War of the Spark Draft Primer

Hallo zusammen,

ich möchte euch heute, vor dem Prerelease-Wochenende, alle Draft Archetypen im neuen Set War of the Spark vorstellen.

Ich habe bisher einige Sealed-Events gespielt, was bedeutet, dass ich bisher noch keine Chance hatte, wirklich zu Draften und diese Archetypen auch zu bewerten. Ich werde diesen Primer eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch updaten, wenn wir mehr Übung mit dem Set haben.

Der Hauptunterschied dieses Draftsets zu allen bisherigen ist: Ein Planeswalker ist in JEDEM Pack vorhanden. Wir haben Uncommon-Planeswalker mit neuem Design bekommen, die eher wie Enchantments funktionieren, da sie zusätzlich eine Fähigkeit mit limitiertem Einsatzbereich haben.

Wichtig ist, sich sowohl beim Draften, als auch auf dem Spielfeld, genau bewusst zu machen, welche Planeswalker tatsächlich für den Boardstate relevant sind. Die neuen häufigeren Planeswalker reichen von absoluten Bomben, wie Kasmina, Enigmatic Mentor bis hin zu fast unspielbaren Walkern, wie Dovin, Hand of Control.

Im Gegensatz zu den beiden letzten Ravnica Sets werden wir nicht nur 5 Gilden und damit 5-6 Archetypen zum Draften bekommen, sondern 10 gewohnte Archetypen aus nicht-Gilden-Sets.

Das im Set vorhandene Removal ist relativ gut und auch auf Common-Level zu finden. Das bedeutet, dass Synergien deutlich stärker werden und man sich nicht nur auf 1-2 Finisher-Kreaturen verlassen sollte, um das Spiel zu gewinnen. Allerdings gibt es dabei auch Ausnahmen: Die Götter aus Amonkhet sind in ihrer verwandelten Form zurück und sind noch unschlagbarer als sie bei Ihrem letzten Auftritt waren. Bisher waren Götter in War of the Spark einfach immer Game Over, außer man hatte selbst welche im Deck oder auf dem Board. Ich bin gespannt, ob man im Vergleich zum Sealed Format wenigstens im Draft Antworten auf diese Karten findet.

Fixing ist vor allem in Grün zu finden, es gibt in diesem Set keine Guildgates mehr. Es ist daher deutlich schwieriger, zu Splashen, oder gar 3-farbig zu spielen. Gerade die verrückten Grixis- und Esper-Decks der letzten beiden Sets werden deutlich schwerer zu bauen sein.

Wie immer werde ich mich in diesem Primer fast ausschließlich mit Uncommons und Commons beschäftigen, da dies die Karten sind, die Ihr relativ zuverlässig in jedem Draft sehen werdet. Rares und Mythics sind eher Glückssache, und in diesem Set auch meist keine Build-Arounds. Solltet ihr starke Rares öffnen, so passen diese meist problemlos in einen der vorgestellten Decktypen.

Nun aber zum Kern dieses Primers, den…

…Archetypen:

 

Amass / Sacrifice

Mayhem Devil und Angrath, Captain of Chaos sind die Vorzeige-Goldkarten der Rakdos-Gilde in diesem Set.

Dieser Archetyp zieht seine Stärke daraus, Amass – Token direkt zu opfern und durch Karten wie Spark Reaper und Ahn-Crop Invader Value zu generieren. Im Gegensatz zu einem der noch folgenden Archetypen, will man die Amass-Armeen nicht immer größer Stapeln, sondern meist neue Token produzieren, die man dann nutzen kann.

Token-produzierende Karten sind zum Beispiel der oben gezeigte Angrath, Captain of Chaos, Dreadhorde Twins, Grim Initiate, Invading Manticore, Tibalt, Rakish Instigator, oder Herald of the Dreadhorde.

Auffällig ist, dass diese Karten auch ohne zusätzliche Synergie gut spielbar sind und damit das Powerlevel dieses Archetyps deutlich anhebt.

Payoff-Karten sind die drei erwähnten Mayhem Devil, Spark Reaper, Ahn-Crop Invader, sowie Dreadmalkin und Ob Nixilis, the Hate-Twisted

Amass + proliferate

Wie gerade schon angedeutet, gibt es einen Decktyp, der sich darauf spezialisiert hat, einen besonders großen Armytoken zu basteln.

