Releasedraft mit Fate Reforged

Immer wenn ein neues Set zum Draft bereitsteht, komme ich mir wie der allergrößte Depp vor. Irgendwie möchte ich alle Archetypen im ersten Draft ausprobieren. Das funktioniert natürlich nicht. Sobald ich das einsehe, lande ich in einem mittelprächtigen Deck.

Dieses Mal spiegelte mein mittelprächtiges Deck den vermutlich besten Archetypen in Triple-K-Draft wider – BW-Warriors. Aber der Weg dorthin war anstengend, weil ich mich nicht von Beginn an in diesen Archetypen traute.

Am 7-Spieler-Tisch begann ich mit einer Crux of Fate. Massremoval im Draft kann verheerend für den Gegner sein, weil man nicht unbedingt damit rechnen muss – schließlich sind die Abräumer allesamt Rare. Ich bekam ein Sandsteppe Mastodon weitergereicht und entschied mich dafür. Mit Schwarz und Grün wollte ich planen, sah aber relativ wenig Grün. In Schwarz nahm ich der Reihe nach Reach of Shadows, Merciless Executioner, Fearsome Awakening und Sultai Emissary. Kurzzeitig fasste ich einen Plan: Karten millen und dann mit Fearsome Awakening Kreaturen wie das Mastodon aus dem Friedhof ins Spiel schummeln. Allerdings kamen dann auch weiße Kreaturen wie Dragon Bell Monk und Aven Skirmisher. Das ließ mir die Hintertür für die Krieger offen.

Mit diesem Thema befasste ich mich dann im zweiten Booster: Clever Impersonator oder Chief of the Edge? Mit meinen bisherigen Karten nahm ich den Chief und war wieder mitten im Warrior-Deck. Den restlichen Draftverlauf könnte man auch in einem Khans-Only-Boosterdraft so machen.

Eine wichtige Entscheidung hatte ich im dritten Booster im dritten Pack: Chief of the Edge Nummer 2 oder Master of Pearls? Das musste ich mir lange überlegen, mit meinem langsamen Deck müsste man wohl eher den Chief nehmen. Natürlich habe ich mich aber für den Master entschieden, weil der +2/+2-Bonus zwar einmalig, dafür aber enorm stark ist. Außerdem war die Überlegung, dass der Chief es eher um den Tisch schafft, auch wenn das ziemlich unrealistisch klingt.

Beim Deckbau sah ich dann, dass der Chief wohl die bessere Entscheidung gewesen wäre:

Aven Skirmisher
Mardu Hateblade
2 Mardu Skullhunter
Sultai Emissary
Chief of the Edge
Dragon Bell Monk
Mardu Hordechief
Master of Pearls
Merciless Executioner
Abzan Guide
Unyielding Krumar
Swarm of Bloodflies

Feat of Resistance
Ancestral Vengeance
Harsh Sustenance
Rush of Battle
Raiders‘ Spoils
2 Take Up Arms
Crux of Fate
Reach of Shadows
Throttle

Blossoming Sands
Jungle Hollow
7 Plains
7 Swamp
1 Forest

Sechs 5-Drops, dazu die beiden Morphs. Das ist für eine gutes Warrior-Deck einfach zu viel. Crux of Fate muss man nicht unbedingt spielen, aber gerade an Kreaturen hatte ich sonst nichts zu bieten – ich musste so schon auf zwei Mönche zurückgreifen. Das Brett zeigte Defiant Strike, Firehoof Cavalry, Smite the Monstrous, Bitter Revelation, Diplomacy of the Wastes, Fearsome Awakening, Rotting Mastodon, Shambling Attendants, Sultai Runemark, Sandsteppe Mastodon, Cranial Archive, Lens of Clarity und Mardu Banner. Eine Überlegung wäre das 18. Land gewesen. Dann hätte ich einerseits den 5er-Slot entspannt, andererseits wäre ich dort sicherer angekommen.

Die Lens of Clarity ist sicherlich nicht ganz außen vor, macht aber einfach zu wenig. So unheimlich viele Manifestierte laufen nicht herum, wie die ersten Spiele gezeigt haben. Mit Glück (oder Ethereal Ambush) hat ein Spieler mal zwei davon ausliegen. Und Morphs muss man nach wie vor ordentlich einschätzen können. Für ein Deck, das eigentlich aggressiv sein möchte ist sie jedenfalls nichts.

