GP Prag – Ein Bericht vom Wochenende

Hallo deutsche Community,

nachdem ich 2016 etwas öfters „zur Feder gegriffen“ habe und lange Zeit nichts mehr von mir kam, bin ich ja im Bereich „Video“ als Content Creator für MagicblogsDE eingesprungen. Meine Pläne auf den Nationals oder auf dem GP Prag einen Vlog zu erstellen, konnte ich aber leider nicht umsetzen. Dafür schreibe ich hier wieder ein bisschen was, nämlich einen kleinen Reisebericht zum grandiosen Wochenende in der Hauptstadt der Tschechischen Republik.

Vorbereitung

Ich versuche jedes Jahr mindestens einen Grand Prix zu spielen. Im Februar war ich bereits auf dem GP Lyon, deshalb wäre eigentlich Prag nicht nötig gewesen, ihr wisst aber bestimmt selber, wie süchtig M:tG machen kann. Also habe ich mich mit 2 Leuten zusammen getan um Prag zu bereisen:
Nicolas „Netdeck Nico aka. 75Slots“ und Adrian „Local Hero und Champ“.
Airbnb gebucht, Registrierung für das Mainevent mit Mega Last Chance Trial und fertig waren wir!

Das Format im Mainevent des GPs war Modern, also hatte ich die Qual der Wahl aus mehreren Decks (bei den Nationals im Format Standard hatte ich nur die Wahl aus zwei Decks).

Mein erstes Moderndeck ist Elfen (in sämtlichen Farbvarianten), allerdings bin ich damit auf einem PPTQ-Sidevent der Nationals ziemlich eingegangen, weshalb Elfen aus der Entscheidung fiel.
Eine weitere Möglichkeit wäre eine beliebige Kombination aus UWR Control gewesen, wobei es eher auf UW Control ohne Miracles hinausgelaufen wäre. Einziges Problem: ich habe keine Lust jede Runde 60min Mirrors zu spielen, weshalb auch Control keine Alternative für mich war.
Mein jetztiges Pet-Deck (also zur Zeit vor GP Prag) war GW Valuetown. Ich liebe das Deck, man hat sauviele Entscheidungsmöglichkeiten und vor allem im Meta mit Tron ist das Deck richtig stark. Problem: Das Meta war meiner Meinung nach nicht wirklich Tron-lastig. Damit war auch das raus.
Vorletztes Deck: GWb Counters Company. Allerdings habe ich hier irgendwie keine Lust darauf gehabt und so kam es, wie es kommen musste:

Auf diesem GP spielte ich mal wieder ein „neues“ Deck, welches ich davor noch nie gespielt hatte. Also wirklich nicht, kein MTG:O, kein Xmage oder sonstiges Tool wurde genutzt um das Deck zu spielen. Ich habe mir in den beiden Wochen davor die nötigen Karten auf MKM gekauft, das Deck zusammen geworfen und drei Youtube-Videos angeschaut. Dazu noch einer Facebook-Gruppe beigetreten, Deckguide und Sideboardguide heruntergeladen und optimiert. Reicht vollkommen! Welches Deck ich spielte? Dazu später mehr!

Anreise

Um 4 Uhr morgens klingelte der Wecker, also 20km in die eine Richtung um Adrian zu holen, 20km in die andere Richtung um Nico einzusammeln (ja, keiner wollte mir entgegen kommen) und dann ab Richtung Prag. Dafür, dass es Freitagmorgen war, kamen wir echt zügig voran und waren gegen 9.30 Uhr vor der Location.

Mega Last Chance Trial

Format war M19 Sealed, Runden waren jedoch Single Elimination.
Ja wie es im Sealed so ist: Mein Pool war solide, mein Deck war solide.
Der Pool meines Gegners war solider, sein Deck war solider. 0-1 Drop.

