Ultimate Masters Draft Guide – Es gibt noch etwas außer Rarepicks?

Hallo Freunde,

mit unserem Weihnachtskalender in vollem Gange und dem Release des „Ultimate Masters“ -Sets kann die Weihnachtszeit fast nicht besser werden. Der relativ hohe Preis von Ultimate Masters wird wohl viele von euch (und uns) davon abhalten das Set oft zu draften. Abgesehen von der Chance dies beim #MFPrague zu tun (Artikel wird kommen!), werden wir wohl alle wenig Übung in diesem Format bekommen. Zumindest in Papierform, das Set wird relativ günstig auf MTGO sein. Wenn wir schon wenige Drafts absolvieren, dann ist es umso wichtiger, dass wir vorher einen groben Überblick über das Draftformat haben um absolute Autounfälle zu vermeiden.

Ich versuche daher heute, euch das Draftformat etwas näher zu bringen und (ohne das Set bisher gespielt zu haben) einen Überblick über die einzelnen Archetypen zu geben.

Auch wenn wir uns aktuell auf Ravnica befinden, so zeigt dieses Set die Tendenz, eher in Shards / Clans aufgeteilt zu sein. Viele der Mechaniken erlauben sowohl stark 2-farbig fokussierte Decks, als auch die jeweiligen Shards oder Clans (3-farbig). Zusätzlich können auch Deck-Archetypen und Staples gefunden werden, die neben diesen fokussierten Archetypen liegen. Daher vorneweg: es ist machbar folgende „Standard“ Draft-Archetypen zu basteln, die eben aus guten Karten + Removal bestehen und wenig Synergie benötigen:

  • Mono – Aggro
  • / – Tokens
  • / – Flyers
  • / – Control
  • / – Beatdown

Auf diese soliden, aber recht „langweiligen“ Archetypen werde ich nicht eingehen. Jeder halbwegs erfahrene Drafter wird, falls etwas schief geht, ohnehin in einer Variation dieser bekannten Decktypen landen.

Da fast jede Rare in diesem Set eigentlich ein Money-Pick sein wird und sehr viele Reprints im Set sind, die entweder in spezifische Decks gehören, oder einfach offensichtlich auch im Draft ein sehr großes Powerlevel haben, habe ich alle Rares und Mythics in meiner Betrachtung heraus gelassen und werde mich nur auf die Karten konzentrieren, die wirklich auch im Draft zu sehen sind: Uncommons und Commons.

Viel interessanter ist allerdings die Möglichkeit, sehr synergiespezifische Decks zusammen bekommen zu können. Den Einstieg in all diese Archetypen lässt sich jeweils auf eine der sehr spezifischen Karten beziehen die hierfür benötigt werden. Sollte euer Archetyp offen sein, so ist es wichtig diese Karten sehr früh zu picken, auch wenn gutes Removal o.Ä. noch im Booster sind. Fixing ist ebenfalls relativ hoch einzuordnen, da wenig im Set ist und für 2-farbige Decks mit Splash benötigt wird. Nun aber ohne weitere Umschweife, meine Vorschläge zu den interessanteren Archetypen des Ultimate Masters Set:

– Graveyard – Bester Archetyp aller Zeiten

Ich muss gestehen, ich finde Ultimate Masters allein wegen dieses Archetyps schon gelungen!

Eine der wichtigsten Karten dieses Archetypes, und einer der stärksten 2 Drops die jemals gedruckt wurden ist hier eines der stärksten Zeichen, dass dieser Archetyp offen ist. Nein, nicht Tarmogoyf oder Snapcaster Mage

Tatsächlich wird auch in diesem Draftformat der Enabler wieder das schwierigste Puzzleteil sein, das man benötigt um diesen Archetyp zum laufen zu bekommen. In allen drei Farben gibt es Karten, die den Friedhof benötigen. Eine der stärksten ist sicher dieser hier, der in Innistrad einen eigenen Deckarchetyp gebildet hat:

Falls Ihr in dieser Zeit noch kein Magic gedraftet habt, dann könnt Ihr euch freuen eine der degeneriertesten Karten die es jemals im Draft gab live wieder miterleben zu dürfen! Dieses Deck konnte in Innistrad sogar Infinite gehen durch Memory’s Journey und Runic Repetition. Diese beiden Karten wurden leider nicht reprinted, allerdings ist der ähnliche Loop möglich, mit 2 Kopien von Stream of Consciousness im Deck! Wir bekommen also die volle Power von Spider Spawning auch in diesem Draft zu sehen! Solltet Ihr dieses Deck bauen wollen sind eure Top Picks offensichtlich: Spider Spawning, Stream of Consciousness und alle Self-Mill Enabler wie Satyr Wayfinder oder Forbidden Alchemy!

