Throne of Eldraine Draft Primer

Hallo zusammen,

ein neues Set, ein neuer Draft-Primer!

Heute stelle ich euch die Draft Archetypen des neuen Sets Throne of Eldraine vor, sowie einige der Besonderheiten dieses Sets.

Wie immer werde ich keine Kartenevaluation vornehmen, dafür gibt es genügend Outlets in der Magicwelt. Zusätzlich glaube ich, dass Draft Picklisten eine der schnellsten Fallen in Limited ist. Zwar geben diese einen ersten Anhaltspunkt, mehr aber auch nicht. Außerhalb des Pack 1 Pick 1 wird jeder weitere Pick durch die Synergien der Archetypen beeinflusst, die Signale die man bekommt und die Kartentypen die man schon gepickt hat. Daher versuche ich, über diese Primer-Serie euch einen generellen Überblick zu verschaffen, welche Farbkombinationen durch bestimmte Synergien stärker werden und welche Karten in diesen Sets höher zu picken wären als außerhalb dieser Archetypen. Selbstverständlich solltet Ihr gutes Removal und Rare- und Mythic-Bomben hoch picken. Daran wird sich in keinem Set etwas ändern, daher werde ich in diesem Primer nicht über diese klaren Picks sprechen, sondern mehr über die Commons und Uncommons, die Ihr für die jeweiligen Archetypen einsammeln wollt.

Allgemein zeigt sich, dass durch die neue Mechanik Adamant zweifarbige oder gar monofarbige Decks (mit manchmal einem kleinen Splash) deutlich konstanter werden und viel Power aus diesen Karten gezogen werden können. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass Fixing selbst in zweifarbigen Decks sehr hoch zu picken ist. Wenn wir uns die normale Manabasis betrachten, die kein Fixing beinhaltet, so hätten wir zum Beispiel in einem Dimir-Deck 8 Sümpfe und 9 Inseln. Sollten wir versuchen  Adamant-Karten zu spielen, wie Vantress Paladin oder Foreboding Fruit, so wissen wir – dank dem fantastischen Frank Karsten – dass wir hierfür im Limited-Format eigentlich 15 Quellen der Farbe im Deck benötigen um mit einer 90%-igen Chance die Karte Turn vier zu spielen. Für dieses Play an Turn 5 benötigt man auch noch 14 Quellen im Deck. Es wird also schnell klar, dass in einem zweifarbigen Deck ohne Fixing das casten dieser Spells MIT Adamant mehr Zufall ist und dadurch deutlich die Power der Spells herunter setzt. Die Lösung? Einfarbige Decks spielen, oder noch besser: Fixing hoch priorisieren!

Das verfügbare Fixing außerhalb von sind allerdings nur Spinning Wheel, Golden Egg und Heraldic Banner im non-Rare-Bereich und daher fast nicht verfügbar im Format (zusätzlich gibt es für Mardu noch das Land Tournament Grounds). Ich persönlich würde daher selbst in zweifarbigen Decks diese beiden Artefakte höher picken, als dies in anderen Sets der Fall wäre. Solltet Ihr in grün sein, so sind sogar 4C-5C Decks möglich, oder gar dreifarbige Decks mit Adamant Spells, da Ihr sehr gute Optionen zum Fixing findet, wie Rosethorn Acolyte und Beanstalk Giant.

Alle Archetypen haben zwei Gold-Karten im Format. Eine reguläre Multicolor-Karte, sowie eine 4-fach Hybridmana-Karte. Nach dem Prerelease Stream habe ich daher noch eine Bitte an euch: Spielt diese 4-farbigen Hybrid-Karten NIEMALS in Decks, in denen Ihr nur eine dieser Farben im Deck habt. Karten wie Arcanist’s Owl sind schlichtweg nicht castbar in einem Dimir-Deck!

Nun aber zu den einzelnen Farbkombinationen!