Gleaming Overseer ist dazu ein deutliches Signal. Der größte Nachteil, den Ihr bei diesere Amass-Strategie erleben könnt, ist, dass Ihr mit viel Mühe einen rießigen Armytoken anhäuft und euer Gegner diesen mit einem Bounce-Spell auf eure Hand zurück bringt, oder den Token  jede Runde einfach mit einem 1/1 Amass Token jump-blockt und mit Fliegern über eure Blocker hinweg-fliegt. Gleaming Overseer verhindert beides, indem eure Tokens durch Hexproof beschützt werden und Ihr mit Bedrohlichkeit auch eine Form von Evasion bekommt. Dieser Archetyp wird umso stärker, je mehr gute Amass-Effekte Ihr miteinander kombiniert.

Neben dem Gleaming Overseer sind vor allem Eternal Skylord und Vizier of the Scorpion sehr hohe Picks. Die Farbkombination hat zusätzlich noch sehr gutes Removal und kann sich bei den Payoff-Karten der beiden anderen verwandten Archetypen wie (Sacrifice Kreaturen) und Spells Matter aus bedienen.

Spells Matter

Invade the City und Saheeli, Sublime Artificer zeigen die Haupt-Synergie dieses Typs. Kreaturen werden idealerweise durch Zauber ersetzt (Amass-Mechanik) oder profitieren durch irgendeinen Effekt davon, dass man viele Instant oder Sorcery-Karten spielt.

Payoffs für Spells sind in diesen Farben: Augur of Bolas, Saheeli, Sublime Artificer, Bond of Insight, Flux Channeler, Burning Prophet, Cyclops Electromancer, Spellgorger Weird, Narset, Parter of Veils, Sky Theater Strix und Thunder Drake.

Gerade der Thunder Drake, Saheeli selbst und der Cyclops Electromancer sind sehr gute Signale, dass ihr diesen Archetyp durchdrücken solltet. Alle Amass Spells können als Kreaturen-Ersatz gesehen werden, sollte genügend Payoff im Deck sein. Dadurch könnt ihr auch sehr spät noch gut spielbare Karten für diesen Archetypen aufsammeln, die sonst niemand will, wie zum Beispiel Relentless Advance.

Wichtig ist, dass Ihr genügend Interaktion, bzw. Tempo-Karten im Deck habt. Dieser Decktyp wird selten ein langes Spiel gewinnen, in dem es das Control-Deck darstellt. Euer Plan sollte eher sein, viele Payoff 2-Drops zu spielen und euren Tempovorteil zu nutzen.

Proliferate

Selesnya hat sich mal wieder Proliferate als Hauptmechanik an die Flagge geheftet.

Huatlis Raptor macht deutlich, worum es in dieser Gilde im Set gehen wird. Effiziente Beater mit sehr guten Stats, die mit +1/+1 – Marken synergieren.

Neben dem Dino gibt es noch die beiden sehr starken Kreaturen Bloom Hulk und Evolution Sage, die wir auf jeden Fall im Deck haben wollen. Jiang Yanggu bringt zusätzliche Synergie mit den Marken, Pledge of Unity hilft uns, alle Kreaturen an dem Proliferate-Spaß teilhaben zu lassen. Eine der wichtigeren Karten in diesem Set ist Kronch Wrangler als 2 CMC – Drop, der gemeinsam mit der anderen Common Bloom Hulk schon fast eine 2-Karten Combo darstellt und mir in Sealed schon einige Spiele gewonnen hat.

Proliferate

Simic bringt dieses mal leider nicht die Evolve-Mechanik zurück, sondern spielt sich relativ ähnlich zu Selesnya. Auch diese Gilde will über Proliferate Marken vermehren und so das Spiel gewinnen. Der Blaue Anteil in Simic bringt zusätzlich Bounce-Spells und macht diesen Decktyp damit etwas Tempo-orientierter. Zusätzlich bekommt man noch Zugriff auf die Amass-Karten aus Blau, die ebenfalls durch Proliferate hochgetickt werden können. Blau bringt wie gewohnt auch einige Kartenvorteil-Spells mit und könnte damit eine Alternative zu Selesnya darstellen.

