Battle for Zendikar – Prerelease

Prereleases sind schön und entspannend. Oder sollten das zumindest sein. Damit ich aber jetzt keine falschen Befürchtungen nähre: Ich hatte meinen Spaß am gestrigen Prerelease.

Gott-Sei-Dank habe ich rechtzeitig – freitag Abend – gelesen, dass man sich für die Veranstaltungen voranmelden muss. Also habe ich ebenso rechtzeitig meine Anmeldung per Mail rausgeschickt. Das hat auch prima geklappt. Ich finde es etwas umständlich, neue Spieler wird man so wohl auch nicht auf einem Prerelease sehen, aber daran sollte es für mich nicht scheitern.

Mein Pool war alles andere als spektakulär. Die wertvollste Karte war mit großem Vorsprung eine glitzernde Insel. Sehr seltsam.
Beim Auslegen der Karten fiel mir sofort auf, dass das Format vermutlich schnell werden dürfte. Im Draft sollte man verstärkt mit aggressiven Decks rechnen. In wie weit die Strategie im Sealed aufgehen kann, konnte ich gestern leider nicht vollends feststellen. Aber ich denke, dass ich das Beste aus meinem Pool rausholen konnte. Nur war der eben eher gemächlich unterwegs. Zunächst mein Deck:

Blasenkokon
Zulaport-Mordgeselle
Kozileks Wachposten
Bestienrufer Experte
Dominierende Drohne
2 Verderbte Anhäufung
Diener der Leere
Katakomben-Durchkämmer
Lautloser Gleiter
Abkömmling von Emrakul
Blinder Beobachter
Bombardierender Tyrann
Gebietstreuer Baloth
Unheil von Bala Ged
Trümmerverwerter

Zahlenmäßige Überlegenheit
Grabgeburt
Herbeirufen der Brut
Aus dem Jenseits
2 Zugriff des Dämons
Steinzorn

Verheertes Fenn
Sich entfaltende Wildnis
Drohende Felsspitzen
Totenschlamm
3 Sumpf
5 Gebirge
5 Wald

Das sieht wirklich wie ein wilder Haufen aus. Was könnte besser sein:

– Ich spiele 17 Länder. Ich bin ein ausgewiesener 18-Land-Feind, würde in vielen Spielen sogar mit 16 Ländern wegfluten. Klar, das ist meine Wahrnehmung und 18 wären vermutlich richtiger gewesen. Aber: Ich habe immerhin einen Experten und mehrere Tokenproduzenten am Start. Besonders Aus dem Jenseits kann als Rampe-in-Größeres glänzen.

– Die Landvertilung in sich ist nicht ideal. Das liegt daran, dass ich so nicht gestartet habe: Zunächst waren der Mordgeselle sowie der zweite Zugriff auf der Bank, dafür waren zwei Makindi-Murenläufer dabei. Das Deck war also im Kern rot-grün, sollte Schwarz nur splashen. Nachdem aber im zweiten Match sehr viele kleine Kreaturen den Murenläufern den Weg versperrten, gab ich dem Mordgesellen eine Chance – die er vor allem zusammen mit diversen Eldrazi-Spielsteinen nutzte.

Lautloser Gleiter oder Hirnraspler oder Krabblerhaut? Diese drei liegen alle wunderbar im 4-Drop. Aber ich konnte nur einen davon ins Deck aufnehmen. Ich habe mich für den Gleiter entschieden, den mein letzter Gegner im letzten Spiel nicht in den Griff bekam. Die beiden anderen wären an gleicher Stelle nicht gut genug gewesen. Aber es kann natürlich auch anders ausgehen und dann stehe ich mit meinem 0/4-Fleger dumm da.

Ansonsten mag ich das Deck: Zwei Verderbte Anhäufungen sind klasse, dazu der von mir vielleicht überschätzte Wachposten. Die rote Krone bekommt aber der Tyrann, der mehr als einen Gegner einfach ausbombardierte.
Grün konnte prima Unterstützung für die roten Männer liefern; nicht, weil ich so tolle Tricks hatte, sondern weil der Nachschub an Eldrazi-Spielsteinen wichtig war.
Schwarz sollte dann eigentlich nur für den Katakomben-Durchkämmer dabei sein, aber daraus wurde ein wenig mehr. Vor allem das -5/-5-Removal ist manchmal einfach Gold wert.