Kurze Pause

Auch Adrian und Nico scheiden spätestens in Runde 2 aus dem Mega Last Chance Trial aus und wir entschließen uns dazu, dass wir die Schlüssel unserer Wohnung abholen. Nach ca. 10min Fahrt sind wir in einer kleinen, gemütlichen Wohngegend angekommen und können die Wohnung entgegen nehmen. Es handelt sich hierbei um eine Kellerwohnung, welche zwar über wenig Fenster verfügt, aber ansonsten echt nett eingerichtet ist. Ich reserviere mir direkt das größte Zimmer mit „Dachfenster“ und wir überlegen, wie es weiter geht.
Da wir mit einem späten Ende des PTQ rechnen, halten wir auf dem Rückweg zur Location an einem Kaufland und decken uns mit Spaghetti und anderen Lebensmittel für das Wochenende ein. Zum Glück habe ich einen mobilen Kühlschrank im Auto. Mein wichtigster Einkauf ist ein Kasten vom meiner Meinung nach dem bestem Bier aus der Tschechischen Republik: Kozel Cerny (oder so ähnlich).

Die Wahl des Decks

Ja hier kommt nun das Thema der Deckwahl. Ich habe mich für 5-Colour Humans entschieden, um genau zu sein für diese Liste:

Das Deck ist ein Kreaturen-Deck, welches die Manabasis effizient nutzt, um gute Humans aus allen 5 Farben zu spielen. Der Vorteil gegenüber anderen Decks liegt darin, dass dieser Kreaturen-Typ enorm viele Möglichkeiten bietet, das Spiel des Gegners zu beeinträchtigen. Kitesail Freebooter entfernt problematische Hexereien und Spontanzauber, Meddling Mage verhindert Combo Pieces und Reflector Mage entfernt Kreaturen (vorübergehend). Ich denke das Deck ist relativ selbst erklärend und mehr Informationen zu einzelnen Karten erhaltet ihr im Turnierbericht weiter unten.

PTQ Nummer 1

Glücklicherweise wurde irgendeine Policy geändert und ChannelFireball konnte einen zweiten PTQ auf dem Event anbieten. Format war Modern, also nutzte ich diese Chance um mein neues Deck das erste Mal zu Spielen.

Runde 1:

Burn (2-1)
Das ist ein Race, wer schneller seine wichtigen Karten zieht und Druck macht, gewinnt. Vor allem ein Turn 1 Champion of the Parish ist hier der Schlüssel zum Sieg. Da ich besser ziehe und Kitesail Freebooter und Meddling Mage sowie Auriok Champions und Sin Collector aus dem Sideboard seinen Plan etwas verlangsamen, gewinne ich Spiel 1 und 3 um das Match 2-1 für mich zu entscheiden. Übrigens das einzige 2-1 des kompletten Wochenendes! Game 2 verliere ich nur, da mein Opponent eine Ensnaring Bridge spielt und ich die Reclamation Sage im Sideboard lasse. Game 3 kommt Sie ins Maindeck.
1-0

Runde 2:

UW Control (2-0)
Im ersten Spiel kann ich mein Board sehr gut um Terminus herum navigieren und Mantis Rider auf der Hand behalten, welche nach dem Terminus das Spiel beenden.
Im zweiten Game muss ich einen Judge rufen: Mein Gegner spielt Dragon Shield Matte Mint Hüllen, diese nutze ich selbst und ich weiß, dass sie leicht durchsichtig sind. Als mein Gegner dann ein Search for Azcanta legt, welches ich im ersten Spiel nicht gesehen habe, rufe ich den Judge, welcher meinem Gegner nach 20min Diskussion wegen „Marked Cards“ einen Gameloss gibt. Mein Opponent ist die ganze Zeit salty und mir gegenüber toxic, aber ich lasse mich davon nicht beeindrucken, schließlich bin ich im Recht. Wenn er die Regeln und sein Material nicht kennt, ist es nicht mein Fehler.
2-0

Runde 3:

Krark-Clan Ironworks (1-2)
Ja was soll man sagen, Ancient Stirrings ist OP, please ban! Nein keine Ahnung, wie das ablief, aber im Endeffekt konnte ich nicht genug machen, um meinen Gegner von seinem Gameplan abzuhalten. Vielleicht war es auch negatives Karma durch den Judgecall in der Runde davor, wer weiß.
2-1

Zu diesem Zeitpunkt habe ich keine Chancen mehr auf die zwei Byes für das Mainevent, aber aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem Deck entschließe ich mich trotzdem dazu, weiter zu spielen.

