Drafting Dragons

Nach dem Modern Masters 2015-Draft letzte Woche gibt es gleich noch eine Premiere für mich: Dragons of Tarkir-Draft. Nein, wirklich, ich habe bislang noch keinen gespielt. Also war es am Freitag zum FNM mein erster Draft, wenn man so will.

Entsprechend unvorbereitet ging ich auch an den Tisch. Genau acht Mann bedeuten einen ausgeglichenen Draft. Ich startete mit Anafenza, Kin-Tree Spirit. Ich weiß, dass dieses doppelte Weiß ganz schön einschränkend sein kann: Entweder wählt man dazu tiefes Weiß (vor dem ich keine Angst habe, wie die letzte Woche zeigte), oder man spielt sie selten im zweiten Zug aus. Dennoch denke ich, dass ihr Effekt stark genug sein sollte. Außerdem darf man im ersten Draft ruhig ein bisschen herumprobieren.
Ich surfte dann ein wenig durch die Farben, nahm Twin Bolt und anschließend Ojutai Interceptor, die jeweils die stärksten Karten waren.
Im vierten Pick bekam ich ein Sunbringer’s Touch. Also nahm ich die vierte Farbe und bekam von nun an aber auch die grünen und weißen Karten gepasst. Leider gab ich über Ojutai Interceptor und Sunbringer’s Touch jeweils eine Salt Road Quartermasters weiter, was mich im Nachhinein wurmte. Allerdings war für mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, in welchen Farben ich am besten sitzen sollte.

Ich war auch im zweiten Booster grün und weiß aufgestellt, wobei mein linker Nachbar enschied, dass er mehr weiße Karten aufsammeln wollte. Mit seiner Dragonlord Dromoka war er auch nicht aus dieser Farbkombination zu vertreiben. Mir war der grüne Ansatz aber ganz recht, bekam ich dadurch doch Karten wie Sandsteppe Scavenger, Tread Upon oder Pinion Feast. Auch ein Evolving Wilds nahm ich gerne mit.

Im dritten Booster öffnete ich eine Atarka, World Render. Ich denke, dass sie den Splash nicht wert ist, vor allem dann nicht, wenn man sich ohnehin um das Mana für Anafenza kümmern muss. Also gab ich den großen Drachen weiter und entschied mich dafür, bei den weißen und grünen Karten zu bleiben.
Ich nahm einen Abzan Beastmaster und dazu einiges an frühen Drops und Fliegern in Form von Frontier Mastodons und Abzan Skycaptains. Ein geschobenes Sandsteppe Mastodon schaffte ebefalls noch den Cut:

Dragon Hunter
Anafenza, Kin-Tree Spirit
Lightwalker
Dromoka Captain
Abzan Beastmaster
Colossodon Yearling
Dragon-Scarred Bear
2 Frontier Mastodon
2 Abzan Skycaptain
Formless Nurturing
Sandstorm Charger
Feral Krushok
2 Sandsteppe Scavenger
Stampeding Elk Herd
Sandsteppe Mastodon

Artful Maneuver
Valorous Stance
Tread Upon
Sunbringer’s Touch
Pinion Feast

Evolving Wilds
Tranquil Cove
8 Plains
7 Forest

Ob neun weiße Länder plus das Evolving Wilds ausreichend sind? Ich war mir auch nicht sicher, ging das Risiko aber einfach ein. Dabei wählte ich auch ein getapptes Land über eine Ebene.
17 Länder plus das Mastodon erscheint auf den ersten Blick schwierig; aber mein Plan drehte sich nicht um das Mastodon, sondern um die Kreaturen davor. Und die fanden nur bis zum fünften Land statt. Der große Mann war also nur „Plan B“.

