Der kleine Unterschied

Nachdem Costa Rica gestern tatsächlich die Urus alt hat ausehen lassen und ein Toyota in Frankreich bei einem bekannten Langstreckenrennen in Führung liegend ausgefallen ist, zurück zum Magicspiel. Dieses Mal möchte ich ein wenig über die Dynamik an großen und kleinen Tischen reden.

Man kennt das ja: Man möchte einen FNM- oder einen anderweitig motivierten Draft spielen und es finden sich nicht genau acht Spieler. Ist im Laden eigentlich völlig normal. Natürlich kann da auch der Laden nix für, aber zum Draften sind krumme Zahlen, also alle, die von acht abweichen, eher schlecht. Ich hatte am Wochenende den fragwürdigen Genuss, einen Draft mit sechs Spielen, und einen mit neun Spielern durchführen zu dürfen.

Bei sechs Spielern kann es vorkommen, dass selbst einige Commons nie im Draft auftreten. Mit drei verschiedenen Boostern wie wir es im momentanen Format haben, bleiben mit Sicherheit einige Theros-Commons außen vor. Und bei den Wizard’schen Printruns gibt es sogar manchmal einige andere Commons mehrfach. Ein Beispiel: Wir hatten am Freitag in sechs Boostern fünf Grim Guardian. Das kann schon mal passieren, ist aber natürlich mindestens ebenso unwahrscheinlich.

Generell würde ich über den kleinen Tisch sagen, dass die Decks am Ende deutlich langsamer sind. Soll heißen: Viele Karten haben meist mehr Manakosten im rechten oberen Eck stehen. Das macht zum einen schnelle Decks – wenn sie zusammenkommen – besser, weil sich die langsamen Decks nicht so gut wehren können. Zum anderen wird es aber auch schwerer, selbst solch ein schnelles Deck zu draften.

Mir ist das auch nicht geglückt, dafür habe ich ein paar Constellation-Kreaturen einsammeln können. Ich achtete dann auch verstärkt auf die besseren Verzauberungen und bekam ein recht schlagfertiges, aber schnellstenfalls midrangiges Deck zusammen.

Aphodel Wanderer
Satyr Grovedancer
Blood-Toll Harpy
2 Grim Guardian
Oakheart Dryads
Returned Centaur
Squelching Leeches
Eidolon of Blossoms
Pheres-Band Tromper
2 Humbler of Mortals
Noble Quarry

2 Aspect of Hydra
Warrior’s Lesson
Font of Return
Nyx Infusion
Feral Invocation
Weight of the Underworld
Lash of the Whip
Raised by Wolves
Sip of Hemlock

9 Swamp
8 Forest

Wie man sehen kann, fehlen vornehmlich Zweidrops. Der Wanderer soll aggressive Ansätze aufhalten, was auch die 4-Widerstandskraft-Tiere tun. Im Endeffekt hat das Eidolon of Blossoms genau einmal das gemacht, was es tun soll, und das im genau letzten Spiel. Ansonsten musste ich mit den Humblern gewinnen oder ich konnte mit der Harpye zuschlagen. Klar fehlten ein wenig die Winoptions, aber so viele gute Kreaturen sieht man am 6-Spieler-Tisch eben nicht.

Insgesamt war damit ein 2-1 drin, die Spiele waren 5-3. In meinem Niederlagenmatch konnte ich ein Spiel klauen, bei einem Sieg gegen ein sehr schnelles rot-blaues Deck hatte ich einmal das Nachsehen. Generell macht das Draften an kleineren Tischen natürlich trotzdem Spaß, aber man muss sich auf seine Umgebung einstellen. Man sollte zunächst mit keinen Karten wirklich rechnen, aber die Karten, die tablen, gut im AUge behalten. Bei sechs Spielern können auch nur fünf Karten rausgenommen werden, sodass man zurückkommende Karten ein wenig leichter vorhersagen kann.