: Artefakte und Verzauberungen

Azorius hat, wie schon in M19, erneut das Artefakte- und Verzauberungen-Subthema des Limited-Formates. Ihr benötigt meist eine einzelne Verzauberung oder ein einzelnes Artefakt auf dem Spielfeld, um die Synergien voll ausnutzen zu können. Als Faustregel gilt: Ihr solltet mindestens 5 Karten dieses Typs im Deck haben um die Synergien ausnutzen zu können. Die wichtigsten Karten sind hier gleichzeitig Removal-Spells wie Trapped in the Tower und Charmed Sleep. Zusätzlich dazu, sind sowohl Witching Well als auch Mantle of Tides sehr gute Enabler in diesen Farbkombinationen. Der Mantel benötigt, um seine volle Power zu nutzen, allerdings noch Hilfe aus einem Archetyp, der eigentlich in Izzet Zuhause ist, deren blauen Part wir aber in diesem Deck auch nutzen können. Dazu später mehr unter Izzet. Wichtige Enchantments außerhalb des Removals sind sicherlich Fortifying Provisions, sowie den Brawl-Finisher All That Glitters.

Wichtig ist, dass Ihr genügend Enabler im Draft pickt, da Blau generell keine Food-Tokens baut, die sonst bei diesen Mechaniken deutlich helfen würden. Azorius sieht wieder einmal stark aus, das bekannte -Flyers Thema wird solide unterstützt durch eine Mechanik, die relativ einfach zu aktivieren ist. Ich denke, dieser Typ wird oft gedraftet werden.

: Karten in Friedhöfen sind Trumpf

Dimir fokusiert sich auf Mill, sowohl den Self-Mill als auch dem Gegner einige Karten in den Friedhof zu bringen. Ich denke nicht, dass eine reine Mill-Strategie erfolgreich sein wird, man will vielmehr starke situative Karten wie Drown in the Loch aktivieren. So ist diese Karte unspielbar, sollte man nicht deutlich mithelfen die Friedhöfe zu füllen. Sind allerdings entsprechende Karten vorhanden, ist Drown in the Loch sehr stark.

Daher teilt sich dieser Archetyp wieder einmal eindeutig in Enabler und Payoff-Karten:

Enabler: Merfolk Secretkeeper, Eye CollectorDidn’t Say Please und Syr Konrad, the Grim.

Payoff: Drown in the Loch, Into the Story, Order of Midnight, Festive Funeral und Mystic Sanctuary.

Keine der Enabler-Karten, bis auf die generisch starke Karte Syr Konrad, the Grim, ist wirklich überzeugend. Daher solltet Ihr, sobald sich der Draft eingenordet hat, diese Karten relativ spät noch bekommen und diesen Archetyp erst interessant machen. Ohne starke Payoff-Karten wie Into the Story macht es allerdings wenig Sinn, in den Mill/Selfmill-Plan zu wechseln. Gewinnen wird dieser Archetyp weiterhin über Kampfschaden, so dass ein klarer Millplan von 40 auf 0 eher ein Plan B als ein Plan A bleibt. Da auch andere Farben Friedhof-Synergien besitzen, besteht die Gefahr, dass Ihr diese mit eurem Plan helft.

Im Prerelease hat dieser Typ für mich sehr gut funktioniert, bedarf allerdings der richtigen Payoff-Karten.

: Ritter und Equipment

: Ritter-Tribal

: Ritter / Tokens

Alle 3 dieser Archetypen kämpfen letztendlich um die selben Karten und haben zusätzlich als einzige Wedge auch ein 3-farbiges Fixing-Land im Format. Die Unterschiede sind, dass Rakdos eigentlich ein Equipment-Thema mit dabei hat, es allerdings nur ein nicht-Rare Equipment gibt in Steelclaw Lance. Orzhov ist das „große“ Ritter-Deck, dass mehr Value generieren will und durch Drain-Effekte mehr Power aufbaut. Der Boros-Archetyp hat noch ein Token-Subthema, dass durch Inspiring Veteran unterstützt wird.

Letztendlich gibt es im Set jede Menge Ritter, die Ihr hier nutzen könnt und mit jeglichem Payoff, das Ihr vor allem in den Gold-Karten findet, verbinden könnt. Alle drei Archetypen sind eher aggressiv, wobei mir bisher der Orzhov-Build am besten gefällt. Mit jeder Menge Food-Tokens im Format, bin ich noch nicht völlig überzeugt, wie erfolgreich ein pures Beatdown-Deck sein kann. Gerade die schwarzen Karten bringen einiges an Value mit, wie Barrow Witches und Smitten Swordmaster. Dies wären die Karten, die ich priorisieren würde. Gleichzeitig findet sich Brimstone Trebuchet im Format, der kontinuierlichen Schaden verspricht (wie zuvor in anderen Formaten Thermo-Alchemist). Wahrscheinlich wird ein Erfolg des aggressiveren rot-basierten Ritter-Decks davon abhängen, wie viele dieser Artefakte man einsammeln kann während des Drafts. Weiß bietet letztendlich mit Ardenvale Tactician eine der besseren Tempokarten im Format, an einer fliegende Kreatur angekoppelt dank der Abenteuer Mechanik. Auch hier gilt, je mehr Ihr davon im Deck habt, umso besser.

