Blast from the Past (3) – Burn im Legacy

Blast from the Past ist zurück mit der Frage „Was wurde eigentlich aus Burn im Legacy?“

Wenn man als absoluter Neueinsteiger ins Legacy-Format eintritt besteht eine 80%ige Chance, daß einem als Anfängerdeck Burn empfohlen wird da es sich um eines der, wenn nicht sogar DAS günstigste, kompetitive Deck im Legacy handelt. Wie kann es sein, dass ein Deck das unter 200€ kostet in einem Format erfolgreich sein kann dessen Einstiegspreis sich sonst jenseits der 600 bewegt? Die Antwort ist simpel: die teuerste Karte des Decks (Goblin Guide) kostet nicht ganz 15€/Stk.

Goblin Guide

Da das Deck Mono-Farben ist und komplett auf Utility-Länder verzichtet (mit Ausnahme des ein oder anderen Fetch-Lands zur Deckausdünnung und/oder dem Einsatz von Landfall-Triggern, je nach Build), fällt weg was Legacy in 95% der Fälle unattraktiv für Einsteiger macht, nämlich der exorbitant hohe Preis für die Landbase. Sämtliche weitere Karten bewegen sich im Kostenbereich zwischen rund 10€ (Eidolon of the Great Revel) und 0,5€ (Rift Bolt).

Wie genau arbeitet das Deck nun? In den Anfangszeiten von Magic gab es den Lightning Bolt, über die Jahre wurden immer mehr Karten gedruckt welche für vergleichbare Kosten einen ähnlichen Effekt aufweisen bspw.: Rift Bolt, Chain Lightning, Lava Spike. Hierzu kamen noch Karten die für alternative Kosten oder unter bestimmten Konditionen sogar noch mehr Schaden anrichten (Fireblast, Flame Rift, Price of Progress). Aus all diesen sehr ähnlichen Karten lässt sich nun ein Deck zusammen stellen:

Bei dessen Betrachtung folgendes auffällt: 7 Sprüche=21+ Schaden–>Tod des Gegners

Dieser Fakt ist die große Stärke des Decks, da es so gut wie keinerlei Interaktion mit dem Gegner gibt bedeutet dies, dass man den Gegner wenig bis gar nicht bei der Ausführung des eigenen Spiels berücksichtigen muss. Oftmals arbeitet der Gegner durch Effekte wie Dark Confidant, Thoughtseize oder fetchen sogar dem eigenen Plan entgegen. Es gibt kaum ein Deck welches so geradlinig aufgebaut ist wie Burn, das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass das Ziel nicht stark variieren darf, wie z.B. durch zusätzliche Lebenspunkte welche abgearbeitet werden müssen oder Schaden, der nicht zum Spieler durchdringen kann, etwa durch Effekte wie Circle of Protection: Red). Es ist das klassische „Ganz oder Gar nicht“-Prinzip. Aufgrund dieser Störanfälligkeit wird Burn jedoch auch oft als schwächer eingeschätzt als es tatsächlich ist. Natürlich gibt es Karten wie Chalice of the Void oder Sphere of Resistance die einen großen Teil es Decks behindern ohne speziell gegen das Deck ausgerichtet zu sein. Diese Karten finden sich allerdings – wenn überhaupt – nur in einem Nischenteil des Metas. Der Großteil der Decks besitzt oft kein Gegenmittel gegen die vielen Direktschadenssprüche oder wird sogar vom Eidolon of the Great Revel selbst aus dem Spiel genommen (bspw. Storm).

Eidolon of the Great Revel

Nun zur eigentlichen Frage, warum man Burn als „Neutrum“ des Legacy-Formats bezeichnen kann. Burn besitzt kein Matchup in dem es von vorne herein zusammen schieben kann (wie zB Dredge gegenüber Decks welche Rest in Peace Mainboard spielen), genauso besitzt es aber auch durch den frühesten Kill in Turn 3 und seine Handkartenabhängigkeit kein Matchup das es komplett dominiert. Ist Burn nun im Legacy spielbar?

Auf jeden Fall! Jedoch ist bei der Wahl des Burndecks einiges zu beachten:

  • Burn ist am stärksten wenn es einen möglichst kleinen Anteil am Meta besitzt da dann die Karten welche Burn das Leben schwer machen oftmals zu Hause gelassen werden
  • das Mirrorgame wird oftmals davon entschieden wer anfangen darf, da diese Seite 3 Schaden im Vorteil ist
  • lokale Metas welche von Discard und Counter-Kontrolle nur so wimmeln können schwierig zu bestreiten sein, jedoch auch gerade dadurch zum Vorteil des Burndecks ausfallen, da die Direktschadenszauber gerade im späteren Spielverlauf ihren Spiel-Wert nicht verlieren

Vielen Dank fürs lesen, in der nächsten Ausgabe von Blast from the Past folgt dann das Fazit zu Rot als Farbe in Magic, wir schlüsseln die Stärken und Schwächen auf und küren die 5 Ikonen unter den roten Magickarten.

In diesem Sinne, happy gaming und bis zum nächsten Mal.

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2 Antworten

  1. Matze sagt:

    Bin mal gespannt wer sich da zu deinen 5 Ikonen zählen kann.

  2. Freakle sagt:

    „Es gibt kaum ein Deck welches so geradlinig aufgebaut ist wie Burn“

    ich glaube wenn man auf MTGO einen Bot laufen lässt der das Deck stupide herunter spielt, hat dieser eine genau so hohe Winrate, oder noch bessere als einer der Wald und Wiesen Burn Spieler die mir eintrichtern wollen dass bei dem Deck irgendwelche Hirnaktivitäten von Nöten sind.

    Trotzdem schöner Artikel 😉

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