Runde 4:

UW Control (1-2)
Ja im ersten Spiel läuft alles wie gehabt, ich verlangsame meinen Gegner und mache genug Druck, um zu gewinnen. Game 2 und 3 habe ich diesmal aber keine Antwort auf die unzähligen Terminus … Termini … Terminusse … Terminus-Karten. Ein Turn 2 Meddling Mage, welcher Path to Exile nennt und dann in ein offenes weißes Mana angreifen geht, wird von Condemn abgerüstet. Sneaky One-Off, welches sich für meinen Gegner bewährt.
2-2

Runde 5:

Bring to Light Scapeshift (2-1)
Ok ich habe gelogen, es gab ein zweites 2-1 dieses Wochenende. Ich finde die 5-farbige Scapeshift-Variante interessant, aber da ich zu viel in petto habe, um seinen Gameplan zu verhindern, kann ich den Sieg einfahren. Lediglich im zweiten Game hat er zu viele verschiedene Boardwipes, denn ein Meddling Mage auf Anger of the Gods und ein Meddling Mage auf Damnation werden von einem Firespout abgeräumt.
3-2

Mit 3 Wins gibt es 100 Price-Tickets, sollte ich die nächste Runde gewinnen, kommen noch einmal 300 Tickets dazu. Da es aber bereits 22 Uhr ist, entschließe ich mich mit meinem Gegner zu drawen und wir teilen uns die 300 Tickets, womit ich den ersten Tag mit 250 Prize-Tickets beenden kann.

Gegen ca. 22.30 Uhr kommen wir wieder in der Wohnung an. Ich entschließe mich zu duschen, während Nico sich „quasi alleine“ um die Spaghetti kümmert. Im Fernseher läuft währenddessen eine Art „Ups die Pannenshow“ mit Tiervideos und dudeliger Hintergrundmusik. 24 Stunden am Tag. 7 Tage die Woche. 365 Tage im Jahr. Wild, einfach nur wild, aber perfekt um ein bisschen das Hirn nach einem langen Tag zu schonen. Nach einer riesigen Portion Spaghetti, letzten Vorbereitungen für das Mainevent und einem Gute-Nacht-Stream (Shout-Out an Noway4U auf Twitch) schlafe ich gegen 1 Uhr nachts dann vollkommen erschöpft ein.

 

Samstag, Mainevent

RIIIIIIIIINNNNGGGGGG, RIIIIIIIINNNNNNGGGGGGG, oder so ähnlich. In Zeiten von Handys klirren Wecker ja nicht mehr, stattdessen werde ich gegen 7 Uhr morgens von einer vorinstallierten Melodie meines Smartphones geweckt. Pro-Tipp: Niemals das Lieblingslied als Weckermelodie einstellen, das hat mir schon einmal einen Song versaut, weil mein Kopf nur noch das negativ behaftete Aufwachen mit diesem Lied verbunden hat. Dank Kaufland-Einkauf am Abend davor haben wir Brot, Marmelade, Wurst, Kaffee, O-Saft, etc. zum Frühstück und können uns gestärkt auf den Weg zur Location machen. Ich bin überzeugt von meinem Deck und so starte ich frohen Mutes in das Mainevent.

Runde 1:

Affinity (1-2)
Im ersten Spiel habe ich meinen Gegner auf einem Lebenspunkt unten, bis er sich mit Vault Skirge stabiliseren kann und das Ruder herumreißt, da ich nur Länder ziehe. Spiel 2 kann ich ziemlich gut Ressourcen tauschen und befinde mich in folgender Situation: Reflector Mage auf dem Stack, 3 offene Mana, einer Ather Vial auf 3. Mein Gegner hat 2 Steel Overseer und 1 Master of Etherium. Mein Reflector Mage hat als Ziel seinen Steel Overseer ohne Einsatzverzögerung, welchen er daraufhin aktiviert. Mit dem Trigger auf dem Stack flashe ich einen Izzet Staticaster ins Spiel und mache seinem anderen Steel Overseer einen Schaden. Als der Schaden resolved aktiviere ich die Aether Vial und bounce seinen Master of Etherium. Sein Board ist leer und ich habe die Kontrolle über das Spiel. Im dritten Spiel muss ich dann einen Mulligan auf 5 nehmen und verliere durch eine zu schnelle Hand meines Gegners. Guter Start in das Turnier … nicht.
0-1

