Mardu or Mardon’t – Magicfest Straßburg 2019 Recap

Hallo zusammen,

das zweite europäische Magicfest ist in den Büchern und wir waren in recht großer Anzahl in Straßburg mit dabei!

Die Anreise

Los ging es für uns dank sehr kurzer Anfahrt Freitagnachmittag, bei bestem Frühlingswetter und strahlendem Sonnenschein. Wir waren hoch motiviert, denn was kann es besseres geben als bei 20 °C den ganzen Tag in einer nach Schweiß stinkenden, dunklen Halle zu sitzen und Karten seitwärts zu drehen!

Angekommen in Straßburg sind wir direkt zur Site gefahren, um den letzten Last Chance Qualifier (Format: Modern) des Tages mitzunehmen. Für die unter euch, die diese Turnier-Art nicht kennen: Man startet in einem relativ großen Teilnehmerfeld, es werden vier Runden gespielt, Single-Elimination. Derjenige, der alle vier Runden gewinnt, erhält freien Eintritt und einen Platz im Main-Event, sowie zwei Byes für Tag 1.

Für mich fing das Turnier interessant an: Trotz Anmeldung war mein Name nicht auf dem Pairings-Board. Dank der Hilfe der zuständigen Judges, die meine Anmeldung in ein falsches Event verbummelt hatten, konnte ich trotzdem an diesem Event teilnehmen und startete mit einem Bye 1:0. In Runde 2 erhielt ich dann dieses Matchup:

Mein Mitfahrer Alex wurde gegen mich gepairt, er war aber so nett, direkt für mich zu conceden, da er das Main-Event am nächsten Tag nicht mitspielt. Damit stand ich 2:0, ohne mein Deck ausgepackt zu haben.

Angetreten bin ich eigentlich mit meiner BUG-Liste, die ich euch schon in meinem letzten Artikel über das Magicfest Prag gezeigt habe, hier könnt Ihr die aktuelle Liste sehen.

In Runde 3 traf ich auf Dredge und war beide Spiele on the draw. Ich habe in beiden Spielen im ersten Zug Interaktion gespielt und im zweiten Zug einen Scavenging Ooze. Trotzdem war ich beide Male zu diesem Zeitpunkt dead on board. Mein Dredge Gegner konnte jeweils im zweiten Zug alle vier Prized Amalgam auf das Board bringen. Da lässt sich wenig diskutieren, das Dredge Deck war einfach zu unfair unterwegs, ohne eine Leyline of the Void im 0. Zug gewinne ich gegen so einen Draw einfach nicht.

Das gab mir allerdings die Möglichkeit, die Preiswand zu besuchen, um uns für Abends einige Booster zum Testen des Sealed-Formats zu sichern und gleichzeitig den Schlüssel an unserer Unterkunft entgegen zunehmen. Da wir dieses mal mit ganzen 12 Personen unterwegs waren, haben wir uns für eine Neuerung entschieden: wir mieteten ein #TeamMagicBlogsDE HAUS!

Das Haus war ein absoluter Glücksgriff, sehr günstig, genügend Schlafzimmer für alle, eine große Wohnküche, sodass alle zusammensitzen und essen konnten, sowie ein eigener Garten mit Elektrogrill! Sehr schön herausgesucht von unserem furchtlosen Anführer, da darf er sich zurecht freuen!

Selbstverständlich durfte solide Vorbereitung für das Main-Event nicht fehlen! Dieses mal konnte uns ja kein Vintage-Cube in die Quere kommen und so konnten wir unser gesamtes Potential auf die Sealed-Vorbereitung am nächsten Tag legen:

Samstag

Am Samstagmorgen starteten wir nach ca. 30 Minuten Anfahrt hoch motiviert in Tag 1 des MagicFests!

Das Main-Event begann für mich mit einem Pool, der auf den ersten Blick sehr stark und äußerst einfach zu bauen war. Ich hatte die Chase-Karte des Sets schlechthin in Puncto Limited-Power: Ethereal Absolution. Zusätzlich konnte ich meine Rares Judith, the Scourge Diva, Teysa Karlov und Gutterbones ins Deck packen und habe mich letztendlich dazu entschlossen, das Afterlife-Thema um Teysa weiter auszubauen. Meine Mardu-Liste sah letztendlich so aus:

Mein Deck fühlte sich sehr stark an, allerdings blieb vor allem Teysa völlig hinter den Erwartungen zurück. Ich habe meine drei Niederlagen gegen den selben Decktypen chancenlos eingefahren: Simic Tempo.

