Chaos zum Jahresende

Wie letzte Woche angedroht, fand diese Woche ein Chaosdraft statt. Und was für einer! Allein auf der oberen Etage hatten sich drei Tische eingefunden. Mit so viel Andrang hatte ich persönlich in den Ferien, bei schlechtem Wetter und in der faulen Urlaubszeit gar nicht gerechnet. Aber ich freue mich üer viele Teilnehmer, weil es dann um so wahrscheinlicher wird, dass das Format erneut gedraftet wird.

Nicht, dass ich das Khans-Format nicht mag: Es macht mir nach wie vor großen Spaß. Aber ein wenig Abwechslung schadet nicht und ein Chaosdraft deckt irrwitzige Synergien – oder auch Antisynergien – auf. Am Ende des Samstages vergewissern wir uns: Nächste Woche gleich nochmal Chaosdraften. Khans werde ich aber sicher auch noch einmal in die Finger bekommen. Eventuell am Freitag, weil es immernoch das aktuelle FNM-Draftformt ist. Falls es so etwas gibt.

Jedenfalls saß ich mit sieben anderen Draftern am Tisch und ein zufällig bestimmter Spieler würfelte aus, bei welchem Mitspieler die Booster zuerst verteilt wurden. Ich bekam auf diese Weise Mirrodin, Scars of Mirrodin und M2013 ab.

Die Überlegung war nun, mit einem der beiden Mirrodin-Booster zu starten. Dort gab es viele starke Artefakte, sodass ich erst im zweiten Booster die erste farbige Karte nehmen bräuchte. Ich startete mit dem original Mirrodin und öffnete ein paar blaue Uncommons zusammen mit [card]Dragon Blood[/card] und [card]Altar of Shadows[/card]. Die vernünftige Entscheidung ist vermutlich das Blut. Der Altar ist in beinahe jedem Format – abgesehen von Commander – zu langsam. Dennoch nahm ich die Rare. Ich wollte einfach ein spaßiges Deck bauen, in dem eine solch starke Lategame-Karte gewinnen könnte.
Im Anschluss bekam ich [card]Fated Conflagration[/card], [card]Bolt of Keranos[/card], [card]Fanatic of Xenagos[/card] und [card]Ghostblade Eidolon[/card] zu sehen. Ich nahm aus Gründen der Einfarbigkeit das Eidolon. Im Anschluss daran erinnere ich mich an viele blaue Karten, wobei auch die ein oder andere rote dabei war. Beide Farben waren einfach offen, was unter anderem an meinem schwarz-weißen Vordermann lag.

Den zweiten Booster eröffnete M2013: [card]Searing Spear[/card] oder [card]Master of the Pearl Trident[/card]? Ich hatte bereits einen [card]Merfolk Spy[/card] und einen [card]Rootwater Hunter[/card]. Für mich reichte dies nicht aus, um beim Lord zuzuschagen und griff zur roten Karte. Rot blieb in der Folge ein wenig aus, was kein Wunder ist, wenn man sich die roten Karten ansieht, die ich weitergab. Blau war nach wie vor mit Karten offen, aber die richtig guten Karten blieben aus.

Nicht so im dritten Booster: Ich öffnete einfach ein [card]Sword of Body and Mind[/card]. Da gibt es kaum stärkere Karten im Format und somit hatte ich einen sehr einfachen Firstpick. Ich konnte einen überraschend späten [card]Magmatic Core[/card] einsammeln und bekam auch noch [card]Flight of Fancy[/card] gepasst. Da konnte es dann ans Deckbauen gehen.

[card]Minamo Scrollkeeper[/card]
[card]Wall of Tanglecord[/card]
[card]Illusionary Servant[/card]
[card]Jeskai Windscout[/card]
[card]Rootwater Hunter[/card]
[card]Scornful Egoist[/card]
[card]Goblin Chariot[/card]
[card]Coastline Chimera[/card]
[card]Fortress Crab[/card]
[card]Scrapyard Mongrel[/card]
[card]Riptide Shapeshifter[/card]
[card]Qumulox[/card]

[card]Genju of the Falls[/card]
[card]Retraction Helix[/card]
[card]Searing Spear[/card]
[card]Claustrophobia[/card]
[card]Izzet Cluestone[/card]
[card]Sword of Body and Mind[/card]
[card]Flight of Fancy[/card]
[card]Magmatic Core[/card]
[card]Starfall[/card]
[card]Rise of Eagles[/card]
[card]Altar of Shadows[/card]

[card]Boros Guildgate[/card]
[card]Snow-Covered Island[/card]
9 [card]Island[/card]
6 [card]Mountain[/card]

