Core Set 2019 – Draft Archetypen

Hallo zusammen,

das Core Set 2019 ist im Handel, ich versuche euch heute eine kleine Übersicht über die Draft Archetypen zu geben und euch die wichtigsten Karten des jeweiligen Archetyps darzulegen.

Kleines „Heads-up“ vorneweg: Ich nehme keine Kartenevaluation vor. Ich habe zum Zeitpunkt dieses Artikels 2 Drafts und 2 Sealed gespielt und denke nicht, dass ich schon ein vernünftiges Ranking geben kann. Grundsätzlich spielt sich das Set eben wie ein altbekanntes Core Set: Removal sollte sehr hoch gepickt werden, das Manafixing ist gut, d.h. splashbare Karten können gepickt und ins Decl eingebaut werden. Für ein Karten-Ranking empfehle ich wie immer LSV’s Serie von Channelfireball.

Nun aber zu den einzelnen Archetypen, die sich im Core Set 2019 versteckt haben! Glücklicherweise folgt auch dieses Core Set dem bisherigen Set-Design das WotC anwendet, in dem uns die Goldkarten einen kleinen Einblick in die jeweiligen Draft-Archetypen geben:

 

Artefakte

Blau-Weiß ist im Core Set die Farbkombination die Synergien mit Artefakten hat. So etwas ähnliches gab es mit Dominaria und „historischen“ Zaubersprüchen, allerdings geht es diesmal nicht um den „Cast“-Trigger sondern nur darum, dass man Artefakte auf dem Spielfeld hat. Es ist weiterhin auch egal ob es Token oder nicht-Token Artefakte sind.

Nutznießer dieser Synergie sind Karten wie die oben gezeigte Aerial Engineer, Scholar of Stars und Skilled Animator.  Alle 3 dieser Karten sind ein sehr starkes Payoff und auf jeden Fall die Mühe wert Artefakte im Deck zu haben. Weiterhin können kleinere Effekte das Deck verstärken, wie Aethershield Artificer die sobald wir eine Artefaktkreatur haben einen kleinen Boost gibt. Von dem Gearsmith Prodigy würde ich im Limited Abstand halten, das ist eher eine Karte für das Standard-Format, selbst wenn die Karte aktivierbar ist. Eine der besten Rares die man für dieses Deck öffnen kann ist sicherlich eine meiner liebsten Karten im Standard zur Zeit:

Oder eben die absolute Mythic-Bombe in Tezzeret, Artifice Master.

Wichtig ist, dass die Artefakte die man spielt nicht nur schlechte Karten sind die man ins Deck packt um seine Synergien zu entfesseln. Auch solche „Enabler“-Karten sollten für sich alleine spielbare Karten sein. Bisher hat sich gezeigt, dass die guten Artefakte begehrter sind, da sie in mehreren Decks gespielt werden können und Ihr diese früh picken solltet, falls Ihr diesen Archetyp draften wollt. Tolle Enabler-Karten sind: Aviation Pioneer, Skyscanner, Gearsmith Guardian, Manalith, Gargoyle Sentinel oder Martins Lieblingsnamen im Set, Suspicious Bookcase a.k.a das verdächtige Bücherregal.

Letztendlich sind all diese Synergien ein Weg um euer Powerlevel zu erhöhen, das Spiel gewinnen können sie aber ohne Support trotzdem nicht. Dieses Deck funktioniert meiner Erfahrung nach nur, wenn Ihr auch einen Grund habt in diesem Archetyp zu sein, wie 2 Aerial Engineer oder eben zusätzlich noch mehrere fliegende Kreaturen.

 

Grind/Control

Willkommen zu meinem liebsten Archetyp im aktuellen Core Set! Der Psychic Symbiont zeigt schön an, worum es in diesem Archetyp geht: Kreaturen die schwer geblockt werden können und Kartenvorteil! Als 6 Drop hat er bei mir bisher oft die große Bombe getroffen in der Hand des Gegners. Oft warten die Gegenspieler auf einen geeigneten Moment  diese aufs Spielfeld zu bringen und/oder wollen sie nicht in meine 3-4 offenen Mana casten. Und schon erwirscht man die beste Karte des Gegners und zieht dabei noch eine Karte für seine Mühen!

Dieses Deck benötigt alle guten Removal-Spells die es bekommen kann wie Essence Scatter, Murder, Nightmare’s Thirst oder Lich’s Caress.

2 der wichtigsten Karten für dieses Deck sind meiner Meinung nach Omenspeaker und Divination.

Beide Karten helfen dabei früh unsere Landdrops zu sichern und im Lategame unsere Bomben zu finden. Je mehr, desto besser! Gleichzeitig spielt das Deck jede „Value“-Kreatur die es finden kann wie Skeleton Archer, Fell Specter oder Salvager of Secrets.

Das Deck wird abgerundet durch eine Kopie von Macabre Waltz den ich auf jeden Fall einmal im Deck haben will.