Runde 2:

Bant Value (2-0)
Spiel 1 wird von einem super schnellen Start meinerseits dominiert. Da ich ihn auf GW Collected Company vermute, boarde ich Izzet Staticaster und Gut Shots, welche ich gegen GW Valuetown nicht boarden würde. Ich habe Glück und kann seinen Turn 1 Noble Hierarch mit Gut Shot töten. In meinem dritten Zug spiele ich einen Izzet Staticaster, in meinem vierten Zug ebenfalls und im fünften Zug beendet ein Phantasmal Image als Staticaster Nummer 3 das Spiel, da ab diesem Zeitpunkt jede seiner Kreaturen direkt stirbt, sobald sie das Spielfeld betritt.
1-1

Runde 3:

UW Control (1-2)
In diesen Spielen vergesse ich Game 1 und Game 3 eine Marke auf eine Aether Vial zu legen. Diese beiden verpassten Trigger hätten beide Male das Spiel gewonnen, bevor sich mein Gegner stabilisieren kann. Vielleicht hätte ich vorher doch mehr mit dem Deck spielen sollen um solche Fehler nicht zu machen? Hätte, hätte, Fahrradkette.
1-2

Runde 4:

Naya Burn (2-0)
Hier gibt es leider wenig zu berichten. Im ersten Spiel hat meine Gegnerin 1 Land im sechsten Zug, im zweiten Spiel hat sie 6 Länder im sechsten Zug. Beides Dinge, die man mit Burn nicht haben möchte. Schade um die Spiele, aber ich nehme den Sieg natürlich trotzdem gerne.
2-2

Runde 5:

Mardu Pyromancer (1-2)
Dadurch, dass sowohl Adrian als auch Nico dieses Deck spielen, konnte ich dieses Matchup Freitagabend noch ein bisschen testen. Meiner Meinung nach ist das Matchup eher 50-50 oder sogar 60-40, wenn man es als Humans-Pilot richtig spielt. Adrian ist da anderer Meinung. Es gibt aber bei Mardu Pyromancer auch Draws, die man einfach nicht besiegen kann und diese sind leider häufiger als die richtig guten Draws meines eigenen Decks. Engineered Explosives ist ein Top-Deck, welcher mir beide Spiele zerstört. Und das obwohl ich mit einer Aether Vial auf 3 und einem Reflector Mage sogar dafür gesorgt habe, dass mein Gegner seinen Bedlam Reveler für den eigenen Trigger abwerfen muss. Er zieht zwar 3 neue Karten, topdeckt aber im nächsten Zug das Explosives (welches von der Bibliothek ohne Umwege aufs Spielfeld wandert und mein Board räumt) und macht damit den Sack zu. Im dritten Zug sind wir beide „relativ“ im Topdeck-Modus, da mein Gegner meine Hand mit Thoughtseize und Inquisition of Kozilek stark dezimiert hat. Zu diesem Zeitpunkt muss ich einen Champion of the Parish und zwei Noble Hierarch legen, um den Druck aufrecht zu erhalten. Sein Engineered Explosives von oben zerstört mein Board und ich bin in den folgenden Zügen dann zu weit nach hinten gefallen, um noch das Ruder herum zu reißen.
2-3

Damit bin ich raus für Tag 2, ich entscheide mich aber dazu, weiter zu spielen.

