Commander Concepts – Saheeli, die Hochbegabte – Deck Upgrades

Hallo zusammen und willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Commander Concepts“!

Dieses Format habe ich vor Jahren mal ins Leben gerufen und seither leider nur zwei Artikel verfasst. Im Zuge des Delverlens-Reviews habe ich aber einige meiner Commander Decks aktualisiert und für die App durchgescannt. Dabei habe ich mir gedacht, ich könnte mal ein paar meiner Decks vorstellen! Manche sind von Grund auf selbst gebastelt, manche sind noch im Originalzustand und manche habe ich mit einigen Karten verfeinert. Als Wizards die ersten vorkonstruierten Commander Decks veröffentlicht hat, gab es zu den drei möglichen Kommandeuren immer auch dazu passende Karten im Deck. Das hatte natürlich zur Folge, dass das Deck nicht so recht wusste, was es will, da es aus drei verschiedenen Themen bestand. Auch, wenn es grundsätzlich kein schlechter Gedanke war, dass man das Deck in verschiedene Richtungen ausbauen könnte, bin ich persönlich froh, dass die Decks inzwischen fokussierter sind. Nachdem einige Leute von den Commander Decks 2017 eher enttäuscht waren (coole Themen, aber wenig Value), ging es 2018 wieder bergauf mit noch cooleren Themen und Planeswalkern, die wieder als Commander verwendet werden können!

Commander 2018 Erlesene Erfindung

Da diese Decks von einigen Leuten gekauft werden und nicht jeder direkt weiß, was er damit anstellen soll, wenn er mal ein paar Spiele gemacht hat, werde ich euch heute meine Änderungen am Deck „Erlesene Erfindung“ mit der Kommandeurin Saheeli, the Gifted vorstellen. Es gibt hier einige Karten, die einfach nicht so recht ins Deck passen und die Liste meiner Änderungen kostet laut MKM Wantsliste ca. 35 € bei einem Händler der alles hat. Der tatsächliche Warenwert sollte also irgendwo bei 20 € liegen! Diese Upgrades bekommt ihr also wirklich für kleines Geld oder vielleicht sogar umsonst, denn es ist nicht lange her, dass wir mit Kaladesh und Dominaria drei mehr oder weniger Artefakt-fokussierte Sets erleben durften. Das ist im Moment auch meine persönliche Vorgabe – erstmal daheim in den Kartenkisten kruschteln und schauen, was man mit den vorhandenen Karten so verbessern kann. Gekauft habe ich für dieses Deck bisher nur zwei Karten. Und ja, ich weiß, dass es einige Seiten gibt, die diese Themen behandeln. Bei meiner Recherche für mein eigenes Deck ist mir allerdings aufgefallen, dass der dazugehörige Artikel von Wizards etwas dürftig war, die Upgrades von EDHREC schon wieder viel zu umfangreich ausfallen könnten und bei MTGGoldfish habe ich nur ein Ranking der Decks gefunden.

Noch ein Wort zum Powerlevel. Jeder, der Commander spielt, weiß, wie schwierig es ist, in einer Playgroup auf einen grünen Zweig zu kommen. Commander wird quasi von allen gespielt: den Küchentisch-Spielern, den kompetitiven Spikes und auch von Leuten, die einfach einen Ort für ihre Draft-Rares brauchen. Jeder Spieler hat eine andere Vorstellung von Powerlevel, Fairness, Politik und Spaß. Außerdem treffen die unterschiedlichsten Charaketere aufeinander. All das gehört natürlich zu Commander dazu, macht es zuweilen aber nicht gerade einfach. Wie ihr nachher sehen werdet, baue ich natürlich starke Karten in meiner 99er-Listen. Allerdings verzichte ich meist auf irgendwelche infinite combos und versuche auch die Anzahl an Tutoren (in diesem Fall Fabricate, Trophy Mage, Treasure Mage, Whir of Invention) eher gering zu halten, da die Spiele ansonsten dazu neigen, dass immer sehr ähnliche Dinge passieren. Für viele Leute liegt bei Commander aber der Spielspaß darin, dass kein Spiel dem anderen gleicht. Natürlich kann jeder sein Deck so bauen, wie er möchte, aber ich selbst versuche, die drei Faktoren bezahlbare Upgrades, starke Karten und Spielspaß zu balancieren.