Die Spiele sind schnell erzählt: Drei Runden lang durfte ich mir einfach ein Board mehr oder weniger ungestört aufbauen, um den Gegner dann einfach mit Masse oder einem Tyrannen einzustampfen.
In Runde eins zog mein Gegner erst viele und dann keine Länder. Nach meinem Start mit Verderbte Anhäufung geolgt von Blinder Beobachter gab er direkt auf. In Runde zwei hatte mein Gegner ein weißes Weenie-Deck mit grün, das offenbar mit mittelgroßen Kreaturen aufgefüllt wurde. Da hatten die Token und besonders der Tyrann leichtes Spiel. In Runde drei hatte ich einmal einfach mehr Sprüche und einmal die besseren Kreaturen bzw. überhaupt Kreaturen.

Wirklich interessant war lediglich die vierte Runde, wobei mein Gegner erst einmal auf einem Land blieb und dann einschob. Im zweiten Spiel konnte ich dann mein viertes Land erst später als geplant finden, hatte aber einen Mordgesellen und ein Aus dem Jenseits. Trotzdem konnte ich gegen neun Angreifer wenig ausrichten. Im dritten Spiel hatte dann er wiederum weniger Kreaturen und wurde einfach überrannt.

4-0 ist schön und ich denke, dass der Archetyp auch im Draft bestand haben könnte. Ob nun zweifarbig oder dreifarbig wird sich zeigen. Aber alle Eldrazis waren in irgendeinem Spiel für das gute Ergebnis verantwortlich, sodass ich das Deck vermutlich auch wieder so bauen würde.

Abschließend mein Resümee zum Turnier:

Vermutlich auch durch die Voranmeldungen war es angenehm ruhig im Laden und man konnte noch atmen. Die Gegner waren zum großen Teil gut gelaunt und freundlich; genau das erwarte ich auch, wenn es schon um nichts als die bloße Position geht. Leider habe ich es das erste Mal erlebt, dass mein Gegner nach dem Spiel mir nicht sein Deck zeigen wollte. Die Zeiten ändern sich anscheinend. Ich habe immer gerne Erfahrungen und Überlegungen mit meinen Gegnern ausgetauscht – gerade als Unterlegener und gerade auf einem Prerelease. Aber ich bin wohl auch etwas altmodisch.
Dafür gab es etliche Spieler, die ihren Tauschordner dabei hatten. Daher konnte ich ein paar Karten an- sowie vertauschen. Das fehlt mir ein wenig in der heutigen Zeit: Zwei Spieler wollen Karten tauschen, der eine sieht den anderen an, fragt, ob der andere das fair finde, dieser andere bejaht und die Karten sind getauscht. Das hat gestern wunderbar funktionert.

Insgesamt also ein sehr gelungenes Prerelease. Ich hoffe, ihr hattet ähnlich viele positive Eindrücke gesammelt wie ich und freut Euch ebenso sehr auf das Release des neuen Sets pünktlich zum Oktober.

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2 Kommentare zu Battle for Zendikar – Prerelease

  1. Immanuel sagt:

    Hey, schön, dass du wieder mal geschrieben hast :-) Dein Gegner wollte dich auf einem Prerelease nicht einen Blick in sein Deck werfen lassen? Alter Schwede, die Zeiten ändern sich scheinbar echt (oder die Leute)… Aber gut, das ist ja zum Glück die Ausnahme 😉 Die Voranmeldung beim Prerelease hab ich übrigens nicht mitbekommen und war dementsprechend gestern dann nach meiner Ankunft vor Ort auch wenige Minuten später damit beschäftigt, mir eine anderen Plan für den Sonntag zu überlegen, als Karten zu drehen…. War frustrierend.

  2. Paul Walter sagt:

    Ich muss sagen, dass ich am Samstag nicht sehr gut drauf wahr. Vier Stunden Ikea sind schlimmer als 6 Stunden Breite Gasse. Dass mein Pool dann auch nur knapp 16 Kreaturen hatte, hat mir auch nicht besonders gefallen. Da finde ich deinen Pool schon deutlich besser. Hast wenigstens nen schönen Eldrazi-Theme drin gehabt. Bei mir konnte ich nur nehmen, was ich hatte; knapp 10 Viecher aus drei Farben und dann jede Menge Zauber. Ohne Fixing und ohne Ramp war es schlicht eine Katastrophe. Da hat Drana es auch nicht raus gerissen.

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