Modern Masters 2015-Draft

Oder: Wie man viel Geld verbläst. Denn das passiert im Schnitt. Sicher, manche Spieler gehen mit Gewinn aus dem Draft hervor. Ich denke aber, dass ich für die größere Menge an Spielern stehe, die mit Minus e.V. aus einem Modern Masters 2015-Draft gegangen sind.

Aber darum geht es ja nicht. Jedenfalls nicht vordergründig. Sicher, man freut sich über teure Karten. Aber in erster Linie erfreut das Format an sich. Haufenweise gute Karten lassen haufenweise guter Strategien zu. Ich hatte mir im Vorfeld rein gar nichts überlegt. Es bring auch nicht viel, sich eine gute Strategie herauszupicken und dann diese forcieren zu wollen. Da wollte ich mich lieber auf meinen Instinkt beim Draft verlassen. Au Backe, das konnte nur schiefgehen.

Wir waren am Nachmittag exakt acht Spieler, die die Papierboxen aufreißen durften. Ich startete direkt mit einem – wie ich finde – schwierigen Pick: Spectral Possession oder Indomitable Archangel. Beide Karten sind mindestens doppelfarben, die Possession kann im dritten Zug liegen. Dafür bringt der Engel einen Punkt mehr an Stärke und Widerstandskraft mit. Gegen Spotremoval fällt der Engel allerdings sofort um.
Ich fand das schwierig, entschied mich für die Possession. Die kann man notfalls auch außerhalb von Weiß spielen, auch wenn sie dann nicht mehr gut ist.
Anschließend wurde ich weiß; sehr weiß! Hikari, Twilight Guardian, Sunspear Shikari, Raise the Alarm, Sunlance, um nur einige wenige Karten zu nennen. In anderen Farben war lediglich ein bisschen blau unterwegs, von dem ich ein Telling Time sowie ein Wings of Velis Vel einsammeln konnte. Ich sah etliche Thrumming Birds und Graft-Kreaturen, was mich ein wenig beunruhigte.

Im zweiten Booster öffnete ich Horde of Notions. YAY! Also keine Rare für mein Deck. Ich entschied mich für eine Pillory of the Sleepless und bekam mit Oblivion Ring gleich nochmals gutes Removal geschoben. Wieder war Weiß die Farbe meiner Wahl: Restless Apparition, Arrest, Raise the Alarm, Sunlance und Flayer Husk verirrten sich zu mir. Auch eine Copper Carapace war aus dem zweiten Booster. Ich schielte ein wenig auf Schwarz, denn ich bekam eine Nameless Inversion ziemlich spät. Blau war leider dicht.

Im dritten öffnete ich eine Argent Sphinx. Aber Blau war eigentlich dicht und zu diesem Zeitpunkt für mich keine Option mehr. Zudem hatte ich zwei Sunlances, die diese Sphinx einfach aufhalten sollten. Ich entschied mich für die Orzhov Basilica, um wenigstens ein wenig Schwarz spielen zu können. Dazu gab es wieder einige Weiße Karten, die den obigen sehr ähnelten. Mit vielen doppelten und vielen Sonnensymbolen baute ich meine Deck:

Flayer Husk
Kami of Ancient Law
2 Raise the Alarm
Sunspear Shikari
Glint Hawk Idol
2 Skyhunter Skirmisher
Spectral Possession
Hearthfire Hobgoblin
Restless Apparition
2 Blinding Souleater
Conclave Phalanx
Hikari, Twilight Guardian

2 Sunlance
Copper Carapace
Apostle’s Blessing
Mighty Leap
Otherworldly Journey
Arrest
Oblivion Ring
Pillory of the Sleepless

Orzhov Basilica
14 Plains
1 Swamp

16 Länder ist wenig, aber erstens ist die Kurve doch recht niedrig, zweitens habe ich eine Basilika, die auch mal einen Landdrop mehr erlaubt und drittens ist das Deck beinahe einfarbig, weshalb ich nicht viele verschiedene Länder brauchte.

Im Sideboard versteckten sich: Mighty Leap, Otherworldly Journey, Waxmane Baku, 2 Bloodthrone Vampire, Death Denied, Grim Affliction, Nameless Inversion, 2 Shrivel, Thief of Hope, Gut Shot, Copper Carapace und Culling Dais. Dazu buntes Gemüse, was es unmöglich ins Deck schaffen würde. Im Nachgang waren die Journeys meist überflüssig, selbst die eine im Mainboard. Da hätte ich den Gut Shot spielen können. Der Grund: Man möchte eigentlich nur Hikari vor Removal beschützen, der Rest ist mehr oder weniger erstzbar. Hikari kostet aber fünf Mana und dann braucht die Journey auch noch zwei, wenn ich sie offen halten will. Das wären dann schon sieben Mana. So viel soll das Deck gar nicht produzieren.
Ansonsten sind Verzauberungen als Lösung gegen Kreaturen natürlich gefährlich, aber in Weiß das Mittel der Wahl.

