Oger vs Dämonen

Mein heutiges Deck lässt sich schwer einordnen. Es ist eine Mischung aus Tribal-, Fun- (aka Gateway), Kamigawa- und Budget-Deck. Von allem ein bisschen etwas. Wenn ich Fundecks und Gatewayturniere zusammen erwähne, dann deshalb, weil ich diese Serie früher nutzte, um Decks auszuprobieren und den Gegner auch einmal mit offensichtlich schwächeren Decks zu überraschen. Und dass Kamigawa nun nicht die stärksten und tollsten Karten beinhaltet, brauche ich eigentlich nicht noch extra erwähnen. Budget bleibt das Deck, weil ich beide Rares angetauscht habe. Deshalb sind beide auch nur einmal enthalten.

Doch genug der langen Schwaflerei, hier der Haufen:

4 Raving Oni-Slave
3 Skeletal Changeling
2 Bloodthirsty Ogre
3 Takenuma Bleeder
4 Villainous Ogre
1 Yukora, the Prisoner
3 Gutwrencher Oni
3 Painwracker Oni

1 Beseech the Queen
1 Bone Splinters
4 Rend Flesh
1 Soul Reap
3 Unmake

2 O-Naginata
3 Phyrexian Totem

21 Swamp
1 Tomb of Urami

So sieht das Deck im Moment aus. Ja, es verändert sich nach wie vor. Nur gibt es meistens keine geeigneten Dämonen. Von Ogern ganz zu schweigen. Zusätzlich soll es eben auch den Flair der Kamigawa-Karten behalten, zB. über das Artwork. Und dann fallen viele Männer durch’s Raster.
Wo fängt man hier denn an?

Am besten hinten. 22 Länder sehen wenig aus. Aber: Erstens spielt das Deck nur sieben Dämonen, die mehr als drei Mana benötigen. Und zweitens sind auch drei Phyrexian Totem mit dabei, die zusätzliches Mana generieren können. Am Mana scheitert das Deck auch so gut wie nie. Natürlich passiert das hin und wieder, aber das geht mir mit jedem Deck so. Am Ende wird eben doch gemischt und die Reihenfolge ist zufällig.
Vorstellen könnte ich mir hier noch ein oder zwei Urborg, Tomb of Yawgmoth. Der war meines Wissens nach ebenfalls ein Dämon. Oder er hatte zumindest einen Yawgmoth Demon.

Die Artefakte sind beinahe notwendig. Oger an sich können nicht trampeln. Abgesehen von Changelingen, versteht sich. Aber der klassische Oger an sich bringt meistens viel Stärke mit, die von einem kleinen Mann aufgehalten werden kann. Da eignet sich die O-Naginata hervorragend, um den Ogern zu helfen.
Das Totem erfüllt zwei Aufgaben: Auf der einen Seite soll es Mana generieren und nimmt daher Landslots ein. Auf der anderen Seite soll es aber auch zuschlagen können. Das Deck hat relativ viel Removal (für meine Decks) und findet irgendwann sicherlich einen Weg, um nicht allzu viele bleibenden Karten opfern zu müssen. Das Totem hat den Zuschlag vor Spawning Pool bekommen, der ebenfalls Mana produzieren und zuschlagen kann und dabei einfarbig schwarz ist.

Bei den Sprüchen findet sich – wie eben angedeutet – ziemlich viel Removal. Dazu der wohl schwächste Tutor, Beseech the Queen. Dieser ist für den Verbund mit den beiden One-Offs bei den Sprüchen gedacht: Nur vier Länder und kein Removal? Beseech the Queen auf Bone Splinters. Der Gegner hat eine nicht-grüne Kreatur rumliegen? Beseech the Queen auf Soul Reap. Letzteres hat den Vorteil, dass man auch direkt einen schwarzen Spruch vor dem Soul Reap gespielt hat. Und ich gestehe, dass an dieser Stelle Demonic Tutor deutlich besser wäre, es aber nicht ins Budget geschafft hat. Dabei hätte er den Dämonen schon im Namen…
Rend Flesh ist eh klar. Kamigawa und gutes Removal? Bitteschön. Es erinnert mich immer ein wenig an Eyeblight’s Ending oder Chill to the Bone. Karten eben, die gezielt irgendeinen Kartentyp meiden, gegen alles andere aber gut sind. Soul Reap ist in gewisser Weise ähnlich.
Unmake ist eine gute Ergänzung aus dem Shadowmoor-Block. Auch wenn die Karte eigentlich nur Rend Flesh 5-7 darstellt, erfüllt sie manchmal ihren Job besser als gedacht. Lästige Zombies oder Kreaturen mit Persist oder Unearth bleiben damit einfach außen vor. Gleichzeitig ist Unmake eine der wenigen „unpassenden“ Karten, wenn ich auf das Thema schaue. Aber ich sehe einfach keine bessere Lösung. Ihr etwa?

