Fliegend nach vorne

Ganz Magic-Deutschland bereitet sich auf Magic2015 vor. Ganz Magic-Deutschland? Nein. In mindestens einem kleinen Städtchen wird weiterhin fleißig der scheidende Theros-Block gedraftet.

So oder so ähnlich fühle ich mich, wenn ich dieser Tage an einem Draft teilnehme. Natürlich werde ich hin und wieder gefragt, ob ich den Spoiler zu M15 mitverfolgen würde. Ich muss darauf ehrlich antworten, dass ich es wie bei jedem Set halten werde und mir den Spoiler dann ansehe, wenn er komplett auf dem Wizard’schen Mutterschiff zu sehen ist. Die Karten in Kartenform machen für mich einfach mehr her, als die Karte in reiner Textform. Und es trainiert ein wenig für das Prerelease, sodass dort nicht mehr jede Karte vollkommen neu ist.

Aber es wurde ja auch noch gedraftet. 20 Drafter waren eine Menge und wollten erst einmal an drei Tischen sitzen. Ich durfte an einem Sechs-Mann-Tich platzen und draftete folgendes Deck:

Lagonna-Band Trailblazer
Loyal Pegasus
Triton Shorestalker
2 Akroan Skyguard
Oreskos Sun Guide
Sightless Brawler
3 Vaporkin
Eagle of the Watch
Elite Skirmisher
Cloaked Siren
Ornitharch

Ajani’s Presence
Gods Willing
Mortal Obstinacy
Aqueous Form
Retraction Helix
Chosen by Heliod
Pin to the Earth
Hour of Need
Divine Verdict
Excoriate

8 Plains
8 Island

Meine Aversion gegenüber zu vielen Ländern ist ja vermutlich bekannt. Tatächlich startete ich mit 17 Ländern, zog dann aber in den ersten beiden Runden so viele, dass ich gefühlt nie einen Landdrop auslassen musste. Da ich das Excoriate besser als ein Land gebrauchen konnte, wurde hier dann für die letzte Runde getauscht. Dort bekam ich auch kaum Manaprobleme, von einem Mulligan abgesehen.

Das Sideboard gab auch nicht mehr so viel her: Cavalry Pegasus, God-Favored General, Harvestguard Alseids, Hold at Bay, Lagonna-Band Elder, Stonewise Fortifier, Traveling Philosopher, Coastline Chimera, Countermand, Evanescent Intellect, Lost in a Labyrinth und Triton Shorethief. Es sind einige solide Karten dabei, aber der fliegende Fokus des Decks würde bei vielen Veränderungen wohl verloren gehen.

Ein paar knappe Entscheidungen hatte ich im Draft zu treffen: Im ersten Booster blieb ich drei Picks lang Weiß, als im vierten Pack Hour of Need und Scourge of Fleets waren. Das war für mich das Zeichen, dass ich neben weiß auch blau in Betracht ziehen muss. Ich habe mich, da die Picks bislang aus Eagle of the Watch, Sightless Brawler und Harvestguard Alseid bestanden, für Hour of Need entschieden.

Im viertletzten Pick im ersten Booster dann die Wahl zwischen Ajani’s Presence und Aerial Formation. Das war in der Tat knapp, am Ende würde ich es vermutlich anders herum machen: Ich nahm die Presence. Die Formation hätte mich aber wohl meinen Spielplan besser umsetzen lassen, indem sie nicht nur meine Flieger vergrößert, sondern auch meine Fußbodenkrieger in die Luft gehoben hätte. Hier habe ich mich aber auch für die Presence entschieden, weil der Fokus des Decks mehr auf weiß lag.

Im dritten Booster öffnete ich Erebos, God of the Dead, Thassa’s Emissary (in Foil) und einen Vaporkin. Ich zog alle drei Karten in Betracht, legte den Gott aber als erstes bei Seite. Der Emissary ist stark, würde bei mir aber meist der Hill Giant sein. Ich nahm den aggressiven Flieger, da ich gerne noch mehr Zweidrops und mehr Flieger wollte. So gut der Emissary auch ist, der Vaporkin unterstützt den schnellen Plan einfach besser.

