Erfolge seit Straßbourg

Nicht von der Hand zu weisen ist, dass ich seit meinem jämmerlich schlechten Abschneiden auf dem Grand Prix kein Match verloren habe. Wow, das klingt gut. Auch wenn ich bislang nur zwei Drafts mitgenommen habe, ist das doch eine starke Quote. Allerdings muss ich auch zugeben, dass meine Gegner oft für mich spielen bzw einfach nicht das ziehen, was sie brauchen.

Das erste Beispiel: Unser Draft letzt Woche. Zehn Spieler saßen an einem Tisch, mir gegenüber drei neue Spieler. Ich hätte die gerne neben mir gehabt weil die Decks dann aus irgendeinem Grund deutlich besser werden. Meines schien aber auch in die richtige Richtung zu gehen, vor allem mit den vier klaren Picks Sorin, Solemn VisitorCrackling DoomChief of the BladeChief of the Scale. Das ist mal ein Drafteinstieg! Leider nahm die Qualität anschließend etwas ab und mein Deck bekam nicht ganz so viele Warriors, wie ich es gerne gehabt hätte. Aber es konnte sich immer noch sehen lassen:

2 Mardu Hateblade
War Name Aspirant
Chief of the Blade
Chief of the Scale
Krumar Bond-Kin
2 Ponyback Brigade
Alabaster Kirin
2 Unyielding Krumar
Highspire Mantis
Mardu Roughrider
Sultai Scavenger
Shambling Remains

Feat of Resistance
Kill Shot
Crackling Doom
Rush of Battle
Bitter Revelation
Sorin, Solemn Visitor
Throttle
Rite of the Serpent

2 Bloodfell Cave
Nomad Outpost
Wind-Scarred Crag
6 Plains
6 Swamp
1 Mountain

Das Sideboard war recht irrelevant. Die Spiele beschreiben nur, was ich oben schon gesagt habe: Jeder Gegner hatte eine Situation, wo es mir auch genau anders hätte gehen können.

In der ersten Runde verlor ich das erste Spiel, konnte mit Sorin das zweite sicher heimbringen und im dritten griff ein Ruthless Ripper einmal zu oft rücksichtslos an; so konnte mein Mardu Roughrider einen Alabaster Kirin vom Blocken abhalten, wobei ein Chief of the Scale bei mir und zwei weitere Kirins bei ihm lagen. Mit offenem Mana blockte er anchließend gegen den Roughrider ungern und gab vor einer Chumpblockserie auf. Ohne den Ripper-Angriff muss ich diesen vom Block abhalten und er könnte direkt in den Trippelblock gehen. So gewann ich.

Im zweiten Match hatte ich keine Chance nach Mulligan auf fünf, und gewann dann das zweite Spiel, weil ich ihn mit Sorin und Rush of Battle auf 2 Lebenspunkte schickte. Ich war dagegen auf 30+. Als er mich wieder auf 20 dezimiert und das Spiel unter Kontrolle hatte, zog ich Crackling Doom. Im dritten mulliganierte er, hielt mit einer Bloodstained Mire, Trail of Mystery, Embodiment of Spring und drei irrelevanten Spells und schob mit der Mire im Spiel und einem vollen Friedhof ein.

In der dritten Runde stallten wir uns ein wenig, bevor Sorin sein Emblem machte und sein Board fraß. Im zweiten Spiel gewann er zügig mit Necropolis Fiend und Siege Rhino. Im dritten hatte ich kaum Länder, musste mit drei Ländern und Morphs gegenhalten, fand Rahshasa’s Secret und millte mir selbst zwei Länder, um darauf einen Kill Shot zu ziehen. Ich konnte Shambling Attendants legen (mit drei Ländern im Spiel!) und ihn wegstallten. Irgendwann griff er so an, dass ich – mittlerweile bei fünf Ländern auf sechs Lebenspunkte ging, sein Board kleinhalten und selbst nichts verlieren brauchte. Er spielte sein letzte Handkarte und leerte das Board mit Death Frenzy. Ich legte Sorin auf das nun leere Board, benutzte die „Plusfähigkeit“ und hatte drei Removal auf der Hand. Hier hätte ich vermutlich einen Vampir machen müssen. Der Grund: Wir kamen in die Time, ich hätte meinen Gegner mit meinem letzten Angriff genau nicht mehr unter 0 gebracht. Aber aus irgendeinem Grund gab er in seinem letzten Zug auf.

