Blast from the Past (5) – Pox im Legacy aka „Ich hasse Menschen“

Cheerio und willkommen zurück zu Blast from the Past.

Wer kennt sie nicht? Diese Tage an denen von Morgens bis Abends alles schief geht. Die Milch für deinen Kaffe ist über Nacht sauer geworden, dein Stammparkplatz ist belegt weil irgend ein Depp unbedingt 2 Plätze für seine Karre braucht, deine Frau hat dich betrogen und verlässt dich für einen brasilianischen Piloten und dann isses grade mal 11 Uhr.

Manche Menschen finden es ja faszinierend andere Leute leiden zu sehen auch wenn sie dabei selbst mitleiden, ein Sadismus der über blanke Schadenfreude weit hinausgeht. Für genau diese Leute wurde Pox im Legacy entwickelt.

Hier eine Beispielliste:

Das Prinzip welches sich das Deck auf die Fahne geschrieben hat, lässt sich auf folgendes herunterbrechen: Das wird mir jetzt weh tun aber dir wird’s mehr weh tun.

Seinen Namen hat Pox von der gleichnamigen Karte aus Ice Age. 1/3 von allem zu verlieren ist immer schmerzhaft und kann den eigenen Plan ganz schön durcheinander bringen. Dazu gesellen sich noch Discard-Effekte in Form von Hymn to Tourach, Thoughtseize und Inquisition of Kozilek um dem Gegner jede Hoffnung zu nehmen heute noch Magic spielen zu dürfen.

Hymn to Tourach

Wie genau funktioniert nun der Deckplan und was viel wichtiger ist, wie gewinnt das Deck?

Pox ist ein Grinddeck welches den Plan des Gegners in den ersten Runden durch gezielten Discard stört, frühe Kreaturen mit Opfereffekten wie Innocent Blood abrüstet und die Manabase des Gegners durch Wasteland verkrüppelt oder durch Smallpox alles Gleichzeitig machen kann. Die Ressourcen-Kontrolle wird durch einen Softlock aus Crucible of Worlds und Wasteland/Cabal Pit auch im späteren Verlauf aufrecht erhalten.

So weit so 2005. Bevor das orginale Innistrad damals rauskam habe ich immer wieder darüber gescherzt, dass sie doch einen „Pox“-Planeswalker drucken könnten…dann wurde Liliana of the Veil gespoilert. Seither prognostiziere ich mir eine Heirat mit einer einsamen alten Millionärin mit einer scharfen Haushälterin; aber das nur am Rande.

Liliana of the Veil hat dieses Deck vom super inkosistenten Haufen zu einer echten Nummer gemacht, da sie den gesamten Deckplan noch einmal auf einer Karte konzentriert. Ein weiteres Beispiel hierfür wäre Jace, the Mind Sculpter und das Lantern-Deck im Modern.

Zurück zu Pox. An tatsächlichen Wincons mangelt es dem Deck etwas da es nur 8 an der Zahl spielt, diese aber zu 62,5% rekursiv sind also wiederverwertet werden können. Mishra’s Factory kann durch den Schmelztiegel immer wieder ins Spiel gebracht werden und der Nether Spirit kommt sogar ganz ohne Hilfe wieder ins Getümmel zurück. An weiteren Wincons spielt das Deck noch Cursed Scroll, deren Fähigkeit in diesem Deck folgendes aussagt: 3 Mana = 2 Schaden an ein Ziel Deiner Wahl. Dazu gesellt sich schließlich noch das Phyrexian Totem, ältere Spieler werden wehmütig an den Phyrexian Negator zurück denken, der die Grundlage für die Karte darstellte.

Phyrexian Totem

Mit Ausnahme des Phyrexian Totem schafft das Deck allerdings nur 2-4 Schaden pro Runde anzurichten, was die Spiele mit Pox zu vergleichsweise langwierigen Angelegenheiten macht.

Gegen welche Decks steht Pox nun besonders gut da? Zu den guten Matchups darf man sicherlich alle Decks mit einer gierigen Manabase zählen und auch Combo ist kein großer Fan der vielen Discard- und Landremovalkarten. Decks wie Lands oder Sneakattack zählen wiederrum zu den eher schlechten Matchups, da Pox selbst keine Tutoren spielt und es hierbei stark davon abhängt, ob man es schafft den Gegner vom Mana abzuschneiden oder nicht.

Alles in allem gehört Pox deffinitiv zu den schwerer zu spielenden Decks im Legacy, da man genau wissen sollte was man wann zu tun hat. Wenn man aber auf den Rogue-Faktor steht und man sich nicht daran stört aufgrund der eher langsamen Natur des Decks eher kurze Pausen zwischen den Runden zu haben und man dazu noch gerne anderen Leuten den Tag versaut, dann sollte man sich Pox auf jeden Fall mal ansehen, denn in den Händen eines fähigen Spielers kann sich das Deck auf jeden Fall gegen einen soliden Teil des aktuellen, doch sehr 3-4 farbigen, Metas behaupten.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bis zum nächsten mal wenn’s wieder heißt „Blast from the Past“-„Was wurde eigentlich aus…?“

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4 Antworten

  1. Freakle sagt:

    Hei Micha!

    komplett zusammenhangslose Frage…
    Du hast nicht etwa das Deck in Paper?
    Falls ja können wir leider keine Legacy-Events mehr abhalten 🙁

  2. Ranger sagt:

    Das Deck macht irgendwie schon Spaß, zumindest dem Piloten…wenn der Gameplan aufgeht.

    Aber allzuschwer zu spielen ist nun nicht unbedingt finde ich. Bisschen ein Gefühl dafür, wann einem selbst ein Smallpox weniger weh tut als dem Gegner und die Mullganentscheidung. Das war’s auch meist schon.

    Ansonsten sehr vom Draw abhängiges Deck, insgesamt einfach zu inkonsistent, um auch nur als Tier 2 Deck bezeichnet werden zu können.

  1. 24. April 2018

    […] erstes nettes kleines Gimmick um den Tisch gegen uns aufzubringen haben wir einen Blast from the past […]

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