Länder, Länder, viele Länder

Ich bin krank. Viele wussten das natürlich schon vorher, aber mir war nun auch noch schlecht. Ich fürchte, dass das stark nach Schuhsohle schmeckende Schinkenbrötchen aus der Kantine für meinen Zustand verantwortlich war. Leider habe ich an diesem Tag gleich von drei verschiedenen Küchen gegessen und kann das nun nicht eindeutig zuordnen.

Jedenfalls habe ich mich dieses Wochenende nicht aus meinem Zimmerchen bewegt; und somit auch nicht Magic gespielt. Zeit also, eine Aufgabe anzugehen, die Ormus schon vor etwa einem Jahr angestoßen hat und die ich bisher nicht umsetzen konnte. Es geht um Länder im Casual. Ich habe die Aufgabe nicht mehr genau im Kopf, aber er fragte wohl nach den besten Casualländer und welche die Spieler empfehlen könnten.
Ich habe mir gedacht, dass ich hier einfach die Frage beantworte und – falls möglich/nötig – eine preiswerte Alternative anbiete. Ich habe keine Nummerierung vor und auch legt die Liste keinen Anspruch auf vollständigkeit. Immerhin ist sie frei aus dem Kopf erdacht und ich bin dafür einfach meine Decks durchgegangen.

Länder sind nun einmal die Basis eines jeden Decks und damit unverzichtbar. Hat man nicht die richtigen oder zu wenige, wird man seine Sprüche nie spielen, selbst wenn es so gute Sprüche wie Cryptic Command oder Emrakul, the Aeons Torn sind. Daher ist auch die Menge in euren Decks entscheidend. Im Zweifel packt Ihr lieber eines mehr ein.

Zunächst sind die wohl besten Länder für mehrfarbige Decks die Alpha-Beta-Unlimited-Revised-Doppelländer a la Badlands. Auch im Casual. Klar, ich hole mir für mein Casualdeck keine vier Tundra, aber es wäre das beste Land, weil es gut mit den sogenanten Fetchländern harmoniert und beide Farben erzeugen kann. Ursprünglich wollte ich Standardländer als „bestes Land“ schreiben, aber Doppelländer sind – wie es auch auf der Revised-Version steht – zwei Standardländer auf einer Karte. Durch den Preis und die niedrige Verfügbarkeit rate ich allerdings von diesen teuren Ländern ab, gerade wenn man einsteigen möchte.

Stattdessen spiele ich in den meisten Fällen das Schock-Doppelland(zB Blood Crypt). Es bietet ebenfalls den Luxus, kostenfrei aus zwei Farben wählen zu dürfen, entspricht auch beiden Landtypen (also hier Gebirge und Sumpf) und hat nur einen marginalen Nachteil beim Spielbetreten. Marginal ist er vor allem im Commanderformat, wo man 40 Lebenspunkte hat. Ansonsten einfach im ersten Zug getappt ins Spiel legen.

Nennt man zweifarbige Länder mit Standardlandtypen, dann nennt man auch die oben erwähnten Fetchländer, wie etwa Bloodstained Mire. Da sie für das neue Set Khans of Trakir vorgestellt wurden, rechne ich mit einem Absinken des Preises vergleichbar mit Thoughtseize. Zudem dürften nun auch die fünf in Zendikar gedruckten im Preis sinken, sodass sie zwar noch nicht ganz dem Thema „Budget“ entsprechen, aber immer eine lohnenswerte Karte sind. Zweifarbige Länder damit suchen zu können ist ein unschlagbares Argument.

Abhängig vom Deck gibt es daneben eine Reihe von anderen Ländern, die immer wieder das Spiel sehen. Zunächst die Manaproduzenten:

Im Fünffarbigen Deck spiele ich gerne Ancient Ziggurat: Bei 40+ Sliver-Kreaturen macht dieses Land immer die passende Farbe ohne mir Schaden zuzufügen. Wer die Ziggurat spielt, spielt meistens auch Cavern of Souls, die leider nicht im günstigen Bereich liegt. Dafür voll im Budgetbereich liegen Rupture Spire und Transguild Promenade. Sie brauchen ein weiteres Mana beim Spielbetreten, sind danach aber voll einsatzfähig. City of Brass, Grand Colliseum und Mana Confluence sind ebenfalls für Vielfarbigkeit zu haben. Hier bezahlt man mit einem Lebenspunkt pro Mana, was durchaus fair ist. Und das Colliseum kann auch für farbloses Mana getappt werden ohne bezahlen zu müssen.
Ich mag daneben auch Karten wie Forbidden Orchard, der dem Gegner eine meist irrelevante Kreatur spendiert, und Exotic Orchard, der gerade in Mehrspielerrunden immer fünf Farben produziert. Wer schon fünf Farben hat, kann den in Conspiracy wieder aufgelegten Reflecting Pool spielen. Er macht immer das, was man selbst machen könnte. Liegt also ein Mirrodin’s Core, kann der Pool alle fünf Farben machen, weil der Kern das könnte, auch wenn keine Marke auf dem Core liegt.
Eine weitere Karte für fünffarbige Decks ist Tendo Ice Bridge. Sie hat nur eine Marke und diese wird auch meistens schnell ausgegeben. Aber wie oft braucht man die Marke, wenn man die ganzen anderen Länder darum herum spielt? Zudem kann sie auch für farbloses Mana getappt werden. Und sie harmoniert mit den unten kommenden Bounce-Lands. Mehr Marken, dafür nur dreimal tappbar? Das ist die Gemstone Mine. Wenn man schnell buntes Mana braucht, aber nicht bis ganz zum Ende rampen möchte, ist die Mine durchaus ein Kandidat.

Drei Farben auf einmal, da gab es bislang wenige Länder. Allen voran geht hier der Uncommon-Cycle aus Shards of Alara (Jungle Shrine), der drei nebeneinander liegende Farben unterstützt. Meist stört es nicht, in der ersten Runde ein getapptes Land zu spielen, sodass dann ab der zweiten Runde drei Farben produziert werden können. Mit etwas Glück kommen im kommenden Block die passenden Länder der Feindfarben.
Weniger beliebt, weil sehr umständlich ist der Cycle aus Homelands (Wizard School). Hier muss man für buntes Mana erst einmal Mana bezahlen. Das kann im späten Spiel zwar irrelevant sein, hält aber meist im frühen Spiel stark auf. Diese würde ich nur in Themendecks spielen, da es mittlerweile zu viele bessere Länder gibt.
Auch die Lairs aus Planeshift dürfen hier erwähnt werden. Karten wie Dromar’s Cavern werfen einen erst in den folgenden Zügen zurück und nehmen „verbrauchte“ Länder wie Llanowar Reborn oder Tendo Ice Bridge auf die Hand zurück.

Zwei Farben können auch ohne die Standardlandtypen produziert werden: Ich sprach bereits von Bouncelands wie Rakdos Carnarium. Sie simulieren bei mindestens einem weiteren Land auf der Starthand drei Länder, weil man „Land, Bounceland, nochmal Land“ in den ersten drei Zügen legt. Nur verlieren will man seine Bouncelands nicht, weil man dann zwei statt einem Zug zurückfällt. Ein Risiko bleibt also bestehen.
Weniger risikoreich, dafür auch nur ein Mana produzieren die Guildgates (zB Rakdos Guildgate): Kommen getappt, machen beide Farben und sind ein Tor. Wenn letzteres keine Rolle spielt, sind vermutlich die Refuges a la Akoum Refuge besser, weil sie ein Leben spendieren. Ansonsten verhalten sich die Tore auch wie die Invasionländer wie Urborg Volcano. Die Refuges und die Invasionsländer sind nur für benachbarte Farben verfügbar, was Feindfarben schwieriger macht.
Die haben dafür nun wieder Painländer (Sulfurous Springs) bekommen; die gab es schon öfter, nun im aktuellen Design und exklusiv für Feindfarben. Natürlich sind die Freundfarben genauso zu empfehlen. Wie schon [card]Grand Colliseum[card] tappen sie für farbloses Mana und produzieren Farben für einen Lebenspunkt. Zudem kommen die Painlands enttappt ins Spiel.

Teurere Alternativen gibt es natürlich immer: Filterländer gefällig? Länder wie Graven Cairns liefern mit der entsprechenden Farbe unterstützt die passende Anzahl an Farbe, was sie in vielen Decks mitspielen lässt. Gerade wer viele farbintensive Sprüche aus mehreren Farben spielt, wird auf diese Länder nicht verzichten wollen.

Wer sich gerne Länder sucht, aber nicht die teuren Fetchländer zahlen möchte, der darf auch gerne bei den Miragekarten suchen und finden. Rocky Tar Pit und seine Freunde finden ebenfalls zwei Typen an Standardländern, haben aber eine Runde Verzögerung in den Füßen. Zudem gibt es sie nur für Freundfarben.