Mardu bietet zusätzlich das beste Removal im Format, so dass Ihr letztendlich kleinere Ritter-Synergien ausnutzen könnt und den Gegner in die defensive drückt, indem Ihr dank gutem Removal den Weg frei räumt. Bisher scheinen die Ritter allerdings nicht mein „Go-to“-Archetyp zu werden, ich bin gespannt wie es sich im Draft entwickelt.

: nicht-Human Kreaturen

Der zweite Tribe im Format belohnt euch dafür alles menschliche hinter euch zu lassen und euch dem Tierreich und den Fabelwesen in Throne of Eldraine zuzuwenden.

Letztendlich gibt es im nicht-Rare-Bereich allerdings nur zehn Karten, die sich auf dieses Thema beziehen. Daher ist es doch deutlich weniger gegenwärtig als die Ritter die wir zuvor besprochen haben. Gruul bleibt sich somit treu, und spielt sehr kosteneffiziente rießige Kreaturen, wie deutlich an Rampart Smasher zu erkennen ist. Zusätzlich könnt Ihr das starke Removal in Rot nutzen um euren Weg frei zu räumen.

Wichtiger als die Enabler, sind in diesem Archetyp die wenigen Payoffs zu draften, die es gibt. Daher solltet Ihr die Gold-Karten hoch picken, als auch das stärkste monofarbene Payoff in diesem Archetyp, Keeper of Fables. Rosethorn Halberd bringt ein Payoff auf common, daher sollte es sich immer lohnen diesen Archetyp zu draften, sollte er offen sein. Eines dieser Equipments könnt Ihr bestimmt auch später im Draft noch zu Gesicht bekommen und eurem Deck deutlich mehr Power verleihen.

: Abenteuer

Selesnya bringt einen sehr interessanten Archetypen, der euch noch mehr Fokus auf die neue Abenteuer-Mechanik erlaubt. Hierbei ist allerdings nicht der Abenteuer-Teil der Karte wichtig, sondern die Kreatur die Ihr hinterher castet. Ihr bekommt im richtigen Deck daher noch eine dritte Möglichkeit Value aus Abenteuer-Karten zu generieren. Das hört sich doch klasse an!

Die Payoffs sind mannigfaltig in diesen Farben, neben den Beatdown-Karten Wandermare und Oakhame Ranger findet Ihr auch Edgewall Innkeeper, Mysterious Pathlighter und Lucky Clover im Format, die euch zusätzlichen Value generieren. Wie ihr seht sind allerdings viele dieser Payoff-Karten im Uncommon-Bereich, so dass Ihr diese sehr hoch priorisieren müsst um diesen Archetyp zum Laufen zu bringen.

Enabler bilden selbstverständlich die Abenteuer-Karten, wobei hier Ardenvale Tactician weiterhin eine der besten Karten sein wird. Ich denke auch Shepherd of the Flock wird eine starke Karte im Archetyp darstellen, ein aggressiver 2-Drop der, falls man Ihn später zieht, eine andere Abenteuer-Karte auf die Hand zurück bringen kann um das Abenteuer erneut zu starten.

: Ziehe 2 Karten pro Zug

Izzet bringt einen Archetyp, den wir in stärkerer Form in Modern Horizons 1 gesehen haben: Kartenziehen ist toll!

Improbable Alliance ist eine starke Buildaround-Karte, die allerdings einiges an Arbeit benötigt um zu funktionieren. Loch Dragon hingegen ist Payoff und Enabler zugleich und eine der besten Karten die dieses Deck spielen kann.

Klasse Payoff-Karten sind zusätzlich noch Farie Vandal und Mantle of Tides, sowie Bloodhaze Wolverine. Alle diese Karten bringen starke Tempo-Möglichkeiten ins Spiel, sollte man Sie dauerhaft jede Runde enablen können. Steelgaze Griffin und Mad Ratter bilden das Ende dieser Manakurve und bringen ebenfalls einiges an Power mit.