Den 2. Archetyp könnt Ihr eher blau basiert aufbauen und benötigt eine Karte, die im original Set nicht sehr stark war, in diesem Set allerdings eine der besten Win conditions darstellen wird:

Rise ist das Spider Spawning Deck das sich um Spells und nicht-Kreaturen kümmert. Gerade mit Spells wie Frantic Search dürfte es recht einfach sein durch sein Deck zu pflügen und diese Karte als Wincondition einzusetzen, gerade in einem -Deck das stark auf Control aufgelegt ist und mit vielen Counterspells und Removal versucht das Spiel im Zaum zu halten.

Beide Deck-Typen können zusätzlich als Payoff die starken Delve-Karten im Set einsetzen, wie Gurmag Angler, Treasure Cruise, Hooting Mandrills oder Become Immense. Zusätzlich steht noch Laboratory Maniac als extreme „Achievement“-Wincondition zur Verfügung, falls Ihr wirklich alle Style-Punkte während des Drafts abräumen wollt. Weiterhin könnt Ihr dank Frantic Search ebenfalls einige der Karten und Synergien des nächsten Archetyps nutzen, den ich gleich vorstellen werden!

Das schöne ist, dass es kaum spielbaren Graveyard-Hate in diesem Draftset gibt. Heap Doll und Beckon Apparition sind wohl die spielbarsten. Sollte ich bei euch im Draftpod sitzen, so könnt Ihr euch sicher sein dass ich mich in diesen Archetyp forcen werde :-).

– Madness – a.k.a. Frontier Tier 2 Deck

Basking Rootwalla ist zurück! Dieses mal wird er allerdings wohl sein Zuhause auch in einem Deck finden, das entweder nicht rein auf ihn fokussiert ist wie das Deck über diesem hier, oder gar keine grüne Quellen im Deck hat.

Für dieses Deck ist es wichtig, die richtige Balance zwischen Enablern wie Faithless Looting, Olivia’s Dragoon oder Frantic Search zu finden und gleichzeitig die starken / ausreichend Madness-Karten ins Deck zu bekommen wie die sehr starken Fiery Temper, Twins of Maurer Estate und Just the Wind. Wichtig ist, dass euer Discard euch etwas an Value bringt, so dass Ihr zusammen mit den Madness Karten eines der stärksten Grind-Decks im Format bauen könnt. Mad Prophet zum Beispiel wird von spielbar zu einer Bombe wenn er eine Karte zieht und der Discard kein Drawback ist, sondern ein Bonus seiner Fähigkeit darstellt.

Zusätzlich könnt Ihr Friedhof-Synergien in dieses Deck ebenfalls mit aufnehmen wie die Delve-Karten, die ich schon angesprochen habe, oder Karten wie Anger und Brawn, als auch Karten wie Archaeomancer oder Stitched Drake.

– Heroic / Bogles

Wenn wir uns an Theros zurück erinnern, dann hat uns damals doch eigentlich nur eine einzige Karte zu unserem vollständigen Glück gefehlt:

ENDLICH können wir den gesamten Spaß des Battlecruiser-Magic mit unserem liebsten Butz wieder aufleben lassen! Zusätzlich haben wir auch ein sehr gutes Upgrade zu der Heroic Mechanik enthalten:

Toten Armor gibt der eigentlich recht miesen Mechanik Heroic den Schutz, den sie in einem relativ high-powered Format wie diesem Ultimate Masters-Draftformat benötigt. Falls Ihr also irgendwann genug habt in diesem Format wie in jedem bisherigen Masters-Format von Rally the peasants weggenukt zu werden, so könnt Ihr dieses mal auch ohne Probleme gegen Bogles verlieren! Ein Traum wird wahr!

Starke Heroic-Karten in diesem Set sind Wingsteed Rider, Hero of Iroas und Arena Athlete. Alle Totem Armor Auren sind hohe Picks für dieses Deck, ebenso Faith’s Fetters als Removal. Heliod’s Pilgrim ist einer der besten Utility-Kreaturen in diesem Deck, da Sie euch Auren zum pumpen eurer Kreaturen findet, oder eben removal. Solltet Ihr mehrere Bogles im Deck haben, so ist Flight of Fancy eine sehr starke Aura die sonst relativ unspielbar ist in einem Format mit so viel Removal wie diesem.

– Aristokraten!