So, genug der schönen Worte, gehen wir ans Eingemachte! Wer das Deck besitzt, oder sich die Liste mal ansieht, sieht sofort, dass einige Karten einfach nicht ins Deck gehören. Folgendes habe ich gecuttet:

Ich denke, bei den meisten der Karten ist klar, warum sie gehen müssen. Varchild, Betrayer of Kjeldor ist vermutlich für Fans des Lore von Magic eine schöne Karte und packen sie in eines ihrer vielen Survivor-Decks. Ancient Stone Idol ist zwar kein schlechter Fattie, aber durchaus eine komische Karte. Wieso muss ich angreifen, damit er billiger wird? Wieso scheißt er einen 6/12er und keinen 6/6er oder sogar zwei 6/6er? Egal, das Deck hat genug Threats, also raus damit. Die beiden loyalen Kreaturen mit der Lieutenant-Fähigkeit sind für meinen Geschmack etwas zu schwach, da man seinen Kommandeur auch mal öfter nicht auf dem Feld hat. Geode Golem hat zwar eine lustige Fähigkeit, kostet halt aber auch fünf Mana… Next! Enchanter’s Bane und Scrabbling Claws sollen wahrscheinlich eine Art „Tech“ gegen zwei der anderen Commander Decks von 2018 darstellen, das tangiert mich aber nur peripher. Dann habe ich noch sechs Mana-Rocks eliminiert. Klar sind das alles Artefakte, aber das ist mir einfach viel zu viel Ramp, auch wenn er teilweise noch anderen Zwecken dient, wie Clues bauen oder Karten ziehen. Die wichtigsten durften bleiben.

Hier nun die Neuzugänge erstmal als Liste mit einer groben Einteilung. Im Anschluss verliere ich auch ein paar Worte dazu 🙂

Länder: Ich gebe zu, ich spiele in Commander immer eher zu wenig Länder als zu viel. In diesem Deck gibt es aber einen Haufen Artefakte, die Mana machen, daher gehe ich runter auf 37. Laut Frank Karsten ist das aber auch der „sweet spot“, um in Turn 3 wenigstens drei Länder liegen zu haben. In diesem Artikel geht es zwar vorrangig um die farbigen Manaquellen, das lässt sich aber natürlich auch übertragen. Die meisten unserer Manarocks kosten 3 oder weniger, also versuchen wirs einfach mit 37 Ländern.

Card Draw: Wir haben vier Möglichkeiten an Card Draw rausgeschmissen, daher müssen auch wieder ein paar Karten rein. Mit der Weatherlight und Jhoira, Weatherlight Captain sind wir sogar flavor-mäßig im Thema! Riddlesmith ist zwar kein wirklicher Kartenvorteil, sondern Looting, dafür zieht Skullclamp zwei Karten 😉 Wem das alles zu wenig ist, der kann noch einen Staff of Nin in sein Repertoire aufnehmen oder einfach Thirst for Knowledge drinlassen.

Token-Thema: Apropos Skullclamp… um das Powerlevel des Decks nicht durch die Decke gehen zu lassen, fokussiere ich es etwas auf das Token-Thema. Fliegende Würstchen sind erstmal nicht sonderlich gefährlich, außer es sind zu viele oder sie werden gepumpt. Alternativ würde ich Jhoira zur Kommandeurin ernennen und mich in irgendetwas Spiel-gewinnendes reinziehen. Das wird aber vermutlich schnell langweilig. Es kommen also zwei Karten hinzu, die Thopter produzieren und eine Karte, die alle Artefakte bufft. Chief of the Foundry ist ja sogar schon im Deck.

Ramp: Nach meiner Rechnung waren schon 15 (!) Ramp-Karten im Deck, daher habe ich sechs der Mana Rocks, die mir nicht so gefallen, rausgenommen. Auf die Frage „Wieviel Ramp braucht der Mensch?“ streiten sich heute noch die Philosophen. Die Izzet Keyrune finde ich ganz cool, da sich zu Anfang eines Spiels immer mal wieder jemand findet, der keine Verteidigung hat. Klar sind Kreaturen etwas anfälliger, aber Jhoira’s Familiar und Foundry Inspector passen einfach super ins Deck und können auch mal angreifen. Wer hier noch mehr Redundanz möchte, kann auch noch Herald of Kozilek reinpacken. Dieser hilft allerdings nicht beim Wirken von dicken Viechern, wie Inkwell Leviathan oder Sharding Sphinx.