So schlimm war es auch nicht, damit zu spielen. Ich durfte zunächst gegen RW-Doppelschlag ran. Das war ein schwieriges Matchup, wobei die Kreaturen nicht das Problem waren. Eher die drei Brute Force des Decks. Zudem spielt er weiße und rote Kerle, die zum Teil meine Sunlance ziemlich schlecht aussehen ließen. Dank multipler Blood Ogre musste ich aber beide Lanzen im Deck behalten.
Ich verlor im ersten Spiel durch eigenes Verschulden. Er tappte sich für die letzten Brute Forces ziemlich aus und ich war tot. Allerdings hielt ich ein Otherworldly Journey auf der Hand, was ich auch auf seinen gepumpten Angreifer hätte spielen können. Ob ich es dann noch geschafft hätte zu gewinnen, bleibt offen, aber ich wäre nicht sofort hinüber gewesen.
Danach gewann ich ein Spiel dank einer späten Spectral Possession, nachdem sich das restliche Feld ziemlich neutralisiert hatte.
Im dritten wurde ich dann wieder überfahren. Die Brute Forces waren einfach zu viel für meine schwachen Blocker.

Runde zwei verlief zunächst wie die erste: Ich wurde vermöbelt. Allerdings ohne Brute Force und Doppelschlag, sondern von fünffarbigen Tieren. Dragonsoul Knight und Etched Monstrosity waren maßgeblich beteiligt.
Da ich auch mal ein Match gewinnen wollte, konnte ich das zweite Spiel mit ganz viel Willen und der bekannten einen Runde mehr im letzten Moment stehlen. Ein Kami of Ancient Law rannte immer wieder an, während ich auch andere Kreaturen legte, die aber immer wieder zerschossen wurden. Der Kami hielt Stand und konnte am Ende den Sieg davon tragen.
Im dritten Spiel war er ziemlich flooded, während ich mit Zweidrop und Possession Druck machen konnte. Damit konnte ich dann den Sieg nach Hause tragen.

Im dritten Match durfte ich gegen ein ähnliches Deck wie meines ran: Ziemlich Weiß. Zumindest dachte ich das. Er zeigte mir einen Mortarpod und zwei Sunspear Shikari. Ich hatte einen Kami of Ancient Law und einen Hearthfire Hobgoblin. Er chumpte ein wenig meinen Doppelschläger und ging danach auf zwölf. Irgendwie gingen ihm da auch die Shikaris aus, er griff noch einmal für ziemlich viel aber eben nicht genug an, während ich eine Otherworldly Journey auf meinen Goblin spielen konnte. Im Angriff – er war ausgetappt – noch ein Mighty Leap auf den Goblin und exakt zwölf Schaden durchgebracht.
Das zweite Spiel zog sich wie ein Kaugummi in die Länge, es standen sich 2/3- und 2/4-Kreaturen gegenüber, dazu einer meiner Blinding Souleater und Hikari. Interessant war der vierte Zug, als er eine Argent Sphinx legte. Ich hatte, weil ich nur weiße Kreaturen im ersten Spiel sah, eine Sunlance gegen einen Gut Shot getauscht. Aber ich konnte die andere Lanze exakt in diesem Zug finden und die Sphinx ohne Gegenwehr abstellen.
Am Ende des Matches stand meine Pillory of the Sleepless und ein Hikari im Angriff. Der musste dank Tapper immer wieder gechumpt werden, kam dann aber final durch.

2-1 geht in Ordnung. Das Deck war sicher nicht perfekt, vielleicht hätte der Schwarzanteil einfach größer sein müssen. Tipps und Anregungen dazu gerne in die Kommentare.

Generell kann ich zu diesem Format sagen, dass es sehr interessant ist, mit den alten guten Karten zu hantieren. Wer die Chance hat: Nutzt sie! Es rentiert sich. Wie eingangs erwähnt: Man kann dabei natürlich Minus machen, aber darum geht es bei diesen Drafts auch nicht. Sondern um die Freude, mit guten Karten tolle Decks zu bauen. Wer sch darauf einlässt, bekommt ein prima Format.

Bis nächste Woche

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4 Kommentare zu Modern Masters 2015-Draft

  1. jashinc sagt:

    Also wenn ich schon nen Pillory hab, dann spiele ich auch 3 schwarze Quellen…

    • grozoth sagt:

      Also drei Sümpfe? Würdest du dann nicht auch gleich die Nameless Inversion mitnehmen (z.B. anstelle der Journey)?

      Ich wollte der Spirits wegen moeglichst weiss bleiben.

  2. Schnipsi sagt:

    Waxmane Baku im SB???????

  3. MaSch sagt:

    Ist denn die Inversion nicht auch eine Karte die Hikari triggert?
    Tribal Instant > Changeling > Spirit?

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