Ravnica Allegiance Draft Primer

Hallo zusammen,

das zweite der drei neuen Ravnica-Sets ist nun endlich auf dem Markt, der Prerelease liegt hinter uns und wir haben nun für einige Zeit ein völlig neues Limited-Set zu Draften. Damit Ihr gleich zu Beginn des neuen Formates glänzen könnt, hier unser Draft-Primer zum neuen Set Ravnica Allegiance. Da das Set sich mit Gilden befasst, werde ich die Archetypen auch so aufschlüsseln und bei Bedarf auch die möglichen Splashfarben anzeigen, auf die Ihr Rücksicht nehmen könnt.

Alle Mechaniken des neuen Sets und der neuen Gilden findet Ihr im Detail in diesem Artikel unseres hauseigenen Magicblogs-Judges Eser!

Ich versuche in diesem Primer euch die Synergiekarten, auf die Ihr Acht geben solltet, sowie die Zusammenstellung der einzelnen Archetypen etwas näher zu beleuchten. Solltet Ihr auf der Suche nach einer Pick-Order sein, unabhängig von dem Deck das Ihr gerade draftet, so empfehle ich euch wärmstens den neuesten Frank Karsten-Artikel bei unseren Kollegen von ChannelFireball.com.

Zusätzlich werde ich meinen Fokus auf Commons und Uncommons legen, da Rares eben Glückssache sind und den Weg in diesem Set relativ eindeutig in eine dieser Archetypen lenken, weil sie meist Gold-Karten oder einfach „Goodstuff“ Karten sind.

Simic /()

Adapt ist die Mechanik der Simic in diesem Set. Ähnlich zu Monstrosity in Theros werden bei Adept hierbei X Marken auf die Kreatur gelegt, wobei X auf der Karte vermerkt ist. Anschließend triggern die meisten Karten noch ein zusätzlichen Effekt, wie z.B. bei Sharktocrab. Interessanter Unterschied zu Monstrosity ist, dass diese Karten triggern, egal woher die +1/+1-Marken kommen und dass Adapt nur aktiviert werden kann, wenn keine Marke auf der Kreatur liegen.

Marken auf Kreaturen basteln, Synergie mit +1/+1-Marken, sowie die Fähigkeit, die Marken zu entfernen/zu verschieben um Adapt erneut zu nutzen, sind daher die klaren Synergien nach denen wir für den Simic/Temur-Archetyp Ausschau halten sollten. Adapt-Kreaturen sind daher hohe Picks und man tut gut daran diese entsprechend hoch zu priorisieren. An erster Stelle steht hierbei meiner Meinung nach entweder der Combine Guildmage oder Aeromunkulus. Beide Karten passen auch sehr gut in die Kurve, etwas mit dem das Simic-Deck doch größere Probleme hat.

Viele der Adapt-Karten benötigen einiges an Mana. Daher sind zwei verschiedene Kartentypen wichtig zusätzlich zu den großen Adapt-Karten oder den großen grünen und roten Riot-Beatern:

Simic bietet tolle Interaktionen mit einigen der roten, genauer gesagt Gruul-farbenen Karten im Set. Zwei Beispiele, die jederzeit einen Splash in diesem Archetyp wert wären, sind Frenzied Arynx und Rhythm of the Wild, die oft erst im Simic-Deck ihre wirkliche Stärke entfachen.

Der Archetyp kann oft mit offenem Mana den Zug abgeben, da man viele Mana-Sinks auf dem Board hat in Form von Adapt-Kreaturen. Daher sind Counterspells und gute Combattricks, sowie Instant-Speed Bouncespells in dieser Shell mehr als willkommen und bekommen hier auch die Möglichkeit ihr volles Potential zu entwickeln.

Azorius /()/()

Azorius zeichnet sich auch in diesem Set wieder durch den klassischen Draft-Archetyp -Flyers bzw. -Evasive aus. Sphinx of New Prahv ist wohl das Paradebeispiel für diesen Archetyp. Starke Angreifer, die ebenfalls gut blocken, schwer mit ihnen zu interagieren ist und jede Runde Schaden durchbringen. Azorius Knight-Arbiter, so wie Azorius Skyguard sind hohe Picks und deutliche Signale dass sonst niemand in diesem Archetyp ist. Solltet ihr diese Karten noch Pick 5 oder 6 im Booster sehen, wäre meine Empfehlung in diesen Archetypus zu wechseln. Zusätzlich gibt es noch zwei „Lords“ im Set, jeweils in blau und weiß, die eure Flieger stärker machen und selbst respektable Angreifer sind: Windstorm Drake und Spirit of the Spires. Chillbringer ist eine der Karten, die für dieses Deck als Common entscheidend sind und von denen Ihr so viele wie möglich einsammeln solltet, d.h. diese auch bevorzugt aus den Packs draften solltet. Die Kombination des respektablen Flieger-Bodies mit dem Tempogewinn des ETB-Triggers macht diese Common für mich zu einer der besten im Set, gerade in diesem Deck.