Farblose Länder gibt es ebenfalls und diese sind sogar richtig stark. Mishra’s Workshop ist zwar top, aber auch topteuer. Davon würde ich jedem Normalsterblichen abraten. Als Alternative gibt es dann Karten wie Ancient Tomb, City of Traitors oder Temple of the False God. Wer kein Highlander-Format spielt kann auch mehrere Cloudpost mit Glimmerpost mixen. Generell achte ich darauf, dass diese Länder mehr als ein Mana Produzieren, wenn sie schon keine Farbe liefern.

Als Abschluss noch eine kleine Sonderkategorie, die besonders im Lorwyn-Block auflebte. Hier gab es Kreaturtypen-spezifische Länder wie Auntie’s Hovel, die nicht für alle Farben gedruckt wurden. Diese kann man auch immer spielen, in anderen Tribe-Decks sind sie nicht besser als die Invasionländer. Ansonsten kommen die Karten gerne enttappt ins Spiel, wenn sie die Kreatur zeigen, die dann ohnehin gespielt werden wird.
Murmuring Bosk bildet hier eine Ausnahme, weil es einerseits drei farben produzieren kann und weil es zudem ein Wald ist, also gesucht werden darf. In einem entsprechenden Deck mit beispielsweise Doran, the Siege Tower ist dieses Land richtig stark.

Bei den sogenannten „Manlands“, also Ländern, die zur Kreatur werden, gibt es eine große Auswahl an guten Ländern.

Die wohl besten sind die vermutlich die Worldwake-Länder, die geich zwei Farben produzieren. Allerdings benötigen sie auch zwei Farben, um aktiviert zu werden. Schafft man dies, kann zB Lavaclaw Reaches richtig Druck ausüben.
Ähnich gut sind die einfarbigen Manlands, die als Uncommon auch deutlich erschwinglicher sind. Das beste ist hier vermutlich das Treetop Village, dass sich für nur zwei Mana zum 3/3er machen lässt. Ach ja, trampeln kann er auch.

Neben den bunten Manlands gibt es auch eine Reihe von farblosen Manlands, die alle spielbar sind: Mutavault, Mishra’s Factory oder sogar Stalking Stones kann man ohne Probleme einsetzen. Auch die beiden aus dem Affinity-Deck bekannten Nexi sind durchaus spielbar (Blinkmoth Nexus und Inkmoth Nexus). Zuletzt spiele ich auch gerne Gargoyle Castle, welches zwar nicht ein klassisches Manland ist, aber es erzeugt einmalig eine nicht zu verachtende Kreatur.

Dann gibt es noch eine Reihe an Ländern, die wegen ihres Effektes gespielt werden und nicht in erster Linie wegen ihres Mana, das sie produzieren.

Hier nenne ich gerne mal den Posterboy Maze of Ith. Kann kein Mana herstellen, hat aber einen starken Effekt. Ähnlich gut ist das Mystifying Maze, das aber Mana braucht und nicht selbständig tappen kann.
Volrath’s Stonghold ist in letzter Zeit wieder sehr beliebt, weil der Effekt einfach klasse ist. Wer mehr Artefakte spielt, der kann sich auch einmal Academy Ruins ansehen.
Als klasse Kreaturenverstärker kommt Kessig Wolf Run daher, den es auch im Kleinformat in Form von Skarrg, the Rage Pits gibt. Neben dem Wolfland gibt es auch neun weitere Länder aus dem Innistrad-Block, die alle einen Effekt haben und dabei noch farbloses Mana produzieren. Sehenswert sind zunächst einmal alle.

Hier fallen mir auch alle Landzerstörer ein, also Länder, die andere Länder kaputt machen können. Strip Mine ist hier der erste Kandidat, das teure wasteland der zweite. Wenn es mehr Budget sein darf, sollten Encroaching Wastes und Tectonic Edge nicht weit sein. Dust Bowl kann auch als gute Alternative herhalten, wenn es sehr wichtig wird. Zum Abschluss soll auch das Ghost Quarter noch erwähnt werden, das sich meistens um wichtige Länder kümmert.

