Armeleute-Deck

Nachdem diesen Samstag leider kein Limited-Turnier in meiner Nähe stattfand, kann ich keinen Turnierbericht beitragen. Am Freitag fiel das FNM für mich ebenfalls aus, da ich einer Beschäftigung nachging, die meinem Alter angemessen ist: Ich habe mit einer Kollegin Fotos angeschaut. Und zwar nicht digital, sondern noch ganz oldschool-analog auf richtigem Fotopapier. Allerdings habe ich keine Alben für die Bilder gekauft und auch keine witzigen Sprüche unter die Bilder geschrieben. Die Sprüche musste ich aus dem Kopf bringen. Das hat erstaunlicherweise gut geklappt.

Doch zurück zu den Karten. Diese Woche gibt es von mir einmal einen Aufguss eines uralten Decks. Leider weiß ich momentan nicht mehr, wer dieses Deck das erste Mal gepostet hat; Asche auf mein Haupt. Dennoch fand ich es extrem interessant und baute es nach. Mit der Zeit habe ich zwei-drei Karten ausgewechselt, sodass das Deck nun komplett im Modern-Rahmen daherkommt. Die Rede ist von folgendem Deck, das im Pauper-Format angesiedelt ist:

4 Nip Gwyllion
3 Tithe Drinker
4 Mourning Thrull
4 Nightsky Mimic
3 Kingpin’s Pet
4 Blind Hunter

4 Edge of the Divinity
4 Castigate
3 Pillory of the Sleepless
4 Unmake

10 Plains
9 Swamp
4 Scoured Barrens

Zuallererst: Das Deck hat kein Sideboard. Wie die Oger und Dämonen der letzten Woche, spielte ich auch dieses Deck eher in „ungezwungenen“ Formaten wie beispielsweise Arena oder Gateway. Oder einfach mal so zwischendurch. Wenn man aber sowieso vorhat, jedes Deck immer nur ein oder maximal zwei Spiele zu pilotieren, dann ist ein Sideboard nicht von Nöten.

Ursprünglich sah das Deck etwas anders aus, da es eigentlich schon uralt ist: Es enthielt noch Orzhov Basilica anstelle der lebensspendenden Länder aus dem Khans-Block. Die Kreaturen sahen – mangels Alternativen – ebenfalls nicht so aus wie heute: Es waren Harest Gwyllions im Deck und zudem der nicht im modernen Rahmen erschienene aber dafür umso stärkere Putrid Warrior. Gerade Letzteren vermisst das Deck gewaltig, auch wenn die Fähigkeit Extort eine verbesserte Reichweite für die Kreaturen bietet.

Die Basiliken störten mich schon von anfang an. Ich war irgendwie nie ein Fan dieser getappt ins Spiel kommenden und dann auch noch ein Land zurücknehmenden Länder. Deshalb wurden sie zunächst durch Orzhov Guildgates ersetzt. Da ich aber für die Tore ebenfalls keine gesteigerte Verwendung habe, sind die Scoured Barrens einfach genau das gleiche mit einem zusätzlichen Lebenspunkt. Man könnte auch zusätzliche zweifarbige Länder spielen, möchte aber spätestens ab Runde zwei ungetappte Länder legen. Deshalb habe ich nur vier Doppelländer dabei.

