Sultai oder Volleyball – MagicFest Kopenhagen 2019 Recap

Hallo zusammen,

das MagicFest in Dänemark ist in den Büchern und auch ich war wie schon angekündigt mit dabei um mein Bestes im neuen Set Modern Horizons Limited zu versuchen.

Die Anreise

Begonnen hat unsere Anreise eigentlich schon einige Tage vor dem Abflug, bis hin zum Abflugtag selbst, an dem von unserer Reisegruppe aus eigentlich 6 Personen letztendlich 4 abgesagt haben und Andi (a.k.a. solring) und ich uns letztendlich zu zweit auf den Weg in den hohen Norden machen mussten.

Gestartet sind wir einen Tag früher als Sonst, Donnerstag Nachmittag. Da das Set brandneu an diesem Tag auf MTGO live gegangen ist, konnten wir die Wartezeit am Flughafen super überbrücken und erste Eindrücke vom Format gewinnen. Haupterkenntnis der ersten Drafts: Battle Screech ist immer noch viel zu broken im Limited.

Angekommen sind wir nach einem Zwischenstopp in der Schweiz (um dem Klima mit extra Kerosinverbrauch richtig eins mitzugeben) kurz vor Mitternacht in unserem Hotel direkt an der Site, dem Marriott Bella Sky. Uns ereilte dann vor Ort das selbe Problem, durch das einige unserer Mitreisenden kurzfristig absagen mussten: Unsere Buchung wurde ohne unser Wissen storniert.

Bis jetzt ist mir unbegreiflich wo das Problem eigentlich lag, letztendlich war das ganze nicht mehr und nicht weniger als eine große Abzocke für die erste Nacht im Hotel. Wir durften in der selben Zimmerkategorie unterkommen, allerdings für den gut doppelten Preis. Am selben Abend haben wir erneut für die folgenden Tage gebucht, für einen knapp günstigeren Preis als wir zuerst gezahlt hatten.

Bleibt zu hoffen, dass wir die zusätzlichen Kosten doch noch erstattet bekommen, glücklicherweise habe ich einige Anwälte im Freundeskreis die sich mit Freuden um so etwas kümmern!

Uns konnte das letztendlich nicht davon abhalten am Freitagmorgen, ausgeruht und voller Tatendrang, in einen der schönsten Reisetage unserer gemeinsamen Magicblogs-Zeit zu starten. Wir hatten Kaiserwetter in Kopenhagen und dadurch die Möglichkeit die komplette Touri-Route durch zu ziehen die ich in meinem Artikel schon angekündigt habe.

Glücklicherweise fand zur gleichen Zeit in der Nähe der Christiania auch ein Beachvolleyball-Turnier statt, bei dem wir die spannenden Matches in der prallen Sonne bei dem einen oder anderen Bier genießen konnten. Das brachte vor allem den hellhäutigeren Reisepartner unserers 2-Mann-Trips einen kräftigen Sonnenbrand ein, hat sich aber allemal gelohnt.

   

Kopenhagen ist eine wunderschöne Stadt und auf jeden Fall eine Reise wert. Ich kann euch nur empfehlen hier mal ein Wochenende zu verbringen und den Charme dieser einzigartigen Stadt selbst zu erleben! Solltet Ihr da sein, stattet auf jedem Fall unserem Hotel-Restaurant „Basalt“ einen Besuch ab. Die Kollegen versuchen nahe an Sterne-Küchen auf offenem Feuer gegrilltes Essen zu zaubern, wir waren jedes mal begeistert!

Samstag

Die Site war für uns genau neben dem Hotel, so dass wir relativ stressfrei eintreffen konnten. Die Räumlichkeiten boten genügend Platz, waren klimatisch für den Sommereinbruch den wir erlebten noch in Ordnung und hatten ausreichend sanitäre Einrichtungen. Auch das Catering war ganz gut und im Vergleich zum Rest von Dänemark nicht zu teuer.

Für mich begann das Turnier dank eines Byes (leider mal wieder knapp das zweite verpasst) mit einem spielbaren Pool in den bestmöglichen Farben: Sultai !

Die stärkste Karte des Decks war auf jeden Fall Hexdrinker, der jedes Spiel in dem er lag ohne Probleme gewonnen hat. Sehr stark empfand ich auch die Blizzard Strix, die ich gerne in jedem Deck weiterhin hätte. Sehr wichtig für fast alle grün-basierten Decks im Format ist auch Springbloom Druid, von dem ich sogar zwei Stück in meinem Pool hatte. Dank seiner Fähigkeit Farben zu fixen, aber auch gezielt Snow-Länder zu suchen und dabei noch den Friedhof mit einem Land zu füllen, war diese Karte eigentlich essentiell für alle erfolgreichen Spiele mit dem Deck.

Genesis sollte in langgezogenen Spielen immer eine fast nicht zu schlagende Lategame-Engine darstellen, so dass ich guter Dinge war mit diesem Deck weit zu kommen.