Wichtig ist in jedem Fall: Packt genügend Standardländer ins Deck. Man möchte einfach nicht ein Land mit Ghost Quarter oder eine Kreatur mit Path to Exile verlieren und keinen Ersatz dafür bekommen. Da hätte der Gegner einen Klassetausch abgezogen und das will man ihm ja schließlich nicht bieten, oder? Dementsprechend sind auch Standardländer hier auf der Liste.

Ich habe nun bestimmt die Hälfte der Länder vergessen und/oder einfach nicht aufgezählt. Karten wie Terramorphic Expanse/EVolving Wilds oder Riptide Laboratory sind allesamt auch wichig, aber ich denke, dass ich einen groben Überblick über die wichtigsten und häufigsten Länder geben konnte. In den Kommentaren dürfen gerne Anmerkungen zu den Ländern auf der Liste oder auch zu denen, die nicht darauf zu finden sind, gegeben werden. Wie eingangs schon geschrieben: Diese Liste entstand aus dem Kopf, kann also durchaus Fehler und Fehlendes beinhalten.
Ich hoffe, dass ich Ormus‘ Fragestellung damit halbwegs getroffen habe. Ansonsten kann es einfach als ein momentaner Stand der wichtigsten Länder durch meine Augen gesehen werden.

Nun lege ich mich wieder hin und trinke Kamillentee. Das macht zwar überhaupt keinen Spaß, aber ich habe wohl keine Wahl, schließlich sollte ich am Montag wieder fit sein. Und leider gibt es bei uns auch nur diese eine Kantine. Ich werde aber in Zukunft wohl von den Schinkenbrötchen Abstand nehmen.

Bis nächste Woche

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7 Responses to Länder, Länder, viele Länder

  1. jashinc sagt:

    Das ist keine Empfehlung der besten Casualländer, sondern eine komplette Auflistung aller Optionen. Eine differenziertere und vor allem ganz eindeutig das für den jeweiligen Zweck empfehlende Darstellung wäre hilfreicher gewesen.
    Ich habe vor zwei Jahren an anderer Stelle einen Artikel geschrieben, der in eine ähnliche Richtung geht. Falls es jemanden interessiert: http://magic.freizeitspieler.de/lese-ecke.php?nr=489

    Homelands-Länder sind im übrigen eine Beleidigung, weil dank Unknown Shores obsolet!

    • grozoth sagt:

      Verstehe ich nicht ganz: Wenn es eine gesamte Auflistung waere (was es nicht ist, dafuer habe ich eindeutig zu viel vergessen), dann koennte doch jeder fuer seinen Zweck die Laender rausziehen. Ein wenig Transferleistung/Kreativitaet muss ich dem Leser schon lassen 😉

    • atog28 sagt:

      Eine Kritik in Richtung „das ist zu komplett“ finde ich witzig. 😀

      • jashinc sagt:

        Naja, das ist genauso wie bei einer Textzusammenfassung: Wenn ich quasi alles aufschreibe und nicht kürze ist das Ding nicht so nützlich.
        So muss man als Anfänger wieder total viel selbst abwägen, anstatt eine (oder zwei) Empfehlungen pro Archetyp zu bekommen…

  2. Ormus sagt:

    Sehr schöner Überblick! Inzwischen wissen wir ja, dass die dreifarbigen Wedge Länder analog zum Alara Block in der neuen Edition auch kommen…

  3. Freakle sagt:

    nette Zusammenstellung, aber welche Länder soll nun ein neuer Spieler zB für Commanderspiele nutzen?

    Ich finde zum Beispiel die Bouncelands fast nie Spielbar, dafür sind die Therosblock Tempel stark genug afaik.
    Außerdem bleibt auch die Frage, wieviel irgendwelcher „Doppelländer“ überhaupt gespielt werden sollen? Sind in einigen Fällen Basics nicht sogar besser als so quatsch wie Bouncelands oder Rupture Spire oder so Späße zu spielen.

    Die Mirage-Fetchies sind zB sehr gut Spielbar in ner Küchentischrunde, allerdings halte ich da Painlands (außerhalb des Commanders) für keine gute Manafixalternative. Der Lifeloss ist meist in irgend nem Haufendeck das keinen „vernünftigen“ Gameplan hat oft zu viel.

    Cool wäre auch noch gewesen bei so ner Zusammenstellung mal drauf einzugehen, für welche „Landupgrades“ sich n neuer Spieler entscheiden sollte. Macht es sinn massig in Filterländer zu inverstieren, oder in ein echtes Dualland, etc…

    Aber ansonsten, nette Zusammenstellung 🙂

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