Die Spiele waren immer einseitig. Mein erster Gegner hatte ein rotes Deck. Nein wirklich, einfarbig. Respekt erst einmal davor, aber das hat man dem Deck leider auch angemerkt; ich konnte es mir später einmal ansehen: 19 Länder, weil er keine weiteren roten Karten oder Atefakte hatte, dazu nur 10 Kreaturen. Ich riet ihm, Weiß mit aufzunehmen. Das erlaubte ihm, die Landanzahl zu reduzieren und eine weitere Kreatur sowie zwei sich ersetzende Sprüche zu spielen.
Im Match selbst gewannen meine Kreaturen und Raiders‘ Spoils mühelos.

In der zweiten Runde wurde ich überfahren. Ok, ich zog auch ausnehmend gut Länder. Dennoch bekam ich kein Bein bzw keine Kreatur auf den Boden. Er hatte Gruul splash Blau und konnte dank Beschleunigung frühe dicke Kreaturen legen. Das machte mir das Leben schwer. Ich dagegen konnte nur mit Fliegern oder seinem schlechten Draw gewinnen, wie sich in den gefühlten 12 Spielen zeigte, die wir nach dem Match absolvierten.

Mein dritter Gegner war mein rechter Draftnachbar. Er spielte Sultai, wobei er erst spät in die dritte Farbe wechselte, weil er gleich zwei Sultai Charm bekam. Im ersten Spiel hatte er keine oder nur wenige Kreaturen. Ich konnte mindestens ein Take Up Arms spielen und fühlte mich mit Harsh Sustenance gut gewappnet. Allerdings genügte es für den Sieg, anzugreifen. Im zweiten Spiel hatte er wenig schwarzes Mana und ich wieder den guten Draw, der dieses Mal aus Chief mit Marke und Abzan Guide bestand. Ohne Removal, das er sich zu allem Überfluss manifestierte, konnte er nicht gewinnen.

Am Ende stand ein 2-1. Das Deck war für alles außer 3-0 gut, denke ich. Die vielen teuren Sprüche sollten auch in Zukunft aus dem BW-Warriors fern bleiben. Und man braucht wohl die guten Warriors im ersten Booser und nicht die mittleren bis schwachen. Jedenfalls gibt es deutlich bessere als meine. Mit denen anzufangen erleichtert das gute BW-Warriors unheimlich.

Insgesamt ein sehr erfreulicher Anfang für Fate Reforged. Das Set macht Spaß, ist gut zu draften und unterstützt die beiden Khans Booster – meiner Meinung nach – sehr gut. Ein gelungener Einstieg, der Lust auf mehr macht. Davon dann aber am kommenden Sonntag.

Bis nächste Woche

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2 Kommentare zu Releasedraft mit Fate Reforged

  1. Denny sagt:

    Erst einmal Glückwunsch zum Erfolg! 2-1 ist zwar nicht der Draft-Sieg, fühlt sich für’s erste mal „Neu-Draften“ aber wahrscheinlich relativ gesund an.

    Auch ich habe das BW-Warriors gedraftet und bin damit 4-0 gegangen, an einem 10-Mann Tisch.

    Mein First-Pick war der „Battle Brawler“, geschoben bekommen habe ich den „Daghatar“ – natürlich in dem Fall optimal zu Draftbeginn. Es ist mir auch wiederholt aufgefallen, dass es immer wieder Karten in den Boostern gab, die ich gerne über meine Warrior-Strategie picken würde, aber in dem Fall nicht konnte. Fühlte sich nach dem ersten Booster sogar relativ unzufrieden/unwohl an.
    Nach den Khans-Boostern sah dies aber schon wieder ganz anders aus.

    Ich glaube – derzeit – das es nicht unbedingt schwerer ist ein Warriors-Deck zu draften, viel mehr ist es schwerer manchmal die gefühlt-schlechtere Karte zu picken.

    Aber mal sehen, wie’s beim nächsten Mal ausschaut. Freu‘ mich auf deine Resultate nächster Woche!

    • grozoth sagt:

      Genau das meinte ich: Man sollte die guten Warriors haben/nehmen. Die Uncommons sind fast alle toll, Mythics/Rares sowieso. Wenn man wie ich erst spaeter mit den schwaecheren Commons beginnt ist 2-1 tatsaechlich ein gefuehlter Sieg. Ein Mentor im Preisbooster war aber der wahre Gewinner.

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