Enabled werden all diese Karten durch alles, auf dem „Draw a card“ steht und damit sowieso immer spielbar wird. Tome Raider ist wohl die wichtigste Enabler-Karte für dieses Deck, wie auch in meinem Stream-Video des ersten Sealed immer wieder zu sehen. Eine weitere Karte, die immer spielbar war und in diesem Deck zum Allstar wird ist Opt. Der zweite Reprint dieser Karte bringt den Invasion Allrounder wieder ins Limited-Format und findet in diesem Deck sein perfektes Zuhause. Zusätzlich könnt Ihr natürlich auch Golden Egg und Witching Well nutzen, sowie alle anderen Karten die euch zusätzliche Karten ziehen.

Doch vorsticht, wie oben unter Azorious schon erwähnt, hat auch der blau-weiße Archetyp Interesse an dem Draw 2 Thema und könnte euch hier und da mal etwas wegpicken!

Trotzdem wird Izzet wohl einer der beliebteren Archetypen werden und ist bisher auch mit einer meiner Favoriten!

: Food!

Golgari beheimatet die neue Food-Mechanik in Ihrem Archetyp und bringt zu dieser parasitischen Mechanik die passenden Payoff-Karten: neben Savvy Hunter bringen auch Tempting Witch, Insatiable Appetite und Bog Naughty Möglichkeiten, die Food-Tokens für etwas stärkeres als drei Lebenspunkte zu opfern. Zusätzlich könnt Ihr Value generieren über Karten wie Trail of Crumbs, Sorcerer’s Broom und Deathless Knight.

Wichtig ist, dass Ihr nach Möglichkeit euer Deck nur mit GUTEN Food-produzierenden Karten füllt, wie eben Savvy Hunter, Fierce Witchstalker und Bake into a Pie. Wie spielbar Karten wie Curious Pair werden wird sich zeigen, solltet Ihr viele gute Payoff-Karten haben, so müsst Ihr wohl ab und an in den sauren Apfel beißen und diese Karten auch spielen.

Ich denke die Foodmechanik und gerade das Golgari-Deck wird eines der interessantesten im Format sein, da eure Hauptmechanik gleichzeitig eure Lebenspunkte polstern kann gegen schnelle Decks und trotzdem gegen langsamere Decks viel Value generiert. Für mich hört sich das nach einem perfekten limited Midrange-Deck an und wird auf jeden Fall mein Fokus in den ersten Drafts sein.

: Ramp

Last but not least kommen wir zum Simic Archetypen des Sets. Wie in letzter Zeit immer wieder, bildet Simic die Heimat des relativ generischen Ramp + Goodstuff Archetyps. Tatsächlich waren Carddraw und Ramp + Fixing immer schon eine sehr gute Kombination und werden es wieder sein. Wie schon zu Beginn beschrieben, könnt Ihr mit einem Base Simic-Deck auch 4-5-farbige Decks draften, oder ein Sultai-Deck das die Adamant-Karten trotzdem voll ausnutzen kann.

Neben Maraleaf Pixie sind Rosethorn Acolyte und Beanstalk Giant die wichtigsten Karten für dieses Deck. Gerade der Riese bringt alle Qualitäten mit, die dieses Deck benötigt. Ramp, Fixing und einen rießigen Payoff-Body. Zusätzlich sollte dieses Deck das einzige sein, das wirklich vollen Nutzen aus Unexplained Vision zieht und damit dessen langsame, aber sehr starke Power nutzen kann.

Ich denke, da der Fokus stark auf zweifarbigen, oder besser einfarbigen Decks mit kleinem Splash, liegen wird, könnt Ihr im Simic-Deck in erfahrenen Draftgruppen einige sehr starke Bomben und Payoffs einsammeln und ein starkes 5C-Deck draften. Für mich mit einer der interessantesten Archetypen, auf jeden Fall auch ein Fokus in den ersten Drafts!

 

Das war mein kleiner Überblick über das Set, ich freue mich auf den Draft und hoffe, dass ich euch den Einstieg in das neue Limited-Format etwas erleichtern konnte!

 

Freakle

Content Creator und Sultai-Clanmitglied von MagicBlogsDe. Mehr über mich findet ihr in meinem Steckbrief und meine Artikel gibt es hier im Archiv. Weitere Infos und Neuigkeiten findet ihr auf meinem Twitteraccount @AnaFreakle oder in meinen Twitch Streams @bgFreakle.

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