Addendum ist die Gildenmechanik, die relativ wenig zu einer Karte beiträgt ohne dass man genau untersucht welche Vorteile man bekommt und wie die Karte bepreist ist. Glücklicherweise sind viele der Addendum-Karten gut spielbar und bilden ebenfalls das Rückgrat dieses Decks. Sphinx’s Insight ist ein sehr guter Draw-Spell, dessen Lifegain euch es leichter ermöglicht mit euren Fliegern den Gegner zu racen. solltet Ihr 4-5 Instant Spells haben die Ihr gerne auch Mainphase casten wollt und könnt, so wird Dovin’s Acuity zu einer der stärkeren Karten im Set. Dieses mini „build-around“ Enchantment solltet Ihr allerdings erst dann picken, wenn euer Deck zumindest einen vernünftigen Support dazu hergibt, ansonsten ist es die Manainvestition nicht wert. Selbiges gilt für High Alert. Solltet Ihr einige Senate Courier oder Wall of Lost Thoughts im Deck haben als Verteidigung gegen Angreifer auf dem Boden, so wird High Alert spielbar und letztendlich vielleicht sogar spielentscheidend. Beide Enchantments sind für mich allerdings kein hoher Pick, außer euch sollte diese sowieso keiner in seinem Deck haben wollen. Für den Fall, dass diese um den Tisch wheeled im Draft, denke ich ist der richtige Zeitpunkt gekommen sie spät aufzusammeln und bei guten Voraussetzungen (aber nur dann) zu spielen.

Sky Tether ist premium Removal in diesem Deck, da Ihr sowieso nicht am Boden geblockt werden könnt. Die Stärke dieses Deckes ist, dass Ihr diesen sehr guten Removal-Spell im Archetyp auch noch relativ spät im Draft abbekommen könntet, danach immer ein Auge offen halten!

Azorius kann selbst sehr gut gesplasht werden, entweder in eine Simic-Shell in der man die großen Flieger, Card-Draw oder das Removal einfügt, oder in eine Orzhov-Shell, die ebenfalls für die selben Karten Verwendung findet. Azorius ist ein Archetyp, der sich immer als erste Tendenz eignet, da das Deck auch mit wenig Synergie funktionieren kann und die Fallhöhe doch sehr niedrig ist in so einem Deck.

Gruul /()

Gruul ist erneut eine der eher simpleren Gilden während unseres Besuches auf Ravnica. Riot ist die Gildenmechanik, die uns die Wahl gibt der Kreatur Haste zu geben oder Marken auf sie zu legen. Wie schon unter Simic erwähnt, kommen viele der Synergien mit +1/+1-Countern durch einen weiteren blau-Splash. Die einzige wirklich starke Gruul-Karte, die Marken auf Kreaturen benötigt, ist Bolrac-Clan Crusher.

Nichts desto trotz sind Rhythm of the Wild und Frenzied Arynx richtig starke limited Karten und sehr hohe Picks in diesem Set. Gruul als zweifarbiges Deck will mit seinen sehr guten Kreaturen auskurven und das ganze mit Removal und Combat-Tricks unterstützen. Tatsächlich solltet Ihr hier ein Hauptaugenmerk auf die Kurve haben während des Draftens, dieses Deck funktioniert am besten wenn Ihr Kurvenmagic spielt.

Synergetisch wird diese Gilde mit Simic zusammen, wie schon weiter oben ausgeführt.

Rakdos /()

Rakdos ist ebenfalls eine sehr aggressive Gilde. Spectacle ist die zugehörige Gildenmechanik die konstanten Schaden auf die Gegner belohnt. Daher gibt es einige Key-Karten die das Deck erst zum laufen bringen, wie Fireblade Artist, Cult Guildmage oder Raktos Roustabout. Besonders stark ist das von mir zuerst völlig unterschätzte Enchantment Ill-Gotten Inheritance. Tolle Payoffs der Spectacle-Karten sind Light up the Stage, Blade Juggler oder Skewer the Critics. Sollte man mehrere Sacrifice-Outlets haben, so steigt auch der Wert von Karten wie Footlight Fiend und Goblin Gathering. Allerdings würde ich dieses Subthema eher mit dem Grundbaustein der letzten Gilde zusammen versuchen, auf die ich gleich noch eingehen werde. Rakdos zeichnet sich durch starkes Removal aus, sehr aggressive Kreaturen und absolut großartige Bomben im Rare und Mythicbereich. Eine der besten Gilden im Set.