Mardu bekommt in diesem Set ein „Opfern“-Subthema, das uns erlaubt, einzelne Synergien zu nutzen und sehr starke, sehr synergieabhängige Decks zu draften. Endlich dürfte auch die bisher enttäuschende Karte Garna, the Bloodflame ihre volle Macht entfesseln. Starke Signale für diesen Archetyp sind Sigil of the New Dawn, Furnace Celebration und Magmaw. Zusammen mit Karten, die euch erlauben sie aus dem Friedhof auszugraben wie Myr Servitor oder Tethmos High Priest könnt Ihr hier mit einzelnen 2-3 Karten Kombinationen sehr viel Value generieren. Auch die Token-Karten die es in  Rot gibt sind sehr stark in diesem Archetyp, darum pickt Molten Birth sehr hoch!

Alles in allem ist dieser Archetyp wohl der am schwersten zum Laufen zu bringende, und das Payoff ist nicht so hoch wie bei den anderen. Trotz allem kann es wichtig sein, immer wieder im Hinterkopf zu behalten, dass Ihr in diesen Farben ein „Goodstuff“-Deck draften könnt und nur einige dieser Synergien im Deck haben könnt um das Powerlevel eures Draftpiles deutlich zu erhöhen.

– Reanimator

Die Esper-Shard verbirgt das wohl älteste Combo-Deck, das Magic zu bieten hat! Packe eine völlig überteuerten und völlig übertrieben starken Finisher wie Artisan of Kozilek irgendwie in den Friedhof und grabe Ihn wieder aus, am besten Turn 1 oder 2.

Die wichtigen Picks für diese Decks sind oft die Reanimationssprüche zuerst zu picken, anschließend Karten die uns erlauben unsere Ziele in den Friedhof bekommen und zuletzt sich erst auf die dicken Jungs zu fokusieren. Dieser Archetyp bekommt einiges an Power hinzu, wenn man eine der vielen Rares öffnet, die im Set sind wie Reanimate oder Goryo’s Vengeance. Trotz allem gibt es auch auf der Uncommon-Stufe die Möglichkeit dieses Deck zu bauen, mit Reanimationskarten wie Unburial Rites, Angelic Renewal, Miraculous Recovery oder Resurrection.

Eine der besten Möglichkeiten unsere Karten in den Friedhof zu bekommen sind entweder die Dredge-Karten wie Golgari Thug, oder über Karten bei denen Discard eigentlich ein Nachteil ist wie Frantic Search, Faithless Looting oder Skywing Aven. Es gibt auch die Premium-Variante Kreaturen direkt in den Friedhof zu bekommen, mit dem oben gezeigten Buried Alive oder Entomb.

Gute Targets sind Artisan of Kozilek oder Ulamog’s Crusher, sowie die vielen Evoke-Kreaturen im Set wie Aethersnipe.

- Ramp – Tron für Fortgeschrittene

Kodama’s Reach ist die Flaggschiffkarte für dieses Deck. Der Archetyp ist in den Simic-Farben zuhause, dazu könnt Ihr je nach Payoff-Karten alle Farben splashen. Die wichtigsten Picks sind zuerst alle Ramp-Spells im Pod einzusammeln, wie eben Reach, Urban Evolution, Dreamscape Artist,Prismatic Lens und Vessel of Endless Rest. Danach ist Card-Draw und teure Payoff-Karten wichtig. Grün bietet einige tolle Targets wie Penumbra wurm und Walker of the Grove als Ramp-Targets. Carddraw ist viel in blau enthalten, Urban Evolution ist hier selbstverständlich die beste Karte für unser Deck.

Eine der besseren Payoffkarten im Format ist ebenfalls Vengeful Rebirth, die auch ein relativ klares Signal bietet dass dieser Archetyp offen ist.

Zusammenfassung:

Ultimate Masters fühlt sich ein wenig wie das Limited-Umfeld in einem Cube an. Es gibt klare Archetypen und Deck-Typen, allerdings wird es sich nicht wie zum Beispiel Ixalan wie „auf Schienen“ draften lassen.  Alles in allem bietet dieses Draft-Format die Chance solide 2-farbige und bekannte Archetypen zu draften, als auch 2-3 farbige Archetypen zu finden, die normalerweise nur in Formaten wie eben den Cube-Drafts zu finden sind. Ich bin absolut heiß auf das neue Masters Set und hoffe, dass ich es mehrfach draften kann! Schreibt mir doch ob Ihr einen (oder mehrere) Masters-Draft(s) mitnehmt und falls Ihr nächstes Jahr in Prag auf dem GP sein solltet, schaut doch vorbei und sagt Hallo!

 

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