Auf zu den Kreaturen, wegen denen das Deck überhaupt entstanden ist: Kamigawa hatte die – für mich! – tollen Dämonen, die beiden Onis. Diese wollte ich unbedingt in einem Deck spielen. Um daraus aber keinen himmelschreienden Nachteil zu generieren, braucht es nun mal Oger.
Los geht es mit einem Raver, Raving Oni-Slave. Der tut meistens ziemlich weh, wenn er das Spielfeld betritt, holt die sechs Lebenspunkte aber meistens auch wieder raus. Wenn er länger liegen bleibt oder ein Changeling nach ihm gespielt wird, verursacht er nur einmal drei Schadenspunkte. „Gut“ ist er insofern, als dass er zwei Mana kostet und mit O-Naginata im dritten Zug für sechs angreifen kann.
Skeletal Changeling ist ein Eingeständnis an die harten Kreaturentypen-Anforderungen. Allerdings wollte ich kein Playset, weil er außer „Oger und Dämon sein“ nichts Relevantes kann. Okay, hin und wieder blockt er einen dicken Mann und kann regenerieren. Aber er kann als einzige Kreatur das Messer nicht halten (klar, als Skelett) und gibt auch im Angriff eine furchtbare Figur ab.
Auf der Drei geht es dann ziemlich eng zu: Phyrexian Totem ist ohnehin schon da und Angreifer wollen auch gespielt werden. Bloodthirsty Ogre bleibt aber meistens zu Hause und legt Marken auf sich selbst. Und irgndwann kann er dann damit sogar Kreaturen abräumen. Wiederholbares Removal ist nicht schlecht, aber er ist sehr anfällig und daher nur zweimal dabei.
Anders als Takenuma Bleeder und Villainous Ogre. Die Aufteilung zwischen diesen beiden ist deshalb so, weil sich das Regenerieren meistens als wichtiger als das Blocken herausgestellt hat. Drei Power haben beide und so gewinnt der Villainous Ogre einen Slot mehr.

Schließlich die Dämonen: Yukora, the Prisoner ist nur einmal dabei weil er erstens für mich nicht öfter vorhanden war/ist, und weil er zweitens auch gerne mal die Onis wegräumt. Wobei man dann den jeweils anderen vermutlich nicht spielt. Aber selbst der zweite Yukora wäre ziemlich mau, wenn der erste noch liegt. Skeletal Changeling bleibt verschont, weil nur Nicht-Oger abgeräumt werden und nicht Dämonen.
Die Onis erledigen ihren Job ziemlich gut: Gutwrencher Oni kann auch ohne Handkarten und Ogre noch angreifen oder Blocken, was beim Painwracker Oni schwieriger werden dürfte: Der opfert sich früher oder später selbst. Dafür hat er mit „Furcht“ die besser Fähigkeit, sodass ein Mix aus beiden in Ordnung geht.

Eine Stärke des Decks ist ein recht schneller Ansturm aus ansehnlichen Kreaturen. Kombiniert mit Removal können gegnerische Decks schnell unter Zugzwang geraten. Ein Nachteil ist die hohe Selbstverstümmelungsrate: Ob man nun Lebenspunkte, Handkarten oder Kreaturen verliert spielt dabei keine Rolle; Dämonen fordern zusammen mit ihren Ogerkollegen einen hohen Preis.

Natürlich könnte ich nun einfach zwei oder drei Umezawa’s Jitte in das Deck stopfen, um wenigstens den Lifeloss zu kompensieren. Aber dann, fürchte ich, wird sich das Deck eher um das Equipment als um die Kreaturen drehen. Und das möchte ich mir mit diesem Deck bewahren. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja doch eine Rückkehr nach Kamigawa und das Deck bekommt neue Spielereien.

Bis nächste Woche

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9 Responses to Oger vs Dämonen

  1. Bernie sagt:

    Mmmm, ein Casual-Deck… Gefällt mir! Als Block-Constructed würd’s mir noch ne Ecke besser gefallen.

  2. Meins ist schwarz-rot. Daraus ein paar Empfehlungen: Uramis Gruft (aus Stilgründen, und manchmal kann man das Risiko eingehen (und manchmal geht man danach selbst ein…)), Ogermarodeur (setzt den Gegner unter Druck), Entweihender Dämon (tolles Preis-Leistungs-Verhältnis) und Mal der Oni (aus Stilgründen, alternativer Problemlöser).

  3. Mein Kommentar wurde gelöscht. Dann macht Kommentieren keinen Spaß.

    • Korrigiere: …muss noch immer moderiert werden. Ist aber gleichermaßen wenig prickelnd, so nach drei Tagen…

      • grozoth sagt:

        Sorry, das verstehe ich nun nicht.
        Wenn du kommentieren kannst, warum erscheint dann dein erster Kommentar hier nicht? Ich kann unter der Woche leider keine Kommentare genehmigen (oder loeschen) das laesst der PS3-Browser nicht zu. Sinnvolle Kommentare wuerde ich aber ohnehin nicht entfernen, dafuer freue ich mich viel zu sehr darueber.

        • Mein erster Kommentar enthielt einige Links, das ruft wohl den Kommentarwächter auf den Plan, der eine Moderation verlangt. Frag Ormus, wie du die Einstellungen für dein Blog ändern oder eine Art „Whitelist“ einrichten kannst.

          (Diesen Kommentarfaden kannst du wegen mir wieder löschen.)

  4. Boah… „wegen mir“… was’n Deutsch…

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