Dieser Archetyp hat den Vorteil, dass man in einigen Archetypen wildern kann und relativ einfach auf dieses Deck zurückfallen könnte, sollte der Draft schief laufen. Vor allem Starke Rares/Mythics wie Roalesk, Apex Hybrid werden uns in diesen Archetyp treiben.

Dank dem Fixing, das uns Grün bietet, ist auch nicht auszuschließen, dass man oft versuchen kann, Bant -Decks zu bauen und beide Stärken zu nutzen.

Stumpfer Beatdown / Ferocious

Gruul bringt, allerdings ohne das Keyword zu benutzen, die Ferocious-Fähigkeit aus dem Khans-Block zurück. Die Fähigkeit des Temur-Clans bringt Vorteile, sobald man Kreaturen mit Stärke 4 oder mehr kontrolliert, oder solche ins Spiel kommen.

Rubblebelt Rioters zeigt nur, dass Gruul große Kreaturen haben will, allerdings gibt es einige Payoff-Karten, die speziell Ferocious benötigen, wie Bolt Bend, Turret Ogre, Challenger Troll, Kronch Wrangler, und Kiora, Behemoth Beckoner

Gute Kreaturen, um Ferocious zu aktivieren sind Raging Kronch, Bloom Hulk, Thundering Ceratok, Chainwhip Cyclops und Makeshift Battalion.

Letztendlich handelt es sich bei diesem Decktyp um das allseits bekannte -Monster, bei dem wir billige Kreaturen mit vielen Stats spielen wollen und unseren Gegner jede Runde mit dem gesamten Team angreifen.

Heroic / Aggro

Ähnlich wie Gruul bringt Boros ebenfalls eine alte Mechanik ohne ihr Keyword mit. „Heroic“ ist die Theros-Mechanik die hier recycelt wird, allerdings außerhalb der Goldkarte Tenth District Legionnaire auf uncommon/common-Level wenig Payoffs im Set hat. Trotz allem spielt sich Boros wie so oft, als pures Aggro-Deck. Premium-Combattricks wie Samut’s Sprint, Defiant Strike und Battlefield Promotion sind hohe Picks in diesem Archetyp.

Als Kreaturen wollen wir alle billigen Beater, die einen Vorteil beim Angreifen mitbringen, wie Pouncing Lynx,Ahn-Crop Invader und Burning Prophet. Auch Spellgorger Weird ist eine Kreatur die wir gerne in diesem Decktyp spielen wollen.

Ich werde wohl kein Freund von Boros mehr, aber jedem das seine …

Skies

Auch Azorius spielt sich fundamental, wie wir es seit 20 Jahren von dieser Farbkombination gewöhnt sind.

Elite Guardmage ist eine der stärksten Karten des Sets im Uncommon-Bereich und ein eindeutiger Hinweis, dass wir uns wieder im -Fliers-Deck befinden. Es ist, wie ich bisher gesehen habe, das selbe solide Deck wie in den meisten Draft-Sets. Wir wollen auf dem Boden sehr gute Blocker draften, wie Bulwark Giant,Ironclad Krovod, Teyo’s Lightshield, Teyo, the Shieldmage, Wall of Runes, oder Ashiok’s Skulker der auch als win-condition fungieren kann. All diese Kreaturen sind allerdings relativ späte Picks, da diese meist von keinem anderen Drafter genommen werden.

Unser Fokus liegt auf guten Removal-Spells und auf unseren wichtigsten Karten: Kreaturen mit Flugfähigkeit.

Gute Ziele sind sicher Sunblade Angel, Rescuer Sphinx und Thunder Drake. Aber auch Enforcer Griffin, Trusted Pegasus oder Aven Eternal sollten wir sehr hoch picken.

Wahrscheinlich wird dies einer der meist gedrafteten Archetypen an jedem Tisch sein, da er sehr einfach zusammen zu bekommen ist und ein relativ hohes Powerlevel mitbringt.

Ramp / 5-Color

Golgari hat sich für dieses Set neu erfunden und leider nicht die Dredge-Mechanik im Gepäck. Das Hauptthema der Gilde ist nicht wirklich klar in diesem Set, scheint aber ein Ramp-Deck mit sehr guten Fixing-Möglichkeiten zu sein.