Alle Spiele, die ich on the draw war, konnte ich ein oder mehrere Sauroform Hybrids mit Counterspell- und Bounce-Backup nicht handeln. Letztendlich habe ich immer gegen die Kurve Sauroform Hybrid / Growth-Chamber Guardian / Incubation Druid into Aeromunculus + Counter/Bounce verloren. Mein Removal-Paket war, trotz Rare Removal, leider immer etwas zu langsam und klobig, meine eigenen early drops konnten nie gewinnbringend tauschen und letzten Endes habe ich (zugegeben gegen sehr starke Versionen dieser Decks) kein Licht gesehen.

Eventuell liegt dies wieder an meiner fehlenden Vorbereitung, allerdings habe ich Teysa und einige der Afterlife-Karten völlig falsch eingeschätzt. Vermutlich wäre es wohl korrekt gewesen, das Deck in ein Rakdos Aggro-Deck umzubauen und zu versuchen, die Gegner möglichst schnell umzukloppen. Gerade Karten wie Spikewheel Acrobat hatte ich als komplett unspielbar abgetan, wären in diesem Deck allerdings die richtige Wahl gewesen. Große Diskussion auf dem gesamten Magic-Fest hat allerdings die Karte Ethereal Absolution ausgelöst. Einige waren sogar überzeugt, dass diese aktiv „schlecht“ ist und eher eine Falle als eine Bombe. Ich fand es sehr erstaunlich, dass in diesem Grand Prix trotz relativ bekanntem Format, die Meinungen der Spieler doch sehr deutlich auseinander gedriftet sind. Sowas hat man zu diesem späten Zeitpunkt eigentlich selten, das spricht auf jeden Fall für die Tiefe des aktuellen Ravnica-Sets!

Das erfreuliche für mich war allerdings, dass ich mich mit unserem furchtlosen Anführer und Tag 2-Verachter Ormus auf den Weg zum Supermarkt machen konnte und wir gemeinsam das Abendessen etwas upgraden konnten.

Eine eigene Küche in den AirBnB – Unterkünften zu haben, hat doch wirklich Vorteile! Der Abend wurde noch länger, da unsere Tag 2 Ausbeute dieses mal sehr mager ausfiel und wir keinen großen Zeitdruck für den Sonntag hatten. Um nicht irgendwelche FSK – Richtlinien zu verletzten erspare ich euch davon die Bilder…

Sonntag

Am Sonntag nahm ich nur an einem einzigen offiziellen Turnier, dem Modern Double-Up teil, und spielte wieder meine BUG-Liste.

Ich begann den Tag stark, indem ich zwei gewonnene Matches gegen Infect unglaublich dämlich verloren habe. Im ersten Spiel habe ich meine onboard-Engineered Explosives nicht genutzt, um den gegnerischen Noble Hierarch zu töten, und stattdessen Liliana of the Veil gespielt, um diese hoch zu ticken und die letzte Handkarte des Gegners (bekannte Handkarte: Become Immense) abwerfen zu lassen. Meine Line, nach relativ langem Überlegen war, die Edikt-Fähigkeit von LotV zu benutzen, meine Explosives auf dem Board zu lassen und mit meinen nicht-Removal-Handkarten das schon irgendwie zu regeln. Mein Opponent top-deckte einen Blighted Agent und ich starb eine Runde später. Absolut unbegreifliches Play.

Das zweite Spiel war zu meinem Vorteil noch sicherer als das erste. Ich hielt eine Hand mit Damnation, 3 Fetchländern, einem Creeping Tar Pit, und 2 Discard-Sprüchen. Ich schaffte es tatsächlich, mit dem Discard alle relevanten Sprüche meines Gegners zu nehmen und lies Ihn sein Board mit Kreaturen aufbauen. Aus irgendeinem Grund hatte ich allerdings als letztes Land in meiner Hand das Creeping Tar Pit, das im vierten Zug getappt ins Spiel kam. Dadurch sterbe ich im darauffolgenden Swing ungeschützt mit meiner Damnation auf der Hand gegen ungepumpte Infect-Dudes. Ich habe das extra Mana die Runden davor eigentlich nicht gebraucht, keine Ahnung was mir da durch den Kopf ging.

