Blast from the Past (6)-All of no Lands im Legacy aka Oops, all Spells

Cheerio und willkommen zurück zu „Blast from the Past“.

Im Legacy gilt die Regel: Wer ein gutes Auto fahren will, braucht gute Reifen und gute Reifen sind teuer. Was aber wenn ich gar keine Reifen will, sondern mein Auto nur über die Klippe schieben möchte um schneller als alle anderen unten anzukommen?

Kann man ein Deck ganz ohne Länder spielen, die doch die Grundlage für alles in Magic darstellen?

Ja, man kann! Zumindest wenn man ein paar Dinge bedenkt:

Was macht man jetzt aber mit dem Mana, die Wincons dürfen dann ja nicht sonderlich teuer sein?

Undercity Informer

Um das zu beantworten gehen wir einmal zur Edition Gatecrash zurück. Diese beinhaltete nämlich zwei Karten mit dem effektiv gleichen Effekt UND den gleichen Kosten, namentlich den Balustrade Spy und den Undercity Informer. Beide Karten millen einen Spieler bis ein Land getroffen wird und eben diese Eigenschaft kann man sich in einem Deck ohne Länder zu Nutze machen um sein gesamtes Deck auf einmal in den Friedhof zu bekommen.

Doch was kommt dann? Die Antwort hierbei ist die Narcomoeba. Nachdem man sein Deck weggeworfen hat kriechen diese aus dem Dredge bereits bekannten Quallen aus dem Friedhof hervor und dienen uns als Futter für die nun im Friedhof liegenden Cabal Therapy. Nachdem wir mit diesen festgestellt haben, dass der Gegner eh nix kann, bekommen wir durch die Bridge from Below auch noch Zombies dafür! Die wiederum sind hervorragend als Futtergrundlage für Dread Return geeignet.

Soweit, so Dredge. Doch mit welcher Kreatur kann ich gewinnen wenn ich nächste Runde verliere weil ich keine Bibliothek mehr habe? Die einfachste und meiner Meinung nach auch sicherste Variante hierfür ist der Angel of Glory’s Rise. Er entfernt erstmal alle Zombies und bringt dann alle Mensch-Kreaturen aus unserem Friedhof wieder. Also den Undercity Informer aber auch Azami, Lady of Scrolls und den Laboratory Maniac. Danach wird Azami benutzt um eine Karte zu ziehen und dann, aufgrund der leeren Bibliothek, per Maniac zu gewinnen. Da Beide auch noch Zauberer sind kann man auch in Reaktion auf ein Removal noch gewinnen.

Hier die Liste, die mir mehrfach bei Turnieren mit 50+ Teilnehmern solide 2. Plätze eingebracht hat:

Goblin Charbelcher stellt die alternative Wincon aus dem Sideboard heraus dar, da in Game 2/3 mit Graveyard-Hate zu rechnen ist. Aufgrund des Laboratory Maniac kann man aber auch Mainboard gegen Rest in Peace gewinnen indem man per Infernal Tutor den Maniac sucht, spielt und sich im gleichen Zug das Deck wegmillt. Diese Möglichkeit und die bereits angesprochene Response-Win-Aktion mit Azami machen diese Version vielseitiger als bspw. die Schadensversion welche The Mimeoplasm reanimiert mit der Basis einer Walking Ballista und den knapp 50 +1/+1 Marken eines Lord of Extinction. Außerdem gewinnt der Maniac auch durch eine Leyline of Sanctity hindurch!

Aber Micha, ist das nicht einfach nur eine riesige Glaskanone? Na aber sicher doch!

Das Deck hat aufgrund seiner absurd niedrigen Anforderungen im Maindeck und seiner 8 (!) Kombostarter eine lächerlich hohe Chance Turn 1 abzugehen. Das eigentlich abstruse ist die Möglichkeit des vielfachen Mulligans. On the draw kann man auf 3 (!) Karten runtergehen und immernoch Turn 1 abgehen (Balustrade Spy, Dark Ritual, Lotus Petal und ein beliebiges Mana welches kein Mox oder LED ist; Undercity Informer, Lotus Petal, Dark Ritual und ein beliebiges Nicht-Mox-Mana) und On-the-Play eben auf 4 Karten. Wo andere Kombodecks schon längst geschoben hätten weil sie nicht mehr über genug Handkarten verfügen, kann dieses Deck noch den Sieg davontragen.

Lotus Petal

Die Schwäche des Decks lässt sich mit einer Karte beschreiben: Force of Will.

Wie bei allen Glaskanonen-Kombos (Belcher usw.) ist die Force der Schrecken des Decks. Hat der Gegner aber keine auf der Starthand, was bei 4 Forcen und keinem Mulligan immerhin in 53,33% der Fälle zutrifft, dann hat er einfach kein schönes Leben.

Warum wird das Deck nun nicht gespielt? Die meisten Leute sind der Meinung, dass solche Glaskanonendecks nie richtig gut abschneiden können. Die gleichen Leute gehen aber auch immer von einer Force auf der Starthand aus.

Gerade wenn das Deck normalerweise nicht vertreten ist, erwischt es den Gegner auf dem falschen Fuß. Des weiteren hat man die mit Abstand längsten Pausen zwischen seinen Spielen (mein Rekord für ein 2:0 liegt bei 2:30 Min, inklusive boarden).

Der Name „Oops, all Spells“ stammt von der Aussage aus dem Amerikanischen „Oops, I forgot the land so I milled only spells“ übersetzt soviel wie „Hoppla, ich hab vergessen ein Land ins Deck zu packen und hab jetzt alle Sprüche gemillt“.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal bei „Blast from the Past“ wenn’s wieder heißt „Was wurde eigentlich aus…?“

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5 Antworten

  1. Matze sagt:

    Völlig idiotisches Deck! Aber halt auch einfach geil.

  2. Micha sagt:

    Frag Tobi wie stabil das Deck läuft, es ist abartig

  3. Freakle sagt:

    „Im Legacy gilt die Regel: Wer ein gutes Auto fahren will, braucht gute Reifen und gute Reifen sind teuer. Was aber wenn ich gar keine Reifen will, sondern mein Auto nur über die Klippe schieben möchte um schneller als alle anderen unten anzukommen?“

    Das ist glaube ich der geilste Vergleich den ich je auf MagicBlogs gelesen habe 😀 Da zieh ich meinen Hut Micha !

  4. toco sagt:

    Werd ich auf jeden mal ausprobieren. #MagicNooby

  5. toco sagt:

    Werd ich auf jeden mal ausprobieren!
    #MagicNooby

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