Zusätzlich ist es in diesem Archetyp dank der hohen Anzahl an Scry-Effekten und Card-Draw gut möglich zu splashen. Diese beiden Mythic-Bomben finden hier ihr perfektes Zuhause:

 

Opferung

Der Oger zeigt uns deutlich woran wir mit diesem Archetyp sind. „Opferung“ ist hier das Zauberwort. Die interessanten Sac-Outlets sind leider alle auf Uncommon, wie eben der Brawl-Bash Ogre, Ravenous Harpy oder Thud (a.k.a. das schlechtere Fling). Kreaturen die uns Vorteile bringen wenn wir sie opfern, wie etwa Doomed Dissenter, Reassembling Skeleton oder Dragon Egg sind spielbar in diesem Deck und sogar Karten die man relativ früh picken sollte. Zumindest der Doomed Dissenter, da dieser mit seinen 2 Bodies auch in Kontrolldecks gerne gesehen ist. Selbstverständlich will man auch jeden Skyscanner den man bekommen kann. Macabre Waltz und Gravedigger können in diesem Archetyp schon früh eingesetzt werden und uns die geopferten Kreaturen wieder holen. Eine ansonsten eher unspielbare Karte wie Act of Treason ist mit genügend Sac-Outlets ein sehr starker Removalspell mit Upside und wird von sonst niemandem gepickt (außer man draftet im Spatz). Für mich sieht dieser Archetyp ganz nett aus, allerdings hat Rot viele große Drachen und super Removal, Schwarz ist ebenfalls sehr Control-lastig, daher ist mir nicht ganz klar ob dieser Archetyp nicht eher durch eine -Control-Variante abgelöst werden wird und diese eigentliche Sac-Synergie in Vergessenheit gerät.

 

Ramp into DARGON!!!

[Anmerkung der Redaktion: Nein, da wurde kein Tippfehler übersehen, das Wort HEISST so! 😉 ]

Rot und Grün haben in diesem Set einige der größten und Board-dominierensten Kreaturen im ganzen Set. Die Drachenschülerin rampt uns nicht nur in diese rießigen Monster, sie bietet uns auch gleichzeitig Fixing(!) für Splashfarben an. Zusätzlich können wir damit auf dem Board auch nicht flooden, da wir unsere Rampkarte im Lategame in einen 5/5 Drachen verwandeln können. Alles was uns zu unserem Glück noch fehlt sind große Monster!

Das Hauptproblem zeigt sich allerdings gleich mit diesem Archetyp: Die guten Payoffs sind meist Rare, Mythic oder zumindest Uncommon-Karten. Auf Common Basis sind die 2 besten Finisher Colossal Dreadmaw und Sparktongue Dragon. Richtig Power bekommt das Deck eben erst mit einem Payoff von höherer Seltenheit. Daher sollte dies auf jeden Fall unsere stärkstes Anzeichen sein um in dieses Deck zu wechseln. Bisher scheint das Format auch langsam genug zu sein, dass so ein Archetyp funktionieren kann. Rampkarten gibt es genug im Set mit Manalith, Gift of Paradise und Elvish Rejuvenator, um nur einige zu nennen.

 

Auren

Grün-Weiß ist für mich der schwächste Archetyp im Format, sollte man nach dem vorgegebenen Archetyp gehen wollen. Es sollte ebenfalls leicht möglich sein ein Abzan() oder Naya () Deck aus „Goodstuff“ zu bauen, und damit ist man meiner Meinung nach auch besser dran.

Der eigentliche Archetyp lautet allerdings „Auren“. Wir bauen im Boggles-Style Auren auf Kreaturen wie das Vine mare oder den Druid of Horns. Gleichzeitig erlauben uns die Satyr Enchanter dadurch Karten zu ziehen. „Gute“ Auren sind für dieses Deck entweder welche, die Kartenvorteil bringen wie die Talons of Wildwood oder Auren, die direkt das Spiel beenden können wie Prodigious Growth.

Ich denke der Deck-Typ ist nicht spielbar.

 

Lifegain

Lifegain ist wohl die größte Newbie-Falle in Magic. Lebenspunkte sind eine Ressource, wobei nur der letzte wirklich relevant ist.

Interessant wird Lifegain, wenn es auf Karten gedruckt ist die auch ohne diese Fähigkeit spielbar wären und/oder das Deck zusätzliche Synergien mit Lifegain hat. Wie etwa im Modern-Deck Souls-Sisters.

Der Regal Bloodlord ist eine tolle Karte um Lifegain auszunutzen, allerdings sollten auch hier immer im Hinterkopf behalten werden, dass die Karten die uns Leben bringen selbst ebenso spielbar sein müssen. Wichtig ist auch, dass der Bloodlord in jedem Endsegment triggert, nicht nur im eigenen! Weiterhin ist die Wincondition aus Modern auch im Format, Ajani’s Pridemate. Zusätzlich erhält dieser Archetyp einen Premium-Removalspell der durch Lifegain verstärkt wird, Nightmare’s Thirst. Ein schwächeres Payoff, allerdings auf Common ist letztendlich der Epicure of Blood.