Runde 6:

Affinity (1-2)
Dadurch, dass es hier um nichts mehr geht bin ich total tiltproof, was auch viele Vorteile bietet. Gerne würde ich immer mit diesem Mindset spielen. Ich spiele entspannt und ohne Druck. Mein Gegner macht zwei Spiele lang die Dinge, die Affinity mit guten Draws halt macht und ich muss mich leider geschlagen geben. Zumindest waren es aber coole Games, welche nicht von absurden Draws des Spielers gegenüber dominiert wurden.
2-4

Runde 7:

UR Storm (2-0)
Im ersten Spiel war ich einen Zug schneller als er. Das reicht halt oftmals doch und man sollte stets wissen, ab welchem Moment man Gas geben muss. Game 2 war dann leider nicht fair. Mein Gegner nimmt einen Mulligan auf 4 und ich halte eine Hand mit 2 Kitesail Freebooter, 2 Phantasmal Image (welche auf dem Spielfeld dann zu Kitesail Freebooter Nummer 3 und 4 wurden) und 2 [card]Meddling Mage[card]. Ich ziehe on the Draw das zweite Land und das Spiel ist für meinen Gegner leider vorbei.
3-4

Runde 8:

Naya Burn (2-0)
Auch dieses Mal bin ich beide Spiele schneller als mein Schatten … ähhhh mein Gegner. Beide Male war es ein Zug hin oder her und ich konnte jeweils den Spielzug so gestalten, dass ich maximalen Schaden an den Gegner bringe. In diesen Matchups ist es immer sinnvoll, im ersten Zug einen Champion of the Parish anstatt einem Noble Hierarch zu legen. Den Noble Hierarch spielt man nur, wenn man keine andere Karte für den ersten Zug oder einen Mantis Rider für den zweiten Zug hat.
4-4

Mit einem nicht ganz zufriedenstellendem „Unentschieden“ beende ich also das Hauptevent. Das Deck ist zu diesem Zeitpunkt super und über das Wochenende gesehen stehe ich zu diesem Zeitpunkt 7-6-1 (20-14 in Matches mit einem ID). Nico ist leider auch nicht mehr im Mainevent, aber Adrian konnte sich mit einem 6-2 noch in Tag 2 retten, also wünschen wir unser gesamtes Glück dem „Champ“.
Wir verlassen die Site relativ schnell, nachdem Tag 1 des Mainevents beendet ist und suchen uns ein Restaurant. Zu unserem Glück gibt es noch einen freien Tisch, denn wie sich später herausstellt, haben die Judges alle anderen Plätze für ihre „Judge-Party“ reserviert. Mit gutem Essen gestärkt geht es zurück zur Wohnung, wo für Nico und mich noch ein paar Flaschen Bier im Kühlschrank warten. Adrian geht relativ früh ins Bett, um fit für Tag 2 zu sein (und erntet hierfür berechtigte Kritik von Nico und mir).

Sonntag, Sidevents

Da ich natürlich einzig und allein Magic spiele um Profi zu werden, bleibt mir keine andere Wahl, als am Sonntag den PTQ zu spielen. Adrian verabschiedet sich in das Mainevent und Nico und ich spielen noch ein paar Runden als Warm-Up gegeneinander.

PTQ Nummer 2

Runde 1:

RG Eldrazi Aggro (1-2)
Mein Gegner war ein echt netter Kerl aus Skandinavien und deshalb beende ich das High-Stakes-PTQ-Match relativ entspannt. Kommuniziert viel, wenn ihr Magic spielt. Das trägt enorm dazu bei, die Spiele gelassener zu nehmen. Alle drei Spiele wurden nur dadurch entschieden, dass der Gewinner jeweils on the Play war. Hätte ich also den Würfelwurf gewonnen, wäre das Match 2-1 ausgegangen, so gewinnt er 1-2.
0-1

Runde 2:

DIE PURE HÖLLE
Nichts, aber auch garnichts kann in Worte fassen, was ich während diese Runde gefühlt habe. Das Unvermeidliche ist geschehen, ich rufe die Online-Pairings auf und sehe folgendes Bild:

Wie in Trance spiele ich das Match. Tränen schießen aus meinen Augen, während ich Nicolas auseinander nehme. Hätte jemand das Video gefilmt, würde es Millionen an Aufrufen auf einschlägigen Seiten mit explizitem Content generieren. Innerhalb von nur 15min ist es vorbei. Ich habe es kurz gemacht. Nico erzähle ich, dass ich ihn nicht leiden lassen wollte. Der wahre Grund ist ein anderer: Ich selbst konnte diesen Schmerz nicht länger ertragen.