Sonstiges/Utility: Es sind schon einige witzige Karten im Deck, die Artefakte oder Trigger kopieren, alles enttappen oder die obersten X Karten der Bibliothek ansehen und alle Artefakte ins Spiel bringen. Dank den drei Artefakt-Sets Kaladesh, Aether Revolt und Domaria können wir aus einer Fülle von Karten schöpfen, die mit Artefakten alles Mögliche anstellen. Den einen Tutor Whir of Invention kann ich mir natürlich nicht verkneifen. Und sollte ich wirklich mal mit Mechanized Production gewinnen, haben die Gegner wirklich geschlafen. The Antiquities War sucht erstmal nach Artefakten in den obersten Karten der Bibliothek und kann mit der dritten Stufe auch mal einen Gegner auslöschen. Scrap Trawler muss logischerweise auch ins Deck, hier aber ohne die berühmt-berüchtigte Combo aus Modern. Trading Post ist ein Klassiker und könnte auch Retrofitter Foundry ersetzen, ich möchte aber beide im Deck haben. Zu guter Letzt haben wir noch einen Mirage Mirror. Klar sind schon einen Haufen Copy-Effekte im Deck, aber der Spiegel ist eine der flexibelsten Möglichkeiten. Möchte man das immer noch weiter ausbauen, gäbe es noch Mizzium Transreliquat und Phyrexian Metamorph.

Hier noch für alle, die es interessiert, die komplette Liste, wieder mit einer groben Einteilung nach Kategorie:

Natürlich ist das Deck nicht ganz ohne Kritikpunkte. Es hat vermutlich zu wenig Removal (Cyclonic Rift lässt grüßen) und den wenigen Graveyard-Hate, der in der originalen Liste drin war, hab ich auch gecuttet. Auf Counter verzichte ich komplett, da diese Art von Deck sowieso jede Runde für irgendeine absurde Aktion austappen möchte. Dann gibt es noch eine Menge „Must have“-Karten, vor allem im Bereich der Artefakte. Allerdings habe ich bereits ein Daretti, Scrap Savant-Deck und möchte hier nicht allzu viele Überschneidungen haben. Was auf jeden Fall noch rein muss, ist Sai, Master Thopterist, da er nicht nur Tokens baut, sondern auch noch Karten zieht. Wenn ihr unter den verschiedenen Links schmökert, die ich zu Eingang hinterlegt habe, findet ihr noch tausende von Anregungen. Ich hätte sogar noch einen Dack Fayden rumliegen… Wenn ihr allerdings für wenig Geld einige schnelle Änderungen machen wollt bzw. sogar mit Karten, die ihr sowieso daheim rumliegen habt, hoffe ich, dass ich euch etwas weiterhelfen konnte!

In diesem Sinne: wir lesen uns beim nächsten Mal wieder,

euer Nico

Netdeck-Nico

SeventyFive Slots ist ein deutscher M:tG-Blog von "netdeck-Nico". Erfahrt alles über meinen Grind in Modern/Limited, meine Commander Decks und alles, was mit Magic zu tun hat!

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3 Antworten

  1. Freakle sagt:

    Schöner Artikel Nico!

    Wie du schon geschrieben hast ist es schwierig das powerlevel eines commander Decks immer korrekt zu treffen, Das hängt stark von der Spielgruppe ab.
    Nichts desto trotz hätte ich noch 2 Bedenken mit deiner Liste.
    Zum einen sind mir die threats im Schnitt zu schwach um das Spiel zu entscheiden,. Karten wie scuttling doom engine oder Soul of New phyrexia würde ich durch Dinge wie ne wurmcoil engine, consecrated Sphinx, jtms, etc ersetzen. Gerade da das Deck sehr wenig sweeper Effekte spielt würde ich stärkere finisher bevorzugen.

    Der 2. Allgemeine Punkt ist die manabasis. Hier kann man einfach die Qualität der farbigen Länder verbessern zb durch mehr fetch Länder und mehr targets wie abur Länder oder die neuen Tango Länder. Zusätzlich fehlen mir wichtige utility Länder wie reliquary Tower, wasteland, ein maze Effekt oder graveyard recursion.

    Bis auf das thirst hast du aber verständliche cuts gemacht, Bin gespannt auf deine anderen Decks!

  2. Netdeck-Nico sagt:

    Hi und danke 🙂

    Deine Bedenken kann ich verstehen, gerade Threat-Qualität und Removal-Dichte sind sicherlich noch ausbaufähig. Die Karten, die du nennst, wären auch super Ergänzungen. Ohne auf den Cent genau rumzurechnen wollte ich allerdings eher günstige Änderungen aufzeigen. Wurmcoil, Jace, Wasteland und ABUR Duals fallen da natürlich dezent aus dem Raster 😀

    Die Cuts sollten aber auch für solche Anpassungen eine ganz gute Richtung vorgeben. Mit dem Thirst vor Knowledge hast du vermutlich Recht, das ist zu stark, um es rauszunehmen.

    Und was die Fortsetzung angeht: ich werde mal auf Twitter eine Umfrage machen, ob ich als nächstes eher Upgrades zu einem Precon oder ein selbst gebasteltes Commander-Deck vorstellen soll.

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