Im fünften Pick im dritten Booster sah ich dann einen Vaporkin und einen Battlewise Hoplite. Auch ein extrem knappes Ding, vor allem, weil ich schon zwei Vaporkin hatte. Dennoch griff ich wieder zum Flieger: Der Hoplite ist bislang noch im Booster, das heißt, dass ihn niemand ernstlich wollte. Wenn er nicht gehatet würd, bleibt er auch noch eine Runde drin. Natürlich schaffte er keine RUnde mehr zu mir zurück, aber der Flieger war mir wiederum wichtiger. Leider sind auch die guten Heroic-Auslöser seltener geworden und somit auch ein Argument in Richtung Vaporkin.

Die Spiele waren sehr deutlich: Ich gewann 2-0 gegen GW-Aggro mit Phalanx Leader und Leafcrown Dryad. Danach verlor ich 0-2 gegen RU mit Scouring Sands, Felhide Spiritbinder und Crackling Triton. Und am Ende wurde ich gegen das einzige unbesiegte Deck hochgelost und gewann wieder 2-0 gegen BU mit Scourge of Fleets und einigem Removal. Ich gewann den Pod, weil mein Gegner aus Runde eins einfach auch sechs Punkte schaffte und ich somit beide mit der gleichen Punktezahl wie ich selbst geschlagen hatte. Leider hatten wir in Runde 1 einen Drop zu verzeichnen und so musste mit drei Punkten ein Bye kassiert werden. Schade, aber nicht zu ändern. Am Ende durfte ich mich über ein Auflösen im FNM-Format freuen.

Das Deck war – im Nachhinein betrachtet – ganz gut: Die drei Vaporkin sind natürlich klasse, aber am kleinen Tisch auch extrem unwahrscheinlich. Die Hour of Need ist brutal gut. Im Gegensatz dazu ist der Sightless Brawler die Anstrengung eher nicht wert. Den Triton Shorestalker kann man auch alleine spielen, den Loyal Pegasus ebenfalls. Den Lagonna-Band Trailblazer würde ich wohl beim nächsten Mal eher ersetzen. Meinen gefirstpickten Eagle of the Watch habe ich leider nie gezogen. Gut gefallen haben mir God’s Willing und Ajani’s Presence, da beide das Deck unberechenbarer machen. Aerial Formation hätte aber auch gut gepasst. Bei diesem Pick bin ich immernoch unentschieden.

Die 16 Länder empfehle ich übrigens nicht. Ich mache das eigentlich immer genau dann, wenn ich in Decks, die keine Länder mehr legen wollen, viele Länder ziehe. Generell ist das in diesem Deck eher nicht zu empfehlen, auf fünf Länder will man dank Ornitharch schon gerne kommen.

Nächste Woche ist meines Wissens nach nochmal ein Draft in regulärer Form und danach gibt es dann erste Eindrücke des Prereleases. Mal sehen, wie ich mich dann schlage.

Bis nächste Woche

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Ein Kommentar zu Fliegend nach vorne

  1. maettu sagt:

    Wenn man Hour of Need als 4. Pick bekommt, dann frage ich mich wie gut die Spieler der Draft-Runde sind! Weil Hour of Need ist absolut eine der Besten Karten des Sets!

    Der Erebos im dritten Pack gehört nicht zur engeren Auswahl, da er nur gut ist wenn du wirklich viel Schwarz spielst, oder viel Lifegain hast. Sonst macht er sehr wenig, er lässt sich super Sideboarden, falls man Schwarz splashen kann… Es ist normal eine Off-Color Rare zu öffnen im dritten Booster, macht auch nichts 😉
    Ich hätte glaube ich den Emissary genommen, weil er Foil ist 😉 Ne der Emissary macht auch mal etwas im späteren Spiel. Das Problem mit vielen kleinen Fliegern ist, es gibt viele 1 Schaden-Effekte…
    Wegen den Ländern ich würde zu 17 raten, denn Hour of Need kann sehr gut viele Manas gebrauchen auch die Wahrscheinlichkeit 3 Länder zu treffen geht ist besser…

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