1-1

Runde 3:

Bogles (1-2)
Nach dieser Runde 2 war klar, dass ich zum Scheitern veruteilt war. Das Karma kam sofort zurück, nachdem ich in meinem zweiten Zug Meddling Mage nenne, Daybreak Coronet sage und mein Gegner in seinem Zug einfach ein Unflinching Courage spielt. Ungewinnbar. Die Spiele sind tatsächlich trotzdem relativ knapp, aber sobald Bogles Lifelink hat, wird es sehr schwer.
1-2

Runde 4:

Mardu Pyromancer (2-0)
Wieder Mardu Pyromancer, diesmal bietet mein Gegner jedoch mehr Gegenwehr als der, dessen Namen ich hier nicht nennen möchte. Wieder einmal lass ich ihn seinen eigenen Bedlam Reveler abwerfen, um diesmal schnell genug zu gewinnen. Im zweiten Spiel nimmt er mir einen Turn 2 Sin Collector mit seinem Turn 2 Inquisition of Kozilek, aber ich topdecke den zweiten Sin Collector, nehme sein Anger of the Gods und kann daraufhin sehr schnell das Spiel beenden. Diesmal zieht mein Gegner kein Engineered Explosives, EASY GAME, EASY WIN, EASY LIFE!!!!!
2-2

Runde 5:

UR Wizards (1-2)
Im ersten Spiel nehme ich einen Mulligan auf 5 und habe ein Land, mein Gegner tötet mich mit seinem Delver of Secrets. Für UR Delver habe ich keinen Sideboard-Guide, also boarde ich nach Gefühl. Übrigens das erste Mal in diesem Turnier, da mein Sideboardguide gefühlt über 30 Matchups umfasst. Im zweiten Spiel nimmt mein Gegner einen Mulligan auf 6 und hat nur ein Land und einen Delver of Secrets und ich gewinne. Im dritten Spiel läuft alles etwas normaler ab, und mein Gegner ist auf UR Wizards. Ja, da wären halt doch andere Sideboardkarten nötig gewesen und ich verliere. Mein Gegner war aber super nett, also alles easy.
2-3

Runde 6:

UW Miracles (2-0)
Ich biete meinem Gegner einen Preissplit an, da ich gerne die Planeswalkerpunkte und die Hälfte der Tickets haben möchte. Mein Gegner lehnt ab, also spielen wir es aus. Beide Spiele kann ich ihn ziemlich schnell überrennen, wobei es im ersten Spiel nochmal knapp geworden ist, denn ich habe folgendes Board:
Meddling Mage (Path to Exile)
Meddling Mage (Terminus)
Kitesail Freebooter (Path to Exile)
Kitesail Freebooter (Path to Exile)
+ lauter irrelevantes Zeug
Mein Gegner hat eine Celestial Collonade, die er aktivieren kann und eine unbekannte Handkarte (1 Path to Exile im Friedhof). Da ich bei seinen ca. 30 Karten bereits 3 Path to Exile gesehen habe, greife ich mit dem Meddling Mage, auf dem Path to Exile steht an und kann mit zwei Exalted Triggern (von Noble Hierarch) mit seiner Collonade tauschen. Dadurch habe ich tödlichen Schaden für den nächsten Zug auf dem Board. Seine letzte Handkarte war aber der vierte Path to Exile. Also tötet er meine Kitesail Freebooter (er bekommt ja jedes Mal einen Path to Exile zurück) und letzten Endes den zweiten Meddling Mage, nur um in seinem Zug ein Terminus zu top decken. Da ich aber „sicher“ gespielt habe und noch 2 Mantis Rider auf der Hand habe, kann ich trotzdem gewinnen.
3-3

Somit beende ich auch diesen PTQ mit 3-3 und habe nun insgesamt genügend Tickets für ein Display. Von Modern habe ich für dieses Wochenende genug, aber noch ein kurzer Blick auf meine Ergebnisse:
10-9-1 (29-20 in Matches mit einem ID).
Da Adrian im Hauptevent gedroppt ist und Sideevents spielt und wir sowieso erst am nächsten Tag heimfahren möchten, beschließen wir noch einen Draft zu spielen.