Starke Karten mit Drain-Effekten werden daher noch verstärkt, wie Skymarch Bloodletter, Herald of Faith und die Vampire Sovereign. Gleichzeitig schaffen es Kreaturen wie der Dwarven Priest einen respektablen Body aufs Spielfeld zu bekommen und Leben zu erzeugen. In schwarz können wir diese Kreaturen auch relativ leicht über den Gravedigger oder den Macabre Waltz wiederholen.

 

Spells

Blau-Rot ist ein Tempo-Deck in diesem Format. Leider ist der Enigma Drake nicht so stark wie im Amonkhet-Block, es fehlen einfach die Cycle-Spells. Trotz allem gibt es in diesen beiden Farben einiges an Removal und Tempo-Sprüchen. Support bekommt man durch Guttersnipe und Aven Wind Mage.

Letztendlich hängt dieser Archetyp davon ab wieviele gute Removal-Spells man in Rot bekommt und wieviele man noch mit Karten wie Anticipate oder Tormenting Voice auffüllen muss. Je mehr dieser Cantrips man gezwungen ist zu spielen, desto schwächer wird das Deck im Limitedformat meiner Erfahrung nach. Es kann ebenfalls möglich sein, diesen Archetyp nicht zu sehr auszureizen und nur Removal Plus die beiden sehr spielbaren Karten Scaeda und Aven Wind Mage zu spielen und den Guttersnipe im Sideboard zu lassen. Dieses Deck kann super stark zusammen kommen oder im Draft auch ein kompletter Autounfall werden. Spaßig!

 

The Rock

Golgari hat in diesem Set keine wirkliche Synergie, sondern spielt sich mehr wie ein „Grind“-Deck. Man versucht über starke Kartenqualität und 2-for-1’s den Gegner in die Knie zu zwingen. Vorzeigekarten dafür sind der Poison-Tip Archer, der Skeleton Archer und Gravedigger. Ebenfalls sind das Rhox Oracle und Recollect tolle Karten für dieses Deck.

Alles in allem spielt es sich wie ein typisches Rock deck, gute Removalspells von Schwarz und große Kreaturen aus Grün wie Colossal Dreadmaw. Solider Archetyp ohne viel Synergie.

 

Tokens

Rot-Weiß ist dieses mal eine Token-Strategie, die viele kleine Kreaturen basteln will und diese dann mit anderen Effekten pumpen möchte. Die Heroic Reinforcements ist die absolute Posterkarte für diesen Archetypen, denn sie macht beide Effekte auf einmal. Wichtige Karten sind die Gallant Cavalry, Militia Bugler und der Star-Crowned Stag um einzelne große Kreaturen wegzutappen. Der beste Hymnen- oder Overrun-Effekt ist auf Common und meiner Meinung nach der Angel of the Dawn, der alle Token Pumpt und sogar noch einen Flieger zurück lässt der die letzten Punkte schaden macht. Da viele der Karten Stärke 2 oder weniger haben ist der Mentor of the Meek eine der besten Rares die man für dieses Deck öffnen kann.

Das Deck beinhaltet ebenfalls viele Ritter, daher sind die beiden Rare-Ritter-Bomben in diesem Deck oft am besten aufgehoben.

Abgerundet wird das Deck durch gute 2-Drops wie dem Cavalry Drillmaster oder Combat-Tricks wie Mighty Leap.

 

Tempo

Grün-Blau ist der letzte Archetyp den wir uns vom Core Set 2019 betrachten. Hierbei handelt es sich um das stärkste Tempo-Deck des Formates. Das Deck verlässt sich auf die Bounce-Sprüche von Blau und die rießigen Kreaturen von Grün. Die Skyrider Patrol verbindet beides, in dem es eine Kreatur dauerhaft verstärkt und gleichzeitig Evasion gibt. Für mich ist diese Simic-Karte eine der stärksten Goldkarten im Format und ein großer Grund in diesen Archetyp zu wechseln. Es gibt letztendlich viele Möglichkeiten dieses Deck zu bauen, aber mit Karten wie Colossal Dreadmaw als Finisher, den ganzen fliegenden Kreaturen von Blau und Departed Deckhand oder Ghostform die helfen Schaden durchzudrücken, sollte es kein Problem sein hart und schnell zuzuschlagen.

Wichtige Karten um den Gegner zu verlangsamen sind Exclusion Mage, Disperse oder Sleep, die in diesem Deck eine Heimat finden. Das Deck profitiert ebenfalls von der maximalen Anzahl an Divination die man einsammeln kann.

 

Das wars von mir, ich hoffe mit meinem kleinen Überblick seid Ihr gut gerüstet für das aktuellste Core Set. Wir sehen uns beim Draft!

 

Freakle

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