Die Harvest Gwyllions wurden quasi mit dem Erscheinen von Gatecrash durch Kingpin’s Pets ersetzt. Ich mochte die klobigen Fußgänger eigentlich nie so wirklich, weil sie dem Konzept des Decks nicht so ganz entsprachen. Sie stellen zwar den Boden gut zu und können auch mal kleinere unzerstörbare Kreaturen mitnehmen. Aber das Deck möchte nicht zustellen oder mitnehmen, das Deck möchte angreifen und möglichst viel Schaden austeilen. Mit nur zwei Stärkepunkten für vier Mana war ich da einfach nicht zufrieden.
Das Kingpin’s Pet macht das Ganze etwas besser: Einmal kostet es ein Mana weniger, fliegt zudem und hat ebenso zwei Stärkepunkte zu bieten. Außerdem bringt es die Extort-Fähigkeit mit, was mit Leben bringt und dem Gegner mit jedem weiteren Spruch zusätzliche Lebenspunte klaut. Die Frage, die ich mir noch nicht beantwortet habe, ist: Sollte ich nicht auch noch den vierten Blind Hunter gegen das vierte Schoßtier austauschen? Blind Hunter kostet zwar vier Mana, hat aber sofort den Lebenspunktetausch. Und beim spuken schafft er das noch einmal. Ich befürchte aber, dass Extort in der Regel wichtiger ist.

Letzter Neuzugang ist der Tithe Drinker. Sicher, er ist nicht schlecht, das Power/Mana-Verhältnis stimmt und er hat neben Lebensverknüpfung auch das wahnsinnige Extort aufgedruckt bekommen. Aber: Putrid Warrior war wohl doch ein kleines bisschen stärker. Ich bin mir nicht sicher, ob das Extort auf einer 1-Widerstandskraft-Kreatur ausreicht, um den Krieger zu ersetzen.

Soweit zu meinen Änderungen. Das Konzept des Decks ist wohl jedem von Euch schon bei der Deckliste aufgefallen: Nightsky Mimic/Edge of the Divinity legen und hauen gehen. Gegenwehr wird entweder weggenommen (Castigate) oder abgestellt (Pillory of the Sleepless/Unmake). Da alle Karten des Decks schwarz und weiß sind, triggern sie auch alle die Mimics, was dazu führt, dass man praktisch immer für vier in der Luft zuschlagen kann.
Problematisch sind lediglich die Spiele, in denen man zu viele Länder zieht. In solchen Situationen kann man schon mal gezwungen sein, eine Edge of the Divinity auf einen Nightsky Mimic zu spielen. Meist wären alle anderen Kreaturen bessere Ziele, weil der Mimic auch ohne die Verzauberung sehr Überzeugend austeilt. So eine Nip Gwyllion ist ohne die Verzauberung eben nur ein kleines Würstchen, mit dagegen eine nicht zu vernachlässigende Wurst. Aber auch ein Mimic mit Edge kann später noch ohne Trigger für fünf Schaden hauen gehen. Daher ist „Edge auf Mimic“ kein besonders großer Beinbruch.

Generell bewerte ich die Edge of the Divinity beinahe höher als den Nightsky Mimic und freue mich immer über Spiele, in denen ich beide habe. Eine von beiden Karten sollte aber mindestens auf der Starthand sein, da ansonsten die eigenen Kreaturen zu schnell zu klein sein könnten. Extort hilft dann zwar noch ein wenig, aber schneller ist man eindeutig mit Angreifen anstelle mit Abknöpfen.

So, das war schon die Deckvorstellung diese Woche. Noch einmal Gratulation an den mir unbekannten Deckbauer; ich bin ja ansonsten jemand, der überhaupt nicht auf Netdecks schielt, aber dieses Deck habe ich mir nicht nur nachgebaut, ich hatte auch eine Menge Spaß damit. Vielleicht geht es Euch ja ähnlich.

Nächste Woche hoffe ich Euch ein oder zwei Anekdoten vom nächsten Sealed PPTQ in Nürnberg berichten zu können.

Bis nächste Woche

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3 Kommentare zu Armeleute-Deck

  1. jashinc sagt:

    Wenn dir Carddraw fehlt, spiel doch einfach ein paar Sign in Blood…

    • jashinc sagt:

      Alternativ könntest du auch den guten alten Squadron Hawk nutzen, um mehr Gas zu ziehen, mit dem du Extorten und angreifen kannst…

      • grozoth sagt:

        Stimmt, der Hawk hat auch Evasion.
        Ich bin mir unsicher, wieviele einfarbige Karten das Deck vertraegt, aber ein Playset sollte schon drin sein.

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