Wie schon gesagt: Irgendwie haben alle für mich gespielt. Das Deck war gut, keine Frage, aber ich spielte nicht besser als meine Gegner – und zog auch teilweise nicht gut! Dennoch natürlich ein schöner Erfolg.

Diese Woche stand gleich noch ein Draft an und eigentlich dachte ich, dass mein Deck richtig schlecht wäre. Aber: Es hatte nur beinahe kein Early-Game. Außer getappten Ländern natürlich. Die Manabasis war des Todes und ich wusste am Ende nicht einmal, ob ich nun wirklich Abzan mit Doppelsplash oder einfach fünffarbig war. Aber seht es Euch selbst an:

Kin-Tree Warden
2 Ainok Bond-Kin
Archer’s Parapet
Rakshasa Deathdealer
2 War Behemoth
Watcher of the Roost
Sidisi’s Pet
Abzan Guide
Snowhorn Rider
Swarm of Bloodflies
Warden of the Eye
Shambling Attendants

Kin-Tree Invocation
Arc Lightning
Sultai Charm
Temur Banner
Simte the Monstrous
Bring Low
Dragonscale Boon
Duneblast
Treasure Cruise

Bloodfell Caves
Blossoming Sands
2 Jungle Hollow
Sandsteppe Citadek
3 Wind-Scarred Crag
Windswept Heath
1 Plains
4 Island
1 Swamp
1 Mountain
1 Forest

Hier ist das Board ein wenig interessanter, auch wenn sich da wirklich nichts befindet, was man einwechseln möchte. Jeskai Student, Rush of Battle, Embodiment of Spring, Canyon Lurkers, Tormenting Voice, Feed the Clan, Roar of Challenge, Tusked Colossodon, Efreet Weaponmaster und Jeskai Charm. Viele Jeskai-Karten, die aber in den beiden gesplashten Farben lagen. Der Warden war einfach zu gut und vermutlich hätte ich auch einfach das Charm noch spielen können. Richtig ist, dass der Dragonscale Boon im Mainboard ein wenig deplaziert wirkt. Auch wenn er einige Male richtg gut war – Sidisi’s Pet und Dragonscale Boon sind ein tolles Team – passt er doch nicht so ganz optimal ins Deck. Obwohl damit eine Kreatur aus dem Nichts Erstschlag bekommen könnte, wenn ein Ainok Bond-Kin in der Nähe ist. Das war die Überlegung.

Die Spiele waren ähnlich zu den obigen dreien: Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass alle anderen für mich spielen.

In der ersten Runde bekam ich ein Mardu-Deck mit Butcher of the Horde ab. Da er aber erst einmal nicht so aggressiv unterwegs war, legte ich zwei Kreaturen, die er mit End Hostilities abstellen musste. Dann kam sein Butcher und kleines Getier, vor allem der Bloodsoaked Champion entwickelte sich zur Nervensäge. Aber ein Duneblast regelte das, ließ mein 3/6-Sidisi’s Pet (eben beschrieben) liegen und mich wieder auf 25+ gehen. So gewann ich auch. Im zweiten ein ähnliches Bild, nur dass er keine Gebirge hatte. Als ich dann mit Rakshasa Deathdealer und Spirit Warrior tödlichen Schaden hatte, spielte er einen Butcher, Ich removelte diesen mittels Smite the Monstrous und gewann.