Orzhov /()/()

Orzhov ist meiner Meinung nach die stärkste Gilde im Set. Sacrifice ist das Thema dieser Gilde, Afterlife die Gildenmechanik. Kreaturen, die nach dem Tod 1/1 Flieger-Token hinterlassen sind im Limited selbst ohne Support absolut erstrebenswert. Gerade Kreaturen, die dieselben Manakosten aufweisen wie eine vergleichbare Karte ohne Afterlife, ist daher extrem stark. Ein Paradebeispiel hierfür ist Imperious Oligarch, der wohl beste 2-Drop im Format. Sehr gute Sacrifice-Outlets sind Pitiless Pontiff, und Final Payment um zwei der wichtigeren Beispiele für dieses Deck zu nennen. Afterlife-Karten und Sacrifice-Outlets paaren sich hervorragend mit Karten wie Act of Treason oder Goblin Gathering, wobei man die Sacrifice-Karten der Rakdos-Gilde ebenfalls perfekt nutzen kann.

Orzhov spielt sich etwas mehr als Midrange-Deck im Normalfall, da es tolle Control-Karten besitzt wie Basilica Bell-Haunt, Mortify oder auf Rare Kaya’s Wrath. Zusätzlich können Lifedrain-Effekte wie Grasping Thrull ebenfalls die Lebenspunkte stabilisieren, wobei die durch Afterlife erzeugten Tokens auch als Chump-Blocker einiges an Zeit kaufen können. Dies führt dazu, dass man sich mit diesem Deck einiges an Zeit kaufen kann und Sacrifice-Synergien wie Act of Treason + Pitiless Pontiff leicht zusammen gebracht werden können.

Auch ein Esper-Deck () ist als Splash möglich, indem man die großen Flieger wie Azorious Skyguard oder auch Carddraw wie Sphinx’s Insight splashed und als Control-Deck fungiert. Letztendlich sind in allen Orzhov-Varianten die Grindkarten wie Dead Revels sehr gut geeignet. Selbst in aggressiveren Varianten ist es immer gut im Midgame zwei Afterlife-Kreaturen wieder aus dem Friedhof ins Spiel zu bringen um den Druck aufrecht zu erhalten.

 

Das wäre mein kurzer Überblick über die Gilden, alles mit ersten Eindrücken nach den ersten beiden Draft-Tagen. Ich bin gespannt, wie sich das Draftset entwickelt und welche unentdeckten Farbkombinationen ebenfalls möglich sind in dieser Edition.

Freakle

Content Creator und Sultai-Clanmitglied von MagicBlogsDe. Mehr über mich findet ihr in meinem Steckbrief und meine Artikel gibt es hier im Archiv. Weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf meinem Twitteraccount @AnaFreakle oder in meinen Twitch Streams @bgFreakle.

Das könnte Dich auch interessieren...

5 Antworten

  1. Eser Unger sagt:

    Sehr hilfreicher Artikel! Ich hab nie n Plan was ich mache aber das macht alles schon irgendwie Sinn! Jetzt muss ich nur noch irgendwann mal zum Spielen kommen : – D

    Und ich bin ganz ehrlich, zwar ist meine Lieblingsgilde in dem Set aber das was ich bis jetzt so mitbekommen habe find ich hat alles auf die eigene Art und Weise toll. Ich muss also dieses mal nicht mein Lieblingsdeck Forcen (PIRATEN! oder Selesnya), sondern kann mal tatsächlich einfach nur draften!

    • Freakle sagt:

      Das finde ich tatsächlich auch! Normalerweise tendiere ich immer sehr schnell zu einer Kombination der Sultai-Farben und spiele die anderen Archetypen eben weil ich es muss.

      In diesem Set freue ich mich aber sogar wenn ich ein cooles Rakdos- oder Mardu-Deck zusammen bekomme. Sehr cool!

  2. Netdeck-Nico sagt:

    Danke für den Überblick! Ich denke, im Sealed war Simic dank der ganzen Mana sinks die beste Option, im Draft ist es vermutlich wirklich Orzhov, weil die Afterlife Token einfach so viel machen und man auch ganz easy noch blau splashen kann. Lustige Synergie: Verity Circle und der Orzhov Guildmage zusammen sind super, denn man zieht generell Karten, wenn man beim Gegner etwas außerhalb von Angreifer deklarieren getappt wird – egal aus welchem Grund.

    Was Gruul angeht: damit habe ich am Freitag erst einen Draft gewonnen. Zhur-Taa Goblin/Growth-Chamber Guardian into Gruul Spellbreaker into Sunder Shaman hat einige Gegner ins Schwitzen gebracht. Kurzum: ich stimme voll zu, die Kurve machts!

    Was du aber schmerzlich vernachlässigt hast, ist der Archetype „Chainwirler des Todes“ mit Bladebrand und Daggercaster 😀

    • Freakle sagt:

      Das sind natürlich die next-level-Combos!
      Das hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm, aber heute ist ja wieder Draft…. Ich muss Rakdos forcen!

      • Ormus sagt:

        Hast du aber nicht geforced 🙂 Tatsächlich ist die Combo aber wirklich gut, da die Karten schon alleine für sich spielbar sind, oft muss man für solche Limited Combos ja eine borderline playable ins Deck packen (z.B. aktuell High Alert um mit Azorius Knight-Arbiter zu „comboen“)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.