Ich hatte eigentlich mit einer [card]Harbor Serpent[/card] über der [card]Retraction Helix[/card] begonnen, die Helix aber für flexibler erachtet und daher den dicken Mann auf die Bank geschickt. Dort warteten [card]Delver of Secrets[/card], [card]Harbor Serpent[/card], [card]Looming Hoverguard[/card], [card]Merfolk Spy[/card], [card]Toils of Night and Day[/card], [card]Orcish Cannonade[/card], [card]Pursuit of Flight[/card], [card]Shatter[/card], [card]Uncontrollable Anger[/card], [card]Iron Star[/card], [card]Profane Memento[/card], [card]Sawtooth Thresher[/card], [card]Ghostblade Eidolon[/card], [card]Silverclaw Griffin[/card], [card]Wall of Faith[/card], [card]Wojek Siren[/card] und [card]Efreet Weaponmaster[/card]. Ich wollte zwischendurch einen Weißsplash unternehmen, ließ es aber doch bleiben. Ein buntes Land reicht einfach nicht aus. Ich hätte notfalls auch einfarbig blau spielen können, die roten Karten waren aber zu stark um sie außen vor zu lassen. Man hätte auch einen schnelleren Built vornehmen können, indem man die beiden Verzauberungen spielt, aber das war mir dann doch zu riskant. Für den Delver hatte ich dann leider zu wenige Spürche.

Die Spiele sind schnell erzählt, wobei ich mich selbst um ein besseres Resultat gebracht habe. In der ersten runde lief noch alles glatt. Er hatte keine Länder, ich hatte schnell einen Altar. Schönes Spiel. Im zweiten war es etwas länger, bis meine [card]Harbor Serpent[/card] auftauchte und ihn, der ebenfalls Izzet spielte, überrollte.

In der zweiten Runde gewann [card]Jeskai Windscout[/card] mit Sword innerhalb von fünf Zügen. Dann brauchten wir etwas länger, wobei mein [card]Magmatic Core[/card] leider zu spät das Feld betrat. Ein [card]Dauthi Horror[/card] hatte mich einfach zu viele Lebenspunkte gekostet, um den Core richtig entfalten zu können. Außerdem vermasselte ich es im entscheidenden Moment, indem ich [card]Illusionary Servant[/card] und nicht [card]Harbor Serpent[/card] spielte. Im dritten hielten mich Core und [card]Altar of Shadows[/card] auf einem Lebenspunkt, während er noch eine Kreatur hatte. Ein [card]Cage of Hands[/card] regelte die Sache dann.

Im dritten gewann ich gegen grün-blau mit vielen Fliegern, während er irgendwie gar nichts hatte. Das änderte sich aber, als er im zweiten und dritten Spiel große grüne Männer legte. Ich hatte einmal knapp das Nachsehen und im entscheidenden Spiel nur Länder dagegenzusetzen. Somit verlor ich auch die letzte Runde.

1-2 ist ernüchternd, ich denke, dass das Deck schon besser als der Durchschnitt ist. Ich sehe aber auch ein, dass ein wenig die guten Kreaturen fehlten. Allerdings bekam ich nur wenige davon zu sehen. Somit war es mir unmöglich, bessere Kreaturen zu spielen. Dennoch hat das Deck wohl genug Power, um 2-1 zu gehen. Was meint Ihr?

Was macht Ihr dieser Tage? Versucht Ihr Euch auch an ungewöhnlichen Formaten oder draftet Ihr weiter Khans?

Bis nächste Woche

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2 Responses to Chaos zum Jahresende

  1. Christian sagt:

    In meinen Augen hast du klar den falschen Morph gespielt:
    Mit dem Deck sehe ich keine (realistische/normale) Situation, in der Scornful Egotist besser ist als Efreet Weaponmaster.

    Beide sind erst einmal grey ogres. Während du keine Synergie mit dem Egotisten hast (die 8 cmc sind dir total egal), ist der Efreet entmorpht richtig gut. Mit einer weißen Quelle gratis + potentiell Riptide Shapeshifter auf Efreet (was auch ein interessanter Trick sein kann) ist das eine sehr einfache Entscheidung für den Efreet.

    Ab und an was anderes zu draften ist schon lustig. Gerade das re-evaluieren der Karten aus bekannten Formaten ist sehr interessant!

    • grozoth sagt:

      Es gab genau eine Karte, die den Egoisten besser machte. Mein dritter Gegner spielte Sneaky Homunculus. Den kann der Egoist entmorpht blocken. Eine Karte ist aber egal, zur Not blockt Krabbe oder Chimaere. Du hast recht, dass es egal ist, welchen Morph ich nicht umdrehen kann. Wenn ich aber das Mana habe, ist der Efreet deutlich besser.

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