Anders als am 9-Spieler-Tisch: Hier kommen – zumindest von den wirklich guten Karten – wohl keine mehr zurück. Von 14 Karten eines Packs schaffen es ohnehin nur fünf um den Tisch. Die Qualität sollte da schon raus sein. Somit ist das „Auf eine Karte bauen“ eher eine Lotterie. Schließlich müssen die Karten in den Boostern sein, die man noch nicht gesehen hat. Auf der anderen Seite werden hier deutlich mehr Booster geöffnet: Neun Spieler öffnen ohne Foils 90 Commons. Das reicht selbst im Therosset für jede Karte zumindest einmal aus. Natürlich gibt es auch hier Abweichungen durch die Printruns, aber man hat immerhin statistisch die Chance, alle Karten einmal zu sehen.

Mir erging es relativ gut: Ich nahm eine War-Wing Siren über einen Battlefield Thaumaturgen und nahm auch direkt eine zweite. Anschließend kamen viele weiße und wenige blaue Karten dazu und ein ziemlich schnelles und fliegendes Heroic-Deck kam dabei herum.

2 Loyal Pegasus
3 Akroan Skyguard
Oreskos Sun Guide
2 Stonewise Fortifier
Sigiled Starfish
Wingsteed Rider
2 War-Wing Siren
Akroan Mastiff
Hopeful Eidolon
Leonin Iconoclast

Mortal Obstinacy
Battlewise Valor
Chosen by Heliod
Fate Foretold
Hubris
Pin to the Earth
Voyage’s End
Phalanx Formation
Divination

9 Plains
7 Island

Bei den drei Akroan Skyguards merkt man den großen Tisch am deutlichsten: Im kleinen Set werden ebenfalls 90 COmmons geöffnet, sodass man manche zwei- bis dreimal sieht. Ich denke, dass ich alle am Tisch befindlichen bekommen habe.

Auch dieses Deck ging 2-1, konnte aber leider kein Spiel in meinem verlorenen Match klauen. Das rot-grüne Constellation- Deck war einach zu schnell für mich. Insgesamt bin ich dennoch sehr zufrieden mit diesem Deck. Die Heroic-Trigger waren schwer für mich auszulösen, die Phalanx Formation war Gold wert. So richtig gute und viele von diesen Enablern findet man aber im Format mit allen drei Sets nicht mehr. Deshalb ist jede Karte wichtig.

Insgesamt machen natürlich beide Tische Spaß. Neun Spieler haben den zusätzlichen Nachteil, dass es ein Bye am Tisch gibt und somit ein Spieler zusehen muss. Online fallen Spielerunregelmäßigeiten natürlich weg, weil man einfach auf den achten Spieler warten und starten kann. Wenn ich wählen könnte, würde ich den größeren Tisch bevorzugen, aber man steckt eben nicht drin.

Wie ist das bei Euch? Draftet Ihr in einer festen 8-Spieler-Runde? Oder spielt Ihr regelmäßig mit krummen Spielerzahlen?

Bis nächste Woche

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Der kleine Unterschied

  1. knuffel sagt:

    Im Zweifel wäre ich auch für den 9er Tisch, da ist der Kartenpool größer. Aber 9 geht noch, wir hatten auch schon 7, 10 oder 11 Spieler am Tisch… Oder es kommen nur 5 und der Draft fällt ins Wasser. Es ist echt kaum abschätzbar, wie viele draftfreudige Menschen sich einfinden. Ein 8er Draft ist echter Luxus.

    Zu den Decks: Das zweite Deck gefällt mir besser, wiel mir agressive Decks generell besser gefallen. Die Drafte ich auch ständig mit sehr wechselhaften Erfolg. Ein paar Karten, wie zum Beispiel der Starfish, wären mir zu defensiv. Das kann aber auch nur mein Eindruck sein, weil ich Wr verwöhnt bin. 😀

  2. Thomas sagt:

    hätte man da nicht auch 8 + 7 draften können ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.