M19 Draft

Um es kurz zu machen: Ich war der einzige Rot-Drafter am Tisch, dementsprechend sieht auch mein Deck aus.

Mit diesem “Burn” Deck gehe ich ungeschlagen durch das Turnier und hole mir noch einmal 300 Prize-Tickets, was dann insgesamt für ein zweites Display reicht.

Am Abend gehen wir noch einmal essen, schauen zu Hause Tier-Fail-Compilations und fahren am nächsten Tag mit wenig Verkehr nach Hause.

Fazit zum Wochenende

Das Wochenende war super! Adrian und Nico, falls ihr das lest: GERNE WIEDER! Wenn man coole Leute dabei hat, dann machen solche Wochenenden gleich doppelt Spaß. Auch das Event war super organisiert, unser Airbnb-Host war sehr nett, die Wohnung war top und Prag ist allgemein eine coole Stadt.

Fazit zum Deck

Modern Humans ist super. Ich habe (bis auf 2 Matches am ersten Tag, als ich 2-1 gewonnen habe) entweder 2-0 gewonnen, oder 1-2 verloren. Das heißt, dass das Deck gegen jedes Matchup gut Chancen hat und mindestens ein Spiel gewinnt. Insgesamt bin ich von den Ergebnissen leicht positiv aus dem Wochenende gegangen (10-9-1) und werde das Deck auch in Zukunft (mit Meta-abhängigem Sideboard) weiter spielen. So hoffe ich, individuelle Fehler durch mehr Spielpraxis weitestgehend minimieren zu können. Ihr könnt gerne einmal in die Kommentare schreiben, ob ihr einen Deckguide zu 5-Colour Humans haben möchtet und wenn ja, ob als Video oder Artikel.

Bis bald!

Abschließend möchte ich allen Danken, die bis hierhin durchgelesen haben und wünsche euch viel Erfolg bei zukünftigen Turnieren. Schaut gerne öfters hier auf MagicblogsDE und auf unserem Youtube Kanal vorbei.

Bis bald,
Vormi

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5 Antworten

  1. Jashin sagt:

    Schöner Bericht – vielen Dank!

    • vormi sagt:

      Hallo Jashin und vielen Dank für das Kompliment. Dieses Wochenende sind bei uns 2 PPTQs. Ich hoffe natürlich, den am Samstag zu gewinnen, aber sollte das nicht klappen, dann habe ich zwei Events, zu denen ich eventuell ein paar Worte schreiben werde 🙂

  2. Ich schließe mich dem Lob und Dank an. War sehr interessant zu lesen, auch für einen Nicht-Turnierspieler wie mich. Schön auch die Einblicke in taktische Erwägungen, das geht im Freizeitspiel doch leider zu oft unter.

    • vormi sagt:

      Hallo Mario Haßler,
      auch dir vielen Dank für das Lob 🙂 Wie an Jashin schon geschrieben sind dieses Wochenende zwei weitere PPTQs, je nachdem wie sehr mich die Matches geistig einbinden versuche ich mehr Notizen zu machen, so dass auch die einzelnen Matchup-Analysen ausführlicher werden 🙂

  1. 2. Oktober 2018

    […] Nico überholt mit seinen 12 Punkten die ganzen 3-1-1 Spieler bis auf Platz 2 und ich ziehe dank schlechtem Opponent-Score als 7. Spieler in die Top8 ein. Das heißt erstmal: wuhu, Adrian, Nico und ich sind in der Top8, aber auch: ich muss wieder gegen Nico ran. Dieses Matchup ist wohl unser Fluch, denn das ist das dritte Aufeinandertreffen im dritten (P)PTQ. Diesmal kann ich das Match aber wieder relativ sicher für mich entscheiden, weshalb ich hier auf Details verzichte, lest einfach ein anderes Spiel zwischen uns, zum Beispiel in diesem Blogbeitrag. […]

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