Im Seitenbrett verschanzten sich Abzan Advantage, Fate Forgotten, Great Teacher’s Decree, 2 Archer’s of Qarsi, Display of Dominance, Return to the Earth, Servant of the Scale, Sight of the Scalelord und Spidersilk Net. Die Archers und der Servant waren mir nicht stabil genug. Ansonsten wollte ich keine Kreaturen aus dem Mainboard cutten. Daher hatten es die Sprüche schwer, aber ich denke, dass meine Wahl so in Ordnung geht. Abzan Advantage kann man – im Gegensatz zu Pinion Feast – immer spielen, aber es polstert nicht für zwei Marken. Außerdem rechnete ich verstärkt mit fliegendem Getier. Vom Touch wusste ich nicht, ob es gut oder schlecht sein würde; er bekam einfach eine Chance.

In Runde eins verlor ich gegen UB-Control. Ein sehr schönes Deck mit einem Zephyr Scribe. Mein Removal gegen den Looter hielt sich in Grenzen und so gewann der kleine Mann das dritte Spiel ganz alleine. Mein Gegner konnte seine überflüssigen Länder wegwerfen, während ich meine behalten musste. Das hält kein Deck auf Dauer durch.

In der zweiten Runde das Mirror-Match gegen meinen linken Nachbarn. Im ersten legte er on the play 2-Drop, Morph, 4-Drop. Ich dagegen konnte einen Abzan Skycaptain als erste Kreatur beschwören, die dann auch noch prompt getappt wurde. Im zweiten konnte ein 9/9 Dromoka Captain mit einigen 5/5-Kollegen seinen Dragonlord Dromoka racen. Und im dritten war es knapp, aber Anafenza brachte einfach zu viele Marken mit. Ohne Dromoka lief sein Deck nicht ganz so rund.

Im dritten Match war ich wieder im Hintertreffen: Er spielte RB-Removal.deck, was ich im ersten Spiel zu spüren bekam. Er legte einen 2-Drop in Form von Kolaghan Aspirant. Anschließend ich: Lightwalker er: Wild Slash. Ich: Morph, er: Tail Slash. Ich: Abzan Skycaptain, er: Bathe in Dragonfire. Dann blieb mal ein Skycaptain liegen, aber blocken wollte der den Aspiranten auch nicht so recht. Allerdings konnte mein Gegner dann auch noch schwarze Sprüche finden und das war für meine weniger Kreaturen zu viel. Im zweiten hielt ein Colossodon Yearling seine Männer ganz alleine auf, während alle anderen Kreaturen fröhlich vor sich hin polsterten. Und im dritten hatte ich am Ende keine Antwort mehr für seinen fliegenden Soulflayer.

Tja, damit nur ein 1-2. Aber es ist ja kein Beinbruch, wenn man im ersten Draft nicht so gut abschneidet. Ich habe bei den Spielen eine ganze Menge lernen können. Zum Beispiel, dass Sunbringer’s Touch meistens nicht gut ist.
Oder auch, dass man Salt Road Quartermasters gerne früher picken darf. Vor allem, wenn man eine Anafenza hat.
Oder, dass Lightwalker auf eine Anafenza folgend ziemlich stark ist; vor allem on the play in Runde drei.
Oder dass Dragon Hunter wirklich nur gegen Drachen gut ist. Sonst sieht er eher die Ersatzbank aus der Nähe.

Seht Ihr das genauso? Für Vorschläge bin ich jederzeit offen. Schließlich habe ich mit diesem Format noch keine weitere Erfahrung gemacht. Was ich allerdings schleunigst ändern möchte.

Bis nächste Woche

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Drafting Dragons

  1. Christian sagt:

    Von dem was du schreibst hätten die Quartermasters schon die Picks 3&4 sein müssen (ist imo auch ohne eingerechnete Synergie besser als der Interceptor). Nachdem du da zwei gepasst hasst, brauchst du dich nicht wundern, wenn der Mann mit dem grünen First-Pick auch in grün bleibt ;-).

    Ich bewerte Dragon Hunter eigentlich rein als 2/1 für W. Der Text ist ganz witzig, aber selbst wenn man ihn gegen Drachen hat, fühlt man sich damit als „Verteidigung“ nicht so wohl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.