Im zweiten verlor ich gegen schnelle Warriors und Mulligan auf 5. Danach erholte ich mich von zwei Lebenspunkten, weil ich seinen Butcher of the Horde, den es heute anscheinend für jeden gab, gerade noch rechtzeitig mit Duneblast abstellen konnte. Witzig hier: Er outlastete seine Salt Road Patrol und spielte seinen Butcher ohne ihm Haste zu geben, was mir die Zeit gab, zwei Länder für den Blast zu legen. Aber wer mag schon seine 4/7-Kreatur opfern? Jedenfalls erholte ich mich und fuhr ihn auch mit Abzan Guide um. Im dritten war ich dann besser drauf, er hatte mal keinen Butcher und Arc Lightning schoss ihm sein Board im dritten Zug zusammen. Duneblast … aber das brauche ich nicht mehr zu erklären, dass der gut ist.

In Runde drei erst mal ein Gegner auf zwei Ländern trotz Mulligan. Im zweiten Spiel verlor ich nach Mulligan auf 5 und mit ohne grünem Mana. So kann ich natürlich nicht spielen. Im dritten war es aber wieder Duneblast, der ein paar Kreaturen abstellte, er konnte noch ein paar grüne und weiße Outlast-Kreaturen legen, aber Shambling Attendants und ein 5/8 War Behemoth brachten den Sieg heim.

Wieder hätte ich alle drei Runden verlieren können, aber irgendwie spielten schon wieder alle für mich. Und es sind ja keine Spielfehler, bei denen man sagt: „Ok, schlecht gezockt“, sondern es sind eigentlich immer die schwächeren Karten. Hier keine Länder, da mal ein paar Länder mehr.
Ich freue mich einfach, dass es in der letzten Zeit so gut lief und bin auf meine nächsten Drafts in der Weihnachtszeit gespannt. Vielleicht hält die Serie ja.

Bis nächste Woche

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2 Responses to Erfolge seit Straßbourg

  1. Randoom sagt:

    „Im dritten mulliganierte er, hielt mit einer Bloodstained Mire, Trail of Mystery, Embodiment of Spring und drei irrelevanten Spells und schob mit der Mire im Spiel und einem vollen Friedhof ein.“

    „Im dritten mulligarnierte er sich seine Starthand mit Bloodstained Mire, Trail of Mystery, Embodiment of Spring sowie drei irrelevanten Spells,und schob mit der Mire im Spiel und einem vollen Friedhof ein.“

    Wenn schon Denglisch, dann verblümt 😉

  2. Denny sagt:

    Großartige Drafts muss ich sagen.
    Natürlich kann man die Worte jetzt drehen und wenden wie man möchte, im Endeffekt werden, bis auf 1-2 Ausnahmen, die schwächeren Karten einfach gegen dich verloren haben.

    Das erste Deck scheint verdammt stark, den ersten 4 Picks natürlich voraus. Ich verstehe natürlich, dass man Crackling Doom nicht hoch pickt (wenn man kein 5-Color Fanatiker ist wie ich 😉 ) aber spätestens die Chiefs hätte ich so früh im Draft natürlich gerne mitgenommen um mal zu schauen, was denn noch so kommt. 2-3 verlorene Picks sind im Draft kein Beinbruch (Halsbruch auch nicht, falls jemand fragen sollte). Alles in Allem ist das erste Deck schon ein Deck, welches ich auch sehr gerne draften würde, weil es sehr stark aussieht, wenn man die Einzelkarten betrachtet.

    Das zweite Deck gefällt mir nicht soooo sehr, ehrlich gesagt. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich, wie oben schon erwähnt, der absolute Fanatiker der 5-Color-Decks bin, komm‘ mit denen ja generell recht gut zurecht. Das sollte auch mehr oder minder deine rhetorische „Frage“ beantworten. Für mich sieht’s eher nach einem 5er als nach ’nem Abzan-Deck aus. Jedoch bin ich mir genau so bewusst (weil es bei mir dieses Wochenende genau so geklappt hat), dass Dune Blast einfach eine viel zu starke Karte ist. Somit werden’s sicherlich knappe Spiele gewesen sein, da so’n Dune Blast ja nicht einfach mal Turn 5 alles abräumt. Aber genau so wird diese Karten in meinen Augen sehr stark unterschätzt.

    Gut, das war mein Wort zum Dienstag für dich. Freu‘ mich schon auf den nächsten Bericht. Vielleicht geht deine Sieges-Serie ja sogar noch weiter!

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