Leyline Prowler und Deathsprout sind beides sehr gute, defensive Karten, die unsere Manakurve rampen und gleichzeitig auch andere Farben bereitstellen.

Weiteres Fixing für diesen Typ sind Centaur Nurturer, Jiang Yanggu, Wildcrafter, New Horizons, Paradise Druid und Kiora, Behemoth Beckoner. All diese Optionen sehen relativ stark aus, das Powerlevel ist auf jeden Fall da. Als farbloses Fixing und Ramp haben wir noch die Möglichkeit, Guild Globe, Mana Geode und/oder Firemind Vessel einzusammeln.

Gute Ramp-targets in diesen Farben sind allerdings auf dem niederen Seltenheits-Level schwer zu finden. Die besten sind wohl Challenger Troll, Arlinn, Voice of the Pack, und Tithebearer Giant, sowie starke Manasinks wie Vampire Opportunist und Vivien’s Grizzly.

Tatsächlich ist dieses Deck aber die Heimat von allen Bomben, egal in welchen Farben, die Ihr öffnet oder geschoben bekommt. Das heißt, dass Ihr alle Rare/Mythic-Planeswalker und definitiv alle Götter einsammeln werdet und in diesem Deck unterbringen könnte. Golgari ist auch die einzige Gilde, in der Ihr realistisch den neuen Niv-Mizzet spielen könnt, und wer will das nicht?!?!?

Wichtig ist, wie immer, im Ramp-Archetyp Carddraw miteinzubauen. Diese Decks benötigen sehr viele Karten, um zu funktionieren. Dadurch stellt ihr sicher, die richtige Mischung aus Ramp, Ländern und Payoffs zu ziehen.

Sacrifice / Control

Orzhov war noch im letzten Set die wahrscheinlich beste Gilde im Draftformat und findet sich nun mit der schwächsten Synergie im Set wieder.

Cruel Celebrant zeigt an, dass wir wohl ein Sacrifice-Deck erwarten können und einige Karten auch (wie auch schon in Rakdos) in diesen Farben finden. Beispiele dafür sind Rising Populace, Spark Harvest,Spark Reaper, diverse Amass Spells, oder Dreadmalkin.

Allerdings finden sich nicht so viele Payoffs und Futter in diesen Farben, dafür aber mit Abstand das beste Removal im Set, wie Bleeding Edge, Ob Nixilis’s Cruelty, Wanderer’s Strike, Prison Realm, oder Kaya, Bane of the Dead.

Letztendlich ist es wohl sinnvoll, diesen Archetyp zu draften, sobald man viel Removal in den beiden Farben einsammeln kann. Im Spiel gilt es, die kleinen Sacrifice-Synergien zu nutzen und letztendlich mit Finishern wie Enforcer Griffin, Ajani’s Pridemate oder Sunblade Angel zu gewinnen.

Für mich sieht Orzhov wie der Perfekte „Failstate“ in einem Draft aus, in dem Ihr einfach all das gute Removal einsammelt, sollten diese beiden Farben an eurem Platz offen sein und trotzdem noch genügend Finisher auf Common/Uncommon-Level vorbeikommen, um für euch Spiele zu gewinnen.

 

Das ist mein kleiner Überblick, der es euch hoffentlich ermöglicht, euch im Prerelease und in den ersten Drafts des neuen Sets schnell zurecht zu finden. Habt Ihr einen weiteren versteckten Archetyp gefunden, einen Decktyp entdeckt, der hier vorgestellt wurde und einfach nicht spielbar ist, oder gar einen Favoriten schon früh im Format ausgemacht? Immer her mit euren Meinungen in den Kommentaren!

Freakle

Content Creator und Sultai-Clanmitglied von MagicBlogsDe. Mehr über mich findet ihr in meinem Steckbrief und meine Artikel gibt es hier im Archiv. Weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf meinem Twitteraccount @AnaFreakle oder in meinen Twitch Streams @bgFreakle.

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2 Antworten

  1. Ormus sagt:

    Moment mal, Golgari hat „LEIDER“ nicht die Dredge Mechanik?!? Puh, das ist glaub keine Mechanik die man so schnell wieder sehen wird (und will?) – die hat eine 10 auf der Storm Skala…

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