Ich unterzog mich nach dieser Runde einem harten Reset: Eine Flasche Wasser auf Ex, eine Ibuprofen 600 und ein RedBull auf Ex.

Die zweite Runde konnte ich relativ deutlich gegen Meervolk gewinnen, die dritte gegen Mill. Keines dieser Matchups ist es wirklich Wert, darüber mehr Worte zu verlieren. Rock ist hier in einer sehr guten Position, dank der Mischung aus Discard, Removal für alle bleibenden Karten und Threats, wie Tarmogoyf. Wichtig ist im Mill-Matchup, dass man nach Möglichkeit vermeidet, seine Bibliothek zu durchsuchen (Fetchländer), um die Archive-Trap nicht zu aktivieren. Das habe ich beherzigt und so auch relativ klar gewonnen.

Die Preistickets wurden direkt in das letzte Event des Wochenendes Investiert: Booster-Blitz!

Danke auch an alle, die mich auf dem MagicFest nach meinem Twitter-Aufruf aufgesucht haben und mit mir Booster-Blitz gespielt haben. Eindeutig eine bessere Verwendung der Booster, anstatt Sie einfach aufzureißen (außer Draft selbstverständlich).

An sich war Straßburg wieder eine Reise wert. Die Site ist allerdings seit Jahren mit die schlechteste, die regelmäßig von den Grand-Prixs angesteuert wird. Gerade die klimatischen Bedingungen, als auch die sanitären Einrichtungen lassen zu wünschen übrig. Es wäre schön, wenn hier für die Zukunft eine bessere Site gefunden werden könnte. Letztendlich ist es aber ein Event, das in zwei Stunden Fahrtzeit für uns easy zu erreichen ist und das wir auch in Zukunft, hoffentlich auch mit so einer großen Gruppe, wahrnehmen werden.

Falls Ihr auch in Straßburg Karten seitwärts gedreht habt, lasst mir einen Kommentar hier! Gerade die Organisation der Site-Events war wohl an diesem Wochenende etwas ruppiger. Ich selbst war davon nicht betroffen, aber wenn Ihr dazu Input habt, gerne her damit.

Persönlich habe ich bemerkt, dass ich das Ravnica Limited-Format für Sealed noch nicht wirklich verstanden habe. Das gibt mir die schöne Möglichkeit, bis zum nächsten Set noch einiges an Sealed zu spielen, um hier besser zu werden und das Format besser kennen zu lernen!

Freakle

Content Creator und Sultai-Clanmitglied von MagicBlogsDe. Mehr über mich findet ihr in meinem Steckbrief und meine Artikel gibt es hier im Archiv. Weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf meinem Twitteraccount @AnaFreakle oder in meinen Twitch Streams @bgFreakle.

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5 Antworten

  1. War auch da, habe nur Sideevents gespielt und habe an der Orga nichts auszusetzen. War rundum eine super Veranstaltung. Konnte mich sogar in der Schlange bei Frau Villeneuve vor Ormus drängeln =)

  2. Netdeck-Nico sagt:

    Danke für den Bericht! Gut zu wissen, dass die Site in Straßburg nicht so der Hammer ist, da war ich tatsächlich noch nie. Prag und Kopenhagen waren in den letzten Jahren auch immer ganz gut, Lyon war eher nur so lala, weil man zur Halle hin ewig braucht und das Gelände einem Labyrinth gleicht.

    Und gräm dich nicht wegen dem Misplay, ich hab in Prag auch ein paar Fehler gemacht, die lassen deinen hier alt aussehen 😉

    http://magicblogs.de/blog/5014-grand-prix-prag-es-heisst-play-to-win-nicht-pray-to-win/

    • Freakle sagt:

      Die beste Site hatte ich bisher in Madrid erlebt, in nem Hockeystadion(?)
      Das war wirklich Klasse, allein dafür würde ich die GP Madrid Events mit nehmen 😀

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