine Mnemonic Wall und ich konnte praktisch enischieben. Im zweiten Spiel war ich dann etwas schneller und konnte trotz der Cure noch den benötigten Schaden durchmogeln. Im dritten war es wieder wie im ersten, ich bekam kaum Schadenspunkte durchgedrückt. Und ein Champion of Stray Souls konnte von meinem Deck einfach nicht bedient werden.

So war ich am Ende mit einem 2-1 ganz zufrieden: Der Archetyp rw-Aggro ist also durchaus noch draftbar, auch wenn ich gerne noch ein oder zwei bessere Kreaturen gehabt hätte. Impetuous Sunchaser oder Reckless Reveler sind nun nicht meine erste Wahl. Sehr stark waren Akroan Line Breaker und Bladetusk Boar, die entweder sofort gehandelt werden mussten oder das Spiel über kurz oder lang entschieden.

Nächste Woche geht die Reise weiter (jawohl, ein weiteres Wortspiel!) und ich werde erneut das Format draften. Es sieht danach aus, als könnte es wirklich mehrere gute Wege zum Erfolg geben. Aber bis ich darüber etwas aussagen kann, werden wohl noch einige Wochen des Draftens vergehen.

Bis nächste Woche

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2 Responses to Die erste Reise

  1. Jashin sagt:

    Dem Deck fehlten schlicht zwei Ordeals, dann wäre es super gewesen…

  2. arbor_p sagt:

    -1 Satyr Hoplite
    -1 Impetuous Sunchaser
    -1 Lagonna-Band Elder

    +1 Mountain
    +1 Two-Headed Cerberus
    +1 Fearsome Temper

    Im Deck sind schon genug Kreaturen die angezielt werden wollen, also ist der zweite Satyr Hoplite nicht gut genug. Die anderen beiden Cuts sind durchschnittliche Kreaturen die man in dem Deck nicht vermissen wird. Temper nicht zu spielen halte ich für einen großen Fehler. Die Karte dominiert unbeantwortet das mid game. Was hielt dich davon ab sie ins Deck zu packen? Zwar ist der Ceberus oft auch nur durchschnittlich, hat aber Potential sehr gut zu sein. 16 Länder sind von der Anzahl her genug, aber die Verteilung ist total awkward. Die Bolts Turn 3-4 spielen zu können ist essentiell. Mit einem Mountain mehr entscheide ich mich für stabilere Draws im early/mid game. Obv wird man mit 17 Länder öftermal flooden, aber die Spiele werden im Schnitt früh entschieden.

    Philipp

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