Einzig der von mir im Maindeck gespielte Umezawa’s Charm, sowie der Changeling Outcast um meine beiden 4 Drop-Ninjas zu enablen fühlten sich immer wieder schlecht an und wurden von mir öfters rausgeboarded.

Mir hat Tag 1 meines Turniers einiges an Freude gebracht, auch wenn ich letztendlich doch drei Niederlagen einfahren musste und mit 5-3 Tag 2 verpasst habe. Interessant war allerdings, dass es meist nicht nur Bomben waren, die zu meiner Niederlage geführt hatten, sondern sehr stark synergetische Decks (wie ein sehr starkes Ninja-Deck und ein sehr starkes Sacrifice-Deck). Einzig mein Loss in der letzten Runde gegen 5-color Simic-2 Drops wäre wohl zu verhindern gewesen. Allerdings war nach dem langen Tag die Luft bei mir wohl raus, zwei schlechte Mulligan-Entscheidungen, bei denen ich jeweils wohl auf fünf Mulligan nehmen hätte müssen, haben mich letztendlich den Tag 2 gekostet. Gerade im Sealed bin ich immer noch zu zögerlich weiter als bis 6 den Mulligan zu nehmen. Das sollte sich allerdings mit dem neuen London-Mulligan ändern.

Sonntag

Am Sonntag spielte ich den MCQ der angeboten wurde, wieder im Format MH1 Sealed:

Wiedereinmal konnte ich den Hexdrinker an meiner Seite finden, als auch eine der interessanteren Limited-Karten im Set in Bazaar Trademage. Zusätzlich hatte ich mit Endling eine weitere starke Limited-Bombe und zudem einige Schnee-Synergien im Deck.

Ich konnte meine erste Runde gewinnen, verlor dann aber zwei Runden hintereinander das Hexdrinker-Mirror! Die Karte ist tatsächlich eine der am schwersten zu schlagenden im Set, somit stand ich X-2 und spielte noch ein paar Runden zum Spaß weiter, ehe ich gedroppt habe um mich noch einem letzten Draft anzuschließen:

Erstaunlicherweise wurde auch dieser Draft zu einem Sultai-Deck!

Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings gestehen, dass ich keine der Rares in dem Deck selbst geöffnet habe, sondern diese mir nach und nach geschoben wurden. So hat mich gerade eine sehr späte Ice-Fang Coatl und ein darauf folgendes Dead of Winter überzeugt. Als im zweiten Booster dann auch noch der Fallen Shinobi und Hogaak, Arisen Necropolis in meine Richtung wanderten war die Sache klar.

Dieser Draft ging dank freundlicher Mithilfe meiner Mitdraftern 3-0 an mich, so dass ich wenigstens etwas an Preisboostern mit nach Hause nehmen konnte.

Fazit

Alles in allem hat mich das Format sehr positiv überrascht. Ich war bei der Erstellung des Draft Primers nicht überzeugt, wie sich das Format letztendlich spielen würde. Ich persönlich bin begeistert von dem Limitedformat nach diesen Tagen in Dänemark. Einstimmigkeit herrschte bei mir und all meinen Gegnern darüber, dass dieses Format seit langem wieder das Gefühl bringt, dass einzelne Spielzüge den Ausgang des Matches tatsächlich beeinflussen. Gerade auch das fehlen (bis auf meinen Freund Hexdrinker) von unschlagbaren Bomben im Format, sowie den starken Fokus auf Uncommons, aber auch Commons (!) der einzelnen Archetypen macht das Format zu einer tollen und bitter benötigten Abwechslung des eher bescheidenen War of the Spark-Limited-Formats.

Alle meine Kontrahenten waren außerordentlich freundlich und zuvorkommend, ich kann nicht sagen dass ich auch nur eine negative Erfahrung beim GP gemacht habe. Das schöne an der hohen Anzahl an skandinavischen Spielern dieses Turniers war sicherlich, dass eigentlich jeder im Raum relativ gutes Englisch gesprochen hat und so auch über viele Tische hinweg Witze gerissen wurden oder nette Anekdoten erzählt wurden.

Für mich war der Trip auf jeden Fall eine Bereicherung, auch wenn ich ergebnisstechnisch noch deutlich Luft nach oben gehabt hätte. Trotz allem freue ich mich auf das nächste Event und werde auch beim nächsten Turnier in Kopenhagen versuchen dies wieder möglich zu machen.

Falls Ihr auch vor Ort wart, oder in der Vergangenheit schon in Kopenhagen auf einem Turnier wart, schreibt mir doch in den Kommentaren!

Freakle

Content Creator und Sultai-Clanmitglied von MagicBlogsDe. Mehr über mich findet ihr in meinem Steckbrief und meine Artikel gibt es hier im Archiv. Weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf meinem Twitteraccount @AnaFreakle oder in meinen Twitch Streams @bgFreakle.

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